Dreihornchamäleon

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Dreihornchamäleon

Dreihornchamäleon Steckbrief

Name
Dreihornchamäleon Steckbrief
Wissenschaftlicher Name
Trioceros Jacksonii
Familie
Chamaeleonidae, Leguanartige
Lebenserwartung
5-10 Jahre
Größe/Länge
35 cm
Gewicht
zwischen 120-140g
Herkunft/Lebensraum
Ostafrika
Merkmale
Hörner am Kopf
Körperbau
Langer Körper, kräftige Beine und langer Schwanz
Kopfform
helmartige Kopfform
Augen
bewegen sich unabhängig voneinander
Pflege
keine Anfängertiere
Tragzeit
vier bis sechs Monate
Wurfgröße
bis zu 50 Junge
Ernährung
Spinnen, Heuschrecken, Fliegen, Käfer
Besonderheiten
Ihre Zunge kann bis zu 1,5mal so lang, wie das Chamäleon selbst, sein.

Das Dreihornchamäleon, auch Jacksons Chamäleon genannt, ist ein sehr außergewöhnliches und wunderschönes Tier. Was es noch so besonders macht, erzähle ich dir jetzt.

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Rassemerkmale und Erscheinungsbild

Wie sieht ein Dreihornchamäleon aus?

Typische Merkmale des Dreihornchamäleons sind die Hörner am Kopf, zwei davon befinden sich zwischen den Augen, das dritte ist nach oben gebogen und sitzt auf der Spitze der Schnauze. Weibchen haben meist keine Hörner, lediglich eine erhöhte Schuppe oder einen Hornansatz an denselben Stellen. Es gibt vier verschieden Unterarten, das beliebteste und größte Xantholophus-Männchen erreicht eine Körperlänge von bis zu 35 cm, Weibchen bleiben kleiner bei einer Körperlänge von bis zu 25 cm. Der Körper ist kräftig und die Füße sind ähnlich wie eine Zange geformt. So können sie besser greifen und klettern. Jeder Fuß hat zwar fünf Zehen, zwei bzw. drei davon sind aber miteinander verwachsen. Spannend ist auch, dass die Anordnung der Zehen der Hinterbeine genau anders herum ist, wie die der Vorderbeine.

Die Färbung variiert meist von grün bis goldbraun mit hellen Flecken. Weibchen sind in der Farbe nicht so kräftig, eher blass. Typischste Merkmale sind die Augen. Diese können sie unterschiedlich voneinander bewegen, wodurch sie ein extrem großes Blickfeld erlangen. So entstehen anders wie bei uns Menschen auch zwei Bilder. Wie das Gehirn diese zwei Bilder verarbeitet, ist bisher unbekannt. Außerdem ist der Sehsinn sehr viel besser als bei uns Menschen entwickelt. Chamäleons nehmen kleinste Bewegungen noch über einen Kilometer wahr und erkennen diese scharf. Diese Sehschärfe wird durch die Hornhaut bewirkt. Auch sehr bekannt und typisch für Chamäleons ist die lange Zunge mit einzigartiger Form. Sie kann bis zu 1,5mal so lang, wie das Chamäleon selbst, sein. Sie ist im Maul aber nicht zusammengerollt, wie viele vermuten, sondern liegt lose, wie ein Gummiband, im Kehlsack. Um Beute zu packen wird das Zungenbein nach vorne geschoben und die Muskeln angespannt. Dadurch schnallt die Zunge mit einer Kraft von bis zu 0,4 Newton heraus. Mit erneutem Zusammenziehen schnellt sie wieder zurück ins Maul. Zusätzlich ist die Zunge klebrig, um die Beute festzuhalten. Der Schwanz ist lang und beweglich, so umwickelt er Äste und hilft beim Festhalten. Benötigt das Chamäleon den Schwanz gerade nicht zum Festhalten, ist er wie eine Schnecke aufgewickelt.

Wie erkenne ich das Geschlecht eines Dreihornchamäleons?

Auf den ersten Blick an den Hörnern. Bei drei voll ausgebildeten Hörnern am Kopf ist es deutlich ein Männchen. Ausgewachsene Weibchen sind wesentlich kleiner, blasser von den Farben und haben nur eine Erhöhung statt den Hörnern. Männchen haben eine Verdickung an der Kloake. Außerdem sind sie deutlich größer und farbenfroher.

Herkunft und Geschichte

Woher stammt das Dreihornchamäleon?

Der Lebensraum ist in Ostafrika, in Kenia, Tansania und Uganda. Sie leben dort auf bis zu 2500m Höhe in kühlen aber sehr regenreichen Bergwäldern, auf Bäumen und Sträuchern. Seit den 70er Jahren findet man sie auch in Kalifornien und in Hawaii.

Haltung und Pflege

Welche Nahrung braucht ein Dreihornchamäleon?

Wie alle Chamäleon-Arten frisst auch das Dreihornchamäleon fast ausschließlich Insekten. Auf dem Speiseplan stehen Spinnen, Fliegen, Käfer, Heuschrecken, Schnecken, Motten und Grillen. Würmer bitte nur selten als Snack, da sie sehr fettreich sind. Auch wenn sie Obst mögen würde ich lieber verzichten. Chamäleons können das Obst nicht verdauen. Achte bei der Fütterung auf genug Abwechselung und vergiss nicht, regelmäßig Vitamine und Calcium dazu zu füttern. Jungtiere benötigen täglich Futter, bei adulten Tieren reicht eine Fütterung alle zwei bis drei Tage aus. Chamäleons trinken nicht aus einem Napf, was auch gut ist, weil sich darin viele Bakterien ansiedeln können. Sie trinken Wasser ausschließlich von den Blättern. Daher ist das Einsprühen mehrmals täglich besonders wichtig.

Tipp: Um deinem Tier einen natürlichen Lebensraum zu bieten, füttere bitte nicht von der Pinzette. Chamäleons sind gute Jäger. Wirf das Futter hinein und lass sie jagen. Auch wenn sich Futtertiere verstecken, wird sich das Chamäleon bemühen, diese zu bekommen. Jagen ist auch zusätzlich eine tolle Beschäftigung für das Tier.

Wie halte ich ein Dreihornchamäleon?

Dreihornchamäleons sind anspruchsvoll in der Haltung, die Mindestgröße für das Hoch-Terrarium beträgt 100x75x150cm bei 1 Tier. Größer ist jedoch immer besser, ein zu groß gibt es nicht. Eine Paarhaltung kann funktionieren, wenn das Terrarium groß genug und gut durchwachsen ist. Während der Trächtigkeit ist das Weibchen aber unverträglich. Deshalb würde ich dir trotzdem zur Einzelhaltung raten.

Die Beleuchtungsdauer passt du am besten an die Natur an, du benötigst eine passende UV- und eine Wärmelampe. Die Tagestemperatur ist ideal bei 26-28°C und nachts die Zimmertemperatur bei etwa 20°C. Der Sonnenplatz darf gerne 40°C aufweisen. Als Bodengrund eignet sich Kokos, Pinienrinde oder Erde. Dreihornchamäleons halten sich nicht am Boden auf, der Boden soll aber die Feuchtigkeit gut speichern. Viele Äste, Wurzeln und Rinden zum Klettern und Verstecken dürfen nicht fehlen. Außerdem auch Pflanzen, gerne echte und reichlich. Je mehr desto besser.
Chamäleons vertragen keine Zugluft. Achte bei der Platzierung des Terrariums gut darauf. Luftfeuchte sollte bei 70-80% am Tag und bis zu 100% nachts liegen, dafür kannst du mehrmals am Tag von Hand einsprühen oder eine Regenanlage installieren. Nebelanlagen sind nicht geeignet.

Kann ich den Dreihornchamäleon züchten?

Ja, zur Paarung werden die Dreihornchamäleons zusammengesetzt. Aber gut beobachten. Beim Zusammensetzen fängt das Männchen an zu balzen und zeigt seine schönste Farbpalette am Körper. Die Paarung beginnt und dauert meist zwei bis drei Tage lang. Dann werden die Tiere wieder voneinander getrennt. Das Weibchen wird in den nächsten vier bis sechs Monaten bis zu 50 lebende Jungen zur Welt bringen. Die Kleinen kommen in einer klebrigen Hülle im Durchmesser von 1,5-2 cm zur Welt. Das Weibchen lässt die Jungen zwischen den Ästen fallen, manche fallen dabei auch auf den Boden. Die Jungtiere fangen an sich zu bewegen, öffnen dabei die Eihülle und fangen bereits an zu klettern. Sie haben dann etwa eine Körperlänge von 3-5 cm und sind dunkel gefärbt. Nun werden sie im eigenen Terrarium großgezogen.

Wie viel Pflege benötigt ein Dreihornchamäleon?

Der tägliche Aufwand liegt bei etwa 30 Minuten. Täglich mehrmals einsprühen, Kot und Häutungsreste entfernen. Alle zwei bis drei Tage füttern. Auf die Hygiene im Terrarium achten: Einrichtung säubern, zwischendurch die Scheiben reinigen und die Pflanzen wässern und pflegen. Einmal im Jahr den Bodengrund austauschen.

Wissenswertes

  • Dreihornchamäleons sind meldepflichtig.
  • In ihrem natürlichen Lebensraum halten Dreihornchamäleons eine zweimonatige Winterruhe bei Temperaturen von 16-20°C. Wenn du die Möglichkeit hast und es machen möchtest, ist es für das Tier sehr gut, ein Muss ist es jedoch nicht.
  • Das Dreihornchamäleon ist tagaktiv und somit perfekt für uns zum Beobachten.
  • Für die meisten das wichtigste Thema, der Farbwechsel bei Chamäleons. Im ganzen Tierreich haben Chamäleons die besten Farbwechselfähigkeiten. Sie können innerhalb kurzer Zeit ihre Farbe ändern, nur nicht so extrem wie viele denken, von grün auf blau, dann rot, später gelb und pink funktioniert nicht. Sie können aber ihre Grundfarbe anpassen und wie hell oder intensiv die Farben sind. So dunkeln sie die Farbe im Schatten ab oder werden kräftiger grün, wenn sie in den Blättern die Sonne genießen. Chamäleons ändern die Farbe bei Stress, zur Tarnung, um das andere Geschlecht zu beeindrucken und je nach Wetter und Klima. Wie das funktioniert ist noch immer ein Rätsel. Forscher haben nun Nanokristalle entdeckt, die vermutlich dafür verantwortlich sind.

 


Shaka Animal StudioShaka Animal Studio, Jacky und Tobi. Jacky hat die Faszination Reptilien schon vor langer Zeit gepackt. Seit über 15 Jahren hält sie Reptilien aller Art. Sie ist gelernte Tierpflegerin und Tiertherapeutin. Sie hat Berufserfahrung sowohl in Zoos als auch bei Tierärzten. Tobi ist Fotograf und von klein auf begeistert von der Tierwelt. Die Unterwasserwelten sind sein Herzstück, die er schon seit vielen Jahren betreibt. Im Laufe der Zeit entstand zu Hause ein privater Zoo, den sie täglich voller Liebe gemeinsam versorgen und den sie regelmäßig auf ihrem. Youtube Kanal präsentieren.


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