Giftige Zimmerpflanzen für Katzen

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Giftige Zimmerpflanzen für Katzen

Katzen sind als Carnivoren – eigentlich – reine Fleischfresser. Nur ein sehr geringer Anteil in der Nahrung besteht aus vorverdauten pflanzlichen Bestandteilen, und doch knabbern unsere Minitiger regelmäßig an Pflanzen. Anders als über die Nahrung aufgenommene Pflanzenbestandteile dient geknabbertes Gras oder Grünpflanzen weniger der Grundversorgung an Nährstoffen, sondern vielmehr der Verdauung bzw. Beförderung von Haaren ihres Fells. Es nimmt also einen wichtigen Bestandteil in der Versorgung der Haustiere ein. Doch knabbern die Katzen im heimischen Wohnzimmer an den Pflanzen ist Vorsicht geboten: es gibt einige giftige Zimmerpflanzen für Katzen. Welche das sind, listen wir dir hier auf.

Wissen Katzen, was gut für sie ist?

Die Natur hat in vielen Bereichen clevere Mechanismen vorgesehen, Lebewesen vor Schaden zu bewahren. So liefern Geruchs-, Geschmacks- und Tastsinn der Katze wichtige Informationen, ob vor ihr für sie verwertbare Nahrung liegt oder das Fleisch bereits verdorben ist. Manches ergänzt die Katze schließlich durch Erfahrung. Wird ihr unmittelbar nach einer Mahlzeit übel, kann es sein, dass sie dieses Futter künftig meidet. Sie hat eine negative Lernerfahrung damit gemacht.

Leider hat die Natur diesen lebenswichtigen Vorteil nicht unbedingt beim beherzten Knabbern an Pflanzen vorgesehen. Gibt es eine ausreichende Anzahl verschiedener Pflanzen, gehen Katzen zwar tendenziell zu ungiftigen Gräsern. Jedoch bringt sie ihre Neugier oder ein mangelndes Alternativangebot nicht selten dazu, eine giftige Sorte anzuknabbern oder sich an ungiftigen, aber dennoch zu scharfkantigen Gräsern zu vergreifen. Horrorgeschichten über Not-Operationen von Katzen, denen ein Halm buchstäblich im Hals stecken geblieben ist, kreisen immer wieder – berechtigt – im Internet. Seiner Katze diesen wichtigen Baustein ihrer Ernährung gänzlich zu versagen, ist jedoch ebenso schädlich. Besser ist es also, der Katze eine Auswahl geeigneter Pflanzen anzubieten, um das Bedürfnis nicht nur gefahrlos zu befriedigen, sondern gleichzeitig ihrem persönlichen Geschmack Rechnung zu tragen. Denn, Gras ist nicht gleich Gras und so gibt es Katzen, die lieber an weichem Weizengras knabbern, während der Katzenkumpel vielleicht lieber an einer jungen Grünlilie knabbert.

Gibt es eine zuverlässige Aufstellung (un-)giftiger Pflanzen?

Grundsätzlich ist es schwierig bzw. sogar unmöglich, eine vollständige und allgemein gültige Sammlung giftiger oder ungiftiger Pflanzen zu erstellen. Wie bei allen Giften entscheidet auch beim Beknabbern von Pflanzen die Dosis das Gift, wobei es hier Pflanzen gibt, die schon in sehr geringen Mengen gefährlich für den Katzenkörper sind und andere, bei denen gelegentlich geknabbert werden kann, ohne dass ernstere gesundheitliche Schäden riskiert werden. Andererseits ist jede Katze anders und was die eine gut verträgt, sorgt bei der anderen vielleicht schon für leichte Vergiftungserscheinungen. Manchmal ist eine Zimmerpflanze auch noch nicht allzu bekannt und ist daher nicht klassifiziert. Andere Pflanzen wie die bereits genannte Grünlinie sind an und für sich zwar unschädlich, nehmen aber Umgebungsgifte in ihren Blättern auf und können beispielsweise mit der Zeit oder im Raucherhaushalt zur Gefahr werden. Es gilt daher, sich beim Einsatz von Pflanzen immer wieder zu informieren, abzuwägen und im Zweifel auf ein fragliches Gewächs zu verzichten oder es für die Katzenzähnchen unzugänglich zu machen. Über Drahtgeflechte, Glasglocken oder Hängeampeln können manchmal auch für die Katze ungeeignete Pflanzen sicher im Haushalt untergebracht werden. Doch hinterfrage bitte kritisch, ob dein neugieriger Minitiger tatsächlich nicht an die hängende Blumenampel gelangt oder es nur eine gute Portion Langeweile und Sprungkraft benötigt, um doch an die giftigen Blätter zu gelangen.

Welche Zimmerpflanzen sind giftig?

Zu den sehr beliebten und leider für Katzen absolut giftigen Blütenpflanzen zählen unter anderem Orchideen, Weihnachtsstern oder auch das zarte Alpenveilchen. Grünpflanzen, die im Katzenhaushalt nur einen unerreichbaren Platz finden sollten, sind beispielsweise die Birkenfeige, Drachenbaum oder Yuccapalme. Wer gern auf der Fensterbank gärtnert, sollte seine Katze von Küchenzwiebeln oder auch Avocado fernhalten. Sowohl die Gewächse, als auch Früchte gelten als giftig für die Samtpfoten. Ein gern gesehenes Mitbringsel zum Geburtstag oder einfach zur Aufhellung des Esstisches sind Blumensträuße, die leider ebenso Gefahren bergen. Neben giftigen Beeren, die als Dekoration und Füllmaterial eingearbeitet werden, sind auch viele Blüten leider schädlich. So zählen Lilien ebenso wie Tulpen oder auch Narzissen zu den schädlichen Pflanzen. Diese Aufstellung kann nur einen sehr kleinen Teil der schädlichen Pflanzen beschreiben. Möchtest du deine Wohnung ein wenig grüner gestalten, informiere dich daher unbedingt umfassend über die jeweils vorgesehene Pflanzenart und hinterfrage dabei auch die Seriosität der Quelle. So findest du im Internet viele Listen, die sich teilweise jedoch widersprechen. Mittlerweile gibt es zum Thema gute Literatur ausgebildeter Fachkräfte und Profis, die dir sicher durch den Informationsdschungel helfen können.

Ungiftige Pflanze gefunden? Darf die Katze unmittelbar knabbern?

Erfreust du dich beispielsweise an deinem neuen, farbenfrohen Hornveilchen oder dem saftig grünen Dickblatt solltest du dennoch zunächst vorsichtig sein. Die meisten im Handel erhältlichen Pflanzen sind mit allerlei Giftstoffen gegen Schädlinge und für ein schnelleres, kraftvolles Wachstum versehen. Man geht von etwa 6-8 Wochen aus bis diese Giftstoffe aus den Pflanzen und der Erde im Topf ausgespült sind und erst dann sind die Gewächse geeignet für deinen knabberfreudigen Minitiger. Möchtest du nicht so lange warten oder hast keine geschützte Unterbringung, gibt es regionale Gärtnereien und spezielle Pflanzensorten, die bewusst auf schädliche Pestizide oder Düngemittel verzichten. Auch hier gilt: Informiere dich vorab, worauf du bei der von dir gewählten Sorte bzw. der Gärtnerei vor Ort achten solltest.


Carmen SchellCarmen Schell, Inhaberin von Cattalk®, ist als ausgebildete Tierpsychologin (ATN) mit dem Fachgebiet Katze im Rhein-Main-Gebiet, überwiegend rund um Darmstadt und Frankfurt sowie im Online-Coaching tätig. Sie bietet professionelle Unterstützung bei allen Fragen zu der Haltung und Problemverhalten von Samtpfoten. Neben der persönlichen Beratung gibt sie regelmäßig Vorträge und bundesweite Seminare für interessierte Laien und Profis. Ihr Herz hat die Autorin besonders an Katzen aus dem Tierschutz verloren und engagiert sich ehrenamtlich im regionalen Tierschutz.


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