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Basenji im Rasseportrait

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BasenjiHerkunft und Rassegeschichte

Der Basenji ist eine uralte afrikanische Hunderasse. Seine Heimat sind die Urwälder des Kongogebietes, wo er dem Volk der Pygmäen als Wach- und Jagdhund sowie als geschätzter Begleiter diente. Die genauen Wurzeln der Rasse sind unbekannt. Klar ist nur, dass sie sehr alt sind und einzigartig. Der Basenji nimmt genetisch, geschichtlich und auch von seinem Verhalten her eine Sonderstellung unter den Hunden ein. 2017 wurde diese Sonderstellung durch eine umfassende Gen-Analyse über mehr als 100 Hunderassen mit mehr als 13.000 Hunden durch ein Team von Genetikern um Heidi Parker ein weiteres Mal bestätigt.

Es spricht einiges dafür, dass er ein direkter Abkömmling altägyptischer Hunderassen vom Typ des ägyptischen Tesem ist, die in über 5000 Jahre alten Grabstätten abgebildet wurden. Aber ein wissenschaftlicher Beweis hierfür steht noch aus. Schon früh wurden diese afrikanischen Hunde beschrieben, meist von den belgischen oder britischen Kolonialherren. Die Briten nannten ihn gerne „Kongo Terrier“. Bereits 1895 wurde er auf der Hundeaustellung Cruft’s vorgeführt. Die Briten halten noch heute das Patronat über diese afrikanische Hunderasse, das heißt sie bestimmen u.a. den Standard für den Basenji.

Den Basenji zeichnen viele Besonderheiten aus. So bellt er nicht, er „spricht“ anders. Er ist sehr reinlich. Zudem ist ihm jede Unterwürfigkeit fremd. Hündinnen werden wie beim Wolf nur einmal im Jahr läufig. 1964 erfolgte die offizielle Anerkennung durch die Fédération Cynologique Internationale. In Deutschland wird der Basenji seit 1977 durch den 1. Basenji Klub Deutschland betreut. Er ist allerdings eine seltene Hunderasse in Deutschland. Etwa 50 Welpen werden jedes Jahr beim VDH registriert.

Beschreibung

Der Basenji wird zur Gruppe der Spitze und Hunde vom Urtyp gezählt. Man sieht es ihm auch an. Er hat tatsächlich die Ausstrahlung eines kleinen, urigen, etwas fuchsähnlichen Hundes. Zugleich erinnert er an die Dorfhunde, die man in Afrika, Indien oder Südamerika verbreitet antrifft. Der Basenji hat einen eleganten, quadratischen Körperbau. Der offizielle Standard beschreibt ihn als

Leichtgebauten, feinknochigen Hund mit aristokratischem Ausdruck, hochläufig im Vergleich zu seiner Körperlänge, immer ausgeglichen, aufmerksam und intelligent. Faltenreicher Kopf mit Stehohren, stolz auf einem gut geschwungenen Hals getragen. Das tiefreichende Brustbein geht in eine deutliche Taille über, die Rute ist eng gerollt. Dies ergibt das Bild eines wohlproportionierten Hundes von gazellenartiger Anmut.

Das Haar ist kurz, glänzend, dicht und sehr fein. Als Farben sind rot-weiß, schwarz-weiß, tricolor (schwarz-weiß-rot) und brindle (schwarze Streifen auf rotem Fell) erlaubt. Pfoten, Brust und Schwanzspitze sollen immer weiß sein. Man sollte diese Vorgaben des Standards aber nicht allzu ernst nehmen. Der Basenji brauchte 5000 Jahre lang keinen durch Europäer aufgeschriebenen Standard, um seine unverwechselbare Erscheinung hervorzubringen. Im Gegenteil, haben ihn doch übertriebene Ausformungen im Standard festgehaltener Merkmale um einen Teil seiner einst robusten Gesundheit gebracht. Die Widerristhöhe des Basenjis liegt zwischen 40 und 45 Zentimetern. Das Gewicht liegt zwischen 9 und 12 Kilogramm. Der Schwanz des Basenjis ringelt sich und wird auf einer Seite der Hinterhand getragen.

Charakter und Wesen

Der Basenji hat ein selbstbewusstes, in sich ruhendes Wesen. Er ist selbstständig und intelligent, beobachtet seine Umgebung vorsichtig aber scharfsinnig. Dabei ist er alles andere als ein Hektiker und trotzdem sehr rege und aufgeweckt. Der offizielle Standard beschreibt seinen Charakter so:

Bellt nicht, ist aber nicht stumm. Seine typische Lautgebung besteht aus einer Mischung von glucksendem Lachen und Jodeln. Bemerkenswert ist seine in jeder Weise große Reinlichkeit. Eine intelligente, unabhängige aber liebevolle und wachsame Rasse. Kann Fremden gegenüber reserviert sein.

Die Rasse hat viel vom Wesen einer anhänglichen aber selbstständigen Hauskatze. Zugleich sind viele natürliche Instinkte bei ihm hellwach, so auch der Jagdtrieb. Der Basenji hat keinen ausgeprägten „Will-to-please“. Deshalb ist Apportieren nicht sein Ding wie auch ansonsten Aufgaben, deren Sinn er nicht einsieht. Er will seine täglichen, ausgiebigen Spaziergänge und reichlich weitere Beschäftigung. Seinen Menschen gegenüber ist er ein sehr liebenswerter Hund.

Haltung

Der Basenji ist robust und pflegeleicht. Lediglich sein Fell braucht etwas Pflege. Der Basenji hilft dabei. Er ist für einen Hund sehr reinlich. Zudem riecht sein Fell von Natur aus kaum, selbst dann nicht, wenn es nass geworden ist. Aber er wird kaum einmal nass, da er um jede Pfütze einen großen Bogen macht. Seinem quirligen Temperament entsprechend fordert er anspruchsvolle Beschäftigung. Seine Erziehung ist nicht einfach, aber wenn sie einigermaßen gelungen ist, kann man ihn überall hin mitnehmen.

Die Rasse kann auch in einer Wohnung gehalten werden. Allerdings muss man sich mit ihm viel beschäftigen. Unausgelastet kann er sich dann mit der Wohnung beschäftigen, was Herrchen und Frauchen kaum erheitern sollte. Man sollte darauf achten, ihn gut zu erziehen, sodass man ihn in der Natur auch mal von der Leine lassen kann. Der Basenji liebt es herumzurennen und kann erstaunlich schnell sein.

Erziehung

Die Erziehung des Basenji erfordert vor allem freundliche Konsequenz. Seine Erziehung muss schon beim Welpen beginnen und besonders in der Jugendzeit konsequent durchgehalten werden. Man muss seinen eigenwilligen zuweilen dickköpfigen, quirligen Charakter mögen, ihn respektieren, so wie er ist. Das heißt bestimmt nicht, dass man alles durchgehen lassen sollte. Ganz im Gegenteil, man muss es als Herausforderung annehmen, diesen intelligenten Hund zu überzeugen, die Führung durch Herrchen und Frauchen anzuerkennen. Er will das auch, aber er ist kein Hund, der sich gerne unterordnet, nur weil es seine Menschen so wollen. Er will den Sinn der Übung verstehen. Respektiert man ihn aus innerer Überzeugung heraus, so ist der Basenji gut zu führen und eignet sich sehr gut als Familienhund und Begleiter.

Pflege und Gesundheit

Der Basenji ist sehr pflegleicht.

Rassetypische Krankheiten

Der Basenji ist ursprünglich eine sehr robuste Hunderasse. Durch Inzucht und einseitige Zuchtauswahl auf vermeintliche Schönheit im Ausstellungsring sehen wir jedoch beim Basenji erste Zeichen durch die Zucht übermäßig verbreiteter Gendefekte. Das betrifft zum Beispiel die Veranlagung für Augenkrankheiten (wie Progressive Retinaatrophie), Fanconi-Anämie oder Pyruvatkinase Defizienz (Stoffwechselerkrankung). Die seriöse Zucht bekämpft solche Erbkrankheiten allerdings.

Ernährung

Die Ernährung des Basenjis ist problemlos.

Lebenserwartung

Ein seriös gezüchteter Basenji ohne Inzucht kann 15 Jahre alt werden.

Basenji kaufen

Hast du für diese einzigartige Hunderasse Feuer gefangen, so solltest du dich vor Ort bei Züchtern umschauen, die dem 1. Basenji Klub Deutschland im VDH angeschlossen sind. Du solltest darauf achten, dass die Hunde nicht auf Schönheit im Ausstellungsring gezüchtet werden. Bitte kauf keinen Hund über das Internet. Ein Basenji Welpe kostet circa 1200 Euro.


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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