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Kommando „Gib!“

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Kommando GibSo lernt Dein Hund, dass es sich lohnt, etwas herzugeben

Das Hergeben von Bällen, Stöckchen oder Spielzeug gehört zur Grunderziehung jedes Hundes. Doch damit dein Hund lernt, zuverlässig etwas aus dem Maul herzugeben, muss er zunächst lernen, dass er dir bei dieser Übung vertrauen kann.

Wer gibt schon gerne etwas her?

Wenn ein Hund etwas für ihn Begehrenswertes erst einmal im Maul hat, dann geben manche das nicht gerne wieder her. Der Trick liegt also darin, dass du ihm etwas anbietest, was noch viel attraktiver ist als das, was er gerade besitzt – und da ist Futter meist unschlagbar. So wird er auf Dauer lernen, dass er etwas bekommt, wenn er bereit ist, etwas abzugeben.

Biete einen guten Tausch an

Damit dein Hund wirklich bereit ist, zu tauschen, muss natürlich zunächst einmal die „Währung“ stimmen. Halte also besonders köstliche Leckerchen bereit, die es ihm unmöglich machen, „nein“ zu sagen – etwa Käsewürfel oder Schinkenwurststückchen.

Doch nicht immer nur sind es Leckerchen, die als Tauschwährung gelten können. Viele Hunde lernen vor allem über das Spielen, dass es sich lohnt, den Ball wieder fallen zu lassen. Denn sonst ist das Spiel schnell langweilig, weil du ja nicht werfen kannst, was er fest im Maul hält.

Gibst du mir, geb‘ ich dir!

Nimm ein Spielzeug und mache es für deinen Hund interessant, sodass er es freudig durch die Gegend trägt.

Rufe ihn zu sich, wenn er das Spielzeug noch im Maul trägt.
Zeige ihm dein köstliches Leckerchen. In dem Moment, in dem dein Hund sein Maul öffnet, um das Spielzeug fallen zu lassen, sagst du „Gib!“ oder „Aus!“. Und du gibst ihm seine Belohnung.

Extra Tipp: Das „Kommando-Aus!“ benutzen die meisten automatisch auch dann, wenn der Hund mit irgendeinem Blödsinn aufhören soll. Wenn das auch bei dir der Fall ist, nimmst du zum Ausgeben besser das „Kommando-Gib!“. So ist kein Kommando doppelt besetzt und du verwirrst deinen Hund nicht.

Wirf das Spielzeug wieder. Und wiederhole die Übung nur zwei bis drei Mal. Wiederhole die Übung mehrmals täglich, aber immer nur für einen kurzen Zeitraum.
Sobald er verstanden hat, dass es fürs Fallenlassen einen Keks gibt, kannst du den Ball im Maul deines Hundes greifen und dann das Kommando geben. „Gib“ bedeutet also, das, was im Maul ist, loszulassen. Ob es dabei auf den Boden oder in deine Hand fallen soll, spielt keine Rolle.

Wichtig: Ein Fehler, der anfangs den Lernerfolg trüben kann, ist, dem Hund das Spielzeug abzunehmen und es dann wegzulegen. Überlasse deinem Hund am Ende immer sein Spielzeug. So lernt er, dass der Befehl „Gib! Aus!“ nicht bedeutet, dass jetzt das Spiel vorbei ist, du ihm nicht wirklich etwas wegnimmst.

Darauf musst du achten

Bleibe unbedingt entspannt und freundlich bei dieser Übung. Sobald es darum geht, dass wir etwas haben wollen, werden wir unbewusst „dominant, d. h., wir sprechen in einem Befehlston oder greifen hastig nach dem Spielzeug. Und gerade bei diesem Kommando haben wir das Gefühl, uns unbedingt durchsetzen zu müssen. Doch unser Hund soll ja lernen, dass es ein für ihn lohnendes Spiel ist, wenn er etwas abgibt – und kein Machtkampf zwischen Hund und Halter.

Extra-Tipp

Vermeide ein Tauziehen

Was ist, wenn Dein Hund einen teuren oder für ihn gefährlichen Gegenstand im Maul hat und es nun um „alles oder nichts“ geht?

Bleibe unaufgeregt, damit dein Hund nicht das Gefühl bekommt, jetzt würde eine lustige Verfolgungsjagd beginnen.
Rufe ihn stattdessen zu dir und biete ihm eine Alternative an. Die muss aber in solch einem Fall wirklich schmecken: Halte ihm alle Leckerchen in der Hand hin, die du mithast. Oder hole zu Hause die ganze Packung Schinkenwurst aus dem Kühlschrank und locke ihn damit.
Wenn das nichts hilft: Greife den Gegenstand, aber ziehe nicht, sondern schiebe! So bleibt der Kiefer deines Hundes wesentlich entspannter. Und ist er ein paar Meter nach hinten ausgewichen, wird er den Gegenstand loslassen.

Wenn dem wilden Kerl die Leckerchen egal sind

Dein Hund macht sich nichts aus Leckerchen und ist nicht zu bewegen, für ein Stück Käse seinen geliebten Ball herzugeben? Dann hilft nur, ihn über den Spieltrieb dazu zu bringen, den Ball herauszugeben. Er soll lernen, dass nur zusammen mit dir das lustige Spiel überhaupt möglich ist.

Dazu musst du deinen Hund in beste Spiellaune versetzen. Schmeiße den Ball oder wackel das Spieltau hin und her, damit dein Hund es wirklich haben will.

Rennt er nun stolz mit dem Ball im Maul an dir vorbei oder steht erwartungsvoll und herausfordernd vor dir, machst du nichts, sondern wartest ab.
In dem Moment, wenn dein Hund den Ball fallen lässt, sagst du „Gib!“ und trittst ihn dann wieder im hohen Bogen in die Luft, sodass das Spiel weitergehen kann.
Wiederhole das Ganze mehrmals, sodass dein Hund erkennt, dass er dir den Ball überlassen muss, damit das Spiel weitergeht.

Warum du den Ball treten und nicht danach greifen sollst? Das hat zwei Gründe:

  1. Falls dein Hund im Übereifer nach dem Ball schnappen will, damit du ihn nicht bekommst, passiert dir nichts – deine Schuhe schützen dich.
  2. Mit dem Fuß bist du schneller als mit der Hand. So kannst du deinem Hund zuvorkommen. Und er merkt, dass ihr beide zusammen spielt – und du es bist, der den Ball wieder herrlich weit fliegen lassen kann. Sobald dein Hund verstanden hat, dass er den Ball fallen lassen muss, damit ihr weiterspielt, kannst du auch mit der Hand danach greifen.

Weitere Möglichkeiten für Profis

Auch die einfache „Gib!“-Übung kannst du verfeinern und perfektionieren, wenn dein Hund die Grundübung gut verstanden hat und auf Kommando alles loslässt.

Zerrspielzeug ausgeben

Beim Zerrspiel geht es darum, einen Gegenstand möglichst fest zu halten und um keinen Preis herzugeben. Probiere doch mal aus, ob dein Hund zwischen festhalten und ausgeben hin und her schalten kann. Dabei ist vor allem deine Köpersprache wichtig.

Rangel zunächst kräftig mit deinem Hund um ein Spielzeugtau oder Ähnliches. Dabei kannst du übertriebene Bewegungen machen und auch knurren oder deinen Hund anfeuern – so lieben die meisten Hunde dieses Spiel. Dann bleibst du im nächsten Moment entspannt stehen, lockerst deine Muskeln und auch den Griff am Spieltau und gibst im ruhigen und freundlichen Ton dein Kommando. Gibt dein Hund das Tau sofort her? Herzlichen Glückwunsch! Danach gibt es als Belohnung sofort noch eine weitere Runde wildes Tauziehen.

So gibt dein Hund sein Spielzeug her

Ziehe nicht am Spielzeug und greife nicht zu früh danach.
Biete deinem Hund köstliche Leckerchen an, damit er den Gegenstand gerne fallen lässt.
Bleibe entspannt und freundlich, damit dein Hund in der Übung ein Spiel und keinen Machtkampf sieht.
Überlasse in der ersten Zeit des Trainierens deinem Hund das Spielzeug am Ende der Übung. So lernt er, dass du ihm nichts wegnimmst.

 


Dieser Text wurde erstellt in Zusammenarbeit mit Regina Rademächers:

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