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Meerschweinchen: Tipps zur Anschaffung und Pflege

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MeerschweinchenMeerschweinchen haben ein ausgezeichnetes Gehör, sie erkennen ihren Halter und bauen schnell eine Beziehung zu ihm auf. Nimmt man Rücksicht auf ihre Bedürfnisse, erweisen sie sich als muntere Hausgenossen. Untereinander sind sie meist verträglich, Reibereien in der Gruppe sind selten. Man darf sie keinesfalls alleine halten, da sie ein ausgeprägtes Sozialverhalten haben. Meerschweinchen sind dämmerungsaktiv, das heißt, sie bewegen sich vor allem morgens und abends. Das alles klingt, als seien Meerschweinchen perfekte Haustiere für dich? In den folgenden Abschnitten findest du Tipps, welche Ansprüche die munteren Nager haben und wie du diese erfüllen kannst.

Welche Verantwortung trägst du?

Meerschweinchen benötigen viel Zuwendung und Pflege. Mit der Anschaffung übernimmst du als Halter Verantwortung für mehrere Jahre. Bitte mach dir das vor dem Kauf bewusst. Meerschweinchen werden durchschnittlich sechs bis acht, in Einzelfällen sogar mehr als zehn Jahre alt. Bist du bereit, für so lange Zeit für sie zu sorgen? Auch finanziell stellt ein Meerschweinchen Ansprüche. Zwar sind die laufenden Unterhaltskosten vergleichsweise gering, aber die Erstausstattung für eine artgerechte Haltung ist durchaus kostenaufwendig. Und Meerschweinchen können auch mal krank werden. Die Ausgaben für Tierarzt und Medikamente können sich schnell summieren, wobei das natürlich von der Art der Krankheit abhängt. Auch den Faktor Geld solltest du also in deine Überlegungen vor der Anschaffung einbeziehen.

Meerschweinchen buddeln und toben. Dabei fliegt schon mal die Einstreu durch die Wohnung. Auch entsteht selbst bei sorgfältigster Sauberkeit ein gewisser Geruchspegel. Kommst du damit gut zurecht? Nicht zuletzt sind Meerschweinchen sehr neugierig und suchen geistige Herausforderung. Kannst du die Tiere ausreichend beschäftigen und ihnen Zeit widmen?

Bevor die Meerschweinchen in den Familienkreis aufgenommen werden, musst du zudem folgende Punkte klären: Ist im Haushalt jemand allergisch gegen Tierhaare? Gibt es andere Haustiere, die nicht verträglich mit den neuen Hausgenossen sind? Wer versorgt die Tiere im Urlaubs- oder Krankheitsfall?

Das Meerschweinchenheim einrichten

Wusstest du, dass Meerschweinchen ursprünglich aus Südamerika stammen? Dort wurden die kleinen Nager schon vor Jahrtausenden als Speisetiere domestiziert. Nach Europa gelangten sie mit Seefahrern, was ihnen ihren Namen gab und ihren Siegeszug als Heimtiere einleitete. Je nach Rasse und Geschlecht haben die Nager ausgewachsen eine Körperlänge von 25 bis 35 Zentimetern und wiegen 800 bis 1400 Gramm. Das ist nicht viel, aber Meerschweinchen brauchen dennoch viel Platz, denn sie wollen rennen und springen. Dementsprechend brauchst du einen großen, abwechslungsreich und artgerecht ausgestatteten Käfig oder besser noch: ein Gehege.

Das Meerschweinchenheim sollte eine Mindestfläche von 0,5 Quadratmetern pro untergebrachtem Tier haben, mindestens aber 1,40 Meter lang sein. In den Käfig gehört für jedes Tier ein Unterschlupf aus Holz mit zwei ausreichend großen Ausgängen, ein Wassernapf aus Keramik, den die Tiere nicht umwerfen können, gegebenenfalls eine Außentränke und eine Heuraufe. Ebenso ist frische Einstreu im Käfig wichtig. Achte bitte darauf, dass kein Material aus Plastik für die Meerschweinchen zugänglich ist. Als Nagetiere testen sie alles auf Essbarkeit und können sich beim Beknabbern von Plastik ernsthaft verletzen. Meerschweinchen brauchen täglich mindestens vier Stunden beaufsichtigten Freilauf. Zusätzlich zum Käfig benötigst du also ein Auslaufgitter oder Klappgehege.

Was gibt’s zu futtern? Speiseplan für Meerschweinchen

Die Basiskost besteht aus Heu, es ist wichtig für die Verdauung und muss den Tieren ständig zur Verfügung stehen. Außerdem schleifen sie beim Knabbern der Halme ihre ständig wachsenden Zähne ab. Hinzu kommen Körnermischungen, die speziell auf ihren Bedarf abgestimmt sind, sowie Frischfutter in Form von Gras, Kräutern, Löwenzahn und Wildkräutern. Auch Blätter von Apfel-, Birnen- und Haselnussbäumen werden dankend angenommen. Bitte stelle deinen Meerschweinchen mindestens 10 Prozent ihres Körpergewichtes als Frischfutter zur Verfügung, aber gewöhne sie langsam daran, denn in den Zoogeschäften bekommen sie meist nichts Frisches.

Das solltest du deinen Meerschweinchen nicht füttern

Achte unbedingt darauf, was dein Meerschweinchen keinesfalls futtern darf. So sind alle Steinobstsorten und exotische Früchte tabu. Generell sollte nur wenig Obst als Leckerli verfüttert werden. Je weniger Säure eine Obstsorte enthält, desto besser, das heißt: Äpfel, Erdbeeren und Melonen sind in kleinen Mengen in Ordnung. Zitrusfrüchte und Kiwi hingegen können schwere Hautreizungen auslösen. Beim Gemüse sind Hülsen- und Zwiebelfrüchte, Auberginen und Kohl tabu. Möhren, Sellerie und Fenchel hingegen sind geeignete Meerschweinchenkost. Vorsicht bei allen Salaten und Blattgemüse: Aufgrund des Nitratgehalts verträgt das Meerschweinchen nur geringe Mengen. Meerschweinchen legen großen Wert auf frisches Futter zu jeder Tageszeit. Am besten planst du vier Mahlzeiten für das Meerschweinchen ein. Zum Frühstück reichst du ihm frisches Heu, das den ganzen Tag zur Verfügung steht, und verteilst drei weitere Frischfuttergaben (Gras, Kräuter, Blätter) über den Tag.

Wie viel Arbeit machen Meerschweinchen?

Am wichtigsten ist das tägliche Ausmisten der Urinstellen. Ein- bis zweimal wöchentlich steht eine komplette Reinigung des Käfigs mit Wechsel der Einstreu an und einmal monatlich eine Reinigung mit heißem Wasser. Verwende bitte keine scharfen Reinigungsmittel. Meerschweinchen, die ihre Krallen nicht genügend abnutzen können, benötigen gelegentlich eine Maniküre mit einer speziellen Krallenschere, Rassen mit langem Fell ab und zu einen neuen Haarschnitt. Gerade für solche Aktionen oder Tierarztbesuche, bei denen das Berühren des Tieres unumgänglich ist, ist ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Tier sehr viel wert. Ein ruhiges, behutsames Verhalten und „Bestechungen“ in Form von Leckerlis können hier Wunder wirken.

Die Meerschweinchengruppe

Meerschweinchen leben in der Natur in kleinen Gruppen von drei bis zehn Tieren, nur so fühlen sie sich wohl. Die Einzelhaltung von Meerschweinchen ist Tierquälerei, und auch die Haltung gemeinsam mit Kaninchen ist alles andere als artgerecht: Die beiden Tierarten sprechen völlig verschiedene Sprachen. Um den Bedürfnissen der Tiere gerecht zu werden, halte also mindestens zwei, besser mehrere Meerschweinchen. Dabei unbedingt auf die Geschlechterzusammenstellung achten: Mit einer reinen Mädchenbande oder mehreren Weibchen mit einem kastrierten Bock beugst zu unerwünschtem Nachwuchs vor. Viele erfahrene Meerschweinchenhalter raten von einer Vergesellschaftung mehrerer Böcke ab, da es hier oft zu Revierkämpfen kommt, selbst wenn die Tiere kastriert sind.

Will mein Meerschweinchen kuscheln?

Entgegen landläufiger Meinung sind Meerschweinchen keine Schmusetiere, auch wenn sie bei Vertrauen zu ihrem Halter sehr zahm werden können. Die kleinen Nagetiere fallen in der Natur oft Greifvögeln oder Raubtieren zum Opfer. Sie sind typische Fluchttiere. Es bedeutet daher großen Stress für Meerschweinchen, in die Hand genommen zu werden. Sie eignen sich nur sehr bedingt als Haustier für kleine Kinder, die gern etwas zum Streicheln haben wollen. Manche Meerschweinchen lassen sich nach einiger Zeit gern anfassen, das muss aber freiwillig geschehen, ohne das Tier aus dem Gehege zu nehmen.

Woher bekomme ich Meerschweinchen?

Meerschweinchen bieten Zoofachhandel und Züchter an. Auch in Tierheimen warten viele der kleinen Nager auf einen lieben Menschen, der ihnen ein tolles neues Zuhause bietet.

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