Krebsspürhunde

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KrebsspürhundDie Unterstützung unserer Vierbeiner ist heute in vielen Bereichen nicht mehr wegzudenken. Ob als Blindenführhunde, Diabeteswarnhunde oder Diensthunde: ihre Intelligenz, ihr Arbeitseifer und ihre Lust, mit dem Menschen zu kooperieren, machen sie zu tollen und wertvollen Partnern. Seit einigen Jahren sind sie nun auch bei der Krebsfrüherkennung im Einsatz und bieten eine große Unterstützung in diesem ganz besonderen und hochanspruchsvollen Job. Patienten, die sich eine zweite Meinung einholen möchten, Menschen, bei denen der Verdacht einer Krebserkrankung gegeben ist oder die sich durch Vorerkrankungen in der Familie unsicher sind, können den Service der Probenüberprüfung durch Krebsspürhunde in Anspruch nehmen.

Wie ist der Ablauf?

Interessierte können sich ein Probenset ganz bequem nach Hause bestellen. In einem solchen Set befinden sich alle notwendigen Materialien. Die wohl wichtigsten davon: die Probenträger. Diese sollte der Patient mit etwas Wangenschleim, einem Hautabstrich oder einigen Urintropfen belegen, zurück in den Rücksendeumschlag stecken und an das zuständige Institut schicken. Dort werden die Proben durch ausgebildete Spürhunde überprüft und der Patient über das entsprechende Ergebnis informiert. Je nachdem, wo krankhaft veränderte Zellen im Körper sind, kann es sein, dass beispielsweise die Schleimhautprobe negativ und die Urinprobe positiv getestet wird. Ein solches Ergebnis kann ein Hinweis darauf sein, in welcher Körperregion Krebszellen gefunden worden sind. Bei Frauen könnte ein solches Untersuchungsergebnis zum Beispiel auf Gebärmutterkrebs hindeuten. Ein Arzt kann dann bereits gezielter suchen und spezialisierte Testverfahren anwenden, um die »Diagnose« des Hundes zu bestätigen.

Wieso sind die Spürhunde sinnvoll?

Es gibt Krebsarten, die sehr lange Zeit unentdeckt bleiben, da sie keine Symptome mit sich bringen und der Betroffene beschwerdefrei ist. Gerade Lungenkrebs kann jahrelang unbemerkt bleiben, weshalb eine Früherkennung durch die Spürhunde hier ein riesengroßer Vorteil ist, sodass umgehend gehandelt werden kann. Durch ein hierfür speziell entwickeltes Verfahren können Atemproben genommen werden, welche anschließend durch die ausgebildeten Hunde überprüft werden.
Zudem könnte man sagen, dass die Spürhunde der Technik eine Nasenlänge voraus sind. Denn, während die gängigen Bluttests und Krebsscreenings die Krankheit im Blut oder Knochenmark nachweisen, können die Hunde die veränderten Zellen bereits über den Geruch feststellen, noch bevor diese im Blut oder Knochenmark nachweisbar sind. Krebs in einem möglichst frühen Stadium zu erkennen, erhöht die Heilungschancen oft enorm!

Die Ausbildung

Bis ein zukünftiger Krebsspürhund verlässlich für die Überprüfung der Geruchsproben eingesetzt werden kann, muss er eine anspruchsvolle und zeitintensive Ausbildung durchlaufen. Während dieser Zeit erlernt er, Gerüche zu unterscheiden und seine feine Nase gezielt einzusetzen. Hierbei ist selbstverständlich auch der Hundeführer gefragt, der seinen Hund bei der Ausbildung stets begleitet und anleitet.
Natürlich steht auch bei der Arbeit mit den Krebsspürhunden die Freude am Tun, sowie die Motivation des Hundes im Vordergrund. Es sollte ausschließlich mit der positiven Verstärkung gearbeitet werden. So könnte nach einer erfolgreich bewältigten Aufgabe, die Belohnung in Form des absoluten Lieblingsspielzeuges der Spürnase auf ihn warten. Hat der Hund Lust auf die Schnüffelarbeit, ist er motiviert und hochkonzentriert bei der Arbeit und empfindet die Herausforderungen wie eine Art Spiel.

Besondere Voraussetzungen an einen angehenden Krebsspürhund

Vielleicht bist du ganz begeistert von der Arbeit der Krebsspürhunde und könntest dir deinen Hund ebenfalls in dieser Rolle vorstellen. Grundsätzlich bringt jeder gesunde Hund die Veranlagung des hochfeinen Geruchssinnes mit, doch gibt es diesbezüglich einen besonderen Unterschied. Hunde mit einer längeren Schnauze beziehungsweise einer längeren Nase haben mehr Fläche für die Millionen von Geruchszellen. Das ist der Grund, weshalb oftmals Hunderassen mit längerer Schnauze als Spürhunde aktiv eingesetzt werden, sowie Jagdhunderassen und deren Mischlinge, die für das Aufspüren und Verfolgen von Fährten gezüchtet wurden.
Eine gute Voraussetzung wäre also, wenn dein Hund zum einen fit und gesund ist, er arbeitsfreudig und leicht motivierbar ist und ihm die Schnüffelarbeit große Freude macht. Ob dein Hund Freude an dieser Art der Arbeit hat, kannst du gerne erstmal Zuhause oder in einer Hundeschule ausprobieren. Anhand von Leckerli-Suchspielen sieht man oft schon wie motiviert und gut der Hund seine Nase einsetzt. Auch Schnupperstunden und kurze Trainingseinheiten im Bereich Mantrailing oder Fährtenarbeit geben dir ein Gefühl dafür, ob dein Hund an dieser Form der Auslastung Spaß hat oder ob er eher für eine andere Aufgabe zu begeistern wäre.

Nähere Informationen, wo du eine Krebsspürhund-Ausbildung mit deinem Vierbeiner absolvieren kannst, findest du im Internet. Da diese Ausbildung noch nicht sehr verbreitet ist, musst du vielleicht etwas Anfahrtszeit zu der nächsten möglichen Ausbildungsstätte in Kauf nehmen.


KristinaKristina Ziemer-Falke ist zertifizierte Hundetrainerin und Verhaltensberaterin durch die Tierärztekammer Schleswig-Holstein und das Messerli Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Darüber hinaus verfügt sie über viele Zusatzausbildungen und Schwerpunkte und ist im Prüfungsausschuss der Tierärztekammer Niedersachsen für die Hundetrainerzertifizierungen.
Mit ihrem Mann Jörg Ziemer gründete sie das Schulungszentrum Ziemer & Falke, in dem sie seit vielen Jahren mit viel Herz, Leidenschaft und Kompetenz Hundetrainer in ganz Deutschland ausbilden und viele Weiterbildungsangebote anbieten. Viele kennen Kristina außerdem als erfolgreiche Autorin von Fachbüchern für Hundetrainer und Hundehalter sowie aus Artikeln beliebter Hundezeitschriften.


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