Pharaonenhund im Rasseportrait

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Pharaonenhund

Pharaonenhund

Jagdhunde
Herkunft Malta Lebenserwartung ca. 12 Jahre
FCI-Standard FCI Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp Funktion Jagdhunde
Größe Mittelgroße Hunderassen Häufige Krankheiten keine
Gewicht unbekannt Felllänge kurz
Charakter/Wesen intelligent, freundlich, verspielt, wachsam, lebhaft Fellfarbe braun
Besonderheiten

reinlich, pflegeleicht

Herkunft und Rassegeschichte

Der Pharaonenhund ist eine windhundähnliche Jagdhunderasse, die früher in vielen Gegenden des Mittelmeers beheimatet war . Er wird auch Kelb-tal-Fenek oder Pharaoh Hound genannt. Letzterer ist sein offizieller Name. „Kelb-tal-Fenek“ ist maltesisch und heißt „Hund des Kaninchens“. Wie die Podencos ist er der Spezialist der Kaninchenjagd. Dazu geht er jedoch nicht wie Dackel oder Terrier unter die Erde in den Bau. Denn Pharaonenhunde und Podencos jagen übertage auf Sicht. Sie sind windhundartig flink und können blitzschnelle Haken schlagen. Als Gruppe kreisen sie ihre Beute ein. Dadurch bringen sie in kurzer Zeit Dutzende, ja Hunderte Kaninchen zur Strecke. Pharaonenhunde arbeiten in der Regel ohne Anleitung des Jägers vollkommen selbständig. Auf Malta helfen sie auch beim Hüten von Ziegen und machen sich als Allrounder bei allen Aufgaben an Haus und Hof nützlich.

Der Pharaonenhund wurde seit den 1960 Jahren in Großbritannien als eigenständige Hunderasse kreiert. Er ist ein Spross aus der Population solcher Hunde, die es seit Jahrtausenden rund um das nördliche und östliche Mittelmeer gibt. Neben dem Pharaoh Hound sind die Podencos weitere dieser heute jeweils als eigenständige Hunderassen geführten Nachkommen dieser Hunde. Deren Wurzeln reichen tief in die Vergangenheit. Ihre genaue Abstammung ist aber nicht geklärt. Auffällig ist ihre Ähnlichkeit zum altägyptischen Jagdhund Tesem, einer der ältesten dokumentierten Hunderassen überhaupt. Es ist allerdings weder nachgewiesen noch wahrscheinlich, dass es sich um „reinrassige“ Nachkommen des Tesems handelt. Wahrscheinlich ist, dass dieser Typ Hund durchgängig existierte, da er in seiner heutigen Funktion bereits den Menschen der Antike diente.

Mit der Zeit bildeten sich regionale Schläge heraus, die untereinander aber immer wieder verpaart wurden. Dem trug der Welthundeverband, Fédération Cynologique Internationale, Rechnung, indem er bis 1977 einen Sammelstandard für die mediterranen Rassen führte. Großbritannien kreierte dann die Hunderasse Pharaoh Hound und übergab das Patronat später an Malta. Dort wurde er 1974 sogar zum Nationalhund erklärt. 1991 wurde er von der Fédération Cynologique Internationale offiziell als eigene Rasse anerkannt. Seit 1982 wird der Pharaoh Hound vom Deutschen Windhundzucht- und Rennverband züchterisch betreut. Der Verband bietet zudem die Möglichkeit, dass diese Hunde etwa bei Windhunderennen ihr ausgeprägtes Bedürfnis nach schnellem Laufen ausleben können. Als anerkannter Rassehund ist der Pharaoh Hound sehr selten. Es gibt nur hie und da einen offiziellen Wurf. Seine stammbaumlosen Verwandten sind dagegen sehr häufig.

Beschreibung

Pharaoh Hounds sind mittelgroße Jagd- und Windhunde. Sie haben eine unverwechselbare Erscheinung. Sie erinnern an einen kräftig gebauten, mittelgroßen Windhund und zugleich an die weltweit überraschend einheitlich aussehenden Straßen- oder Pariahunde. Pharaonenhund2Der Pharaoh Hound sticht durch seine rötliche Farbe hervor. Ein Gewicht ist nicht vorgeschrieben, wohl aber die gewünschte Größe. Der Pharaoh Hound soll eine Widerristhöhe bei Rüden von 56 bis 64, bei Hündinnen von 53 bis 61 Zentimeter vorweisen. Sein Haarkleid ist kurz und glänzend, von fein und dicht bis etwas harsch. Die Fellfarbe zeigt ein charakteristisches Rostbraun bis Dunkelrostbraun. Die Augen sind bernsteinfarben. Die Ohren werden bei Aufmerksamkeit hoch aufgerichtet getragen. Seine Erscheinung fasst der Standard wie folgt zusammen:

Von mittlerer Größe, edle Haltung mit klar umrissenen Linien. Anmutig, dabei kraftvoll. Sehr schnell bei freier, leichtfüßiger Bewegung und mit wachsamem Ausdruck.

 

Charakter und Wesen

Pharaonenhunde sind Jagd- und Windhunde zugleich. Zuweilen werden sie in ihrer Heimat als Wachhund oder Hütehund für Ziegen eingesetzt. Vor der genetischen Trennung von der Gesamtpopulation mussten sich viele Hunde mit der Suche nach Resten menschlicher Nahrung durchschlagen und nicht selten Hunger leiden. Diese ursprünglichen Lebensbedingungen bestimmen auch heute noch ihr Wesen. Sie sind hoch agil und aufmerksam. Ihren scharfen Sinnen entgeht kaum etwas. Besonders als junge Hunde lechzen sie nach Bewegung und Erlebnissen, idealerweise jagdlicher Art und zu allererst mit der Option, frei laufen zu können. Da sie meist einen starken Jagdtrieb besitzen, kann diesem tief verankerten Bedürfnis der Hunde in unseren Breiten nur selten nachgekommen werden.

Es ist ein Erlebnis, Pharaoh Hounds beim freien Laufen zuschauen zu dürfen. Denn sie können schnell sprinten und vor allem extrem kurze Haken schlagen. Pharaoh Hounds jagen mit allen drei Sinnen: Riechen, Sehen, Hören. Der Standard beschreib ihr Wesen so:

Wachsamer, leidenschaftlicher Jäger, der sowohl seine Augen wie auch seinen Geruchsinn benutzt. Bei der Arbeit auf kurze Distanz gebraucht er auch seine Ohren in bemerkenswerter Weise.

Pharaonenhunde sind sehr intelligent und gelehrig. Sie lernen schnell, was erlaubt und was tabu ist. Dabei sind sie den Menschen freundlich und aufgeschlossen zugewandt. Menschen gegenüber sind sie völlig aggressionslos; gegenüber anderen Hunden kann dies besonders bei Rüden jedoch anders sein. Pharaoh Hounds haben ein gutmütiges, verspieltes Wesen. Sie suchen die innige Anbindung an Herrchen und Frauchen und sind diesen treu ergeben. Auch wenn sie elegant und schlank daherkommen, so sind sie sehr zäh und belastbar.

Haltung

Grundsätzlich ist der Pharaonenhund gut zu halten. Er eignet sich als Familienhund und Freund der Kinder bestens und will als Mitglied seiner Familie gesehen werden. In der Regel ist er allerdings nicht für eine Wohnung in der Großstadt geeignet. Er braucht täglich lange Spaziergänge in der Natur, am besten mehrmals am Tag. Hier sind seine Sinne auf das Höchste angespannt. Er ist ein engagierter, hellwacher Jagdhund. Er braucht zumindest hie und da die Möglichkeit, sich beim freien Laufen auspowern zu können.

Ein artgerecht gehaltener Pharaonenhund ist im Haus ruhig und sanft. Dann kann er entspannt in seinem Körbchen oder auf dem Sofa ruhen. Zudem ist er sehr verspielt. Manche Exemplare sind ausgesprochen wachsam und bellen gerne. Auch ansonsten wird das Bellen sehr gerne zur Kommunikation und zum Ausdruck seiner Gefühle eingesetzt. Zu beachten ist auch, dass der Pharaonenhund keine Unterwolle und von Hause aus auch eher wenig isolierendes Fett hat und somit kälteempfindlich ist.

Erziehung

Ein gut sozialisierter Pharaonenhund lässt sich sehr gut erziehen. Seine wachen Sinne, seine Intelligenz und seine freundliche Zugewandtheit machen es ihm leicht, uns Menschen zu verstehen. Zudem will er uns gefallen und in Einklang leben. Natürlich bedarf es immer gerechter Konsequenz. Nachlässigkeit von Herrchen und Frauchen bemerkt er sofort und nutzt diese gnadenlos aus. So wird er jede Unaufmerksamkeit nutzen, eine unbehütete Leckerei zu klauen. Zur hundgerechten Beschäftigung und körperlichen Auslastung bietet der Windhundeverband die Möglichkeit, mit Pharaoh Hounds an Windhundrennen oder Coursings teilzunehmen. Auch andere Hundesportarten wie Agility sind geeignet. Bedingt durch seine starke jagdliche Motivation erfordert eine Ausbildung Geduld und Einfühlungsvermögen.

Pflege und Gesundheit

Der Pharaonenhund ist sehr genügsam. Hie und da das Fell bürsten reicht.

Rassetypische Krankheiten

Genaue Angaben zu rassetypischen Krankheiten liegen zu dieser seltenen Hunderasse nicht vor. Ein Problem dürfte aber die Inzucht sein.

Ernährung

Pharaonenhunde sind oft sehr verfressen. Hier muss man aufpassen. Ansonsten sind es ausgesprochen genügsame Kostgänger.

Lebenserwartung

Zahlen gibt es zur Lebenserwartung von Pharaonenhunden nicht. Sie dürfte jedoch bei etwa 12 Jahren liegen.

Einen Pharaonenhund kaufen

Willst du dein Leben mit einem Pharaonenhund verbringen, solltest du zunächst prüfen, ob du alle Voraussetzungen hierzu gewährleisten kannst, besonders ob du die Möglichkeit hast, ihn regelmäßig Laufen lassen zu können. Ansonsten solltest du dich in Tierheimen, bei seriösen Tierschutzorganisationen nach sehr ähnlichen Hunden umschauen oder von Fachleuten des Deutschen Windhundzucht- und Rennverband beraten lassen.

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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