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Cocker Spaniel im Rasseportrait

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Cocker SpanielHerkunft und Rassegeschichte

Der Cocker Spaniel heißt heute offiziell „English Cocker Spaniel“. Es gibt noch den „American Cocker Spaniel“, der in den USA als Show-Hund aus seinem europäischen Bruder herausgezüchtet wurde. Das machte den Zusatz „English“ nötig. Der English Cocker Spaniel ist mehr Jagdhund geblieben als der American, eben wie seine Ahnen bereits hunderte Jahre zuvor. Wenn in Deutschland vom Cocker gesprochen wird, so meint man den englischen Cocker Spaniel. Spaniels sind Jagdhunde, genauer Stöberhunde. Diese müssen vor dem Jäger das Wild aufstöbern und auffliegen lassen oder zum Weglaufen bringen. Das muss in einer bestimmten Entfernung vom Jäger passieren, damit dieser gut zum Schuss kommt.

Der Hund darf dem Wild nicht nachhetzen. Nach dem Schuss muss er es dann apportieren. Dieses Verhalten ist recht komplex und hat doch uralte Wurzeln in der Antike, bei den Kelten und Germanen. Den Begriff „Spaniel“ finden wir bereits bei Shakespeare in seiner Tragödie „König Lear“, doch die Spaniels, wie wir sie heute kennen, entstanden erst vor 200 Jahren. Der Zusatz Cocker wiederum kommt vom Englischen Woodcock für Waldschnepfe. Der Cocker Spaniel zählte zu den ersten Hunderassen der modernen Rassehundezucht und wurde vom Kennel Club bereits 1873 anerkannt. Seit dieser Zeit führt er den Standard des Cockers. Der erste kontinentale Zuchtverband entstand 1904, der Jagdspaniel-Klub 1907. Seit Jahren zählt der English Cocker Spaniel auch in Deutschland zu den beliebtesten Hunderassen.

Beschreibung

Der Cocker Spaniel ist ein kleiner bis mittelgroßer Hund mit etwa 40 cm Widerristhöhe und um die 14 kg Gewicht. Diese handlichen Maße verbindet er mit einer fröhlichen, freundlichen Ausstrahlung, die insbesondere von den großen, leuchtenden Augen vermittelt wird. Mit seinem markant geschnittenen Kopf, den langen herunterhängenden Ohren und dem kompakten Körper mit seinem mittellangem Haar ist er unverwechselbar. Wie kaum eine andere Hunderasse hat der Cocker den Spagat geschafft, zugleich Jäger und Begleiter zu sein. Das macht ein Stück seiner Faszination. Nur selten hat sich das keineswegs selbstverständliche Nebeneinander von Familienhund einerseits und passioniertem Jagdhund andererseits so problemlos entwickelt wie beim Cocker – vorausgesetzt er ist nicht mit überlangem, seidigem Fell überzüchtet.

Die heutigen Übertreibungen der Show-Zucht lassen ihn sein Sportler- und Jägerherz nicht mehr ausleben. So wird der Jäger in ein Abendkleid gesteckt, in dem er seinen elementaren Bedürfnissen nicht mehr nachkommen kann. Mit fast bis zum Boden reichender, üppiger Behaarung und extrem langen Ohren kann man nicht stöbern, ja selbst Hundesport ist kaum noch machbar. Trotzdem erhalten solche extremen Exemplare regelmäßig Championate auf den Hundeausstellungen. Für das Haarkleid des English Cockers wird anliegend und seidig gefordert. Eine breite Palette an Farben ist zugelassen. Einfarbig: schwarz, rot, leber (schokobraun), schwarz mit loh, braun mit loh. Zweifarbig: schwarz-weiß, orange-weiß, braun-weiß, lemon-weiß. Dreifarbig: schwarz, weiß mit loh und braun, weiß mit loh.

Charakter und Wesen

Die seit vielen Jahren stabile große Beliebtheit dieses Spaniels hat gute Gründe. Er ist ein idealer Begleiter und Familienhund und hat ein ausgesprochen freundliches, dem Menschen zugewandtes Wesen ohne Macken. Zudem ist er verspielt und hat auch die richtige Größe, um selbst bei robusteren Spielereien nicht verletzt zu werden. Zugleich ist er ein passionierter und intelligenter Jäger. Hier zeigt er viele spannende Seiten seiner Kunst. Allerdings können nur weniger als 20% aller Cocker dieses Können unter jagdlicher Führung ausleben. Als Begleithund bleiben ihm aber ausgedehnte Spaziergänge durch die Natur.

Ist er gut erzogen oder eingeschränkt auch an der Schleppleine kann man ihn auch seiner Passion nachgehen lassen, dem Stöbern. Jede Hecke und jedes Gebüsch muss durchstöbert werden, um eine Spur aufzunehmen und gegebenenfalls zu verfolgen. Da geht er unerschrocken durch jedes Dickicht. Gerne geht er auch ins Wasser. Er hat einen enormen Bewegungsdrang. Cocker sind begierig zu lernen und immer daran interessiert, Neues zu erkunden. Der Cocker muss sich austoben können, um dann auf der anderen Seite ein ausgesprochen angenehmes, liebevolles und sehr gut führbares Familienmitglied zu sein. Hier strahlt er Lebensfreude und gute Laune aus.

Haltung

Wenn man den English Cocker Spaniel als auch „für Anfänger geeignet“ einstuft, so heißt das keineswegs, dass seine Haltung banal wäre und seine Erziehung im Selbstlauf erfolgen könne. Ganz im Gegenteil. Seine Haltung ist eher aufwändig, da man dem Bedürfnis des Spaniels nach Bewegung in der Natur täglich nachkommen muss. Seine Erziehung muss der Herausforderung gerecht werden, dass man einen Jagdhund als Begleiter hat. Es ist aber deshalb für einen engagierten Anfänger machbar, da er keine versteckten Tücken oder Allüren hat. Ist man nicht gerade von der seltenen Krankheit „Cockerwut“ betroffen, so muss man beim Cocker keine Sorge haben, dass er einmal aus dem Ruder geht oder Führungsansprüche hegt. Er ist umgänglich gegenüber Artgenossen, gegenüber Menschen sowieso.

Der Cocker ist ausgesprochen gelehrig und an einem harmonischen Verhältnis zu seinen Menschen interessiert. Aber er braucht viel Beschäftigung. Turnierhundesport, Agility, Apportierspiele machen dem Cocker Spaniel Freude, wenn es nicht übertrieben wird. Er braucht täglich ein bis zwei Stunden lang intensive Bewegung und das bei jedem Wetter. Einmal kurz Gassi um den Block gehen reichen da nicht. Einen Cocker kann man allerdings durchaus zum Joggen mitnehmen. Besonders gerne stöbert er in der Natur und hier im Unterholz herum. Besondere Ansprüche an die Wohnung hat er nicht. Bedacht werden sollte, dass sein Fell möglichst täglich gepflegt sein will und zudem einiges an Dreck mit ins Auto oder in die Wohnung kommen kann, wenn man bei Wind und Wetter mit ihm durch die Natur gezogen ist.

Erziehung

Der English Cocker Spaniel ist ein zutiefst freundlicher und lernwilliger Bursche, der es dem Menschen leicht macht, ihn zu erziehen und auszubilden. Er will und braucht diese Führung. A und O der Erziehung ist liebevolle Konsequenz. Es sollten Regeln aufgestellt werden, die dann eingehalten werden müssen – auch von den Zweibeinern. Er lernt solche Regeln schnell, ist aber auch intelligent genug, jede Inkonsequenz zu erkennen und bei Bedarf auszunutzen. Konsequenz darf nie mit Härte oder gar Brutalität verwechselt werden. Diese würden den Hund psychisch zerstören. Die Führung muss auf der Basis inniger Bindung zwischen Hund und Halter erfolgen.

So gelingt seine Erziehung sehr gut und ist auch für den Anfänger problemlos machbar. Eine Herausforderung ist der Jäger im Herzen des Cockers. Will man ihn auch mal von der Leine lassen können, so muss man ihn vom Welpen an darauf trainieren, dass man ihn „jederzeit“ abrufen und bei Fuß kommen lassen kann. Jederzeit ist in Anführungsstrichen, da man selbst bei den gemeinsamen Wanderungen durch die Natur immer ein waches Auge haben und rechtzeitig abrufen muss. Ist erst einmal eine gewisse Schwelle überschritten kann es schwer werden, das eigenständige Jagen zu unterbinden.

Pflege und Gesundheit

Fellpflege

Der Hund sollte täglich, mindestens jedoch jeden zweiten Tag gebürstet werden. Die Ohren sollten regelmäßig überprüft und fachkundig gepflegt werden. Um die standardmäßig geforderte Form des Cockers zu zeigen, ist trimmen erforderlich. Hierzu werden überschüssige Haare auf dem Rücken, unter den Ohren und dem Bauch verkürzt.

Rassetypische Krankheiten

Aufgrund teils übermäßig großer, herunterhängender Ohren sind diese oft problematisch. Wir sehen Entzündungen des äußeren Gehörgangs, Ohrenzwang, fernen Lefzen-Ekzem. Erblich bedingt: Progressive Retina-Atrophie (Augenkrankheit) und familiäre Nephropathie (Nierenleiden). Selten tritt Cockerwut auf, eine epilepsie-artige Nervenkrankheit. Zu langes Haar und zu lange Ohren behindern den Cocker beim Laufen und Stöbern.

Ernährung/Futter

Da der Englische Cocker Spaniel gerne viel und schnell frisst und somit zu Übergewicht neigt, sollte man Futterrationen und Leckerligaben streng im Auge behalten.

Lebenserwartung

Der Cocker ist robust und hat eine Lebenserwartung von 12 – 14 Jahren.

Cocker Spaniel kaufen

Sucht man einen Cocker-Welpen sollte man sich vor Ort mit einem Züchter in Verbindung setzen, der einem der drei VDH-Vereinen angeschlossen ist. Auch sollte man sich im Tierheim oder bei einer der Cocker-in-Not-Initiativen umschauen. Für einen Welpen bezahlt man bei einem seriösen Züchter um die 1000 Euro.

 

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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