Hundetricks an Corona-Tagen

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Hundetrick

Der Herbst kommt mit großen Schritten, die Temperaturen fallen, es stürmt und der strömende Regen lässt eure Spaziergänge eher kurz ausfallen. Und nun – was können wir tun, damit unser Hund trotz schlechtem Wetter genügend Auslastung erhält und das auch noch mit Spaß? Einen Trick oder ein Kunststück erlernen, sorgt für jede Menge Spaß bei Hund und Halter.

Kann ich mit jedem Hund Tricks üben?

Grundsätzlich ist jeder Hund in der Lage, Tricks zu erarbeiten, denn Hunde können ihr Leben lang neue Dinge erlernen. Aber nicht jeder Trick ist für jeden Hund geeignet. Achte bitte auf den Gesundheitszustand, die Größe und auf das Alter deines Hundes. Zudem solltet du darauf achten, deinen Hund mit den Übungen nicht zu überfordern und die Trainingseinheiten lieber in kurzen Sequenzen, mehrfach über den Tag verteilt, zu bestreiten.

Was benötige ich?

Benötigt wird je nach Trick ein bisschen Zubehör und auf jeden Fall die richtige Belohnung für deinen Hund, beispielsweise kleine Futterstücke oder auch das Lieblingsspielzeug. Auch ein Clicker kann beim Erlernen von Kunststücken und Tricks von Vorteil sein, denn mit diesem kannst du punktgenau positiv verstärken. Zudem können die Tricks und Kunststücke über den Clicker auch frei geformt werden, was wiederum eine höhere Auslastung/Anstrengung für den Hund bedeutet.

Trick: Schublade öffnen

Du benötigst: eine Stück Seil, eine Schublade mit Griff und die Belohnung.

Schritt 1: Dein Hund sollte zunächst erlernen, an einem Seil zu ziehen. Dafür kannst du das Seil über den Boden ziehen und es so für deinen Hund spannend machen. Belohnt wird in dem Moment, wenn dein Hund das Seil in die Schnauze nimmt und leicht daran zieht. Wiederhole diese Übung einige Male, bis das Verhalten sicher gezeigt wird, dann kannst du für das Ziehen am Seil ein Signal einführen.

Schritt 2: Nun binde das Seil an einer für deinen Hund gut erreichbaren Schublade fest. Jetzt kannst du das Seil nochmal etwas bewegen, um es erneut für deinen Hund interessant zu machen. Wenn dein Hund dann das Seil in die Schnauze nimmt und wieder daran zieht, belohnst du wiederum dieses Verhalten. Wiederhole diesen Schritt einige Male und führe dann das Signal ein.

Schritt 3: Im weiteren Verlauf des Trainings vergrößere den Abstand zu dem Schubfach, um deinen Hund aus der Distanz zu diesem zu schicken.

Kunststück: Durch die Arme springen

Du benötigst: etwas Platz, einen rutschfesten Untergrund und die Belohnung für deinen Hund.
Schritt 1: Zu Beginn sollte dein Hund lernen, über deinen ausgestreckten Unterarm zu springen. Gehe dazu in die Hocke und strecke deinen Arm aus. Motiviere deinen Hund mit der anderen Hand, in der sich Futter oder Spielzeug befindet, über den ausgestreckten Arm zu springen. Wiederhole diesen Schritt mehrfach, bis dein Hund sicher über den Arm springt, um dann ein Signal dafür einzuführen.

Schritt 2: Jetzt beuge den Arm ein wenig im Ellenbogen, um so den unteren Halbkreis zu bilden. Auch hier sollte dein Hund einige Mal darüber springen, bevor du den zweiten Arm hinzunimmst.

Schritt 3: Nimm jetzt den zweiten Arm dazu und bilde mit ihm den oberen Halbkreis. Am Anfang kannst du noch etwas Platz zwischen den Armen lassen, um deinen Hund daran zu gewöhnen, dass es jetzt auch oben eine Begrenzung gibt. Im weiteren Verlauf des Trainings schließe die Arme zu einem vollständig geschlossenen Kreis.

Schritt 4: Bisher haben wir das Training in Brusthöhe absolviert. Um den Trick noch herausfordernder zu gestalten, kannst du je nach Größe und Sprungkraft deines Hundes den Armkreis langsam nach oben bewegen, so dass du zum Ende des Trainings vielleicht sogar stehen kannst und dein Hund hindurch springt.

Kunststück: verbeugen oder Diener

Du benötigst: Motivationshilfe und Belohnung für deinen Hund.

Schritt 1: Mit einem Leckerbissen in deiner Hand bringst du deinen Hund in die gewünschte Position. Die Ausgangsposition ist der stehende Hund. Deine Hand wird nun langsam zwischen den Vorderbeinen in Richtung Brustkorb des Hundes geführt. Um an das Leckerli zu kommen, muss sich dein Hund nun vorne nach unten beugen. Wichtig: das Hinterteil deines Hundes soll dabei oben bleiben. Zu Beginn gibt es die Belohnung, sobald dein Hund ein wenig mit dem Vorderkörper nach unten geht, denn so könnt ihr vermeiden, dass dein Hund in Sitz oder Platz geht.

Schritt 2: Jetzt solltest du daran arbeiten, dass dein Hund diese Position länger hält. Halte dafür die Hand mit der Motivation einfach etwas länger unten, bevor es die Belohnung gibt. Achte darauf, die Länge nur in kleinen Schritten zu steigern, damit der Po auf jeden Fall oben bleibt. Wenn dein Hund das Verhalten sicher zeigt, kannst du ein Signal einführen und die Motivationshilfe abbauen.

Schritt 3: Das Verbeugen kannst du nun auch in verschiedenen Entfernungen zu deinem Hund üben oder aber wenn er neben dir steht. Dafür steigere die Entfernung langsam zwischen dir und deinem Hund.


KristinaKristina Ziemer-Falke ist zertifizierte Hundetrainerin und Verhaltensberaterin durch die Tierärztekammer Schleswig-Holstein und das Messerli Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Darüber hinaus verfügt sie über viele Zusatzausbildungen und Schwerpunkte und ist im Prüfungsausschuss der Tierärztekammer Niedersachsen für die Hundetrainerzertifizierungen.
Mit ihrem Mann Jörg Ziemer gründete sie das Schulungszentrum Ziemer & Falke, in dem sie seit vielen Jahren mit viel Herz, Leidenschaft und Kompetenz Hundetrainer in ganz Deutschland ausbilden und viele Weiterbildungsangebote anbieten. Viele kennen Kristina außerdem als erfolgreiche Autorin von Fachbüchern für Hundetrainer und Hundehalter sowie aus Artikeln beliebter Hundezeitschriften.


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