So vermittelst du deinem Hund Sicherheit

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Sicherheit vermitteln

Es ist wichtig, für sich und sein Mensch-Hund-Team herauszufinden, welchen Grad an Sicherheit man seinem Hund zukommen lässt und wie viel Selbstständigkeit im Lösen von Konflikten und Finden von Problemlösungen man ihm zutrauen kann und möchte. Im Zweifelsfall sollte man jedoch immer selbst zum Lösungsfinder für seinen Hund werden, ihm Sicherheit zukommen lassen und schwierige Situationen gemeinsam lösen.

Daran erkennst du, ob dein Hund gerade Sicherheit benötigt

Um deinem Hund in schwierigen Situationen beizustehen, ihm Unterstützung zu geben und ihm Sicherheit zu vermitteln, ist es Voraussetzung diese Situationen zu erkennen.

Natürlich kannst du einige grundlegende Dinge tun, um generell Sicherheit auszustrahlen und deinen Hund zu unterstützen. Oftmals ist es jedoch so, dass es gerade auf die “kritischen” oder schwierigen Momente, in denen sich dein Hund unsicher fühlt, ankommt und es hier besonders wichtig für die Mensch-Hund-Bindung ist, deinem Hund konkrete Anweisungen oder Aufgaben zu geben. Dadurch bekommt er Orientierung und eine zuverlässige Strategie zur Konfliktlösung, die er gemeinsam mit dir als seinem Halter und seine Bezugsperson lösen kann.

Sicherheit benötigt dein Hund dann, wenn er sich in einer für ihn stressigen Situation befindet.
Das kann zum Beispiel sein,

  • wenn euch auf dem Spaziergang ein anderes Mensch-Hund-Team entgegenkommt.
  • wenn eine neue, unbekannte Situation auftritt, wie ein plötzliches Geräusch, eine umherfliegende Plastiktüte oder ein Rollstuhlfahrer oder Skateboarder.
  • bei Begegnungen mit anderen Menschen oder Tieren.
  • beim Erlernen einer neuen Übung oder eines Tricks.
  • wenn sich dein Hund überfordert fühlt.

In solchen Situationen bedeutet Sicherheit, den (potentiellen) Stressfaktor deines Hundes zu erkennen und im besten Fall schon vorausschauend zu handeln, um den Stresspegel so niedrig wie möglich zu halten und damit die Reaktion deines Hundes so wenig ausschweifend wie möglich zu halten.

Anzeichen für Stress

Stress erkennst du bei deinem Hund häufig anhand folgender Anzeichen:

  • Er zeigt Übersprungshandlungen.
  • Er zittert.
  • Er hechelt stark.
  • Er schwitzt. Hunde schwitzen auch an den Pfoten, wenn sie Stress empfinden. Das sieht man zum Beispiel häufig beim Tierarzt an den rutschigen Pfötchen oder feuchten Abdrücken auf dem Boden im Wartezimmer.
  • Er gähnt.
  • Dein Hund sucht Schutz hinter dir, versteckt sich hinter dir oder hält sich generell sehr nah in deiner Nähe auf.

So vermittelst du deinem Hund Sicherheit

Konkret kannst du folgendes tun, um deinem Hund Sicherheit zu vermitteln.

Durch die eben genannten Stress-Anzeichen wirst du schnell erkennen, wann sich dein Hund in einer Stresssituation befindet. Übe also, während des Spaziergangs achtsam zu sein, auf die Kleinigkeiten zu achten, die dein Hund dir zeigt. Du wirst sehen, dass es oftmals immer wiederkehrende und ähnliche Situationen sind, in denen sich dein Hund unsicher fühlt.

1. Vorausschauend handeln

So kannst du nach einiger Zeit schon frühzeitig solch eine Situation erkennen und deinem Hund Sicherheit vermitteln, noch bevor er sich unsicher fühlt. Das vermittelt deinem Hund, dass du ihn verstehst und er dir vertrauen kann. Das wiederum führt zu mehr Verlässlichkeit und Sicherheit.
Reflektiere, in welchen Situationen du dich selbst unsicher fühlst. Oftmals sind das sogar die gleichen Situationen, wie die, in denen dein Hund Stresssymptome zeigt. Hinterfrage dich, warum du dich in diesen Situationen unsicher oder vielleicht sogar ängstlich fühlst.

2. Biete deinem Hund eine alternative Aufgabe

Es ist immer einfach zu sagen, was man von seinem Hund NICHT möchte. “Lass das”, “Hör damit auf”, “Nein”. Was der Hund aber tun soll, versteht er daraus nicht. Daher ist es wichtig, ihm ein alternatives Verhalten anzubieten, was er stattdessen zeigen soll. Ganz nach dem Motto: “Unterlasse dieses Verhalten, aber tue stattdessen das.” Das hilft dem Hund, sich in der Situation zurechtzufinden und verschafft ihm Sicherheit, da er nun weiß, wie er sich verhalten soll. Das kann beispielsweise so aussehen, dass dein Hund stärker an der Leine zieht, wenn sich ein entgegenkommendes Mensch-Hund-Team nähert. Statt nur zu sagen: “Jetzt zieh doch nicht so an der Leine” könntest du deinen Hund ansprechen, aufmerksam machen und mit ihm eine Übung machen, die ihm Freude bereitet. Wie zum Beispiel ein Stück bei Fuß zu laufen, oder ein verstecktes Leckerlie zwischen den Bäumen zu suchen.

3. Die Aufmerksamkeit deines Hundes umlenken

Hier kannst du sehr gut mit Markersignalen arbeiten. Markersignale sind positiv behaftete Geräusche, wie ein bestimmtes Wort oder auch der Clicker. Voraussetzung für den Einsatz eines Markersignals ist es, dass dieser vorher positiv aufkonditioniert wurde. Ist das Markersignal positiv aufgebaut worden, gibt sie deinem Hund ein positives Gefühl, wenn es eingesetzt wird. Das erleichtert die Kommunikation zwischen euch und kann ihn aus unangenehmen Situationen herausholen. Du lenkst seine Aufmerksamkeit von etwas Unschönem, das Unsicherheit oder Stress auslöst, auf dich als etwas Positives um. Das ist besonders bindungsfördernd. Denn der Hund wird nicht nur aus einer unangenehmen Situation herausgeholt (was ihm schon Erleichterung verschafft), sondern das negative Gefühl wird auch noch in etwas Positives transformiert. Markersignale geben deinem Hund außerdem Sicherheit, da er weiß, was er zu erwarten hat, du für ihn klarer kommunizierst und er dadurch sicherer wird.

4. Deinem Hund zum richtigen Zeitpunkt Feedback geben und ihn lenken

Auch der Zeitpunkt deines Eingreifens spielt eine Rolle. Gebe ihm direkt Feedback, wenn er erwünschtes Verhalten zeigt und biete ihm direkt ein alternatives Verhalten an, sobald er unerwünschtes Verhalten zeigt, beziehungsweise beginnt, sich unsicher oder gestresst zu fühlen. Dem Hund gibt es Sicherheit, wenn er weiß, wie er sich verhalten soll. Er muss nicht lange ausprobieren und kann sofort die Lösungsstrategie anwenden, die ihr für euch gemeinsam erfolgreich erarbeitet habt. Für schwierige oder unangenehme zukünftige Situationen weiß er dann, wie er sich verhalten kann, dass er sich auf dich verlassen kann und du ihm eine Lösung anbietest.

5. Vertrauensübungen

Einige Übungen können auch generell in den Alltag integriert werden, um die Sicherheit durch das Vertrauen in deinem Mensch-Hund-Team zu stärken. So kannst du zum Beispiel regelmäßig Vertrauensübungen wie beim Degility in eure gemeinsame Zeit einbauen. Dort arbeitet man unter anderem mit einem Erdnussball an dem Gleichgewicht des Hundes. Oder man läuft gemeinsam über eine Wippe. Aber auch über Leitern oder Gittertreppen laufen, in denen sich viele Hunde aufgrund der unebenen Bodenbeschaffenheit unsicher fühlen, tragen unheimlich zum Gefühl des Vertrauens und somit zur Sicherheit und damit zur Bindung zwischen dir und deinem Vierbeiner bei.


Lisa Gunzenheimer und Kirsten Mahne (Lisa und Kiki) haben ihre Vision von einer eigenen Online-Hundeschule “Pawsitive Life Coaching” im Jahr 2017 in die Tat umgesetzt.
Als ausgebildete Hundetrainer und Hundepsychologen haben sie es sich zur Aufgabe gemacht, Mensch-Hund-Teams professionell darin zu unterstützen, eine gesunde und harmonische Bindung zueinander aufzubauen und das Leben mit Hund – weit weg von allen gesellschaftlichen Zwängen – zu genießen.
Dabei ist es ihnen besonders wichtig, ganzheitlich zu arbeiten und sowohl Hund als auch Mensch in unterschiedlichen Lebensbereichen zu coachen.


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