Welpenfutter: Wie ernähre ich meinen Welpen korrekt?

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WelpenfutterBei der Fütterung von wachsenden Hunden muss einiges beachtet werden. Diese Phase ist auch entscheidend für die spätere Gesundheit des Tieres, deshalb sollte man hier nichts versäumen. Welches Welpenfutter ist das Beste? Trockenfutter, Nassfutter oder gar BARF? Wir möchten dich dabei unterstützen, das passende Futter für deinen Liebling zu finden und ihn richtig zu ernähren. Damit er gesund „groß und stark“ wird.

Welpen sind sensibel

Die Fütterung von Welpen ist schon allein deshalb anspruchsvoll, weil die jungen Hunde sehr empfindlich sind. Du solltest daher von Anfang an ein Hundefutter wählen, das dein Welpe dann auch durchgehend bekommen kann. Viel Abwechslung mag für uns attraktiv erscheinen, führt bei der Welpenfütterung aber schnell zu Irritationen des Magen-Darm-Traktes. Durchfall und Erbrechen können dann die Folge sein. Wähle also sorgfältig ein Hundefutter aus, das du dann zunächst beibehältst.

Futterumstellung

Manchmal lässt sich dennoch ein Futterwechsel nicht vermeiden. Wenn zum Beispiel der Züchter ein anderes Welpenfutter füttert als du gerne nutzen möchtest, musst du deinen Welpen langsam umstellen. Räume ihm dafür genug Gewöhnungszeit ein. Über mehrere Tage solltest du nach und nach den Anteil des neuen Futters an der Tagesration steigern und reduzierst das bisher verwendete entsprechend. Nach 4 bis 7 Tagen sollte dein Welpe dann ausschließlich das gewünschte Hundefutter fressen können.

Fütterungsgewohnheiten

Die Tagesration solltest du für Welpen und Junghunde immer auf kleine Portionen aufteilen. Das erleichtert die Verdauung. 3-4 Mahlzeiten können täglich angeboten werden. Es empfehlen sich einigermaßen feste Fütterungszeiten. Dabei kommt es nicht auf eine halbe Stunde an, aber sie geben deinem Welpen und dir eine Zeitstruktur im Tagesablauf. Nachdem dein Welpe gefressen hat, sollte er ruhen. So ergibt sich automatisch ein Rhythmus aus Aktivität, Fressen und Ruhepause, der auch für dich besser planbar ist.

Schnell neigt man dazu, es zu gut mit dem Sprössling zu meinen. Wer aber zu sehr nach dem Motto „Liebe geht durch den Magen“ handelt, gefährdet unter Umständen die Gesundheit des jungen Hundes. Denn eine Überfütterung schadet. Zu viel Futter führt bei deinem Junior zu Übergewicht und rasant schnellem Wachstum. Das schädigt früh die jungen Gelenke.

Welches Futter ist das beste?

Ganz egal ob du Nassfutter oder Trockenfutter fütterst, mit frischem Fleisch und Gemüse barfst oder selbst für deinen Hund kochst: Die Fütterung sollte von deinem Welpen vertragen werden, seinen Bedarf an Nährstoffen und Energie decken und ihm schmecken. Aber auch auf deine Möglichkeiten und Gewohnheiten kommt es bei der Auswahl des richtigen Futters an. Deshalb gibt es nicht das eine Futter, das allen Ansprüchen gerecht wird. Die Entscheidung triffst du individuell für dich und deinen Hund.

Kriterien für die Futterwahl

In jedem Fall aber sollte ein Welpenfutter einige wichtige Kriterien erfüllen. Hier zeigen wir dir an einigen Beispielen, worauf du bei der Futterauswahl besonders achten solltest.

Energie

Die Ernährung sollte den Bedarf des Welpen mit Energie decken. Eine Überversorgung mit Energie ist aber strikt zu vermeiden. Sonst steigt das Risiko von Wachstumsstörungen, die gesundheitliche Schäden verursachen können. Denn ein Energieüberschuss beschleunigt das Wachstum deines Hundes. Das ist ungesund, denn so erreicht er zu früh seine Endgröße. Die Körpergröße eines Hundes ist stets genetisch festgelegt. Wie groß er letztendlich wird, kannst du über das Futter also nicht beeinflussen. Wohl aber, wann er diese Größe erreicht. Es ist stets eine optimale Wachstumsgeschwindigkeit anzustreben, um auch dem Skelett genug Zeit zu geben, sich der steigenden Belastung durch mehr Körpermasse anzupassen. Achte also auf eine adäquate Abdeckung Energieversorgung, aber vermeide eine Überversorgung.

Eiweiß

Welpen fütternFrüher ging man davon aus, dass eine unvorteilhafte Wachstumsbeschleunigung durch eine Eiweißüberversorgung zustande kommt. Dem ist aber nicht so. Ein Eiweißüberschuss stellt bei einem gesunden, wachsenden Hund kein Problem dar. Im Gegenteil: Es ist wichtig, dass dein Welpe genügend hochwertige Eiweiße (Proteine) aufnimmt. Denn sie liefern wertvolle Bausteine, die dringend für gesundes Wachstum benötigt werden. Wichtig ist hierbei nicht nur eine quantitative Abdeckung des Proteinbedarfs, sondern die Versorgung mit hochwertigen Proteinen. Sie sollten gut verdaulich sein. Was heißt das genau? Stelle dir hierzu das Protein als Perlenkette vor. Der Körper hat Vorgaben, welche Farben die von ihm gebauten Perlenketten (Proteine, die für das Wachstum und die Körperfunktionen benötigt werden) haben sollen.

Gehen wir davon aus, er müsste rot-gelbe Ketten basteln. Dann ist es egal, ob wir ihn mit einheitlich roten und gelben oder bereits fertigen rot-gelben-Ketten versorgen. Denn zerlegen und neu zusammensetzen muss er sie eh. Liefern wir ihm aber blau-gelbe Perlenketten, muss der Hundekörper die blauen Perlen aussortieren und kann nur die gelben verwenden. Solche Proteine sind also schlechter verdaulich. Die Perlen stellen im Beispiel die Bestandteile dar, aus denen Eiweiße aufgebaut sind: Aminosäuren. Ein optimales Aminosäuremuster für die Hundeernährung weist tierisches Eiweiß auf. So unterstützt zum Beispiel ein hoher Fleischanteil im Futter eine dem Bedarf des Welpen entsprechende Proteinzufuhr.

Körpergröße

Die unterschiedlichen Hunderassen stellen schon allein aufgrund der Varietät in den Größen verschiedene Ansprüche an ein Aufzuchtfutter. Deshalb solltest du eine Fütterung wählen, die optimal an die zu erwartende Endgröße deines Juniors angepasst ist. Ein Aufzuchtfutter speziell für große Rassen sollte unter anderem verhältnismäßig mehr Calcium enthalten als eines für kleinere Rassen. Zudem sind kleinere Rassen eher ausgewachsen und können dann auch schon eine entsprechend anders zusammengesetzte Nahrung bekommen. Für eine gesunde Entwicklung musst du auf die individuellen Ansprüche deines Hundes eingehen.

Calcium-Phosphor-Verhältnis

Die beiden Mineralstoffe Calcium und Phosphor (neben vielen weiteren)müssen in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Sie sind wesentlich am Aufbau der Knochensubstanz beteiligt. Du solltest bei der Wahl des Futters zwingend auf ein ausgewogenes Calcium-Phosphor-Verhältnis achten. Idealerweise liegt es zwischen 1,3:1 und 1,8:1. Verwendest du ein sogenanntes „Alleinfutter“? Diese Bezeichnung findet man meist kleingedruckt in der Deklaration. Bei solchen Mischfuttern gibt der Hersteller die Garantie, dass dem Welpen auch bei alleiniger Fütterung dieses Produktes alle notwendigen Nährstoffe in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt werden.

Wenn dein Welpe solch ein Futter bekommt, kannst du getrost auf Mineralzusätze oder ähnliches verzichten. Solltest du sie trotzdem einsetzen, könntest du sogar eine ungesunde Verschiebung des Calcium-Phosphor-Verhältnisses oder eine Überversorgung deines jungen Hundes verursachen und das gilt es unbedingt zu vermeiden. Wenn du aber eigenständig eine Ration zusammenstellen möchtest, musst du besonders auf eine passende Zusammensetzung achten. Hier können Ergänzungsfutter und Mineralzusätze notwendig werden. Solltest du dir unsicher sein, bitte deinen Tierarzt um Rat.

Wachstumskontrolle

Ein gesundes Wachstum und damit auch indirekt die Qualität des eingesetzten Futters kontrollierst du, indem du den heranwachsenden Hund regelmäßig wiegst. Das empfiehlt sich mindestes einmal pro Woche. Berücksichtige hierbei die zu erwartende Endgröße deines Hundes. Große Hunde wachsen länger als kleinere. Mit etwa 5 Monaten haben die meisten Hunde die Hälfte ihres Körperendgewichts erreicht, kleine Rassen sogar oft schon mit 3 Monaten. Das endgültige Körpergewicht erreichen kleine Rassen meist mit 10 Monaten, mittelgroße Rassen mit etwa einem Jahr. Hunde großer Rassen können sogar bis zu 2 Jahre brauchen, bis sie ihr Endgewicht erreicht haben. Wenn du dir unsicher darüber bist, ob dein Hund ein gesundes Wachstum zeigt, lasse dich hierzu von deinem Tierarzt beraten. Dieser kann gegebenenfalls auch eine Wachstumskurve zur besseren Orientierung erstellen.

Welpenfutter finden

Es ist einiges zu berücksichtigen. Aber wenn man sich an ein paar wesentliche Punkte hält, ist die Fütterung eines jungen Hundes auch kein Hexenwerk. Als geeignet erweisen sich viele Futtermittel und Fütterungsvarianten. Wichtig ist, dass du das Welpenfutter tagtäglich handhaben kannst und dass dein Welpe es gut verträgt und gerne frisst. Es sollte eine gesunde Entwicklung unterstützen. Vermeide eine Überfutterung und unnötige Futterwechsel. Stelle deinem Welpen in 3-4 Portionen täglich genug geeignetes Welpenfutter zur Verfügung, um seinen Bedarf an wichtigen Nährstoffen zu decken. So legst du den Grundstein für eine solide Gesundheit.

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Kommentare, Fragen und Antworten
  1. Liebes Team von Zooroyal,
    ich bin euch so sehr Dankbar für diesen Artikel, der für micht genau zur rechten Zeit kommt.
    Unser 3 Monate alter Rambo hat in regelmäßig unregelmäßigen Abständen durchfall (mal 2 Tage, dann wieder 2 Tage nicht).
    Als nächstes wollten wir den Gang zum Tierarzt gehen, aber wir machen wie Ihr schreibt evtl. den Fehler, dass er Morgens anderes Futter bekommt als Abends. Wir versuchen jetzt bei einem Futter zu bleiben für einige Tage/Wochen und hoffen, dass es dann besser wird.
    MFG Tom

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Thomas,

      wir drücken dir die Daumen, dass es klappt! Den Rat eines Tierarztes einzuholen, ist aber trotzdem keine schlechte Idee. 🙂

      viele Grüße,
      dein ZooRoyal Team

  2. Pascal sagt:

    Dieser Beitrag hat mir persönlich sehr geholfen. Schön dass solche Texte auch für Anfänger leicht verständlich veröffentlicht werden. Danke Leute!

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Pascal,

      vielen Dank für dein Lob! Schön, dass wir dir helfen konnten. 🙂

      Viele Grüße,
      dein ZooRoyal Team

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