Gesundheitsprophylaxe: so bleibt dein Hund gesund

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Gesundheitsprophylaxe beim Hund

Dein Hund begleitet dich in deinem Alltag. Er unterstützt dich im Familienleben oder im Sport, bietet dir Halt bei seelischen und körperlichen Sorgen und bereichert dein Leben um ein Vielfaches. Damit dies auch in Zukunft so ist und dein Hund fit und munter bleibt, ist Gesundheitsprophylaxe angesagt. Dein Hund braucht sowohl auf physischer, als auch auf psychischer Ebene ein paar Hilfestellungen deinerseits.

Gesundheitsprophylaxe ist das A und O

Besuch beim Tierarzt oder Tierheilpraktiker

Damit die Gesundheit deines Hundes auch aufrechterhalten werden kann, ist es wichtig zum Tierarzt zu gehen, wenn Symptome einer Krankheit auftreten oder wenn dein Hund verletzt sein sollte. Alternativ kann dir auch ein Tierheilpraktiker in vielen Fällen ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite stehen. Falls dein Hund Probleme im Bewegungsapparat haben sollte, kann dir in vielen Fällen ein Osteopath oder Physiotherapeut helfen, deinem Vierbeiner auf die Sprünge zu helfen. Ein Tierheilpraktiker oder Tierarzt kann jedoch nicht nur im Ernstfall helfen, sondern auch in der Gesundheitsprophylaxe. Das heißt, du kannst dort für deinen Hund Mittel bekommen, die ihn vor Parasiten schützen. Dazu zählen eben nicht nur die Zecken, sondern auch Flöhe oder Grasmilben. Zudem kannst du Kotproben einschicken, ihm Wurmkuren geben oder über die Fütterung vorbeugend arbeiten.

Auch das Fell braucht Pflege

Hunde mit langem Fell brauchen meist mehr Pflege als Hunde mit kurzem Fell. So kannst du mit einer Bürste in regelmäßigen Abständen das Fell deines Hundes bürsten, damit es nicht verfilzt oder sich auch keine Zweige, Kletten, Dornen oder ähnliche ungeliebte Dinge festsetzen können. Zudem kannst du mit Hilfe eines Flohkamms herausfinden, ob dein Hund befallen ist oder nicht.

Die Krallen dürfen nicht zu lang sein

Läufst du mit deinem Hund viel auf Feldwegen oder im Wald, nutzen sich die Krallen deines Hundes nicht so schnell ab, als wenn du viel auf Asphalt mit ihm läufst. Das bedeutet für dich, die Krallen deines Hundes, vor allem die Wolfskralle, zu kontrollieren. Letztere kann sich sogar gar nicht abnutzen. Wächst diese zu lang, kann sie sich ineinander drehen und dein Hund kann mit dieser hängen bleiben und sich verletzen. Sind die Krallen deines Hundes zu lang, solltest du diese ebenfalls schneiden. Wenn du dir dabei unsicher bist, kannst du sie auch beim Tierarzt schneiden lassen. Krallen zu schneiden bzw. das Abknipsen ist für viele Hunde sehr unangenehm. Je eher du mit deinem Hund so etwas trainierst, umso ruhiger und gelassener kann er mit dem Thema umgehen und sich ohne „Herumhampeln“ die Krallen schneiden lassen.

Auch die Zähne brauchen Beachtung

Bei deinem Hund kann sich sehr schnell Zahnbelag auf den Zähnen bilden, der sich zu Zahnstein entwickeln kann. Wird dieser zu viel, kann sich das Zahnfleisch entzünden und dein Hund wird irgendwann Schmerzen bekommen.
Um den Zahnbelag in den Griff zu bekommen gibt es auf dem Markt einige Kauartikel für Hunde. Durch die Reibung kann der Zahnbelag abgerieben werden. Allerdings solltest du deinem Hund unabhängig von Kauartikeln regelmäßig die Zähne putzen. Das passende Equipment erhältst du in jedem gut sortierten Zoofachhandel. Zusätzlich gibt es auch verschiedene Pulver oder auch Gelvarianten, um die Zähne zu schützen.
Ist der Zahnstein zu viel, bleibt nur der Gang zum Tierarzt. Dieser entfernt unter Narkose den Zahnstein. Hierbei ist zu erwähnen, dass die Zahnpflege ein wichtiger Punkt ist. Zahnstein ist nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern auch schnell ein gesundheitliches Problem für deinen Hund.

Die Ohren sollten regelmäßig kontrolliert werden

So unterschiedlich die Rassen, so verschieden auch die Form der Ohren. Vor allem wenn es sich um herabhängende Ohren handelt, ist regelmäßige Kontrolle wichtig. Denn gerade da herrscht meist ein spezielles Milieu und es können sich neben Dreck auch Milben ansammeln. Dies kann eine durchaus schmerzhafte Ohrenentzündung zur Folge haben. Bist du unsicher, inwieweit du deinem Hund die Ohren reinigen solltest, kannst du deinen Tierarzt bzw. Tierheilpraktiker zu Rate ziehen.

Bewegung und Auslastung sind unumgänglich

Neben dem gesundheitlichen Aspekt braucht dein Hund auch ausreichend Bewegung und geistige wie körperliche Auslastung. Je nach Hunderasse ist mal mehr, mal weniger Auslastung von Nöten. Bewegung brauchen allerdings alle Hunde und nicht nur ein paar Schritte, um sich lösen zu können. Dein Hund benötigt schon aus gesundheitlicher Sicht genügend Bewegung, um seinen Bewegungsapparat fit zu halten und zu stärken.
Bei der Auslastung muss das Niveau und die Intensität dem jeweiligen Hund angepasst werden – sprich, ein Bernhardiner braucht eine andere Herausforderung als ein Chihuahua. Was du genau machst, ob Nasenarbeit, Longieren, Dummyarbeit oder ähnliches, ist egal. Es muss zu deinem Hund passen und du solltest ebenfalls daran Spaß finden.

Ernährung – ein wichtiger Grundstock

Die Ernährung deines Hundes spielt eine wichtige Rolle, damit er dir auch in Zukunft Gesellschaft leisten kann. Ein Welpe braucht eine andere Ernährung als ein adulter Hund. Ein heranwachsender Junghund braucht ebenfalls eine andere Fütterung als ein Senior. Machen dein Hund und du viele sportliche Aktivitäten, verbrennt er mehr Energie, als wenn ihr nicht so viel macht. Leidet dein Hund an bestimmten Krankheiten, muss die Ernährung ebenfalls angepasst werden. Du merkst, wie umfangreich das Thema Ernährung ist. Ein Ernährungsberater für Hunde kann dir helfen und genau bestimmen, was dein Hund braucht.

Gesundheitsprophylaxe den Jahreszeiten anpassen

Je nach Jahreszeit ist eine andere Pflege gefragt.

Frühjahr

Im Frühjahr begleitet euch der Fellwechsel und das kann deinem Hund sehr viel Energie abverlangen. Die Ernährung muss dementsprechend unterstützen, sowie das Fell regelmäßig ausgebürstet werden.

Sommer

Im Sommer plagen euch nicht nur Insekten, sondern auch die Wärme. Lange Spaziergänge auf dem Asphalt sowie Einkaufstouren oder starke sportliche Aktivitäten sollten in der Mittagszeit definitiv vermieden werden und auf die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verschoben werden. Und unbedingt daran denken, den Hund bei höheren Temperaturen nie im Auto zurückzulassen!

Herbst

Im Herbst setzt wieder der Fellwechsel ein und das Wetter wird schlechter. Immunstärkende Mittel können deinen Hund zusätzlich unterstützen.

Winter

Der Winter, die kalte Jahreszeit, kann euch ebenfalls viel abverlangen. So schön er auch ist, so braucht dein Hund besonders viel Pflege. Zum einen plagen Streusalz und Eis die Pfoten deines Hundes, zum anderen kann dein Hund frieren, wenn er beispielsweise sehr kurzes Fell hat.


KristinaKristina Ziemer-Falke ist zertifizierte Hundetrainerin und Verhaltensberaterin durch die Tierärztekammer Schleswig-Holstein und das Messerli Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Darüber hinaus verfügt sie über viele Zusatzausbildungen und Schwerpunkte und ist im Prüfungsausschuss der Tierärztekammer Niedersachsen für die Hundetrainerzertifizierungen.
Mit ihrem Mann Jörg Ziemer gründete sie das Schulungszentrum Ziemer & Falke, in dem sie seit vielen Jahren mit viel Herz, Leidenschaft und Kompetenz Hundetrainer in ganz Deutschland ausbilden und viele Weiterbildungsangebote anbieten. Viele kennen Kristina außerdem als erfolgreiche Autorin von Fachbüchern für Hundetrainer und Hundehalter sowie aus Artikeln beliebter Hundezeitschriften.


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