Italienisches Windspiel im Rasseportrait

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Italienisches Windspiel

Italienisches Windspiel

Jagdhunde
Herkunft Italien Lebenserwartung 12-15 Jahre
FCI-Standard FCI Gruppe 10: Windhunde Funktion Jagdhunde
Größe Kleine Hunderassen Häufige Krankheiten keine
Gewicht ca. 5 kg Felllänge kurz
Charakter/Wesen lebhaft, gutmütig Fellfarbe schwarz, grau, beige
Besonderheiten

keine

Herkunft und Rassegeschichte

Das Italienische Windspiel ist ein kurzhaariger Windhund. Mit nur 5 Kilogramm Gewicht ist das Windspiel oder Piccolo Leviero Italiano, wie es die Italiener nennen, die kleinste aller Windhundrassen. Zugleich hat es wie die meisten anderen uralte Wurzeln, die bis in die Antike reichen. Das Zentrum seiner Verbreitung lag im nördlichen Mittelmeerraum. Von Italien aus fand es als wertvolles Geschenk Verbreitung in den Fürstenhäusern.

Friedrich II. von Preußen, der als Friedrich der Große in die Geschichte einging, war der wohl prominenteste Verehrer dieser Hunde. Der „Alte Fritz“ war Philosoph und Kulturmäzen. Er war zugleich gegenüber Menschen brutal und ein gnadenloser Militärführer. Nur bei seinen Windspielen fand er Ruhe und Geborgenheit. Die Windspiele waren seine Musen. Es gab wohl keinen Menschen, der dem König je so nahe stand wie eben seine Italienischen Windspiele. Sie begleiteten ihn tagein tagaus, schliefen in seinem Bett und wurden auf Schloss Sanssouci im Sarkophag aus Marmor beerdigt. Es war der letzte Wunsch des Großen Fritz, neben seinen Windspielen zur Ruhe gesetzt zu werden. Ein Wunsch, der ihm erst 200 Jahre später erfüllt wurde. Von Friedrich sollen die Worte stammen: „Hunde haben alle guten Eigenschaften des Menschen, ohne gleichzeitig ihre Fehler zu besitzen“.

Zurück zu den Hunden. Windspiele sind einfühlsame Begleiter aber zugleich richtige Wind- und Jagdhund. Das Italienische Windspiel hat gegenüber den meisten anderen Windhunden einen großen Vorteil: Es braucht die Rennstrecke nicht unbedingt. Es passt sich sehr gut den verschiedensten Wohn- und Lebensverhältnissen an. Man muss nur darauf achten, dass sie einigermaßen robust und nicht zu klein und zu leicht gezüchtet werden, idealerweise nicht unter 5 Kilogramm. Dann sieht man sie ständig zittern. In Deutschland wird das Italienische Windspiel vom Deutschen Windhundzucht- und Rennverband betreut. Dieser Verein bietet auch Möglichkeiten, dass diese Hunde etwa beim Coursing oder bei Bahnrennen ihr Bedürfnis nach schnellem Laufen ausleben können. In Deutschland fallen zwischen 100 und 200 Windspiel-Welpen im Jahr.

Beschreibung

Das Italienische Windspiel hat den typischen Körperbau eines Windhundes nur eben in einer Miniaturausgabe. Er hat die schlanke und elegante, ja grazile Erscheinung eines Sprinters. Der Kopf ist ebenfalls lang gestreckt. Die Augen sitzen vorne, wie es für einen Sichtjäger optimal ist. Sie sind dunkel und leuchten mit einem sehr aufmerksamen Ausdruck. Ein Italienisches Windspiel hat eine Widerristhöhe von 32 bis 38 Zentimetern. Beim Gewicht legt der Standard eine Obergrenze von 5 Kilogramm fest. Diese sollte auch erreicht werden. Denn bei zu leicht gezüchteten Exemplaren sieht man das andauernde Zittern und nicht selten auch eine schwache Konstitution.

Der Standard fasst seine Erscheinung wie folgt zusammen:

Das Italienisches Windspiel ist von schlanker Erscheinung, Rumpf von quadratischem Format. Obwohl von eher kleiner Größe, charakterisiert es komplett einen Miniatur Windhund; das Modell von Distinktion und Eleganz. Man kann es als Modell von Grazie und Vornehmheit bezeichnen.

Das Fell des Windspiels ist am ganzen Körper kurz, seidig und fein und zeigt keinerlei Spuren von Fransen. Es ist immer einfarbig. Dabei sind folgende Farben in allen Nuancen erlaubt:

  • schwarz
  • grau
  • schiefergrau
  • isabella (hell gelb/beige)

Weiß wird jedoch nur an Brust und Pfoten toleriert.

Charakter und Wesen

Italienisches Windspiel auf der RennbahnItalienische Windspiele sind echte Windhunde und schmusige Couch-Potatoes zugleich. Sie sind einfühlsame, kooperative und sehr intelligente Begleiter. Man spürt, dass diese Hunde bereits seit tausenden von Jahren nicht nur Begleiter bei der Jagd vielmehr auch Begleiter der Psyche ihrer Herrchen und Frauchen waren und heute noch sind. Trotzdem sind sie Windhund geblieben, was dir beim Spaziergang durch die Natur immer bewusst sein sollte. Ursprünglich war das Windspiel ein Jagdhund, der Hasen auf Sicht hetzte.

Die heutigen Windspiele sind noch leichter geworden und seit vielen Generationen nur noch für ihre Rolle als Begleiter gezüchtet. Das muss kein Nachteil sein. Im Gegenteil, macht es doch das Zusammenleben in unserer heutigen, oft hektischen Zeit für beide Seiten, Mensch wie Hund, leichter und angenehmer. Das Italienische Windspiel hat ein sehr gutes Gruppenverhalten ohne große Führungsambitionen. Es ist ein ausgesprochen umgänglicher Begleiter, da es feinfühlig, intelligent und führig ist. Es ist zugleich verspielt, temperamentvoll, aufgeweckt und wachsam. Im Umgang mit anderen Hunde ist es unkompliziert, neigt aber zuweilen zur Selbstüberschätzung. Er hat kaum Aggressionspotenzial und ist dabei sozial sehr anpassungsfähig.

Haltung

Das Italienische Windspiel ist sehr anspruchslos was die äußeren Bedingungen seiner Haltung angeht. Es kann ebenso in einer Etagenwohnung in der Großstadt gehalten werden, wie in der Villa auf dem Land. Dabei braucht es aber unbedingt die enge Anbindung an Herrchen oder Frauchen. Es ist ein charmanter, unkomplizierter Begleiter und Freund in allen Lagen. Deshalb ist es auch ein äußerst angenehmes Mitglied der Familie und ein guter Freund der Kinder. Er ist kaum je aggressiv und lässt sich – etwas Eingewöhnung vorausgesetzt – gut mit anderen Haustieren halten. Auch als kleine Gruppe lassen sich Windspiele gut halten. Sie sind auch Kindern ein guter Partner. Das setzt aber voraus, dass die Kinder es gelernt haben, den zarten Hund und dessen Bedürfnisse zu respektieren.

Das Windspiel braucht keine Extrawürste und ist mit regelmäßigen Spaziergängen zufrieden. Trotzdem ist der Windhund in ihm noch lebendig. Das Windspiel braucht den Rennsport nicht, um glücklich zu sein. Hie und da ein Besuch auf der Hunderennbahn kann jedoch für Hund und Mensch ein äußerst spannendes Erlebnis sein. Für die Aktiven dieser Szene gibt es kein schöneres Hobby. Es ist eine besondere Einheit von Mensch und Hund und zudem eine sehr, sehr alte. Das Italienische Windspiel ist sehr sauber, haart und riecht kaum. Allerdings ist es kälteempfindlich, da es keine Unterwolle und von Hause kaum isolierendes Fett hat. Das Windspiel kann man mit etwas guter Erziehung selbst als Gruppe problemlos überall mitnehmen. Sie wissen sich hervorragend zu benehmen.

Erziehung

Ein Italienisches Windspiel lässt sich sehr gut erziehen. Es stellt keine Herausforderung dar, ein Windspiel als täglichen Begleiter zu führen. Bei seiner Erziehung sollte man allerdings seine noch vorhandene jagdliche Motivation im Hinterkopf haben. Selbstredend muss die Erziehung eines solch feinfühligen, intelligenten Hundes auf einer engen, vertrauensvollen Bindung zwischen dir und dem Hund basieren. Denn Drill und Kadavergehorsam sind vollkommen deplatziert und zerstören jegliches Vertrauen beim Hund. Ein Italienisches Windspiel will echte Führung und versteht uns Menschen meist besser als wir selber denken.

Pflege und Gesundheit

Das Italienische Windspiel ist problemlos in der Haltung. Ein Noppenhandschuh oder ein Wildlederlappen genügen, um regelmäßig abgestorbenes Haar zu entfernen. Das Italienische Windspiel friert allerdings leicht. Hier bietet der Fachhandel Schutzkleidung, die von den Hunden gerne angenommen wird.

Rassetypische Krankheiten

Das Italienische Windspiel ist trotz seiner zarten Erscheinung ein robuster (Ausnahme Kälte) und langlebiger Hund. Zu klein und zu leicht gezüchtete Linien haben jedoch zuweilen gesundheitliche Probleme.

Ernährung

Italienische Windspiele sind problemlose Kostgänger.

Lebenserwartung

Ein nicht zu leicht gezüchtetes Italienisches Windspiel hat eine Lebenserwartung von 12 bis 15 Jahren.

Italienisches Windspiel kaufen

Willst du dein Leben mit einem Italienischen Windspiel verbringen, solltest du dich vor Ort bei einem Züchter umschauen, der dem Deutschem Windhundzucht- und Rennverband e.V. angeschlossen ist. Ein Welpe dieser Rasse kostet um 1.200 Euro.

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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