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Was brauchen Hamster für ein artgerechtes Leben?

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HamsterMit ihrem niedlichen Aussehen begeistern Hamster kleine wie große Tierfreunde. Goldhamster, Zwerghamster und Co. sind aber keineswegs Kuscheltiere, sondern sehr empfindlich und anspruchsvoll. Aufgrund ihrer Nachtaktivität sind sie für das Kinderzimmer eher nicht geeignet. Dafür zeigen sie während ihrer Aktivitätsphasen ein viel zu emsiges Treiben, sammeln Futter, nehmen Sandbäder oder graben. Wenn du die Bedürfnisse deines Hamsters berücksichtigst, macht er dir mit seiner Energie ganz sicher reichlich Freude.

Welche Bedürfnisse hat der Hamster?

Der Hamster als Haustier hat noch sehr viel gemeinsam mit seinen freilebenden Artgenossen. Er ist ein Fluchttier, und in freier Wildbahn hängt sein Leben von einer gesunden Portion Misstrauen gegenüber Unbekanntem ab. Was immer ihm zu nahe kommt und bedrohlich wirkt, lernt mitunter die scharfen Zähnchen kennen.

Natürlich willst du deinen Hamster nicht ängstigen. Deswegen nimm ihn keinesfalls in die Hand, vor allem zu Beginn. Er muss sich langsam an deine Hand gewöhnen, was am besten mit Futter klappt. Es liegt an deiner Geduld und deinem Verhalten gegenüber deinem Hamster, wie schnell er Vertrauen zu dir fasst. Viel Einfluss darauf hat auch die Umgebung: Ruhe und ein regelmäßiger Tagesablauf helfen dem Hamster, sich an sein neues Zuhause zu gewöhnen. Ideal ist ein ruhiger Raum, der regelmäßig gelüftet wird, aber nicht in der Zugluft steht. Tabu sind Lärm und Rauchen. Ebenso wie seine freilebenden Artgenossen ist das Haustier Hamster dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verkriecht er sich in seinem sicheren Versteck. In der Natur schützt ihn das vor seinen Feinden. Als Haustier für Kinder eignet er sich daher nur sehr bedingt. Natürlich lieben Kinder die kleinen Tiere und würden sie am liebsten ständig streicheln und herumtragen. Dies wäre für den Hamster aber ein extremer Stress und würde dazu führen, dass er leidet. Daher empfehlen sich Hamster als Haustier frühestens ab dem Schulalter.

Welcher Hamster soll es sein?

Hamster gibt es in unterschiedlichen Zuchtformen, wie du vielleicht schon mal in einer Zoohandlung gesehen hast. Der klassische Goldhamster in den typischen Wildfarben hat zahlreiche Verwandte. Teddyhamster, Schecken, Siam-Hamster und Dschungarische Zwerghamster erfreuen sich großer Beliebtheit. Gerade die letzten beiden Zwerghamsterarten gelten als besonders zutraulich und possierlich. Übrigens gelten männliche Hamster als umgänglicher. Viele Moderassen werden leider unbedacht vermehrt und gekreuzt, ohne mögliche Erbkrankheiten zu berücksichtigen. Entscheide dich daher am besten für ein handaufgezogenes Tier eines eingetragenen Züchters oder aus einer seriösen Zoohandlung.

Wie sieht ein artgerechter Hamsterkäfig aus?

In der Natur ist der Hamster stets von Feinden bedroht und benötigt eine sichere Fluchtstätte. Dieser Instinkt bleibt ihm erhalten, obwohl er bei dir in Sicherheit ist. Zur artgerechten Haltung gehört also ein ausreichend großer Käfig – je größer, desto besser. Auf wenigstens 100 mal 40 mal 40 Zentimeter findet der Hamster idealerweise auf mehreren Ebenen alle Möglichkeiten, die seinem natürlichen Verhalten entsprechen. Dazu gehört das Graben, Verstecken und Bauen ebenso wie eine große Lauffläche. Damit das Tier richtige Gänge graben kann, ist beim Käfig ein Unterteil mit sehr hohem Rand zu empfehlen. Hier kannst du die Einstreu richtig hoch einfüllen. Ideal ist dafür eine Höhe von 50 Zentimeter. Verwende bitte keine Watte, sondern Streu aus Hanf, Weichholzgranulat oder Holz. Als Material zum Nestbauen und für die Schlafstätte eignet sich Heu. Es sollte unbedingt milbenfrei sein. Um auf Nummer sicher zu gehen, kannst du es vor Verwendung für einige Tage in den Gefrierschrank legen.

Langeweile im Hamsterkäfig? So sorgst du für Action!

Gerne darfst du die Einrichtung fertiger Käfige ersetzen oder erweitern durch geeignete Materialien wie Ästen ungiftiger Bäume, Papprollen oder halben Kokosnüssen. Laufräder können das Bewegungsbedürfnis nur bedingt erfüllen und sollten zum Schutz der kleinen Wirbelsäule einen ausreichend großen Durchmesser haben. Außerdem ist es wichtig, dass die Lauffläche durchgängig geschlossen ist, anderenfalls besteht ein hohes Verletzungsrisiko. In der Natur liegt die Hauptaufgabe des Nagers in der Futtersuche, was im Käfig nur bedingt realisierbar ist.

Damit keine Langeweile aufkommt, gilt es, das Hamsterheim abwechslungsreich zu gestalten und immer wieder die Umgebung zu verändern. So kannst du dem Tier mehrere Schlafhäuschen und Unterschlüpfe aus Korkrinden anbieten, verschiedene Äste zum Klettern, Kokosnüsse und große Steine. Hamster lieben Sandbäder, sie brauchen sie auch zur Krallen- und Fellpflege. Darum solltest du deinem Tier auf jeden Fall eine ausreichend große Schale (mindestens 20 Zentimeter für Zwerghamster, 25 Zentimeter für Goldhamster) mit Chinchillasand zur Verfügung stellen oder einen Teil des Käfigs als Sandfläche abtrennen. Handzahme Tiere freuen sich über einen Spielparcours in der Wohnung, natürlich unter deiner Aufsicht. Dazu genügen ein zusätzlicher Kasten mit hohem Rand, Einstreu und allerlei Hindernisse und Höhlen aus natürlichen Materialien.

Welches Futter benötigt dein neues Haustier?

Bitte stelle deinem Hamster stets frisches Wasser zur Verfügung. Am besten eignen sich dafür Nagertränken, die du einfach an das Käfiggitter hängst. So kann das Wasser nicht verschmutzen. Dennoch muss es täglich gewechselt werden. Für die artgerechte Ernährung gibt es ein großes Angebot an ausgewogenen Hamsterfuttermischungen, Blüten und getrockneten Kräutern und Früchten. Der Anteil an Nüssen, Ölsaaten und Weizen in diesen Mischungen sollte nur gering sein. Du kannst dieses Basisfutter täglich mit besonderen Leckereien ergänzen, zum Beispiel als Anreiz, auf deine Hand zu krabbeln. Sehr beliebt sind kleine Stückchen frischer Paprika, Äpfel, Gurken oder Karotten, Rosinen, Hagebutten, Disteln und zwei bis dreimal in der Woche etwas tierisches Eiweiß wie Hüttenkäse, eine getrocknete Grille oder ein Mehlwurm. Denn dein neuer Mitbewohner ist keineswegs reiner Vegetarier. Achte bei frischem Gemüse und Obst darauf, dass es nicht mit Pestiziden belastet ist. Gewöhne das Tier bitte behutsam an frisches Futter. Da in Zoohandlungen hauptsächlich Trockenfutter gefüttert wird, vertragen nicht alle Hamster das feuchte Futter gleich gut.

Was benötigt dein Hamster noch?

Wichtig für die Gesundheit deines Hamsters ist eine regelmäßige Reinigung der Umgebung, also Austausch der Streu und gründliches Säubern der „Pipi-Ecke“. Ideal sind Kleintiertoiletten, die eine schnelle und stressarme Reinigung ermöglichen. Diese Toiletten werden meist dankbar angenommen, denn normalerweise verrichten die Tiere immer an denselben Stellen ihr Geschäft. Eine komplette Reinigung des Käfigs ist in der Regel nur zweimal im Jahr erforderlich. Während der Reinigungsarbeiten kannst du deinen Hamster in einen sicheren Auslauf setzen, wie im vorherigen Abschnitt beschrieben.

Wie viele Tiere möchtest du halten?

Angesichts des possierlichen Wesens und Verhaltens der kleinen Nager kommt vielleicht der Gedanke auf, sich mehr als einen Hamster zuzulegen. Mach das bitte nicht, denn geschlechtsreife Hamster sind in der Regel absolute Einzelgänger. Lediglich zur Paarungszeit und bei der Aufzucht dulden sie die Gesellschaft von Artgenossen.

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Kommentare, Fragen und Antworten
  1. Maike Dold sagt:

    Meine Meinung ist, dass Hamster erst frühestens für ruhige Kinder ab 12 Jahren geeignet sind und auch für Grundschulkinder absolut ungeeignet. Außerdem darf das Hamstergehege nicht im Kinderzimmer stehen. Auch ein Laufrad mit mindestens 25 cm Durchmesser für Zwerghamster und 30 cm für Goldhamster sind Pflicht. Soweit ich weiß sind die Mindestmaße nicht 100*40*40 sondern 100*50*50, doch wer lebt schon gern im Minimum… Gitterkäfige sind meiner Meinung nach auch ungeeignet, da Hamster in freier Natur Bodenbewohner sind, Höhen daher überhaupt nicht abschätzen können und sich bei Klettern und anschließendem Herunterfallen schwer verletzen können. Terrarien sind da weitaus besser geeignet. Absolut ungeeignet sind außerdem Plastik im Gehege oder sogenannte Joggingbälle. Sprossen oder Gitterstäbe im Laufrad sind auch sehr schlecht für das Tier und haben eine hohe Verletzungsgefahr,weswegen sie auch als tierschutzwiedrig gelten. Noch besser als Sandschalen sind ganze Sandbereiche, welche bei Roborowski- Zwerghamster sogar Pflicht sind. Robos sind aufgrund ihrer enormen Zerbrechlichkeit und scheuen Art für Kinder absolut nicht geeignet, egal welches Alter. Ansonsten schöner Artikel!

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