Corgi im Rasseportrait

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Corgi

Steckbrief

Hütehunde
Herkunft UK Lebenserwartung 13 Jahre
FCI-Standard FCI Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde Funktion Hütehunde
Größe Mini Hunderassen Häufige Krankheiten keine
Gewicht 9-12 kg Felllänge mittellang
Charakter/Wesen wachsam, aktiv, intelligent, ausgeglichen, selbstbewusst Fellfarbe verschieden
Besonderheiten

keine

Rassenmerkmale und Erscheinungsbild

Wie sieht ein Corgi aus?

Der Corgi ist ein sehr markanter, kleiner bis mittelgroßer Hund auf kurzen Beinen. Ein kleiner Hund – was die Höhe angeht – mit großer Ausstrahlung. Obwohl hier eher selten, ist er als Lieblingshund der Queen durchaus bekannt. Sein exakter Name lautet „Welsh Corgi“ mit dem Zusatz der Variante Pembroke oder Carnigan. Diese unterschieden sich durch die Länge der Rute unterscheiden. Oben haben Corgis die Figur eines kleinen Schäferhundes, unten die eines Dackels – grob auf den Punkt gebracht. Sein Fell zeigt eine mittlere Länge, ist gerade und hat eine dichte Unterwolle. In den Fellfarben unterscheiden sich die beiden Varianten. Beim Pembroke sind mehr rötliche, beim Carnigan auch weitere Farben zugelassen. Nur ein großflächiges Weiß ist bei beiden unerwünscht. Den Pembroke soll eine kurze Rute auszeichnen. Diese ist aber – sofern nicht durch Kupieren erzeugt – das sichtbare Ergebnis eines Gendefekts, der auch weitere – nicht sichtbare – aber schwere, teils tödliche gesundheitliche Folgen haben kann. Deshalb wurde auf Druck des Tierschutzes die Forderung nach der Kurzschwänzigkeit beim Pembroke offiziell gelockert. In der Praxis sieht es leider immer noch anders aus. Beim Carnigan ist die natürliche, lange Rute offiziell vorgeschrieben.

Wie groß ist ein Corgi?

Die Widerristhöhe dieser kurzläufigen Hunde liegt zwischen 25 und 30 Zentimetern, das Gewicht bei 9 bis 12 Kilogramm.

Wie alt wird ein Corgi?

Nach der Statistik des Kennel Clubs haben Corgis eine ordentliche Lebenserwartung von etwa 13 Jahren.

Wesenszüge und Charaktereigenschaften

Welche Eigenschaften hat ein Corgi?

Der Corgi ist ein ausgesprochen cleverer Hund, den man nicht unterschätzen sollte. Er hat die Gene eines Arbeitshundes auch heute noch. Corgi-Kenner berichten, dass die Hunde ohne irgendeine Ausbildung das KnowHow besitzen, eine Herde zu hüten und zu treiben. Darüber hinaus ist er ja auch noch ein Wächter und Beschützer. Seine Vielseitigkeit als Arbeitshund ließ ihn in den letzten hundert Jahren gut in die Rolle des Begleithundes schlüpfen. Heute ist diese Rolle sein Normalfall. Der Corgi füllt diese Rolle ganz hervorragend aus. Allerdings ist er kein Everybodies Darling und auch kein Coach-Potatoe. Ein Corgi fordert Herrchen und Frauchen körperlich wie mental. Sein Standard beschreibt sein Wesen (hier Pembroke) treffend als:

Dreist und geschickt. Überlegen und freundlich, weder nervös noch aggressiv.

Er zeigt immer deutlich, dass er kein gelernter Begleithund ist, dass er – was zutrifft – viel drauf hat und insbesondere auch selber weiß, was zu tun ist – zumindest ist er davon zutiefst überzeugt. Herrchen und Frauchen müssen Freude daran haben, sich mit diesem von der Höhe kleinen, mental aber sehr großen Hund zu reiben. Der Corgi ist sehr von sich selbst überzeugt. Im tiefsten Inneren ist er äußerst menschenorientiert, doch schenkt er seine Treue nicht einfach her. Herrchen und Frauchen sind seiner Arbeitsfreude verpflichtet und sollten ihm die Möglichkeiten geben, seine Fähigkeiten zu entfalten. Er ist die Garantie für ein intensives, spannendes Erleben der Partnerschaft Mensch – Hund. Der Corgi ist nicht unbedingt der ideale Hund für eine Anfängerin oder einen Anfänger. Doch mit etwas Hundeverstand und viel Engagement ginge das auch.

CorgiHerkunft & Geschichte

Wo kommt der Corgi ursprünglich her?

Der Corgi stammt aus Wales. Er ist ein alter Treib-, Hüte- und Wachhund, ein Ur-Waliser. Unverwechselbar ist seine Erscheinung. Er hat den Körper eines mittelgroßen Schäferhundes steht aber auf den kurzen Beinen eines Dackels. Corgis dienten in der hügeligen Landschaft von Wales als Allround-Werkzeug der Bauern, Hirten und Handwerker. Sie bewachten Haus und Hof. Insbesondere machten sie sich als Treib- und Hütehunde nützlich. Wenn eine Herde Rinder von einer Wiese zu nächsten oder zum Schlachter getrieben werden musste, sorgten sie dafür, dass alle auf dem Weg blieben und keine Rind zurück fiel. Um für Ordnung zu sorgen, bissen sie dem Rind von hinten leicht in die Fesseln. Danach mussten sie blitzschnell ausweichen, denn auf den Biss folgte reflexartig ein Tritt des Rindes. Zum Treiben machte sich die Kurzläufigkeit der Corgis gut. Sie mussten sich nach dem Biss in die Ferse im Grunde nur abducken. Zudem war sie vorteilhaft für eine weitere Aufgabe dieser Hunde. Sie hielten die Höfe und Werkstätten frei von Ratten und schützten den Hühner- und Kaninchenstall vor Marder und Fuchs. Corgis sind wachsam und durchaus wehrhaft, schnell und in der Lage, eine unerwünschte Person wirkungsvoll zu vertreiben.

Ihre Hauptrolle war seit Jahrhunderten aber die des Heelers, des Fersenbeißers. Aus diesem harten Arbeitsleben kamen unsere Corgis in den Buckingham Palast nach London. Sie wurden die Lieblingshunde der britischen Königin Elisabeth II., die sie immer begleiten. Genauer gesagt sind es die Welsh Corgi Pembroke. Den Corgi gibt es heute in zwei Varianten, die sich geringfügig unterscheiden, den Pembroke und den Cardigan (siehe unten). Sie haben den Namen ihrer jeweiligen Grafschaft und unterscheiden sich im Wesentlichen durch den Schwanz. Der Pembroke soll kurzschwänzig sein, der Carnigan darf seine natürliche Rute behalten. Die Rasse ist uralt. Es gibt etwa tausend Jahre alte Berichte, die seine Existenz bezeugen sollen. Corgis sind in ihrer walisischen Heimat ein Kulturgut. Der Name soll aus dem Keltischen stammen mit „Gor“ für Zwerg und „Gi“ für Hund. Eine Schrift aus dem 14. Jahrhundert nennt diese Hunde bereits „corrgi“. 1928 wurde der Corgi vom britischen Kennel Club offiziell anerkannt. Dann wurden beide Varietäten – Pembroke und Carnigan – züchterisch getrennt, ab 1934 sogar die Kreuzung untereinander verboten. Sicherlich eine Entscheidung, die der Gesundheit beider heutigen Rassen nicht zuträglich ist. 1963 wurden beide Varianten als eigenständige Rassen offiziell von der Fédération Cynologique Internationale anerkannt. In Deutschland wird der Corgi vom Club für Britische Hütehunde im VDH betreut. Er ist in Deutschland nach wie vor eine sehr seltene Erscheinung, obwohl er als Hund der Queen durchaus bekannt ist. Jedes Jahr werden in Deutschland von beiden Varianten nicht einmal je einhundert Welpen registriert. Er ist jedenfalls kein Modehund, obwohl er wesentlich mehr Beliebtheit durchaus verdient hätte. Der Corgi ist ein äußerst spannender Hund mit archaischen Wurzeln, praktischen Maßen und allen Eigenschaften, die sich Hundekenner wünschen.

Beliebte Mixe

Mixe von Corgi mit anderen Hunden sind in Deutschland extrem selten.

Pflege, Gesundheit und Krankheiten

Wie viel Pflege braucht ein Corgi?

Der Corgi ist sehr pflegeleicht, hie und da bürsten reicht.

Gibt es beim Corgi rassetypische Krankheiten?

Corgis sind recht robuste Hunde. Allerdings betonen Fachkundige wie der Schwedische Kennel Club, dass die Hunde nicht zu lang, die Beine nicht zu kurz und die Hüftgelenke gesund sein sollten (siehe BSI 2011).

Welches Futter ist für einen Corgi am besten?

Der Corgi stellt keine besonderen Ansprüche an seine Ernährung. Natürlich ist hochwertiges Futter gut für seine Gesundheit und er schmeckt es auch. Wie die meisten Hunde mag er auch mal einen fleischigen Rinderknochen und frisches Fleisch. Der Corgi eignet sich auch zum Barfen.

corgiAktivitäten

Ein Corgi stellt keine besonderen Anforderungen. Doch er eignet sich für fast alle Aktivitäten, die Du mit Hund unternehmen kannst. Als gelernter Hütehund braucht er mehr Aktivitäten, als Du angesichts seiner kurzen Beine vermuten könntest.

Überlegungen vor der Anschaffung

Wo kann man einen Corgi kaufen?

Willst Du dein Leben mit einem Corgi teilen, solltest Du dich lange vor der Anschaffung nach einem Züchter umschauen und hier Kontakte knüpfen. Der Züchter sollte dem Club für Britische Hütehunde angeschlossen ist sein und keine extremen Hunde züchten (nicht zu lang und nicht zu kurz). Zudem sollte keine Inzucht vorliegen, was Du anhand des Stammbaums abschätzen kannst, wenn dort kein Name doppelt auftaucht. Der Züchter sollte seinen Wurf per Foto gut dokumentiert haben. Du solltest Dir den Wurf zusammen mit der Mutterhündin, nach Absprache, vor Ort anschauen können.

Erziehung und Haltung

Passt ein Corgi zu mir?

Ein Corgi fühlt sich auf dem Land am wohlsten. Er möchte bewegt und ausgelastet sein. Er ist kein Sofahund. Der gelernte Hüte- und Treibhund ist trotz seiner geringen Größe sehr bewegungsfreudig und in den Händen von aktiven, sportlichen Haltern sehr gut aufgehoben solange es nicht um Leistungssport geht. Er eignet sich nicht für gemütliche Leute und eher weniger für ein Leben mitten in der Großstadt. Gut erzogen und geführt ist er ein äußerst charmanter Begleiter. Für Leute, die sein selbstbewusstes Wesen mögen, gibt es nichts Besseres. Nicht zuletzt aufgrund seiner meist noch sehr lebendigen Veranlagung als Treibhund ist er für Kinder nicht unbedingt empfehlenswert. In seiner ausgeprägten Selbstüberschätzung könnte er sie in der Manier des Treibhundes zurechtweisen, was zwar nicht wirklich gefährlich wäre, den Kindern mindestens aber einen Schreck einjagen würde. Gut erzogen und geführt ist er völlig unproblematisch, ja im Gegenteil äußerst praktisch und leicht handlebar. Er ist auch in hektischer Umgebung ein gut führbarer, unaufgeregter Begleiter und vorbildlich in Benehmen ob im feinen Restaurant oder bei einem Pferderennen. Der Corgi lässt sich von einem hundeerfahrenen Herrchen oder Frauchen gut erziehen. Er lernt gerne. Dabei hat er seinen eigenen Kopf und Verstand und weiß diesen auch einzusetzen, um seine Menschen um die Pfote zu wickeln. Es ist ein besonderes Erlebnis zwischen Mensch und Hund, einen solchen Vierbeiner als Partner und Freund zu gewinnen. So können besonders intensive, für beide Seiten glückliche Partnerschaften entstehen. Der Corgi ist kein Hund für Leute, die Wert auf Hundesport oder gute Ergebnisse in den verschiedenen Disziplinen der Hundeausbildung legen.

Interessantes, Wissenswertes & Extras

Der Corgi ist bekannt als Lieblingshund der Queen. Er ist ein gelernter Hütehund auf kurzen Beinen. So gegensätzlich seine Erscheinung so vielfältig die Facetten seines Charakters. Er ist ein spannender Partner – quasi auf Augenhöhe -, der viel mehr Liebhaber finden sollte. Du solltest die Variante Carnigan bevorzugen, die die natürliche Rute trägt.


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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