Katalanischer Schäferhund im Rasseportrait

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Katalnischer Schäferhund

Steckbrief

Hütehunde
Herkunft Spanien Lebenserwartung 12 Jahre
FCI-Standard FCI Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde Funktion Hütehunde
Größe Mittelgroße Hunderassen Häufige Krankheiten keine
Gewicht nicht vorgegeben Felllänge lang, üppig
Charakter/Wesen wachsam, selbständig, treu Fellfarbe lohfarben, graubraun mit oder weniger rot, grauweiß oder schwarz
Besonderheiten

toller Hirtenhund

Rassenmerkmale und Erscheinungsbild

Wie sieht ein Katalanischer Schäferhund aus?

Der Katalanische Schäferhund oder auf Katalanisch „Gos d’Atura Catalá“ ist ein mittelgroßer Hund mit einem üppigen, langen Fellkleid an seinem ganzen Körper. Der offizielle Standard beschreibt die äußere Erscheinung des Gos nur ganz knapp so:

Er ist ein wohlgestalteter Hund mittlerer Größe und mit schönem Pelz.

Dieser Pelz soll lang, glatt oder sehr leicht gewellt sein. Es ist rau und trägt eine reiche Unterwolle. Am Kopf bildet es einen Kinn- und Schnurrbart, Tolle und Augenbrauen, die jedoch nicht die Augen verdecken. Erlaubte Fellfarben sind lohfarben, graubraun mit oder weniger rot, grauweiß oder schwarz. Laut Standard sollen die Ohren des Gos hoch angesetzt, dreieckig, dünn, spitz zulaufend sein. Im Standard heißt es:

Bei arbeitenden Hunden können sie kupiert zugelassen werden.

Das wäre allerdings tierschutzwidrig und macht zudem nicht einmal Sinn. Aber das Kupieren der Ohren ist glücklicherweise nur eine Kann-Bestimmung.

Wie groß ist ein Katalanischer Schäferhund?

Der Katalanische Schäferhund hat eine Widerristhöhe bei Rüden zwischen 47 und 55 und Hündinnen zwischen 45 und 33 Zentimetern. Ein Gewicht wird nicht vorgegeben.

Wie alt wird ein Katalanischer Schäferhund?

Der Katalanische Schäferhund, hat bezogen auf seine Größe, eine hohe Lebenserwartung von 12 Jahren.

Wesenszüge und Charaktereigenschaften

Welche Eigenschaften hat ein Katalanischer Schäferhund?

Der Katalanische Schäferhund ist ein urwüchsiger Hirtenhund für alle Einsatzzwecke. Er trägt die Wesenszüge eines Hütehundes und eines Herdenschutzhundes zugleich. Er ist ausgesprochen arbeitswillig und meistert mit seiner Intelligenz und seinen körperlichen Fähigkeiten die anspruchsvollsten Aufgaben. Der offizielle Standard beschreibt sein Wesen mit:

Sehr zurückhaltender, lebhafter und intelligenter Hund, mit edlem Blick, schätzenswertem, derb-ländlichem Wesen, dem Schäfer und der ihm anvertrauten Herde aufopfernd ergeben. Fremden nähert er sich nicht, was ihn gelegentlich unzugänglich erscheinen lässt. Er ist sehr wachsam. Sehr widerstandsfähig gegen Hitze, Kälte und alle Unbilden des Wetters. Die einfachste Nahrung reicht ihm aus, um unter den genannten harten Bedingungen zu arbeiten.

Der Katalanische Schäferhund ist geprägt von der engen Zusammenarbeit mit seinen Menschen unter den härtesten Bedingungen des Gebirges der Pyrenäen. Das formte über Jahrhunderte ein ganz hervorragendes Wesen. So ist er ein spannender Begleiter, inniger Freund und zudem ein wirklich guter Familienhund. Dafür braucht er aber eine fachkundige, engagierte Führung. Der Gos ist kein Anfängerhund. Nebenbei ist er ein guter Wächter und verlässlicher Beschützer der Familie und des Hauses. Fremden gegenüber begegnet er zunächst misstrauisch und mit Abstand. Doch er ist viel freundlicher und umgänglicher als es auf den ersten Blick erscheint. Sein zuweilen derbes Wesen ist ein Teil des besonderen Reizes dieses hier seltenen Hundes.

Herkunft & Geschichte

Wo kommt der Katalanische Schäferhund ursprünglich her?

Der Gos d’Atura Catalá ist der Hirtenhund der katalanischen Pyrenäen. Er verkörpert die Qualitäten eines Hüte- und eines Herdenschutzhundes zugleich. Schon seit Urzeiten begleiteten diese Hunde die Hirten der Gebirgswelt Katalaniens. Neben Schafen wurden auch Rinder und Pferde gehütet. Selbst ausgewachsene Stiere sollen diesen Hunden mit Respekt gehorcht haben. Das wird bereits vor gut 100 Jahren berichtet. Seine Verwendung sieht der offizielle Standard so:

Das wirkliche Wesen der Rasse kommt bei der Beaufsichtigung der Herden zum Ausdruck. Der Hund folgt nicht nur den Anweisungen des Schäfers, sondern ist darüber hinaus in vielen Fällen fähig, eigene Entscheidungen zu treffen. Er lenkt die Herde mit wunderbarer Leichtigkeit so, dass sich kein Tier von den anderen trennt. Sein großer Mut und seine Tapferkeit lassen auch seine Verwendung für Wachaufgaben zu. Aufgrund seiner Größe, seines schönen Pelzes, seiner Intelligenz und seiner großen Treue seinen Herren gegenüber kann er auch ein vorzüglicher Begleithund sein.

In der Hundeliteratur fanden die katalanischen Hirtenhunde um 1900 erstmals als eigener Typ anerkennende Erwähnung. Allerdings wurden sie erst in den 1930er Jahren von der Rassezucht wahrgenommen. Was für die Qualität der Hunde allerdings eher als Vorteil anzusehen ist. Dann ging es recht schnell. Der Gos d’Atura Catalá wurde 1956 bei der Fédération Cynologique Internationale offiziell anerkannt. Der heute gültige Standard stammt aus dem Jahr 1982. In Deutschland fallen immerhin um die 100 Welpen pro Jahr unter dem Dach des VDH.

Beliebte Mixe

Mixe mit Katalanischem Schäferhund sind extrem selten.

Pflege, Gesundheit und Krankheiten

Wie viel Pflege braucht ein Katalanischer Schäferhund?

Das Fell des Katalanischen Schäferhundes bedarf regelmäßiger Pflege; besonders in den Zeiten des Fellwechsels zweimal im Jahr.

Gibt es beim Katalanischen Schäferhund rassetypische Krankheiten?

Der Gos erfreut sich einer robusten Gesundheit. Tendenzen im Ausstellungswesen der modernen Rassezucht, allzu viel Wert auf sein Fellkleid zu legen, sollten kritisch gesehen werden. Das passt überhaupt nicht zu Geschichte und Wesen dieses urigen Hirtenhundes. Zudem ist die Bestimmung im offiziellen Standard tierschutzwidrig, wenn das Kupieren der Ohren ausdrücklich zugelassen wird: wenn auch nur als Option. Diese Bestimmung sollte unbedingt abgeschafft werden.

Welches Futter ist für einen Katalanischen Schäferhund am besten?

Der Katalanische Schäferhund ist absolut problemlos in seiner Ernährung. Er eignet sich selbstverständlich auch zum Barfen.

Aktivitäten

Ein Katalanischer Schäferhund ist ein Arbeitshund. Er liebt Herausforderungen, die Problemlösungen und eigenständiges Handeln erfordern. Begleithundeprüfung, Breitensport, Fährtenarbeit und Rettungsdienst sind Aktivitäten, die er problemlos und mit Freunde praktiziert. Selbst als Therapiehund macht er sich ganz hervorragend.

Überlegungen vor der Anschaffung

Wo kann man einen Katalanischen Schäferhund kaufen?

Die Anschaffung eines Katalanischen Schäferhundes solltest du nur auf Grundlage mehrjähriger Hundeerfahrung in Erwägung ziehen. Die registrierten Züchter im VDH beraten dich gerne.

Erziehung und Haltung

Passt ein Katalanischer Schäferhund zu mir?

Der Gos d’Atura Catalá ist in seiner Haltung äußerst anspruchslos – siehst du von der bereits erwähnten Fellpflege einmal ab – und natürlich seinem Wunsch nach Aktivität. Er ist sowohl in seiner Ernährung anspruchslos wie auch in seiner Unterbringung. Allerdings: Ein Gos gehört nicht in eine Stadtwohnung und ebenso nicht in eine Stadt. Er braucht sein Areal. Dieser aktive, selbstbewusste Hund ist durchaus feinfühlig und legt großen Wert auf eine enge emotionale Bindung an seine menschliche Familie. Kasernenhofstil ist exakt das Gegenteil vom dem, was er in seiner Führung braucht. Er braucht das vertrauensvolle Verhältnis zu Herrchen und Frauchen. Idealerweise arbeitest du mit ihm. Hier bietet der Katalane ein breites Spektrum an Fähigkeiten und Interessen. Allerdings ist er keiner, der für irgendwelche Spielchen auf Kommando Lust hat. Ein Katalanischer Schäferhund ruht in sich selbst und zudem denkt mit.

Interessantes, Wissenswertes & Extras

Das Zusammenleben mit einem Gos d’Atura Catalá ist ein großartiges Geschenk. Du solltest allerdings mit Hunden erfahren sein und Freude an gemeinsamen Aktivitäten haben. Zurecht gewinnt der Katalane auch in Deutschland zunehmend an Beliebtheit.


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


 

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