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Magyar Vizsla im Rasseportrait

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Magyar VizslaHerkunft und Rassegeschichte

Der Magyar Vizsla ist ein ungarischer Vorstehhund. Es gibt ihn in der bekannten kurzhaarigen und einer seltenen rau- oder drahthaarigen Varietät. Ungarn hat eine Reihe bedeutender Hunderassen hervorgebracht. Neben den Hirtenhunden sind hier drei Jagdhunderassen zu nennen, wie den Hetz- und Windhund Magyar Agar. Der kleinere Magyar Vizsla ist in Deutschland der mit Abstand bekannteste ungarische Jagdhund. Schon in der Antike nutzte man gezielt eine spezielle Verhaltensweise bestimmter Jagdhunde: Wenn sie Wild, etwa einen Vogel oder Hasen, aufgespürt haben, stellen sie sich still hin und zeigen mit ihrer Schnauze oder zusätzlich noch mit einem Vorderlauf in Richtung der Beute.

Das nennt man Vorstehen und danach nennt man eine ganze Gruppe spezieller Jagdhunde. Vorstehhunde können heute aber mehr als nur dieses Vorstehen. Sie sind wie der Vizsla meist hervorragende Stöberer und Fährtensucher, kurz sie finden erst einmal den Fasan oder Hasen. Dann sind sie gute Apportierer. Oft arbeiten sie – wie der Vizsla – gerne im Wasser. Vorstehhunde sind in der Regel das Schweizer Messer eines einzeln jagenden Waidmanns. Der Magyar Vizsla hat eine sehr alte Geschichte. Seit 1500 sind Vorfahren von ihm namentlich und in Abbildungen belegt. Vermutlich kam ein Teil seiner Vorfahren um 900 mit den Magyaren nach Europa. Hier vermischten sie sich mit einheimischen pannonischen Jagdhunden und später mit denen der türkischen Besatzer.

Von den türkischen Jagdhunden stammt mutmaßlich die gelb-bräunliche Fellfarbe. Seit dem 17. Jahrhundert werden die alten Magyar Vizsla systematisch gezüchtet. Sie waren in ganz Europa begehrt und geschätzt. Dann machten ihnen die modernen britischen Vorstehhunde wie der Pointer diesen Platz streitig. Um 1880 brach die Zucht des ungarischen Vorstehhundes zusammen. Im November 1916 wurde ein Aufruf zur Rettung des gelben Vizslas verbreitet. Ab 1920 lebte seine Zucht wieder auf. 1936 wurde er von der FCI offiziell anerkannt.

Zu Ende des 2. Weltkrieges und nach dem Scheitern des Ungarn-Aufstands 1956 gab es erneut einen Einbruch, da viele Ungarn ihren Hund nicht in die Hände der Russen fallen lassen wollten. In Deutschland wurde 1977 der Verein Ungarischer Vorsteherhunde gegründet, der auch heute noch den Magyar Vizsla im VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) und JGHV (Jagdgebrauchshundeverband) vertritt. Lange Zeit war dieser Hund nur Insidern bekannt. Seit einigen Jahren erfreut er sich einer breiteren Liebhaberschaft. Gut 200 Welpen fallen pro Jahr beim Verein Ungarischer Vorsteherhunde.

Beschreibung

Der Kurzhaarige Ungarische Vorstehhund ist ein sehr eleganter, sportlicher, mittelgroßer Hund ohne jede Übertreibung in seinen körperlichen Merkmalen. Er ist ein Jagdhund, trägt aber Züge eines Windhundes. Der offizielle FCI-Standard beschreibt den Magyar Vizsla: „Vielseitig einsetzbarer Jagdgebrauchshund, der sowohl im Feld, im Wald und im Wasser brauchbar sein muss, wobei er folgende typische Eigenschaften besitzt: ausgeprägter Spürsinn, festes Vorstehen, ausgezeichnetes Apportierverhalten und zielstrebiges Verfolgen der Schwimmspur bei großer Wasserfreudigkeit.

Er verträgt sowohl schwieriges Gelände als auch extreme Wetterlagen. … Wegen seines problemlosen Naturells und seiner Anpassungsfähigkeit kann er auch in der Wohnung leicht gehalten werden.“ Das Fell eines Vizsla ist kurz und dicht. Es soll sich derb und hart anfühlen. Es sollte den ganzen Körper bedecken; der Bauch ist etwas leichter behaart. Magyar Vizsla haben keine Unterwolle. Die Rüden haben eine Widerristhöhe von 58 bis 64 Zentimetern und die Hündinnen 54 bis 60. Laut Standard ist eine mittlere Größe anzustreben, die Hunde sollen jedenfalls nicht größer als hier angegeben sein. Die Ohren sind relativ groß und hängen.

Die Welpen des Vizslas haben blaue Augen, die der Erwachsenen sind meist gelb bis braun. Hinsichtlich der Fellfarben schreibt der Standard vor: „Verschiedene Abstufungen von semmelgelb. Der Behang kann etwas dunkler sein, sonst einheitlich in der Farbe. Rote, bräunliche, oder aufgehellte Farbtöne sind unerwünscht.“ Bei einem Jagdhund steht allerdings die Leistung im Vordergrund, Feinheiten der Fellfarbe sind im Grunde bedeutungslos. Die erlaubte aber seltene drahthaarigen Varietät des Vizslas geht vermutlich auf eine Einkreuzung von Deutsch Drahthaar vor knapp 100 Jahren zurück.

Charakter und Wesen

Als erstes und grundlegendes sollte man im Bewusstsein haben, das der Magyar Vizsla ein Jagdhund ist. Er ist ein vielseitiger Jagdgebrauchshund mit Schwerpunkt auf dem Vorstehen. Er ist sichtlaut, das heißt er bellt, wenn er die Beute sieht und nur selten spurlaut. Bei der Jagd arbeitet der zielorientiert und hoch professionell. Trotzdem kann ein Magyar Vizsla durchaus sehr kinderlieb und familienfreundlich sein. Das darf aber keineswegs falsch verstanden werden. Denn familienfreundlich heißt nicht automatisch Familienhund. Er ist vielmehr ein ausgesprochener Arbeitshund. In der Hand eines kundigen Führers ist der Ungarische Vorstehhund ein nützlicher Helfer bei der Jagd und erst dann im Zweitjob auch Familienhund – und zwar ein sehr guter.

Blanda
Kira

Blanda ist sensibel und feinfühlig, aber gleichzeitig ein echter Workaholic: Ginge ich mit ihr bloß Fahrrad fahren oder joggen, würde das nicht reichen. Wichtiger ist es, dass sie Denkaufgaben bekommt. Daher üben wir uns mehrmals wöchentlich in der Dummyarbeit und sie lernt regelmäßig neue Kommandos.

Kira, Tierärztin bei ZooRoyal, mit ihrer Vizsla Hündin Blanda

Der Magyar Vizsla ist daher nicht ohne weiteres als Hund für Anfänger zu empfehlen. Zudem hat er ein für Jagdhunde sehr sensibles Wesen. Hundeführer oder Hundeführerin müssen unbedingt Hundeverstand haben, die enge Bindung zu ihm suchen und ihn auf dieser Grundlage einfühlsam lenken und leiten. Der Viszla ist kein Zwingerhund und braucht auch außerhalb seiner Arbeit den persönlichen Anschluss an sein Herrchen und Frauchen. Er braucht eine konsequente, fachkundige Erziehung und Ausbildung, um seine hohe Intelligenz, seine wachen Sinne und seine ausgeprägte Leistungsbereitschaft in die richtigen Bahnen zu lenken. Ansonsten wird man mit ihm nicht abgeleint Spazieren gehen können, da er beim kleinsten Reiz dem Wild hinterherhetzen würde, um nur eines der potenziellen Probleme zu nennen. Ein solches wesensgerechtes Umfeld vorausgesetzt, ist der Magyar Vizsla ein sensibler, einfühlsamer Freund der Familie und der Kinder, ein toller Begleiter auch außerhalb der jagdlichen oder sportlichen Arbeit und in jedem Fall ein herrliches Erleben der Partnerschaft von Mensch und Hund.

Haltung

Der Magyar Vizsla ist ein Jagdhund. Wird er gelegentlich schlicht als Familien- und Wohnungshund angeboten, sollte man solchen Versprechungen und Anbietern mit großer Vorsicht gegenüber treten. Der Vizsla macht sich für ein Jagdhund allerdings recht gut als Wohnungshund, denn er hat ein freundliches und problemloses Wesen. Das setzt aber eine gute Sozialisation, Erziehung sowie artgerechte Haltung, idealerweise in der Hand eines Jägers mit Hundeverstand.

Wird er nichtjagdlich gehalten, so braucht er entsprechend Beschäftigung in Form von langen Spaziergängen durch die Natur und Herausforderungen im Hundesport oder im professionellen Bereich etwa als Rettungshund. Er darf niemals im Zwinger gehalten werden. Er braucht den persönlichen Anschluss an Herrchen und Frauchen und deren Familie. Wird der Vizsla körperlich oder geistig unterfordert, kann dies auf Dauer zu Verhaltensproblemen führen.

Erziehung

Ein Magyar Vizsla sollte nur von einem engagierten und fachkundigen Herrchen oder Frauchen erzogen werden. Er sollte unbedingt aus einer anerkannten Zucht stammen, wo schon die Elterntiere und die Welpen von der Wurfkiste an sozialisiert wurden. Darüber hinaus ist es notwendig, den Vorstehhund jagdlich oder adäquat sportlich ausbilden und arbeiten zu lassen. Zur Zucht werden eh nur Hunde zugelassen, die erfolgreich die durchaus anspruchsvolle Arbeitsprüfung absolviert haben, die beim Magyar Viszla durch die Josef-Rauwolf-Zuchtausleseprüfung geregelt wird.

Pflege und Gesundheit

Die Pflege eines Magyar Vizslas ist anspruchslos. Regelmäßig das Fell bürsten reicht.

Rassetypische Krankheiten

Ein Magyar Vizsla aus seriöser Zucht verfügt im Durchschnitt über eine robuste Gesundheit. Der Verein Ungarischer Vorsteherhunde hat hinsichtlich der Gesundheit der Zuchttiere wie der ganzen Population eine vorbildliche Zuchtordnung, die z.B. ein Mindestalter sowohl bei Hündinnen als auch bei Rüden von 18 Monaten vorsieht. Hündinnen dürfen in ihrem Leben nicht mehr als 4 Würfe haben. Bekannte Neigungen zu Erbkrankheiten etwa an den Augen werden züchterisch bekämpft.

Ernährung/Futter

Ein Hund dieser Rasse ist beim Thema Ernährung in aller Regel völlig unproblematisch.

Lebenserwartung

Ein Magyar Viszla aus seriöser Zucht haben eine hohe Lebenserwartung und können bei bester Konstitution 12-15 Jahre alt werden.

Magyar Vizsla kaufen

Vor der Überlegung an die Anschaffung eines Magyar Vizslas sollte unbedingt die gewissenhafte Beantwortung der Frage stehen, ob du den Anforderungen an eine wesensgerechte Haltung dieses Jagdhundes gerecht werden kannst und mindestens 12 Jahre auch willst. In jedem Fall solltest du einen Welpen dieser Rasse nur vor Ort bei einem Züchter kaufen, der dem Verein Ungarischer Vorstehhunde angeschlossen ist. Magyar Vizsla Welpen kosten um die 1000 Euro (ohne Ausbildung).

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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