Clicker

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Clickertraining

Allgemeines zum Hilfsmittel – Der Clicker im Blickpunkt

Bestimmt hast du schon von ihm gehört oder vielleicht auch bereits mit ihm gearbeitet: mit dem Clicker. Er ist ein beliebtes Trainingsutensil. Zunächst möchten wir hier ein paar grundliegende Dinge zu diesem Hilfsmittel klären. Du kennst bestimmt das Spiel „Topf schlagen“ aus deiner Kindheit. Nach diesem Prinzip funktioniert auch das Clickertraining. Dein Hund bekommt durch den Clicker ein Feedback, dass er etwas richtig gemacht hat. Der Clicker fungiert dabei als positiver sekundärer Verstärker. Das bedeutet, er hat nur einen ankündigenden Charakter, nämlich auf den primären Verstärker. In diesem Fall das Leckerchen.

Wieso ist das so wichtig, wenn du deinem Hund das Leckerchen doch auch direkt geben könntest? Im Training ist das richtige Timing beim Setzen von Lob sehr wichtig, damit der Hund eine Verknüpfung herstellen kann. Kommt das Lob beispielsweise zu spät, kann dein Hund es nicht mehr mit seinem zuvor gezeigten Verhalten in Verbindung bringen. Mithilfe des Clickers kannst du dich darauf fokussieren, deinen Hund punktgenau im gewünschten Moment zu belohnen. Unmittelbar danach gibst du dann das Leckerchen.

Die Funktionsweise des Clickers

Die Funktionsweise des Clickers ist ähnlich dem typischen Knackfrosch aus der Kindheit. Man drückt irgendwo drauf und es ertönt ein Geräusch. Es gibt viele verschiedene Clicker-Modelle, jedoch haben alle eins gemeinsam. Sie haben einen Druckpunkt- oder -knopf, welcher bei Betätigung ein Klick-Geräusch abgibt. Je nach Clickervariante kann dieses Geräusch lauter oder leiser sein. Bei einigen Modellen kann die Lautstärke auch eingestellt werden. Ebenso gibt es Clicker mit einem Doppelclick. Ist dein Hund jedoch unsicher oder geräuschempfindlich, solltest du entweder einen leiseren Clicker verwenden oder den Clicker zunächst in der Hosen- oder Jackentasche betätigen, bis dein Hund sich an dieses Geräusch gewöhnt hat.

Der Trainingsaufbau

Bevor das eigentliche Training mit dem Clicker starten kann, musst du deinem Hund erst einmal erklären, was der Clicker überhaupt bedeutet. Schließlich hat der Clicker für deinen Hund zunächst keinerlei Bedeutung, also weder etwas Positives noch etwas Negatives. Du musst den Clicker also zunächst positiv konditionieren. Dafür benötigst du 10 bis 15 kleine und sehr schmackhafte Leckerchen. Wähle eine entspannte Position, aus der du gut und locker arbeiten kannst. Vielleicht setzt du dich zu deinem Hund auf den Boden. Nimm in die eine Hand die Leckerchen und in die andere Hand den Clicker. Dein Umfeld sollte während des Trainings reizarm sein, so dass dein Hund nicht von anderen, für ihn interessanteren Dingen abgelenkt wird. Dein Hund sollte in deiner unmittelbaren Nähe sein, muss aber nichts Bestimmtes tun. Nun klickst du und gibst deinem Hund direkt danach ein Leckerchen. Diesen Vorgang wiederholst du so lange, bis deine Leckerchen alle verbraucht sind.

Wichtig bei dieser Übung ist, diese Reihenfolge zu beachten und das Leckerchen erst nach dem Klick zu geben. Denn dein Hund soll schließlich lernen, dass allein der Klick das Leckerchen ankündigt. Nimmt dein Hund stattdessen deine Bewegung vor oder während des Clickens wahr, wird er diese als Ankündigung annehmen und nicht mehr allein den Klick. Um Fehlverknüpfungen zu vermeiden, nimm die Hand mit den Leckerchen am besten hinter den Rücken und lasse sie immer erst nach dem Klick nach vorne wandern, um deinem Hund ein Stück Futter zu geben. Wiederholst du diese Übung einige Male, wird dein Hund mit der Zeit lernen, dass nach jedem Klick etwas Gutes folgt, nämlich das Leckerchen.

Die Anwendung im Alltag

Du kannst den Clicker sehr vielfältig im Alltag verwenden. Er ist ein tolles Hilfsmittel beim Einüben von Tricks. Ob es sich dabei um das Geben der Pfote, das Männchen machen oder, oder handelt, bleibt ganz allein euch und eurer Fantasie überlassen. Dein Hund kann dir auch im Haushalt helfen oder die Zeitung bringen. Es soll euch beiden Spaß bereiten und kein Zwang sein.

Ebenso kann der Clicker dich und deine Fellnase beim Training der Basics der Hundeerziehung unterstützen, wie beispielsweise Sitz, Platz oder Fuß. Eine gute und überaus nützliche Übung ist auch, den Blickkontakt auf Signal zu setzen. Hierfür kannst du ebenfalls den Clicker nutzen.

In Kombination mit dem Freien Formen bietet der Clicker die tolle Möglichkeit, deinen Hund sehr gut kognitiv auszulasten. Dabei wird dein Hund kreativ und versucht durch Ausprobieren herauszufinden, welche seiner Handlungen zum gewünschten Klick + Leckerchen führen.

Tipps und Tricks

Das Timing beim Clickern ist das A und O und bildet die Basis für ein erfolgreiches Training. Bist du dir unsicher, ob dein Timing richtig ist, kannst du es mit Hilfe eines Hundetrainers herausfinden.

Es gibt auch eine gute Übung, um dein Timing zu prüfen bzw. zu verbessern. Nimm dafür einen Tischtennisball oder Ähnliches zur Hand und halte den Clicker bereit. Im Idealfall hast du eine zweite Person, die den Tischtennisball händelt. Der Tischtennisball wird geworfen. Bei jedem Tick des Balls auf dem Boden oder auf dem Tisch, musst du den Clicker betätigen. Das ist nicht immer einfach, aber eine gute Übung. Dein Hund sollte während dieser Übung nicht zugegen sein, sodass er nicht die Möglichkeit hat, einzugreifen und den Ball zu verfolgen. Zudem wird er auch nicht permanent mit dem Klick-Geräusch konfrontiert.

Ein weiterer Aspekt ist, dass beim Clickertraining jeder Klick die Aussicht auf ein Leckerchen für deinen Hund bedeutet. Es ist also ein Versprechen auf diese Leckerei. Das gilt auch, wenn du dich quasi „verklickt“ hast. Dies kann jedem passieren. Du solltest daher nicht gleich gefrustet sein, in Panik geraten oder das Training beenden. Gib deinem Hund für den Klick das versprochenen Leckerchen und absolviere weiter mit Freude euer gemeinsames Training.

Falls dich das Clicker-Fieber packt, solltest du dennoch genügend Ruhephasen in euer Training einbauen. Trainiere lieber nur zwei- bis dreimal pro Tag wenige Minuten anstelle einer halben Stunde am Stück.

Fazit – ist der Clicker das Richtige für meinen Hund und mich?

Der Clicker ist ein vielfältiges Trainingsinstrument. Es sollte aber, wie jedes andere Hilfsmittel im Training auch, zu deinem Hund und zu dir passen. Es nützt also nichts, wenn das Interesse und der Spaßfaktor nur einseitig sind. Erst, wenn dein Hund und du gemeinsam mit Feuereifer beim Training seid, könnt ihr gemeinsam euer Ziel erreichen. Es gibt viele Bücher, Online-Videos, Kurse und Webinare zu diesem Thema. Ebenso kann ein Hundetrainer deinem Hund und dir eine Einführung in das Clickern geben und dich mit den Feinheiten dieser Trainingsvariante vertraut machen, damit sich der Fehlerteufel nicht einschleichen kann. Er leitet dich an, unterstützt dich und deinen Hund und hilft, wenn es mal nicht so recht klappen will.


KristinaKristina Ziemer-Falke ist zertifizierte Hundetrainerin und Verhaltensberaterin durch die Tierärztekammer Schleswig-Holstein und das Messerli Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Darüber hinaus verfügt sie über viele Zusatzausbildungen und Schwerpunkte und ist im Prüfungsausschuss der Tierärztekammer Niedersachsen für die Hundetrainerzertifizierungen.
Mit ihrem Mann Jörg Ziemer gründete sie das Schulungszentrum Ziemer & Falke, in dem sie seit vielen Jahren mit viel Herz, Leidenschaft und Kompetenz Hundetrainer in ganz Deutschland ausbilden und viele Weiterbildungsangebote anbieten. Viele kennen Kristina außerdem als erfolgreiche Autorin von Fachbüchern für Hundetrainer und Hundehalter sowie aus Artikeln beliebter Hundezeitschriften.


 

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