Black Molly im Portrait

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Fische, die am ganzen Körper vollkommen schwarz sind, existieren in der Natur nur extrem selten. Als Zuchtform kommen sie allerdings bei einigen Fischarten vor. Besonders hervor sticht dabei aber der Black Molly, der in seiner Schwärze jeden anderen Fisch überbietet.

Steckbrief

Name: Black Molly, Poecilia spec.
Systematik: Lebendgebärende Zahnkarpfen
Größe: 6-7 cm
Herkunft: USA und Mexiko, Hybride aus verschiedenen Poecilia-Arten
Haltung: einfach
Aquariengröße: ab 54 Liter (60 cm)
pH-Wert: 7-8
Wassertemperatur: 24-30 °C

Wissenswertes über den Black Molly

Wissenschaftliche Bezeichnung

Poecilia spec.

Andere Bezeichnungen

Poecilia sphenops, Poecilia mexicana, Poecilia latipinna, Poecilia velifera (das sind die Ursprungsarten), Mitternachtsmolly, Schwarzer Doppelschwertmolly

Systematik

Klasse: Actinopterygii (Strahlenflosser)
Ordnung: Cyprinodontiformes (Zahnkärpflinge)
Familie: Poeciliidae (Zahnkarpfen)
Unterfamilie: Poeciliinae (Lebendgebärende Zahnkarpfen)
Gattung: Poecilia
Art: Poecilia spec. (Black Molly)

Größe

Der Black Molly, der dem Typ des Spitzmaulkärpflings (Poecilia sphenops) entspricht (Foto), erreicht eine Länge von 6 cm (Männchen) bzw. 7 cm (Weibchen). Black Mollys, die vom Segelkärpfling (Poecilia latipinna) abstammen, können bis über 10 cm groß werden.

Farbe

Der Körper des „echten“ Black Molly ist durchgehend schwarz gefärbt, einschließlich Schwanzflosse, Bauch und Augen. In den letzten Jahren sind aber auch Kreuzungen mit dem Gold- oder Goldstaubmolly in den Handel gekommen, die eine gelbliche Schwanzflosse, einige Glanzschuppen, einen hellen Bauch und ein helleres Auge haben. Black Mollys vom Segelkärpfling können einen roten Rand der riesigen Rückenflosse haben und werden dann Mitternachtsmollys genannt.

Herkunft

In der Natur kommen in den USA und in Mexiko schwarz gescheckte Exemplare der eigentlich olivfarbenen Segelkärpflinge vor. In den 1930er Jahren gelang es dann zuerst in den USA, daraus rein schwarze Fische zu erzeugen. Durch Kreuzung mit dem kleinflossigen Spitzmaulkärpfling entstanden daraus die ebenso kurz beflossten Black Mollys (Foto).

Geschlechtsunterschiede

Wie alle Männchen der Lebendgebärenden Zahnkarpfen hat auch das Männchen der Black Mollys eine zum Begattungsorgan umgeformte Afterflosse, das Gonopodium. Die Weibchen haben eine normale Afterflosse und sind auch deutlich fülliger als die schlanken Männchen.

Fortpflanzung

Black Mollys sind lebendgebärend. Die Männchen befruchten die Weibchen nach einer aufwendigen Balz mithilfe ihres Gonopodiums, die Eier werden im Weibchen befruchtet und reifen dort auch heran. Etwa alle vier Wochen – die Weibchen sind dann fast unförmig dick – werden bis zu 50 schon fertig ausgebildete Junge geboren, die ein winziges Ebenbild ihrer Eltern sind. Da die Alttiere ihren Jungen praktisch nicht nachstellen, kommen immer ausreichend durch, wenn keine Fressfeinde vorhanden sind.

Lebenserwartung

Black Mollys der kleinflossigen Variante können 3 bis 4 Jahre alt werden, die von den Segelkärpflingen abstammenden Großflosser auch fünf bis sechs Jahre.

Wissenswertes zur Haltung

Ernährung

In der Natur ernähren sich Mollys überwiegend von Algen. Im Aquarium sieht man die Black Mollys immer wieder an den Pflanzenblättern (ohne diese zu beschädigen) oder Einrichtungsgegenständen auf der Suche nach Algen herumzupfen. Trockenfutter auf pflanzlicher Basis ist für Alt und Jung ein ausgezeichnetes Futter.

Gruppengröße

Gegenüber anderen Fischen ausgesprochen friedlich, können die Männchen untereinander sehr streitbar sein. In einem kleinen Aquarium sollte man deswegen nur ein Männchen mit drei bis fünf Weibchen pflegen. In dieser „Harem“ genannten Gruppe kommen auch die Ausgangsformen in der Natur vor. Will man eine größere Gruppe pflegen, sollten es mindestens fünf Männchen und zehn Weibchen sein (ein ausreichend großes Aquarium vorausgesetzt).

Aquariengröße

Für eine Gruppe der kleinflossigen Black Mollys reicht ein Aquarium ab 60 l. Will man mehrere Männchen pflegen, müssen pro Männchen mindestens 30 l zusätzlich eingerechnet werden. Die vom Segelkärpfling abstammenden Black Mollys brauchen sehr große Aquarien ab etwa 400 l, um die großen Flossen richtig entwickeln zu können.

Beckeneinrichtung

Ein kiesiger Bodengrund mit einigen Steinen und Pflanzen, die Jungfischen und Weibchen, die sich einmal vor den Nachstellungen der Männchen zurückziehen wollen, etwas Schutz bieten, ist ideal. Holz stört, da es durch seinen Tanningehalt das Wasser ansäuern kann, was nicht gut vertragen wird.

Black Mollys vergesellschaften

Alle Fische, die nicht zu groß sind (dann werden die Black Mollys scheu), können mit den Black Mollys vergesellschaftet werden. Legt man Wert auf reichlich Nachwuchs, dürfen keine Fische wie größere Salmler oder Buntbarsche mit den Mollys vergesellschaftet werden.

Erforderliche Wasserwerte

Die Temperatur sollte zwischen 24 und 30 °C, der pH-Wert bei 7,0 bis 8,0 liegen. Der Black Molly ist etwas wärmebedürftiger als seine olivfarbenen Verwandten und Stammformen.


Harro Hieronimus ist seit früher Jugend Aquarianer. Er ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Lebendgebärende Zahnkarpfen e. V. und der Internationalen Gesellschaft für Regenbogenfische e. V.. Außerdem unterstützt er durch seine Mitgliedschaft in der Gesellschaft für Ichthyologie e. V. und dem Bundesverband für fachgerechten Natur- und Artenschutz e. V. die wissenschaftliche Beschäftigung mit Fischen sowie den Biotop- und Artenschutz. Ein gutes Dutzend Bücher und zahllose Artikel im Bereich der Süßwasseraquaristik wurden bereits von ihm veröffentlicht.


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