Raubturmdeckelschnecke im Portrait

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RaubturmdeckelschneckeDie Raubturmdeckelschnecke ist eine anpassungsfähige fleischfressende Wasserschnecke, die nicht nur optisch interessant ist, sondern auch die häufig unerwünschte Massenpopulation von anderen Wasserschnecken in Schach hält. Eine willkommene Hilfe, durch die du auf Schneckengifte im Aquarium verzichten kannst.

Steckbrief

Name: Raubturmeckelschnecke, Anentome sp.
Größe: 28 mm
Herkunft: Südostasien
Haltung: einfach
Aquariengröße: ab 10 Liter
Fortpflanzung: Getrenntgeschlechtlich, Gelege auf Hartsubstrat
Lebenserwartung: ca. 3 Jahre
Wassertemperatur: 18 – 28 Grad
Härte: Weich – Hart
pH-Wert: 6 – 8,5
Futter: Wasserschnecken oder Futtertabletten mit tierischem Eiweiß

Wissenswertes über die Raubturmdeckelschnecke

Wissenschaftliche Bezeichnung

Anentome sp.

Andere Bezeichnungen

Raubschnecke, Raubturmdeckelschnecke, Clea helena, Anentome helena

Systematik

Klasse Gastropoda
Familie Buccinidae
Gattung Anentome
Art Anentome sp.

Größe

Ausgewachsen ist die Raubschnecke knapp 3 cm lang. Männchen und Weibchen sind gleich groß und äußerlich nicht zu unterscheiden.

Herkunft

Die gestreiften Schnecken leben in Südostasien und kommen in Flüssen, Seen und Teichen, sowie Abwassergräben vor.

Farbe

Am bekanntesten ist sie in der dunkelbraun-beige gestreiften Variante. Selten findet man sie auch einfarbig in Beige oder ganz Braun.

Geschlechtsunterschied

Äußerlich ist dies nicht zu erkennen.

Fortpflanzung

Die Tiere sind getrenntgeschlechtlich angelegt. Das Männchen setzt sich auf das Weibchen und führt sein Geschlechtsorgan in den Porus des Weibchens. Das erfolgreich befruchtete Weibchen verklebt nach einigen Tagen kleine kissenförmige Gelege auf Hartsubstrat (z. B. Aquarienscheiben und Steine). In diesem Kissen können ein bis drei Eier enthalten sein. Bei einer Umgebungstemperatur von 25 Grad schlüpfen die fertig entwickelten, wenige Millimeter großen Schnecken nach ca. 4 Wochen. Erhält man ein ausgewachsenes Weibchen, welches vormals befruchtet wurde, ist es durchaus möglich, dass das einzelne Tier Eier verklebt. Denn bei Raubschnecken sind – wie auch bei allen anderen Wasserschnecken – die Weibchen in der Lage, Spermien zu speichern.

Lebenserwartung

Die Raubturmdeckelschnecke wird vermutlich 3 Jahre alt.

Wissenswertes zur Haltung

Ernährung

In erster Linie frisst Anentome sp. andere Wasserschnecken. Du kannst sie aber auch mit Futtertabletten, die einen hohen Anteil an tierischem Eiweiß aufweisen, füttern.

Gruppengröße

Möchtest du die Raubturmdeckelschnecke züchten, solltest du mindestens 5 Tiere besitzen. Dann ist es ziemlich sicher, dass beide Geschlechter unter ihnen vertreten sind.

Aquariengröße

In einem Aquarium ab 10 Liter kannst du ein Exemplar gut halten. Willst du sie züchten, dann sollte das Aquarium mindestens 54 Liter beinhalten.

Beckeneinrichtung

Die Raubschnecke verbuddelt sich gerne im Sand, klettert aber auch auf Steinen und anderen Einrichtungsgegenständen umher. Schnecken können nicht rückwärts kriechen. Deswegen sollten die Einrichtungsgegenstände so gelegt werden, dass sie sich nicht verklemmen kann.

Vergesellschaftung

Anentome sp. kann man mit allen Fischen und Welsen zusammen halten, solange diese keine Schnecken fressen. Andere Schnecken frisst sie auf. Sie ist unproblematisch in der Vergesellschaftung.

Erforderliche Wasserwerte

Das Wasser sollte zwischen 18 und 28 Grad aufweisen. Wobei eine dauernd hohe Temperatur Lebenszeit der Schnecke verkürzt. Sie ist sehr anpassungsfähig an das Wasser. So lebt sie in ganz weichem bis zu sehr hartem Wasser ohne Probleme. Der pH-Wert darf zwischen 6 und 8,5 liegen.

Sonstiges

Auffallend ist ihr Sipho, den sie unter dem Haus hervorstrecken kann. Mit diesem ortet sie ihre nächste Mahlzeit. Am unteren Ende der Mündung des Hauses sieht man den Siphokanal, durch diesen wird der Sipho gestreckt. Dies ist ein Teil des Mantels, der das Haus innen umkleidet.
Entweder legt sie sich in den Sand und wartet ab, oder geht aktiv auf Jagd. Ist sie ihrem potentiellen Opfer mit ihrem Fuß habhaft geworden, steckt sie ihr Maul unter das Haus und injiziert ihren sauren Speichel in die erbeutete Schnecke. Dieser Speichel zersetzt deren Gewebe.

 


Alexandra Behrendt beschäftigt sich seit drei Jahrzehnten intensiv mit der Aquaristik. Ihr Hauptaugenmerk liegt seit 15 Jahren bei den Aquarienschnecken. Seit 13 Jahren stehen die Gastropoden aus der Sicht des Aquarianers mit ihrer Funktion im Minibiotop im Vordergrund. Auch die gängigen Schneckengattungen des Süßwasserbereichs, sowohl mit ihrer Haltung als auch mit ihren Fortpflanzungsmöglichkeiten im Aquarium und den Vergesellschaftungsmöglichkeiten, gehören zu ihren Interessen. Bekannt durch Publikationen in Fachmagazinen, ihre Funktion als Fachbeirätin und Autorin beim Dähne-Verlag, Vorträge und Workshops bildet sie einen festen Bestandteil in der aquaristischen Szene.


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