Geocaching mit Hund: Schatzsuche für Spürnasen

2164
0

Geocaching mit HundDass Hunde hervorragende Spürnasen sind, ist klar. Aber hast du schonmal über Geocaching nachgedacht? Seine Schnüffler-Fähigkeiten machen den Hund zum perfekten Begleiter für dieses Hobby. Mittlerweile „cachen“ immer mehr Menschen und nehmen ihren Hund gerne mit. Warum auch nicht? Von der ursprünglichen Schnitzeljagd über das Geocaching zum Geodogging… Probiere es aus!

Geocaching mit dem eigenen Hund

Schätze zu suchen, scheint wohl in der Natur des Menschen zu liegen, schließlich handeln viele Geschichten der Vergangenheit und Sagen um die Suche nach dem Gold. Mittlerweile ist es sogar ein internationales Hobby geworden, einen „Schatz“ via GPS-Koordinaten zu finden. Aber warum nicht den Hundespaziergang damit verbinden? Lass deinen Hund suchen. Das lastet ihn aus und macht ihm Spaß.

Der Hund benötigt keine speziellen Vorkenntnisse. Natürlich ist es von Vorteil, wenn du deinen Hund gut lenken kannst und er auf deine Signale gut reagiert. Führst du ihn an der Leine, dann befestige diese am Geschirr. Da Hunde beim Suchen über die Nase auch ordentlich „in Fahrt“ kommen und an Geschwindigkeit zulegen, ist das Führen am Geschirr für den Hund wesentlich angenehmer.

Nimm zu deinen Ausflügen auch immer einen Napf und frisches Wasser mit. Arbeitet dein Hund über seine Nase, so muss seine Nasenschleimhaut gut befeuchtet sein. Mit dem Wasser unterstützt du ihn dabei, seine Riechleistung gut umzusetzen. Wenn dein Hund gerade gefressen hat, solltest du noch etwas warten, bevor ihr startet. Sonst könnte es zu Magenschmerzen kommen.

Doch wie sagt mir mein Hund, dass er einen Schatz gefunden hat…?

Mittlerweile werden in Hundeschulen viele Kurse angeboten, die dich fit für Geodogging machen. Dort lernst du alles rund um das Suchen eines Schatzes. Das Riechen selbst musst du dem Hund aber nicht beibringen – das kann er hervorragend von allein. Vielmehr lernst du unter anderem:

  • wie dein Hund dir anzeigen kann, wenn er den Schatz gefunden hat. Dazu kann er sich neben den Schatz setzen, hinlegen, bellen, und einiges mehr.
  • wie du Gerüche definieren kannst, so dass du ihn hinterher gezielt auf einen Geruch ansetzen kannst, er die Spur aufnimmt und den Schatz sicher findet.

Das klingt erst einmal gar nicht so leicht, aber du wirst überrascht sein, wie schnell dein Hund diesen Job versteht und umsetzt. Auch macht es in einer kleinen Gruppe oft mehr Spaß als alleine. Probiere es ruhig mal aus!

Das musst du beachten

Prinzipiell ist jeder Hund für das Geoaching geeignet. Welpen können bereits an das Training herangeführt werden und auch älteren Hunden bietet es eine tolle Beschäftigung. Weder die Hunderasse, die Größe oder die Charaktereigenschaften behindern diesen Sport. Auch, wenn die Nase eines Mopses kleiner ist – und folglich weniger Platz in der Schleimhaut ist als bei der eines Schäferhundes – , kann auch dieser Hund beim Geodogging locker mithalten. Allerdings solltest das Training immer an die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten deines Hundes anpassen.

Und fairerweise sei hier erwähnt, dass uns Menschen der Hund haushoch mit seiner Riechleistung überlegen ist. Zudem ist Geodogging sogar eine natürliche Auslastung. Es werden keine künstlichen Parcours geschaffen, sondern der Hund nutzt „einfach nur“ seine Nase.

Da Nasenarbeit den Körper deines Hundes jedoch allgemein sehr fordert, achte darauf, dass die Geodogging-Touren nicht zu lang sind. Gerade zu Beginn reichen einige Minuten völlig aus. Allerdings kannst du auch zu Beginn längere Touren machen, wenn ihr euch auf „Arbeitsteilung“ einstellt. Den ersten Teil kannst du mit dem GPS übernehmen, also wie beim Geocaching. Seid ihr in dem Areal angekommen, ist dein Hund dran und sucht für die nächsten paar Minuten, bis er den Schatz gefunden hat. Weiß er, wonach er suchen muss, filtert er die Geruchspartikel aus der Luft und nimmt die Spur auf. Zeigt er den Schatz an, lobe ihn und freut euch gemeinsam über euren Erfolg.

Schütze deinen Hund

Anbei noch ein paar Tipps, wie du deinen Hund schützen kannst, damit er stressfrei suchen kann:

  • geht nicht zum Geodogging, wenn das Wetter zu heiß ist. Ist der Hund in einem Suchmodus, arbeitet sein Körper auf Hochtouren. Mitunter hat dies zur Folge, dass sich die Körpertemperatur des Hundes erhöht. Da Hunde durch das warme Fell nicht schwitzen, sondern nur über die Zunge und minimal im Pfotenbereich, schütze ihn vor einer Überhitzung. Hinzu kommt, dass auch die Gerüche eine kürzere „Halbwertszeit“ besitzen, wenn eine bestimmte Temperatur überschriiten wird. Wähle daher kühleres Wetter.
  • Pause machen! Nach jedem Caching sollte eine Pause gemacht werden. Auch, wenn du einen Hund hast, der sehr ausdauernd ist, verbraucht er über die Nase extrem viel Energie. Kalkuliere das mit ein. Ein Beispiel dafür: Eine zehnminütige Suche über die Nase ersetzt einen ca. einstündigen Spaziergang.
  • Überprüfe – gerne auch durch eine weitere Person, wenn du selbst auch suchen möchtest, – ob der Schatz so versteckt ist, dass sich dein Hund nicht verletzen kann. Experimentiere nicht zu sehr mit ihm. Sicherheit geht immer vor.
  • Hat dein Hund einen schlechten Tag oder ist krank, so pausiere mit ihm.
  • Baue das Training kleinschrittig auf, so kannst du anhand der kleinen Veränderungen sehen, wann etwas erfolgreich ist und wann das Training verändert werden muss.

 


KristinaKristina Ziemer-Falke ist zertifizierte Hundetrainerin und Verhaltensberaterin durch die Tierärztekammer Schleswig-Holstein und das Messerli Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Darüber hinaus verfügt sie über viele Zusatzausbildungen und Schwerpunkte und ist im Prüfungsausschuss der Tierärztekammer Niedersachsen für die Hundetrainerzertifizierungen.
Mit ihrem Mann Jörg Ziemer gründete sie das Schulungszentrum Ziemer & Falke, in dem sie seit vielen Jahren mit viel Herz, Leidenschaft und Kompetenz Hundetrainer in ganz Deutschland ausbilden und viele Weiterbildungsangebote anbieten. Viele kennen Kristina außerdem als erfolgreiche Autorin von Fachbüchern für Hundetrainer und Hundehalter sowie aus Artikeln beliebter Hundezeitschriften. Als Dozentin ist Kristina Ziemer-Falke sehr gefragt und deutschlandweit auf Seminaren und Vorträgen zu Themen rund um den Hund anzutreffen.


Hilf uns, unseren Service weiter zu verbessern. War dieser Artikel hilfreich für dich?

Kommentare, Fragen und Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.