Entspannung beim Hund: Den Vierbeiner beruhigen

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Hund entspannt auf dem Sofa

Hunde zählen zu den sensibelsten Lebewesen der Welt. Nicht nur, dass sie ein wesentlich leistungsfähigeres Gehör haben, als wir Menschen oder einen x-mal besseren Geruchssinn, sie besitzen ebenfalls ein feines Gespür für Situationen und Stimmungen. So spüren unsere vierbeinigen Mitbewohner ganz genau, wenn es uns nicht gut geht, wenn wir verärgert sind oder uns freuen. Unsere Verfassung überträgt sich auf ihr Verhalten. Darüber hinaus reagieren Hunde häufig sehr emotional auf veränderte Lebensumstände. Dabei sind ihre Reaktionen unterschiedlich stark ausgeprägt und von wechselnder Natur. Manche Vierbeiner sind nervös oder wirken gestresst, andere reagieren eher verängstigt. Woran du merkst, dass sich dein Liebling unwohl fühlt und wie du ihn in solchen Situationen unterstützten kannst, erfährst du in diesem Beitrag.

Was sind die Auslöser für die Unruhe?

Der Umzug in ein neues Haus oder eine neue Wohnung ist für die meisten Haustiere mit Stress verbunden. Sie müssen ihre gewohnte Umgebung verlassen und sich umorientieren. Plötzlich steht das Körbchen ständig an einem anderen Platz und die Bezugspersonen sind mit dem Auspacken von Umzugskisten beschäftigt. Für Streicheleinheiten bleibt oft keine Zeit mehr und die Mahlzeiten finden unregelmäßig statt. Dabei sind es gerade die gelebten Routinen, die dem Hund Sicherheit geben. Auch die Ankunft eines neuen Babys oder eines weiteren Haustieres kann seine emotionale Balance durcheinanderbringen, wenn er seine Menschen auf einmal mit einem anderen Wesen teilen muss. Das trifft ebenfalls auf Hunde zu, die den ständigen Kontakt zu ihren Bezugspersonen brauchen. Werden sie allein gelassen, fühlen sie sich nicht selten zurückgesetzt und leiden sehr unter Trennungsängsten.

Doch nicht nur solche einschneidenden Umstände belasten deinen Hund, auch mehr oder weniger alltägliche Begebenheiten können für Belastungen sorgen. Bestes Beispiel hierfür ist der Tierarztbesuch. Die Autofahrt ist ja noch ganz okay, aber spätestens beim Betreten der Praxis ist die Ruhe vieler Vierbeiner dahin und selbst die mutigsten zittern am ganzen Körper, wenn sie auf den Behandlungstisch gehoben werden. Zudem können laute Geräusche, wie das Silvesterfeuerwerk oder die Fehlzündung eines Autos, manche Hunde in Angst und Schrecken versetzen. Und während es sich der eine bei Gewitter auf dem Teppich gemütlich macht, verkriecht sich der andere lieber unters Bett. Als verständnisvoller Hundebesitzer kannst du deine Fellnase in diesen oder ähnlichen Situationen beruhigen und zu entspannen versuchen.

Beruhigen oder sich selbst überlassen?

In der Vergangenheit vertraten viele Experten für Hundeerziehung die Ansicht, dass man einen aufgeregten oder verängstigten Hund besser ignorieren und ihm keine Beachtung schenken sollte. Der Hintergedanke dabei war, sein Verhalten nicht noch durch gesteigerte Aufmerksamkeit zu belohnen. Schließlich sind Hunde nicht dumm und denken sich, wenn ich nervös bin, kümmert sich mein Herrchen ganz besonders um mich und gibt mir Leckerlis. Inzwischen weiß man, dass Vierbeiner durch eine solche Vorgehensweise mit ihren Problemen allein gelassen werden und sich daraus Verhaltensstörungen in der Zukunft entwickeln können. Stattdessen wird heute allgemein dazu geraten, auf die Signale zu achten, die der Hund aussendet und ihn dabei zu unterstützten, Stressphasen besser zu meistern.

Hunde, die eine enge Bindung zu ihrem Herrchen oder Frauchen besitzen, lassen sich wesentlich leichter beruhigen, als Vierbeiner, die sich etwa in der Eingewöhnungsphase befinden. Meist reicht es aus, mit ruhiger Stimme auf das Nervenbündel einzureden und es beruhigend zu streicheln. Spielzeuge oder Leckerlis können ebenfalls beim Ablenken helfen. Ein gemeinsamer Spaziergang oder Spielen ist eigentlich die beste Methode, um wieder Gelassenheit und Selbstvertrauen herbeizuführen.

Hund auf Kissen

Ein gezieltes Entspannungstraining hilft vierbeinigen Nervenbündeln

Ist jedoch die Anspannung des Tieres zu groß und lässt es sich nicht ablenken, kann ein gezieltes Entspannungstraining wahre Wunder bewirken. Treten Stresssituationen auf, verspannen sich die Muskeln des Hundes. Auch häufiges Hecheln und angelegte Ohren deuten auf Nervosität hin. Hunde besitzen zudem eine ausgeprägte Mimik, die sich bei Empfindungen wie Angst oder Unruhe deutlich verändern kann. Verantwortlich für die Veränderung ist ein erhöhter Adrenalinausstoß, der unterschiedlichste Reaktionen hervorruft wie, Aggressivität oder Unaufmerksamkeit. Manche Vierbeiner bleiben dann wie in Schockstarre stehen oder flüchten an einen für sie sicheren Ort.

Wenn du solche Reaktionen bei deinem Hund beobachtest, solltest du seine Angst ganz einfach wegmassieren. Eine gute Möglichkeit ist, seine Ohren sanft von der Muschel bis zur Spitze hin auszustreichen. Wichtig dabei ist, die Ohren nach vorne oder zur Seite zu richten, nicht nach hinten. Ein nach vorne gestelltes Hörorgan bedeutet bei Hunden grundsätzlich Aufmerksamkeit und Wohlbefinden. Diese Übung kannst du wechselseitig durchführen und so lange anwenden, bis sich dein Liebling entspannt. Beruhigend wirkt sich auch eine lockere Streichbewegung mit gewölbter Hand von der Nasenspitze über den Rücken bis zum Ende der Rute aus. Dabei kann die andere Hand stützend unter das Maul gelegt werden.

Diese oder ähnliche Übungen entspannen nicht nur den Hund, sie erhöhen auch die Vertrauensbasis zwischen Mensch und Tier. Die eigene Ruhe und Ausgeglichenheit, ist bei allen Maßnahmen von Vorteil, denn deine Entspannung überträgt sich auf den Hund: Je ruhiger du bist, desto mehr beruhigt sich auch dein Haustier. Darüber hinaus wirkt sich ein Entspannungstraining positiv auf die körperliche Fitness des Vierbeiners aus, während permanent angespannte Muskeln dem Hundekörper auf Dauer Schaden zufügen können.

Mit Bewegung, angepasster Ernährung und täglichen Routinen unterstützen

Damit sich Stressmomente in Grenzen halten, kannst Du bereits im Vorfeld viel für das Wohlbefinden Deines Vierbeiners tun. Entspannungsübungen lassen sich schon im Welpenalter während der Prägephase (4. bis 14. Lebenswoche) durchführen. Zudem empfiehlt es sich, dem Junghund möglichst früh an verschiedene Alltagssituationen heranzuführen. So lernt dein Hund am besten, dass neue Begebenheiten oder laute Geräusche keine Störfaktoren darstellen.

Regelmäßige Bewegung und Beschäftigung sind für Hunde ebenfalls wichtig, damit sie sich ausgeglichen fühlen können. Zudem benötigen Familienhunde viel Aufmerksamkeit und gemeinsame Zeit mit ihren Menschen. Diese solltest du sinnvoll und abwechslungsreich gestalten, etwa mit Streicheln, Spielen, Bürsten und Kuscheln. Tägliche Routinen, wie Gassi gehen oder die Mahlzeiten zur selben Uhrzeit, helfen deinem Vierbeiner ebenfalls dabei, seine Gelassenheit zu bewahren.

Produktempfehlung Royal Canin

Die Futterserie „Royal Canin Relax Care“ kann zur Entspannung des Hundes beitragen – klicke auf das Bild, um zum Futter zu gelangen.

Eine ausgewogene Ernährung, die optimal auf das Alter und die Kondition des Hundes abgestimmt ist, trägt ganz wesentlich zu seinem Wohlbefinden und damit zu seiner Gesundheit bei.

Mitunter kann es hilfreich sein, spezielle Futterzusammensetzungen auszuwählen, die aktiv zur Beruhigung des Vierbeiners beitragen. Dies empfiehlt sich insbesondere bei chronisch ängstlichen Tieren. Mehr dazu kannst du bei deinem Tierarzt erfahren.

Fazit: Hunde in Stressmomenten sich selbst zu überlassen ist out. Stattdessen stehen beruhigen und entspannen auf dem Programm. Mit ein wenig Übung und Einfühlungsvermögen lässt sich Unruhe und Aufregung einfach wegstreicheln. Es gilt, dem Vierbeiner Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln.

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