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25 Jahre Erfahrung

Hundefrisbee – so flexibel wie kein anderer Hundesport

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HundefrisbeeHundefrisbee wird in Amerika bereits seit 1974 betrieben, nach Europa ist der Sport 1997 gekommen. Somit ist der Hundefrisbeesport ein noch recht junger Hundesport in Europa. Ich selbst betreibe diesen tollen Sport bereits seit 2001 und bin nach wie vor begeistert vom Hundefrisbee. Denn das schöne am Hundefrisbee ist, dass man zum einen dafür kein großes Equipment braucht und zum anderen, dass dieser Sport dem jeweiligen Mensch-Hund-Team ganz flexibel angepasst werden kann.

Voraussetzungen für Hundefrisbee

Man braucht nur eine Wiese, geeignete Hundewurfscheiben und Grundkenntnisse, damit der Sport auch gesund und schonend mit dem Hund betrieben werden kann. Diese Grundkenntnisse können an einem Wochenendseminar erworben werden und dann kann es auch schon losgehen mit dem Spaß mit Hund und Scheibe. Die einzige Voraussetzung ist, dass der Hund natürlich gesund sein sollte, wenn der Sport mit Sprüngen ausgeübt werden sollte. Generell gilt, dass Hunde erst wenn sie komplett ausgewachsen sind springen sollten, also ab einem Alter von 16/18 Monaten. Die ersten Schritte lassen sich jedoch komplett ohne Sprünge mit dem sogenannten Bodenroller und Heber mit dem Hund trainieren. Da es für die meisten Hunde am Anfang zu schwer ist die Wurfscheibe aus der Luft zu fangen, sollte man sie zuerst nur über den Boden rollen lassen. Gelingt es dem Hund den Roller aus dem Rollen heraus aufzunehmen, kann man zu kurzen niedrigen Würfen übergehen. Unser kostenloses Informationsvideo für Anfänger gibt es hier.

Mehr als nur Würfe

Auch gibt es viele verschiedene Hundefrisbee-Elemente, die ganz nach Können und Interesse des jeweiligen Mensch-Hund-Teams ins Repertoire aufgenommen werden können. So gibt es beispielsweise den Butterfly, bei dem die Scheibe sich um die eigene Achse dreht, Sprünge über den Körper des Halters, Körperabsprünge und viele weitere Elemente, durch die der Sport weder für den Halter, noch für den Hund jemals langweilig werden kann. Wie sportlich es aber wird, liegt ganz an Hund und Halter. Ob „Bodenturnelemente“ wie z.B. beim Bridgevault vom Halter mit in den Sport eingebaut werden, liegt ganz an ihm. Dabei gibt es auch viele Elemente, bei denen der Halter gar nicht so sportlich sein muss, wie z.B. beim Tunnel durch die Beine und auch etliche verschiedene Würfe. Deshalb können auch Rollstuhlfahrer und auch Menschen, die sich z.B. nicht mehr auf den Boden knien können, oder einfach nicht schnell laufen können, ihren Hund beim Hundefrisbee sinnvoll auslasten.

Hundefrisbee Bridge

Hundefrisbee Bridge

Bitte Regeln einbauen!

Hundefrisbee sollte als Teamsport ausgeübt werden, bei dem der Hund mit dem Halter zusammen arbeitet und nicht einfach hinter allem herdüst, was fliegt. Denn der Sport kann aus einem Hund einen Frisbee-Junkie machen und ihn dabei eher hochpushen, als ihn sinnvoll auszulasten. Um dem vorzubeugen, ist es zwingend notwendig, dass der Sport mit Regeln betrieben wird und dass Mensch und Hund sich gemeinsam abstimmen und nicht einfach nur eine Scheibe nach der nächsten geworfen wird. Der Hund sollte nicht bestimmen, wann die nächste Scheibe fliegt, sondern auf die Signale seines Halters achten und mit ihm zusammen arbeiten.

Hundefrisbee Sport für Hund und Halter

Sport für Hund und Halter

Eine sinnvolle Beschäftigung für agile Hunde

Mein erster Frisbeehund Ben war ein ehemaliger Streuner mit einer unglaublichen Energie und starken Jagdtrieb. Ben hatte mehrmals Jagderfolg an Kaninchen, wovon ich nicht besonders begeistert war. Nach wenigen Monaten Hundefrisbee konnte ich hingegen über eine Hasenwiese gehen, ohne dass Ben hinter den Hasen her düste – er hatte nur noch Augen für mich. Durch den Hundefrisbeesport stellte sich heraus, dass viele seiner unerwünschten Verhaltensweisen ihre Ursache darin hatten, dass er schlichtweg unterfordert war. Durch den Sport ist mir gelungen, seine Jagd-Passion auf etwas umzulenken, dass uns beiden großen Spaß bereitete. An Stelle der unerlaubten Jagdunternehmungen kam durch den Hundefrisbeesport ein jagen mit mir zusammen und wir wurden zu einem unschlagbaren Hundefrisbee-Team. Ben war für mich durch den Sport nicht mehr nur ein anstrengender Hund, sondern ich konnte seine unglaublichen Fähigkeiten durch unser gemeinsames Hobby anerkennen.

Noch im Alter von 16 Jahren hat Ben Frisbees mit Begeisterung gefangen und ist im hohen Alter von 16,5 Jahren gestorben. Ben wurde der erste europäische Hundefrisbeeweltmeister und ist 6-facher Deutscher und 6-facher Europameister geworden. Und das ganze ohne irgendeine „Frühförderung“, denn er hat Frisbee erst im Alter von zwei Jahren kennen gelernt. Durch Ben habe ich erfahren, wie wertvoll und auch wichtig es für die Mensch-Hund-Beziehung ist, ein gemeinsames Hobby zu haben und wir haben viele Jahre auf den Wettkämpfen gezeigt, dass der Sport auch absolut schonend betrieben werden kann! Denn auf Wettkämpfen wird nicht nur die Leistung des Hundes bewertet, auch der Halter mit seinen Würfen und die Teamarbeit werden beim Hundefrisbee bewertet. Dabei liegt es am jeweiligen Team, ob Wettkämpfe einem liegen oder nicht. Der Sport kann genauso gut einfach als Hobby im eigenen Garten betrieben werden. Hauptsache Mensch und Hund haben eine schöne gemeinsame Zeit!

Hundefrisbee Karin Actun

Karin Actun und Hund Ben

Gesundheits-Tipps

Damit der Hundefrisbeesport die Gesundheit des Hundes nicht gefährdet, gibt es einiges zu beachtet. Hier noch ein paar Tipps:

  • bei Hunden, die noch nicht ausgewachsen sind, können Elemente wie der Bodenroller, Apportieren und Tricks ohne Sprünge schon trainiert werden. Auch das Nehmen der Scheibe aus der Hand (die auf Augenhöhe des Hundes gehalten wird) auf ein Signal, ist eine sinnvolle Vorbereitung auf den Sport. Kann die Scheibe so geworfen werden, dass der Hund nicht springen muss, ist dem auch nichts entgegenzusetzen. Bis der Hund ausgewachsenen ist, sollte jedoch auf Sprünge verzichtet werden
  • der Hundefrisbeesport sollte nur auf einem weichen Untergrund ohne Löcher betrieben werden
  • mit Werbegeschenken oder anderen Menschenwurfscheiben sollte nicht mit dem Hund gespielt werden. Diese Wurfscheiben sind häufig zu schwer, scharfkantig oder aus ungeeigneten Material hergestellt. Es gibt spezielle Hundescheiben im Onlineshop zu kaufen, die den Hund nicht gefährden
  • bevor man anfängt gemeinsam mit dem Hund den Sport zu betreiben, gilt es das richtige Werfen der Wurfscheibe erst einmal ohne Hund zu üben. Denn nur wenn die Scheibe nicht zu hoch fliegt oder plötzlich abfällt, kann der Hund sie auch gefahrlos fangen
  • das Hauptaugenmerk sollte auf die Gesundheit des Hundes gerichtet werden. Einen guten Hundefrisbeesportler erkennt man nicht an halsbrecherischen Tricks bei denen der Hund gefährdet wird, sondern an sicheren Landungen des Hundes!
  • der Hund sollte vor dem Sport aufgewärmt werden (indem man z.B. die Scheibe über den Boden rollen lässt, mit dem Hund rennt …)
  • es empfiehlt sich den Hund dem Tierarzt vorzustellen um Krankheiten (z.B. Gelenkserkrankungen) auszuschließen, bevor man beginnt mit ihm Sport zu betreiben
  • die Scheiben sollten nach Benutzen auf scharfe Kanten untersucht und diese mit Schmirgelpapier geglättet werden

 

 


Karin ActunKarin Actun Bereits seit 2001 betreibt sie mit ihrem Hund Ben Hundefrisbee als Sport. Gemeinsam mit ihm wurde sie Weltmeisterin, 6-fache Deutsche- und 6-fache Europameisterin im Hundefrisbee. Seit 2002 gibt sie ihr Wissen und Können auch europaweit in Hundesportseminaren weiter.


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