Kakadu im Porträt

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KakaduKakadus zählen zur Papageienfamilie. Anders als jedoch viele Papageienarten aus Südamerika, sind sie nicht so farbenprächtig. Trotzdem gibt es auch unter ihnen außergewöhnlich schön gefärbte Arten, zum Beispiel mit bunten Hauben. Es sind bildhübsche Tiere, die ein enges Verhältnis zu ihrer Bezugsperson aufbauen. Möchtest du Kakadus als Haustier halten, solltest du bestimmte Voraussetzungen erfüllen und die Ansprüche der einzelnen Arten aus der Familie der Kakadus kennen.

Wie sieht ein Kakadu aus?

Unter die Familie der Kakadus fällt eine ganze Gruppe von Großsittichen. Je nach Kakaduart unterscheiden sich die Vögel untereinander mitunter erheblich in der Gefiederfarbe, der Größe und den arteigenen Bedürfnissen.

Der Gelbwangenkakadu verfügt zum Beispiel über ein weißes Gefieder mit gelber Haube und gelben Wangen und wird ca. 35 cm groß. Helmkakadus sind vergleichbar groß, besitzen dagegen ein dunkles, meliertes Gefieder, wobei das Männchen einen Kopf mit roter Haube und das weibliche Tier eine dem restlichen Federkleid angepasste Haube aufweist. Ein Weißhaubenkakadu besitzt – wie der Name schon sagt – ein weißes Gefieder mit weißer Haube.

Kakadus können – ja nach Art – eine Länge zwischen 30 – 66 cm erreichen. Der kleineste Vertreter ist der Nymphensittich, die größte Kakaduart ist der bis auf seine rote Wange pechschwarze Palmkakadu. Kakadus zählen folglich zu den mittelgroßen bis großen Papageienvögeln. Gleichermaßen wie andere Papageien besitzen sie zudem den kräftigen Hakenschnabel. Darüber hinaus ist für die Mitglieder dieser Vogelfamilie charakteristisch, dass sie während der Ruhestellung eine beinahe senkrechte Haltung einnehmen können.

Die Füße verfügen jeweils über 4 Zehen, wobei erster und vierter Zeh nach vorn, zweiter und dritter Zeh nach hinten deuten. Die Vögel nutzen sie sehr geschickt als kräftiges Greifwerkzeug.

Im Unterschied zu anderen Papageienfamilien besitzt die Kakadufamilie ferner eine Federhaube, die beweglich ist. Diese richtet sie auf hoch auf, wenn sie erregt oder beunruhigt ist.

Wo lebt der Kakadu?

Kakadus haben im Verhältnis zu anderen Papageien ein kleineres Verbreitungsgebiet. Die Vögel kommen nur in Australasien vor, wobei die nördlichste Verbreitungszone auf der Insel Luzon, die zu den Philippinen gehört, liegt. Tasmanien ist die südlichste Verbreitungsgrenze. Sogar auf Neuginea sind die Vögel zu finden, wobei sich die Familien auf Gelbhauben-, Palm- und Nacktaugenkakadus beschränken.

Insgesamt gibt es 21 unterschiedliche Arten, von denen 3 sowohl in Australien als auch auf Neuginea vertreten sind. Allerdings verfügen die Kakadufamilien, die außerhalb von Australien leben, nur über ein enges Verbreitungsgebiet.

Darüber hinaus sind die Vögel auch in Hongkong, Palau, Singapur und Neuseeland zu finden.

Kakadus fühlen sich also offenbar besonders in den Tropen sowie den Subtropen wohl. Viele Arten bevorzugen offenes Grasland mit wenig Baumbestand, wie Feuchtsavannen mit längerer Trockenzeit. Andere zieht es eher in Dornstrauchsteppen mit Übergang zur Wüste und Trockensavannen mit Trockenwäldern hin. Auch die Mangroven, die tropischen und subtropischen Regenwälder, die Galeriewälder und die alpinen Wälder werden von Kakadus besiedelt. Selbst in Städten sind die Tiere zu finden, wie zum Beispiel in Sydney, Canberra, Perth und Melbourne.

Wie kann ich einen Kakadu artgerecht als Haustier halten?

Manche Kakaduarten sind als Haustier äußerst beliebt. Bei der Anschaffung eines solchen Vogels musst du vorab unbedingt berücksichtigen, dass die Tiere – wie alle Arten von Papageien – sehr viel sozial sind und mindestens einen Partnervogel brauchen, um ein glückliches Leben führen zu können. Darüber hinaus müssen auch die anderen Lebensumstände wirklich ideal für die Tiere sein.

Sonst leiden diese Schönheiten sehr und es kann zu massiven psychischen Problemen der sehr intelligenten Vögel kommen. Diese äußern sich zumeist im Rupfen der eigenen Federn und in akutem Dauergeschrei. Dieser Zustand wäre eine Qual für das Tier und ebenso für den Besitzer.

Darüber hinaus sollte man sich bei der Anschaffung bewusst sein, dass speziell diese Vogelart aufgrund von speziellen Puderdunen und wegen der besonderen Struktur der Federn sehr viel Staub produziert.

Von der Haltung flugunfähig gemachter Vögel möchten wir ausdrücklich abraten! Das Fliegen ist die natürliche Fortbewegungsart eines Vogels und sollte daher nicht (und schon gar nicht dauerhaft) unterbunden werden. Das provoziert mit großer Wahrscheinlichkeit Verhaltensstörungen.

Was ist vor der Anschaffung zu beachten?

Zwei KakadusWie oben erwähnt sind alle Kakaduarten recht intelligente Vögel, die entsprechende Auslastung benötigen. Du musst täglich viel Zeit für die Pflege deiner Schützlinge und auch für deren artgerechte Beschäftigung zu Verfügung haben. Du kannst Ihnen mit etwas Geduld lustige Tricks antrainieren, zum Beispiel mittels Clickertraining. Darüber kannst du sie dir auch erziehen, denn das ist bei dem Leben mit größeren Papageien in der Wohnung durchaus nötig.

Kakadus haben allesamt ein starkes Bedürfnis zu nagen. Das wundert wenig, wenn man sich den großen und kräftigen Schnabel anschaut. Schnell leiden darunter auch die Möbel oder andere Bestandteile der Wohnungseinrichtung. Biete hier stets ausreichend Alternativen zum Nagen an, beispielsweise unbehandelte Obstbaumäste. Lobe die Tiere, wenn sie diese nutzen.  Und auch die Lautstärke, die Kakadus an den Tag legen können, ist kein zu unterschätzender Faktor.

Ausreichender Freiflug sollte täglich möglich sein, sodass die Tiere sich auch entfalten können. Alternativ ist die Unterbringung in einer sehr großen Voliere möglich, die im Außenbereich frostgeschützt und beheizt sein sollte, sofern die Wahl nicht auf eine Zimmervoliere fällt.

Die Mindestgröße der Voliere ist verständlicherweise abhängig von der Kakaduart, für die du dich entscheidest. Drei Nymphensittichpaare benötigen eine Voliere mit den Mindestmaßen 2m x 1,5m x 0,6m (BxHxT). Größere Kakaduarten als der Nymphensittich benötigen mindestens 3m x 2 m x 1m (BxHxT) pro Paar zur freien Verfügung. Besonders für große Arten und zusätzliche Vögel brauchst du natürlich entsprechend mehr Raum in der Voliere. Es gilt: Je größer die Voliere, desto schöner ist es für die Tiere. Freiflug ist bestenfalls sogar ganztags möglich.

Als besonders vorteilhaft erweisen sich Modelle aus Metall, denn Varianten aus Holz fallen schnell den Schnäbeln der Vögel zum Opfer. Achte darauf, dass das Metall frei von Blei oder Zink ist, um eine Vergiftungsgefahr im Voraus auszuschließen. Auch mit Plastiküberzügen versehene Metallgitter sind nicht zu empfehlen, die Ummantelung wird schnell abgeknabbert und dann mitunter auch abgeschluckt.

Bei der Papageienhaltung wird der Effekt des Lichtes oft vernachlässigt. Nicht jede Lichtquelle ist für die Beleuchtung von Räumen, in denen Kakadus gehalten werden, geeignet. Leuchtsstoffröhren beispielsweise erzeugen ein für unsere Augen nicht wahrnehmbares Flackern, das für die Vögel mit einem Stroboskop vergleichbar ist. Kaum vorstellbar, einen ständigen Disko-Effekt tagtäglich ertragen zu müssen. Achte also auf eine Beleuchtung, die auch empfindsamen Vogelaugen gerecht wird.

Von einfacher Käfighaltung wird aufgrund des enormen Bewegungsdranges definitiv abgeraten, da auch diese aufgrund der fehlenden Flugmöglichkeiten zu psychischen Problemen der Tiere führen kann. Das Spielen darf nicht zu kurz kommen, denn ein Kakadu möchte gefordert werden, da er sehr intelligent ist und auch kleinere Tricks innerhalb von kürzester Zeit einüben kann.

Es handelt sich demzufolge um eine Vogelfamilie mit sehr hohen Ansprüchen, die befriedigt werden wollen. Umso größer wird die Bindung zur Bezugsperson und umso glücklicher sind die Vögel schließlich.

Wie sollte die Voliere eingerichtet werden?

Bei der Einrichtung der Voliere sollten den Vögeln ausreichend Sitzmöglichkeiten in Form von Sitzstangen zur Verfügung stehen. Auch Kletteräste, einige Rückzugsorte und ein Badebecken sind in der Voliere willkommen und sorgen für Abwechslung. Ausreichend Spielzeug sollte ebenfalls vorhanden sein, wie zum Beispiel Sisaltaue, auf denen die Vögel schaukeln und turnen können. Spezielle Holzspielzeuge und naturbelassene Obstbaumäste zum Knabbern dürfen nicht fehlen. Wie auch bei anderen Vögeln ist darauf zu achten, dass Sitzstangen unterschiedlicher Stärke zur Verfügung stehen. Andernfalls sind schmerzhafte Druckstellen durch immer gleiche Belastungen an den Fußsohlen vorprogrammiert. Besonders das Rupfen liebt diese Papageienart, daher ist es von Vorteil, wenn auch solches Spielzeug zur Wahl steht.

Wissenswertes über die Fütterung

Auch die gesunde Grundnahrung darf bei diesen Vögeln nicht zu kurz kommen, denn sie neigen schnell zu Übergewicht, weswegen auf spezielle Pellets oder aber alternativ auf Sämereimischungen zurückgegriffen werden sollte. Hiebei sollte beachtet werden, dass der Anteil von fettreichen Körnern, zum Beispiel Sonnenblumenkerne, gering gehalten wird. Auch frisches Obst und Gemüse stehen auf dem Speiseplan dieser Papageienart. Futterpflanzen wie Löwenzahn und Wildfrüchte wie die Hagebutte sorgen zudem für eine gesunde Abwechslung im Futternapf. Auf das Verfüttern von Nüssen sollte besser verzichtet werden. Aus mehreren Gründen, denn zum einen sind Nüsse sehr fetthaltig und führen schnell zu Übergewicht und Stoffwechselstörungen. Zum Anderen können sie Schimmelpilzsporen enthalten, die im schlimmsten Fall eine Apergilloseinfektion auslösen können und somit die Atemwege schwerwiegend befallen.

Berücksichtigst du all diese Hinweise, steht der Anschaffung und der puren Lebensfreude der Tiere nichts mehr im Wege.

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Kommentare, Fragen und Antworten
  1. Hofner Doris sagt:

    Guten Abend, wir haben einen Molukken Kakadu, er ist jetzt eineinhalb Jahre, ich habe ihn seit ganz klein, war auch immer bei ihmals er geboren wurde und habe ihn zu uns genommen als er alleine fressen könnte.
    Wir haben eine sehr große Aussenvoliere wo er richtig fliegen kann und Nachts nehmen wir ihn rein.
    Wir wohnen in Spanien also von den Temperaturen kein Problem. Wir haben ein Hotel, also hat er viel Gesellschaft und unterhält unsere Gäste mit Kunststücken, er ist auch sehr verschmust. Er kann auch zwischendurch draußen im Freien rumfliegen, er haut auch nicht ab. Wir haben nicht das Gefühl, dass er sich einsam fühlt und doch möchte ich gerne noch einen Graupapagei oder zwei dazu, neben ihm aber abgegrenzt ist auch noch eine Aussenvoliere, die würde ich dann da rein machen, ich denke so könnten Sie sich auch näher kommen und ich könnte ev. diese Voliere später öffnen damit sie alle zusammen sein könnten. Was halten Sie davon.
    Wir haben nicht das Gefühl, dass er sich einsam fühlt, er ist auch immer gut gelaunt. Seine Voliere hat auch 2Schauckeln, diverse Holzstangen und täglich frische Äste von unseren ungespritzten Bäumen, sowie die Früchten davon. Ich dusche ihn täglich einmal ab, was er sehr liebt, natürlich nur wenn die große Hitze ist.
    Ich weiß nicht was ich machen soll, ob das für unseren Pipo zu aufregend wäre.
    Um einen Rat wäre ich Ihnen Dankbar.
    Sonnige Grüße aus Spanien
    Doris Hofner

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Doris,

      wir freuen uns darüber, dass du Rat bei uns suchst. Natürlich kennen wir Pipo nicht so gut, dass wir sicher einschätzen könnten, wie viel Stress eine solche Vergesellschaftung für ihn bedeuten würde. Außerdem hängt das sicherlich auch vom Charakter der beiden Graupapageien ab. Eine Vergesellschaftung ist auch nicht immer möglich, aber prinzipiell denkbar. Grundvoraussetzung hierfür ist allerdings eine enorm große Voliere mit Rückzugsmöglichkeiten für jeden Vogel, in der KEINE Nistkästen vorhanden sind. Andernfalls kommt es auch vor, dass Papageien artfremde Vögel töten – das Risiko ist bei einer artfremden Vergesellschaftung also schon gegeben. Natürlich könnte es auch klappen. Wir möchten euch aber aus den genannten Gründen davon abraten. Ihr scheint euch wirklich vorbildlich um ihn zu kümmern und er mag auf euch einen zufriedenen Eindruck machen. Aber Pipo ist auch noch sehr jung. Früher oder später ist es daher nicht unwahrscheinlich, dass sich bei ihm Verhaltensauffälligkeiten durch Einsamkeit einstellen. Daher raten wir euch dazu, einen artgleichen Partnervogel für Pipo zu suchen – denn den kann auch kein Graupapagei oder ein Mensch ersetzen. Und noch ist das sicher gut möglich. Ist er erst lange Zeit allein gewesen, wird eine Vergesellschaftung mit einem Partnervogel immer komplizierter.

      Wir hoffen, dass wir dir bei dieser schweren Entscheidung helfen konnten und senden ganz liebe Grüße nach Spanien!
      Alles Gute
      dein ZooRoyal Team

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