Siberian Husky im Rasseportrait

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Siberian Husky

Steckbrief

Wachhunde
Herkunft USA Lebenserwartung 12 Jahre
FCI-Standard FCI Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp Funktion Wachhunde
Größe Mittelgroße Hunderassen Häufige Krankheiten Keine
Gewicht 20-28 kg Felllänge mittellang
Charakter/Wesen freundlich, intelligent, aufmerksam, agil Fellfarbe verschieden
Besonderheiten

Schlittenhund

Rassenmerkmale und Erscheinungsbild

Wie sieht ein Siberian Husky aus?

Der Siberian Husky, kurz Husky genannt, ist eine der urwüchsigsten Hunderassen. Er hat unverwechselbare Erscheinung. Ein Husky verkörpert Wildnis, erinnert sofort an Stammvater Wolf. Tatsächlich zählt er zu den genetisch am engsten mit dem Wolf verwandten Hunderassen. Und das, obwohl er seit mehr als 10.000 Jahren schon als Schlittenhund arbeitet und es seither keine nennenswerten Einkreuzungen von Wölfen gab, wie genetische Untersuchungen aus dem Jahr 2020 ergaben. Der offizielle FCI-Standard definiert den Siberian Husky nach wie vor als:

mittelgroßen Arbeitshund, schnell, leichtfüßig … äußerst fähig, seine ursprüngliche Aufgabe als Schlittenhund zu erfüllen und leichtere Lasten in mäßigem Tempo über große Entfernungen zu ziehen.

Alle Farben von schwarz bis weiß sind erlaubt. Markant ist seine Fellstruktur mit sehr dichtem Unterhaar und pelzartigem Deckhaar. Insgesamt erinnert der Husky vom Auftreten, Körperbau und zuweilen von seinem Haarkleid her an einen Wolf; die Renn-Huskys an einen besonders schlanken, die Show-Huskys an einen plüschigen Wolf. Ein Husky bewegt sich leichtfüßig. Sein Gang ist unverwechselbar. Es ist ein besonderer Genuss, seine raumgreifende Eleganz und Kraft beim Laufen zu beobachten. Nur eine Legende ist allerdings, dass ein blaues Auge zum Husky gehöre. Es ist zwar vom Standard erlaubt, bleibt aber ein Gendefekt. Die Inuit haben blaue Augen vermieden, da sie die Sehkraft in der Polarsonne herabsetzen.

Wie groß ist ein Siberian Husky?

Die Widerristhöhe liegt zwischen 50 und 60 cm bei einem Gewicht zwischen 20 und 28 Kilogramm.

Wesenszüge und Charaktereigenschaften

Welche Eigenschaften hat ein Siberian Husky?

Der Husky ist ein hochspezialisierter Arbeitshund. Laufen ist seine Leidenschaft, speziell das Ziehen von Schlitten. Wer sich für einen Husky interessiert, sollte unbedingt im Winter die Schlittenhunderennen besuchen. Es ist zutiefst beeindruckend und faszinierend. Man spürt die extreme Anspannung der Hunde bereits lange zuvor. Wenn es zum Start geht, gibt es kaum noch ein Halten. Wie bei einer Explosion löst sich diese Anspannung in die rasante Beschleunigung des Schlittens auf, der dann über dutzende Kilometer am Stück gezogen werden kann. Der Siberian Husky liebt diese Arbeit und er braucht sie auch. Das ist eine Herausforderung an seine Haltung. Der Husky ist ein moderner und zugleich archaischer Hund. In seinem Wesen lebt viel Wölfisches auch wenn er – rein genetisch gesehen – nicht näher mit ihm verwandt ist als andere Hunde. Huskys sind stille aber hervorragende Beobachter und können etwa blitzschnell und äußerst präzise ein Stück Wurst vom Teller klauen. Sie machen nicht viel Aufheben um ihr Handeln. Allenfalls vor einen gemeinsamen Ausflug geht ihnen das Temperament durch. Huskys sind hervorragende Jäger. Zu ihren Menschen sind sie freundlich und sanftmütig. Der Husky ist zwar kein ausgemachter Wachhund aber durchaus bereit, seine Familie effektiv zu verteidigen.

Herkunft & Geschichte

Wo kommt der Siberian Husky ursprünglich her?

Die Geschichte des Huskys ist untrennbar mit dem Leben der Menschen am Polarkreis verbunden. Nur mit ihren Hunden, die die Schlitten zogen, bei der Jagd halfen, ein zuverlässiges GPS stellten, vor Eisbären schützen und schließlich in kalten Nächten wärmten, gelang es den Menschen, dort zu überleben. Trotzdem ist der Siberian Husky als moderne Hunderasse eher jung. Seine Geschichte begann um 1910. In Alaska waren die Schlittenhunde größer und kräftiger, etwa dem heutigen Malamute vergleichbar. Bei Schlittenrennen trat ein sibirischer Pelzhändler an, der mit seinen schlanken Hunden anfangs belächelt wurde. Man nannte sie „Husky“, damals ein Schimpfwort für Eskimos. Doch diese Hunde gewannen ein Rennen nach dem anderen. Der Polarforscher Roald Amundsen wurde auf sie aufmerksam. Der Norweger Leonard Seppala begann mit der Zucht. Sein Durchbruch gelang 1925. In der abgelegenen Stadt Nome brach mitten im Polarwinter eine Diphterie-Epidemie aus. Bei extrem hohem Schnee war kein Durchkommen. Erwachsene und Kinder starben. Da entschlossen sich mutige Musher unter Führung von Seppala, das rettende Serum über 1000 Kilometer mit ihren Husky-Schlitten heranzuschaffen. Sie gaben alles und die Menschen wurden gerettet. Dem Husky zu Ehren wurde im New Yorker Central Park ein Denkmal errichtet. Noch heute wird jedes Jahr das „Iditarod Great Sled Race“ nach Nome ausgetragen. Der Siberian Husky begann seinen Siegeszug mit den Schlittenhundeleuten. Ihm kam zugute, dass die Freizeit-Musher schnelle Hunde für kurze Distanzen wollen, während die Inuit auf Ausdauer und lange Strecken gesetzt hatten. Es gibt viele Schlittenhundeschläge, die je nach Bedarf variiert werden, etwa der Alaskan Husky. Aber nur der Siberian Husky ist als Hunderasse anerkannt. 1932 wurde der Standard verabschiedet, der ihn als arbeitenden Schlittenhund nach „form for function“ definiert. In den USA begannen Züchter um 1970, einen Husky für das breite Publikum zu kreieren. Es entwickelten sich zwei Linien, der Showdog und der Working Siberian Husky. Das führte 1991 zur Gründung des „Siberian Husky Club Deutschland“, der sich dem Schlittenhund widmet, während der bereits bestehende „Deutsche Club für Nordische Hunde“ auch den Ausstellungs-Husky betreut. Mit jährlich 300 bis 400 Welpen aus den beiden VDH Clubs erfreut sich der Husky seit Jahren stetiger Beliebtheit.

Beliebte Mixe

Mixe mit Siberian Huskys sind gar nicht mal selten. Doch wegen des hoch spezialisierten Wesens dieses Schlittenhundes nicht selten problematisch. Dann entstehen nicht selten nervöse Hunde, die auch bissig sein können.

Pflege, Gesundheit und Krankheiten

Wie viel Pflege braucht ein Siberian Husky?

Der Siberian Husky braucht regelmäßige, mindestens wöchentliche Fellpflege. Fellwechsel, zweimal im Jahr, fällt bei ihm besonders intensiv aus. Dann sind Wohnung, Auto und Kleidung voll von seinen langen Haaren selbst wenn man ihn nun täglich bürstet.

Gibt es beim Siberian Husky rassetypische Krankheiten?

Der Siberian Husky ist eine kerngesunde Hunderasse, solange er nicht in extremen gezüchtet wird. Das eine Extrem sind die plüschigen Couch-Potatoes, die kaum Kondition haben, das andere die einzig auf sportliche Erfolge für die Musher optimierten Rennhuskys. Hier sehen wir viele Deformierungen des Gangwerkes, des Wärmehaushaltes, des ganzen Herz/Kreislaufapparats wie selbst der Psyche. Teilweise schlimm in beiden Richtungen, was aus diesen extrem robusten Ur-Hunden heute gemacht wird.

Welches Futter ist für einen Siberian Husky am besten?

Der Siberian Husky ist nicht selten ein sehr wählerischer Fresser. Von daher ist seine Ernährung nicht selten anspruchsvoll. Das hängt natürlich immer ein wenig von dem individuellen Hund ab. Musher haben Geheimrezepte mit Leckereien, um ihre Hunde vor den Rennen mit ausreichend Energie zu versorgen. Der Siberian Husky eignet sich gut zum fachkundigen Barfen.

Aktivitäten

Wie viel Bewegung braucht ein Siberian Husky?

Der Siberian Husky teilt sich heute wie beschrieben in zwei Typen. In beiden ist der Schlittenhund allerdings noch lebendig. Huskys wollen laufen. Das meint nicht nur eine ausgiebige Gassi-Runde in der Natur. Du kannst dem Wesen eines Huskys nachspüren, wenn du sie bei den Schlittenhunderennen erlebst. Einen Siberian Husky kannst du eigentlich nur artgerecht halten, wenn du mit ihm Schlittensport betreibst oder deren Varianten für das schneelose Training. Ansonsten musst du ihn eben sehr ausgiebig auslasten – jeden Tag.

Überlegungen vor der Anschaffung

Wo kann man einen Siberian Husky kaufen?

Wenn du dich für einen Siberian Husky interessierst, solltest du als erstes prüfen, ob du mindestens in den nächsten zehn Jahren ein gemeinsames sportliches Leben mit diesen Hunden verbringen willst und kannst. Dann solltest du dich bei einem Züchter Vorort, der einem der beiden VDH-Vereinen angeschlossen ist, oder in einem Tierheim umschauen.

Erziehung und Haltung

Passt ein Siberian Husky zu mir?

Der Siberian Husky ist kein Hund für Anfänger. Er stellt hohe Anforderungen an seine Haltung, die sich aus seiner Bestimmung als Schlittenhund ableiten. Das ganze Leben der menschlichen Familie muss auf seine Bedürfnisse eingestellt sein. Das gilt insbesondere für Hunde aus den Arbeitslinien. Bei den als Familienhund gedachten Showlinien gelten diese Anforderungen nur eingeschränkt. Hier sieht man zuweilen sogar ausgemachte Couch-Potatoes. Aber sind das noch Huskys? Der echte Siberian Husky braucht die Herausforderung vor dem Schlitten körperlich wie mental. Hier gibt es vielfältige Möglichkeiten auch ohne Schnee. Wir sehen eine Art Schlitten auf Rädern als Trike oder als Trainingswagen mit vier Reifen. Canicross nennt man die Disziplin, wo Huskys einen Läufer per Bauchgurt ziehen. Beim Bikejöring ziehen sie ein Mountainbike, beim Scooterjöring einen speziellen Roller, beim Skijöring einen Skifahrer. Diese Art des Hundesports hat etwas ganz Besonderes. Sie lässt eine tiefe Einheit Mensch-Hund und -Natur erleben, wie es sonst kaum möglich ist. Mit dem Husky-Schlitten durch eine winterliche Schneelandschaft zu fahren, zählt zu den größten Erlebnissen überhaupt. Natürlich ist es auch gut für die Gesundheit. Ein sportliches Herrchen oder Frauchen sollte es schon sein. Bei allem Ehrgeiz sollte sportlicher Erfolg nie auf Kosten der Hunde angestrebt werden! Der Siberian Husky ist kein Hund für eine Etagenwohnung. Ein Haus mit Garten sollte es idealerweise sein. Der Husky zählt zu den wenigen Hunderassen, die man zu mehreren problemlos im Zwinger halten kann. Er schläft gerne draußen und rollt sich beim größten Schneetreiben mit dem Kopf unterm Schwanz ein und genießt seine Ruhe. Der Garten, wo sich Huskys gerne aufhalten, sollte freilich nicht als Ziergarten gedacht, dafür umso sorgfältiger gegen Ausbrechen gesichert sein. Der Siberian Husky lässt sich für einen erfahrenen Hundehalter gut erziehen. Er ist offen und ehrlich und arbeitet gerne mit Herrchen und Frauchen zusammen – auch wenn sich sein „will-to-please“ in Grenzen hält. Er ist kein Partner für irgendwelche Spielereien. Nur beim Thema Schlittenziehen ist er mit all seinen Sinnen und ganzem Willen bei der Sache. Er lernt schnell, den Kommandos des Mushers zu folgen. Im alltäglichen Umgang ist er problemlos und genügsam. An andere Haustiere namentlich Katzen oder Kaninchen sollte man ihn bereits vom Welpen an gewöhnt haben, sonst sieht er diese als Beute.

Interessantes, Wissenswertes & Extras

Der Siberian Husky ist ein unvergessliches Erlebnis. Es erschließt sich ein archaischer Zugang zur Natur und unserer eigenen Geschichte. Das spendet Stressabbau pur. Das bringt zugleich enorme Verpflichtungen als Halter. Ein Husky will am liebsten den Schlitten ziehen – und das kilometerweit.


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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