Europäische Gottesanbeterin

Europäische Gottesanbeterin Steckbrief
Rassemerkmale und Erscheinungsbild
Wie sieht eine Europäische Gottesanbeterin aus?
Die bis zu 8cm kleine Gottesanbeterin hat eine wunderschöne grüne bis braune Grundfarbe. Sie besitzt Flügel, diese werden vom Weibchen aber nicht genutzt. Das Männchen nutzt sie zum Fliegen und zum Abschrecken, dafür werden sie weit abgespreizt. Der Körper ist lang und schlank. Männchen sind allerdings deutlich kleiner als Weibchen. Das Halsschild ist deutlich verlängert und darauf sitzt der dreieckige Kopf.
Der Kopf ist groß, sehr beweglich mit großen Facettenaugen und kleinem Maul. Das ermöglicht einen 360° Rundumblick. Zwischen den Facettenaugen sitzen 3 Punktaugen, diese werden als Ocellen bezeichnet. An der Hüfte sitzen 2 Paar Schreitbeine und unter dem Kopf die mit Dornen besetzten Fangbeine. Die Fangbeine sind perfekt ausgebildet, um Beute zu fangen und halten. Im Ruhezustand sind sie eingeklappt, was wirkt als würde sie beten, daher auch der Name Gottesanbeterin.
Europäische Gottesanbeterinnen pflanzen sich nur einmal im Leben fort. Männchen werden meistens während oder nach der Paarung aufgefressen und Weibchen sterben nach der Ei-Ablage im Winter. Die bis zu 300, im Durchschnitt 80, Larven überwintern in einem Ei-Paket namens Oothek, einer harten Eiweißmasse. Etwa im Mai schlüpfen die 6mm langen Larven und durchlaufen mehrere Stadien.
Das Erwachsenenalter erreichen im Durchschnitt nur 10% der Gottesanbeterinnen. 14 Tage nach der fünften Häutung, mit 3-4 Monaten, sind sie geschlechtsreif. Die Männchen werden von den Weibchen über Duftstoffe angelockt und der Zyklus beginnt von vorne.
Welche Eigenschaften hat eine Europäische Gottesanbeterin?
Die wunderschöne Gottesanbeterin ist stark gefährdet. Die Ursachen sind Pestizide, das Klima und das Wegfallen von Lebensraum. Sie ist eine sehr ruhige und gemütliche Art. Als Einzelgänger treffen sie sich nur zur Paarung mit anderen Arten. Sie gilt als eher scheu und versteckt sich bei Annäherung gerne. Nähert man sich langsam an, bleibt sie meist sitzen und beobachtet dich ganz genau. Bitte beobachte sie nur von weitem und lass ihr ihre Ruhe.
Herkunft und Geschichte
Wo kommt die Europäische Gottesanbeterin ursprünglich her?
Ursprünglich kommt sie aus Afrika, wurde aber weltweit verschleppt und ist überall heimisch geworden. Sie ist die einzige Fangschrecken-Art in Europa, sie gilt hier als gefährdet und steht unter besonderem Schutz. Dort besiedelt sie den Mittelmeerraum und warme Gebiete in Mitteleuropa. Häufig findet man sie in Wiesen, Wäldern und auch in Wohngebieten, weil dort in der Nähe von Laternen ein gutes Futterangebot für sie zu finden ist.
Gibt es noch andere Europäische Gottesanbeterinnen-Arten?
Nein, sie ist die einzige ihrer Art. Die ähnlichste Art der Unterfamilie Mantinae ist die Afrikanische Riesengottesanbeterin. Weltweit gibt es mehr als 2400 Gottesanbeter-Arten.
Ernährung, Haltung und Pflege
Was frisst eine Europäische Gottesanbeterin?
Gottesanbeterinnen sind Lauerjäger. Ist die Beute in Reichweite wird sie mit den Facettenaugen fixiert, dann schleicht sich die Gottesanbeterin in Zeitlupe an und packt sie mit den Fangbeinen. Zur Lieblingsbeute zählen Heuschrecken, Schaben und Grillen. Sie sind aber auch für andere Insekten wie Fliegen und Gliederfüßer offen, selten stehen auch Eidechsen, kleine Schlangen und Mäuse auf dem Speiseplan.
Was brauche ich für die Haltung einer Europäischen Gottesanbeterin ?
In Deutschland steht sie auf der Roten Liste als gefährdet, Mit diesem Schutz darf sie weder gefangen noch gehalten werden. Daher ist eine Haltung Zuhause nicht möglich, alternativ kannst du auf eine ähnliche Art zurückgreifen, die Indische Riesengottesanbeterin oder Afrikanische Gottesanbeterin.
Wissenswertes
- Die Europäische Gottesanbeterin wurde 2017 zum Insekt des Jahres gekürt.
- 1756 wurde die erste Gottesanbeterin in Frankfurt gefunden. Galt dann als ausgestorben, ist nun aber wieder weiter verbreitet.
- Findest du eine Gottesanbeterin in der Natur, störe sie bitte nicht und melde den Fund.
Ich habe eine Gottesanbeterin zwischen 2 Fenster gefangen gefunden.
Was mache ich jetzt damit?
Hallo Nadja,
wie schön, dass du eine Gottesanbeterin gefunden hast! Die Europäische Gottesanbeterin steht unter Naturschutz, deshalb solltest du sie auf keinen Fall behalten. Am besten setzt du sie vorsichtig draußen in geschützte, sonnige Bereiche mit viel Vegetation – zum Beispiel auf eine Hecke, Büsche oder hohe Gräser. Dort findet sie Nahrung und kann sich sicher bewegen. Achte beim Umsetzen darauf, sie möglichst sanft mit einem Ast oder Papier zu tragen, um sie nicht zu verletzen.
Alles Gute für dich und die Gottesanbeterin
Dein ZooRoyal-Team
Habe heute eine Gottesanbeterin in 55442 Stromberg in meinem Garten gesehen
gottesanbeterin in Werder/Havel am 9.September 2025 im eigenen Garten gefunden
Habe heute in 55257 Budenheim eine sehr große sandfarbene Gottesanbeterin gesichtet. Sie war fast 8cm lang und konnte fliegen. WoW, was für ein interessantes Tier!
Ich lebe auf Zypern, in einer unserer Palmen sitzt seit ca 6 Monaten eine Gottesanbeterin , sie dreht schon ihren Kopf zu mir wenn ich mit ihr rede und wenn ich um die Palme laufe schaut Sie mir hinterher. Ist es normal dass Sie so lange an einem Platz bleibt.?
Hallo Sabine,
wie schön, dass du deine Beobachtung mit uns teilst – man spürt richtig, wie aufmerksam und wertschätzend du mit der Gottesanbeterin umgehst. Solche Begegnungen sind wirklich etwas Besonderes.
Um deine Frage zu beantworten: Ja, dieses Verhalten ist absolut normal.
Gottesanbeterinnen (auf Zypern meist Iris oratoria oder Tenodera-Arten) sind Lauerjägerinnen. Sie suchen sich gezielt einen Standort, der Schutz bietet, gutes Jagdpotential hat und möglichst wenig Energieaufwand erfordert.
Wenn sie an deiner Palme seit Monaten bleibt, spricht das dafür, dass der Platz für sie ideal ist. Solange genug Nahrung vorhanden ist und sie sich nicht bedroht fühlt, kann sie sehr lange – teils mehrere Monate – im selben Revier bleiben.
Dass sie den Kopf zu dir dreht und dir „folgt“, ist ebenfalls ganz typisch. Gottesanbeterinnen haben sehr bewegliche Köpfe und gut entwickelte Augen. Sie reagieren stark auf Bewegungen und nehmen ihre Umwelt sehr präzise wahr.
Das wirkt fast „interaktiv“, ist aber ganz normales, neugieriges Orientierungsverhalten.
Wenn sie eines Tages verschwindet, ist das übrigens kein Grund zur Sorge, sondern der natürliche Lebenszyklus. Erwachsene Gottesanbeterinnen leben meist nur noch einige Monate. Du tust ihr übrigens am meisten Gutes, indem du einfach beobachtest und sie in Ruhe lässt. Bitte nicht umsetzen oder anfassen, auch wenn die Bindung sich sehr vertraut anfühlt.
Wir wünschen dir weiterhin viele schöne Momente mit deiner außergewöhnlichen Mitbewohnerin!
Viele Grüße
dein ZooRoyal-Team