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Maine Coon im Rasseportrait

1948
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Maine CoonHerkunft und Rassegeschichte

Die Maine Coon ist eine Hauskatzenrasse aus den USA. Sie entstand im Nordosten der USA, namentlich im Bundesstaat Maine, der ihr auch einen Teil des Namens gab. Das Coon stammt wahrscheinlich von „raccoon“, dem englischen Wort für Waschbär. Durch ihr mittellanges Fell und ihre kräftige Statur kann sie an Waschbären erinnert haben, die in Nordamerika schon immer heimisch waren. Schon um 1860 wird die mittellange Katze aus Maine in Beschreibungen damaliger Landwirtschaftsmessen erwähnt wo man sie auch „Shags“ (Zottelkatzen) nannte. Die erste Katzenausstellung auf der eine Maine Coon die „Best in Show“ gewonnen hat, fand 1895 in New York statt. Später geriet die Maine Coon in Vergessenheit.

Ihre Abstammung ist nicht abschließend geklärt. Sicher ist, dass sie nicht vom Waschbären abstammt, da dies rein biologisch gar nicht möglich wäre. Wahrscheinlich kam sie mit den Auswanderern aus Europa oder Kleinasien, die im 19. Jahrhundert täglich mit ihren Schiffen im Nordosten der USA anlandeten. Sie brachten immer auch Katzen mit. Vielleicht waren es die damaligen Vorläufer der heutigen Türkisch Angora oder der Perserkatze, die sich dann mit den einheimischen Hauskatzen Maines vermischten. Das dichte lange Fell war in den langen und kalten Wintern der Region sicher kein Nachteil. So hielt sich diese ansonsten eher seltene Langhaar-Variante unter nicht gezüchteten Hauskatzen eine Weile.

Um 1950 besannen sich Katzenzüchter dieser besonderen Hauskatze und gründeten einen Verein, den „Central Maine Cat Club“. 1973 wurde die Maine Coon als eigenständige Rasse von einigen US-Katzenvereinen anerkannt. Ihre internationale Anerkennung durch die großen Verbände dauerte bis 1982. Das Kernproblem der Maine Coon ist ihre extrem kleine genetische Basis. Es sind ganze fünf Katzen, die man aus der „natürlichen“ Hauskatzenpopulation ausgewählt hat, mit denen dann eine neue, genetisch abgeschlossene Katzenrasse begründet wurde. Die Auswahl dieser Tiere geschah nach äußeren Kriterien. Sie wurden nach ihrem Aussehen als zur Begründung einer Zucht geeignet erklärt. Heute werden sie „Foundation-Tiere“ genannt. Es gibt keine Maine Coon, die nicht auf eine dieser fünf „Foundation-Katzen“ zurückgeht. Diese Inzucht wird teilweise zu einer enormen Belastung für die Gesundheit dieser Rassekatze. Die Maine Coon ist in ihrer Erscheinung ein Genuss und von ihrem Verhalten eine ideale Hauskatze für die heutige Zeit.

Beschreibung

Die Maine Coon ist eine mittelgroße bis sehr große Halblanghaarkatze. Sie ist großrahmig und hat einen langen, buschigen Schwanz. Einzelne Exemplare erreichen Größenordnungen, die für den biologischen Bauplan einer Hauskatze nicht mehr gesund sind. So sind Kater mit circa 12 Kilogramm und 120 Zentimeter Länge keine Seltenheit. Solche Tendenzen zum Riesenwuchs sollte man nicht unterstützen. In der Regel werden Kater zwischen 5,5 bis 9 Kilogramm, Katzen zwischen 4 und 6,5 Kilogramm schwer. Markant sind ihr mittellanges Fell, ihr kantiger Kopfumriss sowie ihre meist spitz zugehenden Ohren mit Ohrbüscheln obendran, die an einen Luchspinsel erinnern.

Ihr Fell ist dicht und gilt als wasserabweisend. Alle Farben sind erlaubt. Die Augenfarbe sollte lediglich zur Fellfarbe passen. Coonies haben ausgesprochen kräftige Pfoten, die ihr auch den Namen „Schneeschuh-Katze“ einbrachten. Teilweise tritt ein durch Inzucht in der Population verbreiteter Gendefekt, Polydaktylie, auf. Er führt zu übermäßig vielen Zehen an den Pfoten. Nach dem Maine Coon Standard ist die Zucht mit diesem Gendefekt erlaubt; in Deutschland aber nach dem Tierschutzgesetz verboten. Maine Coon Katzen „sprechen“ gerne und haben dabei eine eher hohe Stimme. Typisch für sie sind die als „Gurren“ bekannten Laute in ihrer „Sprache“.

Charakter und Wesen

Maine Coon Katzen sind sehr gesellige Tiere, ausgesprochen freundlich und umgänglich. Sie werden daher auch als der „Gentle Giant“, der sanfte Riese unter den Hauskatzen bezeichnet. Sie sind sehr sozial orientiert und mögen längeres Alleinesein nicht. Die Maine Coon ist sowohl mit ihren Menschen wie auch Artgenossen sehr gesprächig. Sie ist intelligent, aufmerksam und an dem Geschehen in ihrer Umgebung sehr interessiert. Zugleich sind Coonies sehr verspielt und arbeiten gerne und geschickt mit ihren Pfoten. Das macht sie nicht nur zu ausdauernden Spielpartnern vielmehr auch zu geschickten Türöffnern. Eine Maine Coon ist sehr am Menschen orientiert.

Nicht selten geht sie mit Herrchen oder Frauchen wie ein Hündchen spazieren. Die Maine Coon ist ein fleißiger Apportierer. Wegen ihrer Orientierung am Menschen, ihrer Anhänglichkeit und so manchen eher an einen Hund erinnernden Wesenszüge wird die Maine Coon auch Hundekatze genannt. Sie ist Kindern wie auch tierischen Mitbewohnern gegenüber immer aufgeschlossen freundlich und zu einem Spiel bereit. Aggressives Verhalten ist ihr praktisch fremd. Die Maine Coon kann man als eine ideale Familienkatze bezeichnen.

Haltung

Die Maine Coon ist eine ideale Hauskatze für die Wohnung. Da sie sehr intelligent ist, gut ihre Menschen beobachtet und ausgesprochen geschickt mit ihren Pfötchen umgehen kann, lernt sie auch sehr schnell, beispielsweise Türen oder einen Wasserhahn zu öffnen. Das muss man im Hinterkopf behalten. Ansonsten ist sie anspruchslos und genügsam hinsichtlich ihrer Haltungsbedingungen. Sie braucht aber die innige Beziehung zu ihren Zweibeinern und liebt das gemeinsame Erleben mit den Menschen oder den tierischen Partnern in ihrer Familie. Eine Maine Coon Katze muss kein Freigänger sein, um sich rundum wohl zu fühlen. Einen Garten für das Beobachten der Natur und gelegentliche Jagdausflüge genießt sie trotzdem.

Erziehung

Die Maine Coon lässt sich sehr gut erziehen. Die Maine Coon ist sehr intelligent und am Menschen orientiert und wird daher wie schon erwähnt als „Hundekatze“ bezeichnet. Stammt sie von einem seriösen Züchter, der Elterntiere und Kitten gut betreut und sozialisiert hat, so wird sie sich von selber in die Regeln und Gewohnheiten ihrer Familie einfügen. Mit etwas Anleitung wird sie schnell und problemlos stubenrein. Ansonsten sind Coonies ausgesprochene Spätentwickler, die oft erst mit drei Jahren oder noch später erwachsen und ausgewachsen sind.

Pflege und Gesundheit

Das Fell der Maine Coon muss regelmäßig gebürstet werden. Das Fellbürsten kann man mit etwas Gefühl und Geschick zu einem Ritual der sozialen Bindung machen, das Katze wie Menschen emotional sehr gut tut.

Rassetypische Krankheiten

Die Maine Coon leidet mitunter unter starker Inzucht. Das hat auch die Verbreitung etlicher Krankheiten begünstig wie Hypertrophe Kardiomyopathie, eine Herzkrankheit, Probleme mit den Gelenken, Spinale Muskelatrophie, eine Erkrankung der Nervenzellen, oder die Polyzystische Nierenerkrankung (PKD). Extreme Inzucht begünstigt ferner Immunschwäche, allgemeine Kränklichkeit und verkürzt die Lebenserwartung. Diese Probleme müssen aber nicht bei allen Katzen dieser Rasse auftreten.

Ernährung/Futter

Die Maine Coon ist ein für Katzenverhältnisse problemloser Kostgänger. Bei zu starker Inzucht kann sie zu Allergien neigen, die eine diätische Ernährung erforderlich machen würden. Coonies spielen gerne mit ihrem Futter wie auch mit dem Wasser in ihrem Napf.

Lebenserwartung

Eine Maine Coon Katze, gesund gezüchtet, kann gut 12 Jahre alt werden. Erbkrankheiten und Inzucht verkürzen die Lebenserwartung drastisch.

Maine Coon kaufen

Willst du dir eine Maine Coon zulegen, so kannst du dich zunächst auch in Tierheimen umschauen. Hier findet man – wenn auch selten – doch immer wieder einmal Katzen, die von Typ und Wesen der Maine Coon entsprechen. Beim Züchter solltest du darauf achten, dass Elterntiere und Welpen in guten Verhältnissen insbesondere mit einer engen sozialen Anbindung an die menschliche Familie aufwachsen. Du solltest dir den Stammbaum anschauen. Hier sollte keine Ahne zweimal vorkommen, um allzu extreme Inzucht auszuschließen. Beide Elternteile sollten unbedingt negativ auf die oben beschriebenen Erbkrankheiten getestet sein. Seriöse Züchter geben dies von sich aus bei ihren Annoncen an. Selbstverständlich sollten die Kätzchen mehrfach geimpft, entwurmt und gechipt sein. Ein seriös gezüchteter Maine Coon Welpe sollte um die 700 Euro kosten.

 


Christoph JungChristoph Jung Lebt fast sein ganzes Leben lang zusammen mit Katzen und gut das halbe zusätzlich mit Hunden. Bei seinem Biologie-Studium an der Uni Bonn zählten Katzen zu seinem Schwerpunktthema. Sein Perserkater Champi wurde 23 Jahre alt. Da seine Husky-Hündin Mary Jagd auf Katzen macht, muss er derzeit schmerzlich auf die Schmuser verzichten. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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