Chamäleon: Haltung und Pflege

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Chamäleon

Chamäleon Steckbrief

Name
Chamäleon Steckbrief
Wissenschaftlicher Name
Chamaeleonidae
Klasse
Reptilien
Ordnung
Schuppenkriechtiere
Familie
Leguanartige
Lebenserwartung
Je nach Art bis 15 Jahre
Größe/Länge
Je nach Art 2 bis 80cm
Gewicht
ca. 100 g bis 2 kg
Herkunft/Lebensraum
Afrika einschließlich Madagaskar, West Indien
Merkmale
Extrem lange Zunge
Körperbau
Langer Körper, kräftige Beine und langer Schwanz
Kopfform
Helm am Kopf
Augen
können unterschiedlich voneinander bewegt werden
Pflege
anspruchsvoll
Ernährung
Spinnen, Heuschrecken, Fliegen, Käfer
Besonderheiten
Einzelgänger, über 200 Arten

Das Chamäleon ist bekannt für seine wechselnden Farben und die beweglichen Augen. Was sie noch so faszinierend macht, erzähle ich dir jetzt:

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Rassemerkmale und Erscheinungsbild

Wie sieht ein Chamäleon aus?

Die vielen Chamäleon-Arten können unterschiedlicher nicht sein. So zählt das Stummelschwanz-Chamäleon mit 2,3-3 cm zu der kleinsten Art und das Parsons-Chamäleon mit bis zu 80 cm Länge zu der größten Art. Alle haben einen hohen Rücken und einen kompakten Schädel. Die Kopfform ist jedoch sehr unterschiedlich, von rundlich bis spitz, mit Kopfschmuck oder Hörner, somit sehr vielfältig. Was aber alle haben, ist der Helm am Kopf. Dieser ist je nach Art unterschiedlich ausgeprägt. Bei manchen Arten ist er kaum sichtbar, bei anderen 8 cm hoch.
Die Augen sind sehr besonders, diese können unterschiedlich voneinander bewegt werden. Das führt zu einem extrem großen Blickfeld und auch zu 2 Bildern, nicht zu einem wie bei uns Menschen. Chamäleons haben durch ihre Hornhaut einen viel besseren Sehsinn wie wir und können dadurch kleinste Bewegungen noch über weite Distanzen perfekt scharf sehen.

Die Zunge hat eine einzigartige Form und ist ein bekanntes und typisches Merkmal der Chamäleons. Sie kann 1,5mal länger sein, wie das Chamäleon selbst. Sie ist nicht, wie du vielleicht vermutest, im Maul eingerollt, sondern liegt lose im Kehlsack, wie ein Gummiband. Das Zungenbein wird nach vorne geschoben, der Muskel angespannt und zack, schnallt die Zunge heraus und die Beute wird mit einer Kraft von 0,4 Newton gepackt. An der Zunge befindet sich eine Art Kleber, der dabei hilft, die Beute festzuhalten. Nochmal zusammenziehen und die Zunge ist wieder zurück im Maul.

Die Füße haben eine besondere Form, sie haben die Form einer Zange. An jedem Fuß sind 5 Zehen, an einer Seite 2 und an der anderen Seite 3 Zehen, das sorgt für besseren Halt beim Greifen und Klettern. Interessant ist auch die Anordnung. An den Vorderbeinen sind die Zehen genau anders herum angeordnet wie an den Hinterbeinen.

Faszinierend ist auch der Schwanz. Beim Stummelschwanz-Chamäleon ist er, wie der Name sagt, sehr kurz und unbeweglich. Er dient nur zur Stütze. Bei den meisten Arten ist er recht lang und beweglich, so umwickelt er Äste und hilft beim Festhalten. Benötigt das Chamäleon den Schwanz nicht, dann wird einfach aufgerollt.

Welche Arten gibt es?

Die 200 verschiedenen Arten von Chamäleons werden in zwei Unterfamilien gegliedert. Die Echten- und die Stummelschwanz- Chamäleons. Zu den beliebtesten in unseren Terrarien zählen die Jemen-, Panther- und Dreihorn-Chamäleons. Zu diesen 3 Arten erzähle ich dir in einem eigenen Steckbrief Genaueres.

Woher stammen Chamäleons?

Chamäleons stammen aus Afrika. Sie leben auf dem gesamten Kontinent einschließlich Madagaskar. Man findet sie auch in West Indien, auf den Arabischen Halbinseln, Sri Lanka und im Mittelmeerraum. Angesiedelt wurden sie außerdem in Hawaii und Florida. Die meiste Artenvielfalt findet man jedoch auf Madagaskar.

Die beiden Unterfamilien unterscheiden sich stark bei den bevorzugten Lebensräumen. Fast alle Echte-Chamäleons sind Busch- und Baumbewohner, nur wenige Arten leben am Boden. Die Stummelschwanz-Chamäleons, oder auch Erd-Chamäleons genannt, leben am Boden in Laub- und Krautschichten. Da bei manchen Chamäleons die Luftfeuchte wenig Rolle spielt und sie anpassungsfähig sind, ist es schwer, einer Art einen eindeutigen Lebensraum zuzuordnen. Das Verbreitungsgebiet einer Art kann sehr weitläufig und variabel sein.

Als Beispiel: In der heißen Sahara leben einige Arten in Wüsten-Oasen, im kühlen Kenia wiederum leben welche auf 4500 Meter Höhe.

Wovon ernähren sie sich?

Insekten, wie Spinnen, Fliegen, Käfer, Grillen und Heuschrecken, stehen abwechselnd auf dem Speiseplan. Würmer sind sehr fett und dürfen nur selten als Snack gefüttert werden. Obst kann nicht verdaut werden und schadet dem Chamäleon, daher solltest du drauf verzichten. Das Futter muss regelmäßig mit Kalzium und Vitaminen angereichert werden. Eine Fütterung alle 2-3 Tage ist ausreichend, nur Jungtiere sollen täglich gefüttert werden.

Tipp: Die präzise Jagd ist eines der Merkmale von Chamäleons, sie haben Spaß daran und finden auch gut versteckte Futtertiere. Deshalb solltest du für ein natürliches Zuhause auf die Fütterung mit der Pinzette verzichten.
chamäleon

Wissenswertes über Chamäleons

  • Chamäleons ruckeln, hast du das schon mal gesehen? Dabei ruckeln sie auf ihrem Weg immer wieder nach vorne und hinten. Manchmal auch wenn sie nach etwas, wie einem Ast, greifen.
  • Biologen vermuten, dass dies eine Imitation von Blättern im Wind ist und sie sich damit besser tarnen möchten.
  • Alle Chamäleons sind meldepflichtig und müssen bei der Behörde gemeldet werden.
  • Chamäleons trinken nur die Tropfen von den Blättern, was auch gut ist, weil sich in Wasserschalen viele Bakterien ansiedeln können.
  • Eine Nebelanlage ist für Chamäleons nicht geeignet, statte dein Terrarium lieber mit einer Regenanlage aus.
  • Manche Chamäleons legen Eier, das Jemen-Chamäleon zum Beispiel bis zu 85 Stück pro Wurf. Andere Arten, wie das Dreihorn-Chamäleon, bringen bis zu 30 Junge lebend zur Welt.

Der Farbwechsel

Bestimmt ist dir der Farbwechsel von Chamäleons schon bekannt. In Filmen wird oft übertrieben, da färben sie sich von blau zu grün und dann rot. Dass ist nur im Film, so funktioniert das nicht. Sie sind aber in der Lage die Grundfarbe zu ändern. Haben sie Stress, benötigen sie Tarnung, ist Paarungszeit oder gehen sie von der Sonne in den Schatten, dann ändert sich die Farbe von hell zu dunkel oder anders herum. Dieser Wechsel geschieht innerhalb kurzer Zeit und ist wirklich sehr faszinierend. Diese Farbwechselfähigkeit ist im Tierreich einzigartig. Wie dieser Wechsel funktioniert, ist bis heute ein Rätsel. Wissenschaftler vermuten Nanokristalle.

Ich freue mich sehr, dich den farbenfrohen Chamäleons näher bringen zu können. Sie sind wunderbar zu beobachten. Steckbriefe zu den beliebtesten Arten findest du auch hier:

 


Shaka Animal StudioShaka Animal Studio, Jacky und Tobi. Jacky hat die Faszination Reptilien schon vor langer Zeit gepackt. Seit über 15 Jahren hält sie Reptilien aller Art. Sie ist gelernte Tierpflegerin und Tiertherapeutin. Sie hat Berufserfahrung sowohl in Zoos als auch bei Tierärzten. Tobi ist Fotograf und von klein auf begeistert von der Tierwelt. Die Unterwasserwelten sind sein Herzstück, die er schon seit vielen Jahren betreibt. Im Laufe der Zeit entstand zu Hause ein privater Zoo, den sie täglich voller Liebe gemeinsam versorgen und den sie regelmäßig auf ihrem. Youtube Kanal präsentieren.


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Kommentare, Fragen und Antworten
  1. benjamin bürr sagt:

    Interessanter artikel! ich spiele aktuell auch mit dem gedanken, mir ein chamäleon zuzulegen.

    mfg
    benni

  2. Arite sagt:

    Chamäleons sind schöne Tiere, doch ich würde mir niemals so ein Tier halten. Mit meinem schwarzen Kater bin ich voll zufrieden und ich weiß, was er gerne frisst.

  3. Chris sagt:

    Hallo,

    Ich habe mir ein benebelungsgerät gekauft „super fog“ es erzeugt einen sehr feinen nebel mit einer keramikmembran durch ultraschallschwingungen. Sprich das wasser wirds nicht erhitzt nur zerstäubt.
    Jetzt weiß ich nicht ob mein pantherchamäleon das auch so gut verträgt? Daweil gibt es keine anzeichen einer unverträglichkeit.
    In büchern wird jedoch von ultraschall befeuchten abgeraten?

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Chris,

      es hat einen guten Grund, weshalb von Ultraschallverneblern gelegentlich abgeraten wird. In aller Regel geht es dabei um die Möglichkeit der Verteilung von Keimen im Terrarium. Da das Wasser im Ultraschallvernebler nicht erhitzt wird, besteht bei unzureichender Hygiene die Gefahr, dass verkeimtes Wasser vernebelt und durch die Tiere eingeatmet wird. Dem kannst du aber mit häufiger und gründlicher Reinigung des Geräts gut vorbeugen. Außerdem besteht bei Ultraschallverneblern die Möglichkeit, zusätzlich einen UVC-Klärer einzusetzen, der den Keimdruck im Wasser zusätzlich erheblich reduzieren kann. Für weniger fleißige Terrarienbesitzer und empfindliche Tierarten, die aus Gebieten mit sehr reiner Luft stammen, ist ein Ultraschallvernebler also eher ungeeignet. Für alle anderen ist er durchaus praktikabel.

      Wir hoffen sehr, dass wir diesbezüglich Licht ins Dunkle bringen bzw. den Nebel um den Ultraschallvernebler etwas lichten konnten. 😉

      Viele Grüße
      dein ZooRoyal-Team

  4. daniel sagt:

    könnt ihr helfen Chamelion schliesst öfter ein und dasselbe auge reibt gelegentlich auge am ast wirkt orientierungslos und purzelt öfter beim klettern runter oder rum hab ich einfach nur ein dummes chamelion odr könnte es sein das es krank ist bitte um dringende hilfe (fachlich) mache mir sorgen

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Daniel,

      es freut uns, dass du uns in dieser Sache vertrauensvoll um Rat bittest.
      Dein Chamäleon solltest du bitte umgehend einem auf Reptilien spezialisierten Tierarzt vorstellen. Deine Beschreibung klingt danach, als sei mit großer Wahrscheinlicheit ein gesundheitliches Problem die Ursache für das veränderte Verhalten deines Schützlings.

      Wir drücken dir die Daumen, dass dein Chamäleon sich schnell erholt!

      Viele Grüße
      dein ZooRoyal-Team

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