Basenji im Rasseportrait

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Basenji

Basenji

Jagdhunde
Herkunft Zentralafrika Lebenserwartung 12 - 15 Jahre
FCI-Standard FCI Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp Funktion Jagdhunde
Größe Mittelgroße Hunderassen Häufige Krankheiten keine (solange keine Show-Zucht)
Gewicht 9-12 kg Felllänge kurz
Charakter/Wesen intelligent, unabhängig, gelassen, aufmerksam, agil, stur Fellfarbe rot-weiß, schwarz-weiß, tricolor (schwarz-weiß-rot), brindle (schwarze Streifen auf rotem Fell)
Besonderheiten

besonders vom Wesen her außergewöhnliche Hunderasse

Rassenmerkmale und Erscheinungsbild

Wie sieht ein Basenji aus?

Der Basenji ist ein ganz außergewöhnlicher Hund, der aus Zentralafrika stammt. Er wird zur Gruppe der Spitze und Hunde vom Urtyp gezählt. Man sieht es ihm auch an. Er hat tatsächlich die Ausstrahlung eines kleinen, urigen, etwas fuchsähnlichen Hundes. Zugleich erinnert er an die Dorfhunde, die man in Afrika, Indien oder Südamerika verbreitet antrifft. Der Basenji hat einen eleganten, quadratischen Körperbau. Der offizielle Standard beschreibt ihn als

Leichtgebauten, feinknochigen Hund mit aristokratischem Ausdruck, hochläufig im Vergleich zu seiner Körperlänge, immer ausgeglichen, aufmerksam und intelligent. Faltenreicher Kopf mit Stehohren, stolz auf einem gut geschwungenen Hals getragen. Das tiefreichende Brustbein geht in eine deutliche Taille über, die Rute ist eng gerollt. Dies ergibt das Bild eines wohlproportionierten Hundes von gazellenartiger Anmut.

Das Haar ist kurz, glänzend, dicht und sehr fein. Als Farben sind rot-weiß, schwarz-weiß, tricolor (schwarz-weiß-rot) und brindle (schwarze Streifen auf rotem Fell) erlaubt. Pfoten, Brust und Schwanzspitze sollen immer weiß sein. Der Schwanz des Basenjis ringelt sich und wird auf einer Seite der Hinterhand getragen. Man sollte diese Vorgaben des Standards aber nicht allzu ernst nehmen. Der Basenji brauchte 5000 Jahre lang keinen durch Europäer aufgeschriebenen Standard, um seine unverwechselbare Erscheinung hervorzubringen. Im Gegenteil, haben ihn doch übertriebene Interpretation im Standard vom Schreibtisch aus festgelegter, angeblich typischer Merkmale um einen Gutteil seiner einst robusten Gesundheit gebracht.

Wie groß ist ein Basenji?

Die Widerristhöhe des Basenjis liegt zwischen 40 und 45 Zentimetern. Das Gewicht liegt zwischen 9 und 12 Kilogramm.

Wie alt wird ein Basenji?

Ein nicht für das Show-Wesen und ohne Inzucht gezüchteter Basenji kann 15 Jahre alt werden.

Wesenszüge und Charaktereigenschaften

Welche Eigenschaften hat ein Basenji?

Der Basenji hat ein selbstbewusstes, in sich ruhendes Wesen. Er ist selbstständig und intelligent. Er beobachtet seine Umgebung vorsichtig aber scharfsinnig. Er ist alles andere als ein Hektiker und trotzdem sehr rege und aufgeweckt. Der offizielle Standard beschreibt sein Wesen so:

Bellt nicht, ist aber nicht stumm. Seine typische Lautgebung besteht aus einer Mischung von glucksendem Lachen und Jodeln. Bemerkenswert ist seine in jeder Weise große Reinlichkeit. Eine intelligente, unabhängige aber liebevolle und wachsame Rasse. Kann Fremden gegenüber reserviert sein.

Der Basenji hat viel vom Wesen einer anhänglichen aber selbständigen Hauskatze. Zugleich sind viele natürliche Instinkte bei ihm hellwach, so auch der Jagdtrieb. Der Basenji hat keinen ausgeprägten „Will-to-please“. Apportieren ist nicht sein Ding wie auch ansonsten Aufgaben, deren Sinn er nicht einsieht. Er will seine täglichen, ausgiebigen Spaziergänge und reichlich weitere Beschäftigung. Seinen Menschen gegenüber ist er ein sehr liebenswerter Hund. Er ist von einem engagierten Anfänger mit Hundeverstand durchaus führbar. Du solltest seine speziellen Eigenarten nicht nur respektieren, vielmehr lieben.

BasenjiHerkunft & Geschichte

Wo kommt der Basenji ursprünglich her?

Der Basenji ist eine uralte afrikanische Hunderasse. Seine Heimat sind die Urwälder des Kongogebietes, wo er dem Volk der Pygmäen als Wach- und Jagdhund sowie als geschätzter Sozialpartner diente. Die genauen Wurzeln des Basenjis sind unbekannt. Klar ist nur, dass sie sehr alt sind und einzigartig. Der Basenji nimmt genetisch, geschichtlich und auch von seinem Verhalten her eine Sonderstellung unter den Hunden ein. 2017 wurde diese Sonderstellung durch eine umfassende Gen-Analyse über mehr als 100 Hunderassen mit mehr als 13.000 Hunden durch ein Team von Genetikerinnen um Heidi Parker ein weiteres Mal bestätigt. Es spricht einiges dafür, dass er ein direkter Abkömmling altägyptischer Hunderassen vom Typ Tesem ist, die in über 5000 Jahre alten Grabstätten abgebildet wurden. Aber ein wissenschaftlicher Beweis hierfür steht noch aus. Schon früh wurden diese afrikanischen Hunde beschrieben, meist von den belgischen oder britischen Kolonialherren. Die Briten nannten ihn gerne „Kongo Terrier“. Bereits 1895 wurde er auf der berühmten Hundeaustellung Cruft’s vorgeführt. Die Briten halten noch heute das Patronat über diese afrikanische Hunderasse, das heißt sie bestimmen u.a. den Standard für den Basenji. Dieser enthält heute Vorschriften, die mit dem echten Basenji nichts gemein haben. Zudem werden diese beim Wettstreit um die Championate des Show-Wesen auf die Spitze getrieben – keineswegs zum Wohl der Hunde. Den Basenji zeichnen viele Besonderheiten aus. So bellt er nicht, er „spricht“ anders – es hört anders als bellen an. Er ist sehr reinlich. Ihm ist jede Unterwürfigkeit fremd. Hündinnen werden wie beim Wolf nur einmal im Jahr läufig. 1964 erfolgte die offizielle Anerkennung durch die Fédération Cynologique Internationale. In Deutschland wird der Basenji seit 1977 durch den 1. Basenji Klub Deutschland betreut. Er ist eine seltene Hunderasse in Deutschland. Etwa 50 Welpen werden jedes Jahr beim VDH registriert.

Beliebte Mixe

Mixe von Basenji mit anderen Hunderassen oder Mischlingen sind eher selten.

Pflege, Gesundheit und Krankheiten

Wie viel Pflege braucht ein Basenji?

Ein Basenji ist sehr pflegleicht.

Gibt es beim Basenji rassetypische Krankheiten?

Er ist ursprünglich eine sehr robuste Hunderasse. Durch Inzucht und einseitige Zuchtauswahl auf vermeintliche Schönheit im Ausstellungsring sehen wir beim Basenji erste Zeichen übermäßig verbreiteter Gendefekte. Das betrifft zum Beispiel die Veranlagung für Augenkrankheiten (wie Progressive Retinaatrophie), Fanconi-Anämie oder Pyruvatkinase Defizienz (Stoffwechselerkrankung). Die seriöse Zucht bekämpft solche Erbkrankheiten allerdings.

Welches Futter ist für einen Basenji am besten?

Der Basenji stellt keine besonderen Ansprüche an seine Ernährung. Natürlich ist hochwertiges Futter gut für seine Gesundheit und er schmeckt es auch. Wie die meisten Hunde mag er auch mal einen fleischigen Rinderknochen und frisches Fleisch.

Aktivitäten

Ein Basenji stellt keine besonderen Anforderungen. Aber als quirliger Hund erwartet er von Dir viele gemeinsame Unternehmungen und Aktivitäten aller Art.

Überlegungen vor der Anschaffung

Wo kann man einen Basenji kaufen?

Hast du für diese einzigartige Hunderasse Feuer gefangen, so solltest du dich vor Ort bei Züchtern umschauen, die dem 1. Basenji Klub Deutschland im VDH angeschlossen sind. Du solltest darauf achten, dass die Hunde nicht auf Schönheit im Ausstellungsring gezüchtet werden. Zudem sollte keine Inzucht vorliegen, was Du anhand des Stammbaums abschätzen kannst, wenn dort kein Name doppelt auftaucht. Der Züchter sollte seinen Wurf per Foto gut dokumentiert haben. Du solltest Dir den Wurf zusammen mit der Mutterhündin, nach Absprache, vor Ort anschauen können. Bitte kaufe keinen Basenji übers Internet, da dort das Risiko sehr groß ist, dass der Welpe von einem – in aller Regel gut getarntem – Hundehändler oder Vermehrer kommt.

Erziehung und Haltung

Passt ein Basenji zu mir?

Der Basenji ist robust und pflegeleicht. Lediglich sein Fell braucht etwas Pflege. Der Basenji hilft dabei. Er ist für einen Hund sehr reinlich. Zudem riecht sein Fell von Natur aus kaum, selbst dann nicht, wenn es nass geworden ist. Aber er wird kaum einmal nass, da er um jede Pfütze einen großen Bogen macht. Seinem quirligen Temperament entsprechend fordert er anspruchsvolle Beschäftigung. Seine Erziehung ist nicht einfach, aber wenn sie einigermaßen gelungen ist, kannst du ihn überall mitnehmen. Der Basenji kann auch in einer Wohnung gehalten werden. Allerdings musst du dich mit ihm viel beschäftigen. Unausgelastet kann er sich dann mit der Wohnung beschäftigen, was Herrchen und Frauchen kaum erheitern sollte. Du solltest von Anfang an darauf achten, ihn gut zu erziehen, so dass du ihn in der Natur auch mal von der Leine lassen kannst. Der Basenji liebt es herumzurennen und kann erstaunlich schnell sein. Die Erziehung des Basenji erfordert vor allem freundliche Konsequenz. Seine Erziehung muss beim Welpen beginnen und besonders in der Jugendzeit/Pubertät konsequent durchgehalten werden. Du musst seinen eigenwilligen zuweilen dickköpfigen, quirligen Charakter mögen, ihn respektieren, so wie er ist. Das heißt bestimmt nicht, dass du alles durchgehen lassen sollst. Ganz im Gegenteil, man muss es als Herausforderung annehmen, diesen Hund zu überzeugen, die Führung durch Herrchen und Frauchen anzuerkennen. Er will das auch, aber er ist kein Hund, der sich gerne unterordnet, nur weil es seine Menschen so wollen. Er will den Sinn der Übung verstehen. Respektierst du ihn aus innerer Überzeugung heraus, so ist der Basenji gut zu führen und eignet sich sehr gut als Familienhund und Begleiter.

Interessantes, Wissenswertes & Extras

Der Basenji ist in vielerlei Hinsicht einzigartig. Er ist eigenwillig und reinlich wie eine Katze. Zugleich jagt der schnelle Hund vom Urtyp gerne. Leider wird dieser urwüchsige Rasse durch das Show-Wesen immer mehr verzüchtet.


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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