Welsh Springer Spaniel im Rasseportrait

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Welsh Springer Spaniel

Welsh Springer Spaniel

Jagdhunde
Herkunft UK Lebenserwartung 12 Jahre
FCI-Standard FCI Gruppe 8: Apportierhunde - Stöberhunde - Wasserhunde Funktion Jagdhunde
Größe Mittelgroße Hunderassen Häufige Krankheiten Keine
Gewicht 18-22 kg Felllänge mittellang
Charakter/Wesen fröhlich, lebhaft, gutmütig Fellfarbe rot und weiß
Besonderheiten

Alte Hunderasse

Herkunft und Rassegeschichte

Der Welsh Springer Spaniel ist ein sehr eleganter, mittelgroßer Jagdhund. Er gilt vielen als die älteste der 9 Spaniel Rassen. Ursprünglich war der Jagdhund auf den ganzen britischen Inseln beliebt. Seine Geschichte kann man bis in 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Der Begriff „Springer“ stammt aus der alten englischen Jägersprache. „Springing the game“ war seine Aufgabe, das heißt er musste im Gelände Stöbern, die Hasen und Rebhühner finden und aufscheuchen, was man springing nannte.

Im Mittelalter fing man das so auffliegende oder weglaufende Wild mit Falken, Windhunden oder Netzen. Später hatte man Gewehre und aus den Springer-Hunden wurden die Gun-Dogs. Im 19. Jahrhundert kam seine rot-weiße Farbe jedoch aus der Mode. Nur die Waliser besannen sich dieses harten und ausdauernden Hundes, der den Ansprüchen an die Jagd im rauen, hügeligen Wales hervorragend genügte. Neben seinen allgemeinen Leistungen für alle Anforderungen der Jagd sind die Spezialitäten des Welsh Springer Spaniels das Buschieren, das Apportieren und die Wasserarbeit. Um 1900 zeigte der Züchter A.T.Williams erstmals den nun Waliser genannten Spaniel auf einer Ausstellung. Zwei Jahre später wurde er dann offiziell als eigene Rasse vom Kennel Club anerkannt. Interessanterweise blieb die Zucht des Welsh Springer immer auf seine Eignung für die Arbeit als Jagdhund ausgerichtet. Es gab nie eine Trennung in zwei Linien mit einer für das Ausstellungswesen optimierten vermeintlichen Schönheitszucht. Das hat der Rasse sehr gut getan.

Der Welsh Springer Spaniel ist ein ausgesprochen schöner und markanter Hund und zugleich sehr robust, nervenstark und leistungsfähig. Er wird auch heute noch jagdlich geführt. Zugleich ist er ein hervorragender Begleit- und Familienhund mit einem menschen- und besonders kinderfreundlichen Wesen. Da wundert es, dass dieser tolle Hund in Deutschland kaum bekannt ist. 1954 erfolgte die Anerkennung durch die Fédération Cynologique Internationale. In Deutschland wird er vom Jagdspaniel-Klub und Spaniel-Club Deutschland im VDH züchterisch betreut. Dieser interessante, besondere Hund ist leider immer eine seltene Hunderasse in unseren Breiten geblieben. Nur etwa 20 bis 50 Welsh Springer-Welpen werden im Jahr unter dem Dach des VDHs registriert.

Beschreibung

Der Welsh Springer Spaniel ist ein mittelgroßer Hund mit einer Widerristhöhe bei Rüden von etwa 48 und bei Hündinnen von etwa 46 Zentimetern. Das Gewicht ist im Standard nicht vorgeschrieben, der Jagdspaniel-Klub gibt um die 20 Kilogramm an. Er ist ein besonders eleganter Spaniel mit schwungvollen Bewegungen. Sein Fell ist immer weiß mit dunkelroten Platten. Das macht ihn zu einer auffälligen und sehr attraktiven Erscheinung. Der offizielle Standard beschreibt seine Erscheinung mit:

Symmetrisch, kompakt, nicht hochläufig, offensichtlich für Ausdauer und harte Arbeit gebaut. Bewegt sich schnell und lebhaft, mit viel Schwung und Schub.

Sein nicht zu schwerer Kopf ist leicht gewölbt und zeigt einen deutlichen Stop. Seine Ohren hängen herunter und sollen wie ein Weinblatt geformt sein. Das seidige Haarkleid soll glatt oder anliegend sein, niemals lockig, rau, drahtig oder wellig. Vorder- und Hinterläufe, Behang, sprich Ohren, und Rute sind leicht befedert, sprich behaart.

Charakter und Wesen

Der Welsh Springer Spaniel ist ein Jagdhund. Bei der Jagd ist er ein stummer, extrem ausdauernder Arbeiter mit ausgezeichneter Nase. Er apportiert gerne. Die Wasserarbeit ist seine Leidenschaft. Der Standard beschreibt sein Wesen mit:

Kräftig, fröhlich und sehr lebhaft. Freundliches Wesen, keine Aggressivität oder Nervosität zeigend.

Der Welsh Springer ist ein leistungsfähiger Jagdhund mit einem ruhigen, sehr ausgeglichenen, coolen Wesen. Aber er ist trotzdem verspielt. Zugleich ist er ausgesprochen menschenfreundlich. Diese Wesensmerkmale machen ihn zu einem guten Begleiter und Familienhund. Gute Erziehung und regelmäßige Forderung und Förderung in der Natur, idealerweise aber nicht unbedingt als Jagdhund, lassen den Welsh Springer zu einem ausgesprochen angenehmen Mitglied der Familie werden. Optimale Grundlage ist seine Auslastung bei der Jagd oder ersatzweise bei den verschiedenen Hundesportarten. Das herrlich ausgeglichene, gelassene Gemüt des Welsh Springer Spaniels ist für uns Menschen Quell der Entspannung und Entschleunigung. Es macht ihn für Kinder zu einem unermüdlichen Spielpartner.

Haltung

Der Welsh Springer ist recht anspruchslos in seiner Haltung. Idealerweise wohnt er in einem Haus auf dem Land mit Garten. Aber es geht auch in der Stadt, wenn man mit ihm genug in die Natur geht. Er ist ein ausgesprochen angenehmer Begleiter auf Spaziergängen und Wanderungen durch die Natur. Du solltest nur seinen Jagdtrieb immer im Auge haben und die Körpersprache und das Denken deines Spezies genau kennen. So kannst du ihn rechtzeitig abrufen und idealerweise sogar ohne Leine problemlos laufen lassen. Der Welsh Springer will und kann bei jedem Wetter heraus. Seine Intelligenz und Gelehrigkeit, seine Beweglichkeit und Robustheit machen ihn zu einem hervorragenden Partner im Hundesport wie bei Agility, Mantrailing, Dummyarbeit oder Fährtensuche. Der Welsh Springer macht sich im Alltagsleben völlig unproblematisch und kann überallhin gut mitgenommen werden.

Welsh Springer Spaniel

Erziehung

Der Welsh Springer Spaniel ist ein zutiefst freundlicher und lernwilliger Freund, der es dem Menschen leicht macht, ihn zu erziehen und mit ihm zu arbeiten. Er will und braucht diese Führung. Er hat einen ausgeprägten „will-to-please“. Er ist aber kein Hund, der nur auf Befehle von Herrchen oder Frauchen wartet. Er hat seinen eigenen Willen. Hierfür sollten Regeln aufgestellt werden, die dann eingehalten werden müssen – auch von den Zweibeinern. A und O der Erziehung ist Konsequenz auf Basis einer engen emotionalen Vertrauensbeziehung.

Seinen Eigensinn darfst du keineswegs brechen wollen, du solltest ihn respektieren und im Stillen deine Freude daran haben. So gelingt seine Erziehung sehr gut und ist auch für den engagierten Anfänger mit Hundeverstand machbar. Eine gewisse Herausforderung ist der Jäger im Herzen des Welsh Springers. Willst du ihn auch mal von der Leine lassen können, so solltest du ihn vom Welpen an darauf trainieren, dass du ihn jederzeit abrufen kannst. Ebenso solltest du ihn schon als Welpen daran gewöhnen, dass er auch mal länger alleine gelassen werden kann. Das fällt ihm schwer, denn er hängt sehr an seinen Menschen.

Pflege und Gesundheit

Der Welsh Springer Spaniel ist pflegeleicht. Hie und da bürsten reicht.

Rassetypische Krankheiten

Der Welsh Springer Spaniel ist eine robuste Hunderasse. Die großen, herunterhängenden Ohren sind zuweilen problematisch. Da der Welsh Springer eine sehr seltene Hunderasse darstellt, solltest du das Thema Inzucht im Auge behalten.

Ernährung

Ein Welsh Springer Spaniel ist beim Thema Ernährung in aller Regel unproblematisch.

Lebenserwartung

Welsh Springer Spaniels sollen nach Angaben des Kennel Clubs eine Lebenserwartung von über 10 Jahren haben.

Einen Welsh Springer Spaniel kaufen

Vor der Überlegung an die Anschaffung eines Welsh Springer Spaniels sollte bei dir die gewissenhafte Beantwortung der Frage stehen, ob du den Anforderungen an eine wesensgerechte Haltung dieses Jagdhundes gerecht werden kannst. Und das über 10 und mehr Jahre. In jedem Fall solltest du einen Welpen nur vor Ort bei einem Züchter kaufen, der einem der beiden Zuchtvereine im VDH angeschlossen ist. Zuweilen hast du Glück und findest deinen Spaniel im Tierheim. Die Kosten für einen Welsh Springer Spaniel liegen bei ca. 1500 Euro.


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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