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Welsh Terrier im Rasseportrait

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Welsh Terrier im RasseportraitHerkunft und Rassegeschichte

Der Welsh Terrier ist ein mittelgroßer, hochläufiger Terrier. Er wird auch gerne der „kleine Airedale Terrier“ genannt, da er diesem sehr ähnelt. Aber er ist ein eigenständiger Terrier und keine Miniaturausgabe des Airedale Terriers. Gleichwohl sind sich beide nicht nur äußerlich, sondern auch im Wesen recht ähnlich. Der Name Terrier leitet sich aus dem lateinischen „Terra“ für Erde ab. Es waren ursprünglich also Hunde für die Erdarbeit. Erste Zeugnisse geben die alten Römer, im Mittelalter werden Terrier schon ausführlich beschrieben. Ihre Heimat liegt auf den britischen Inseln, wo sie landauf und landab zu finden waren. In den Pferdeställen hielten sie das Ungeziefer klein. Dabei stellten selbst große Ratten für sie kein Problem dar. Hühner, Tauben, Kaninchen beschützten sie vor Marder und Fuchs.

Der Welsh Terrier soll aus den Jahrhunderte lang weit verbreiteten, heute aber ausgestorbenen, Black and Tan Terriern hervorgegangen sein. Trotz dieser uralten Geschichte, betrat er erst vergleichsweise spät die Bühne der modernen Rassehundezucht. Die Vorfahren des Welsh Terriers waren auf der ganzen britischen Insel verbreitet. Jedoch war es in Wales wo die ersten Züchter damit begannen, diesen Urtyp eines Terriers als eigenständige Hunderasse in der modernen Zeit zu etablieren. 1886 wurde der erste Welsh Terrier Club gegründet. Seither wird die Rasse im Wesentlichen nach denselben Kriterien gezüchtet, die noch heute im gültigen Standard vorgegeben werden. 1954 erfolgte die offizielle Anerkennung durch die Fédération Cynologique Internationale. In Deutschland wird die Hunderasse seit 1931 durch den Klub für Terrier betreut. Zwischen 250 und 450 Welpen werden jedes Jahr beim Klub für Terrier im VDH registriert.

Beschreibung

Der Welsh Terrier zählt zu den hochläufigen Terriern. Sein Erscheinungsbild ist forsch, geschickt, ausgewogen und kompakt. Es ist sein markantes Äußeres, das ihn unverwechselbar macht. Seine Statur vermittelt exakt sein Wesen: Er ist höchst aufmerksam, zu allen Taten bereit wie ein geladenes Energiebündel, aber zugleich gelassen und ohne jede Aggression. Das wird durch den Ausdruck seiner Augen, durch die Art, die Ohren zu tragen und nicht zuletzt durch die selbstbewusst, aufrecht getragene Rute unterstrichen. Der Kopf des Welsh Terrier ist langgezogen und mündet vorne in einen üppigen Bart. Die Ohren sind nach vorne gefaltet. Das Fell ist ebenfalls von besonderer Art. Es ist hart, sehr dicht und reichlich. Als Farben sind vorzugsweise schwarz mit loh, oder grizzle mit loh gewünscht. Rüden haben eine Widerristhöhe von etwa 40 Zentimetern, wobei das Gewicht bei 9 bis 10 Kilogramm liegt.

Charakter und Wesen

Der Welsh Terrier hat zunächst einmal das Wesen, das praktisch alle Terrier auszeichnet. Welsh Terrier sind temperamentvolle Hunde, die zu keinem Abenteuer nein sagen. Sie sind lebendig, aufgeweckt, kernig, forsch. Sie sind stets wachsam, nicht aggressiv, aber furchtlos und im Ernstfall auch kampfbereit. Dazu sind sie ausgesprochen kooperativ und gelehrig. Der offizielle Standard beschreibt das Wesen des Welsh Terriers als: „Anhänglich, gehorsam und leichtführig; fröhlich und launisch, selten von scheuer Natur. Unerschrocken und furchtlos, jedoch keinesfalls aggressiv; obwohl er sich jederzeit, wenn nötig, behaupten kann.“

Es ist eine große Freude mit den Hunden zu arbeiten. Welsh Terrier sind offen und vertrauensvoll, freundlich, couragiert und intelligent. Sie sind ihren Menschen treu zugewandt und eignen sich bestens als Familienhund, wenn man ihre starke Persönlichkeit nicht nur respektiert, vielmehr zu schätzen und zu führen weiß. Ihre Tauglichkeit als Familienhund setzt allerdings ebenso voraus, dass die Welsh Terrier wesensgerechte Beschäftigung, besser noch Herausforderungen erhalten. Einfach nur Spazierengehen reicht einem Welsh Terrier, besonders als jungem Hund, nicht.

Haltung

Die Haltung eines Welsh Terriers ist problemlos. An die Größe der Wohnung stellen sie keine Ansprüche. Wenn überhaupt, so liegt die größte Herausforderung in seinem Temperament. Für einen Welsh Terrier gibt es nichts Schlimmeres als Langeweile. Deshalb braucht er Herausforderungen körperlicher wie mentaler Art. Jagdliche Arbeit oder Sport und Spiel müssen täglich auf dem Programm stehen. Welsh Terrier sind gute Partner für sportlich aktive Menschen. Beim Bewegen in der Natur sollte man allerdings im Hinterkopf haben, dass im Terrier immer noch der Jagdhund schlummert.

Die Welsh eignen sich hervorragend für diverse Hundesportarten. Sie sind als Begleiter eines Reiters aber auch Joggers oder Radfahrers gut aufgestellt, solange sich diese sportlichen Herausforderungen in Maßen halten. An andere Heimtiere müssen die Waliser von der Wurfkiste an gewöhnt sein. Welsh Terrier sind als Spielpartner der Kinder sehr gut geeignet, da sie immer zu einem Spaß aufgelegt und robust genug sind, mit Kindern zu toben. Voraussetzung ist allerdings, dass die Hausordnung stimmt und der Terrier seine Rolle in der Familie genau kennt. Mit einem Welsh Terrier kann man alles unternehmen; er wird sich auch im feinsten Restaurant zu benehmen wissen. Durch seine überschaubaren Maße ist er zudem sehr praktisch. Robust ist er allemal.

Erziehung

Die Rasse lässt sich sehr gut erziehen und darüber hinaus, wenn man es will, sogar ausbilden. Klare Ansage und Konsequenz sind hier die Wunderworte auf Basis eines respektvollen, liebevollen Verhältnisses zu Herrchen und Frauchen. Welsh Terrier brauchen vom Welpenalter an konsequente Erziehung. Auf  dieser Basis lassen sie sich für die verschiedensten Aufgaben ausbilden. Durch seine hohe Lernbereitschaft und seine Körpermaße ist er auch für einen engagierten Anfänger geeignet.

Pflege und Gesundheit

Der Welsh Terrier hat eine robuste Natur. Der Klub für Terrier empfiehlt, dass drei- bis viermal jährlich sein harsches, drahtiges Deckhaar, das zusammen mit der dichten, weichen Unterwolle die so genannte „englische Jacke“ bildet, fachgerecht getrimmt wird. Darüber hinaus ist regelmäßiges Bürsten und Kämmen als Pflege ausreichend.

Rassetypische Krankheiten

Die meisten Welsh Terrier verfügen über eine gute Gesundheit.

Ernährung/Futter

Die Ernährung des Welsh Terriers ist unproblematisch.

Lebenserwartung

Der Welsh Terrier hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von gut 12 Jahren.

Welsh Terrier kaufen

Am besten kaufst du deinen Welsh Terrier Welpen vor Ort bei einem Züchter, der dem Klub für Terrier angeschlossen ist, oder du schaust dich im Tierheim nach einem Welsh oder einem ähnlichen Terrier um. Ein Welpe dieser Hunderasse kostet 1200 Euro und mehr.

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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