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Hauskatze im Rasseportrait

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HauskatzeHerkunft und Rassegeschichte

Die Hauskatze ist das beliebteste Heimtier der Deutschen. Doch wir wissen, streng genommen, noch recht wenig von ihr. Sie war lange Zeit ein Stiefkind der Forschung. Immer wieder wird behauptet, dass eine Hauskatze – im Gegensatz zum Hund – keine persönliche Beziehung zum Menschen aufbauen könnte. Katzenfreunde wissen ganz genau, dass ihre Lieblinge eine enge persönliche Bindung aufbauen und sehr gut zwischen einzelnen Personen unterscheiden können. Im März 2017 wurde die erste Studie veröffentlicht, die solche Erfahrungen der Katzenfreunde auch wissenschaftlich zu bestätigen scheint. Die Herkunft unserer Hauskatze ist heute klar. Sie stammt nicht von der in unseren Breiten lebenden Europäischen Wildkatze ab. Ihre Ahnen leben im Norden Afrikas, dem Nahen Osten bis hin zum Kaspischen Meer sowie auf Sardinien und Korsika. Es ist die Afrikanische Wildkatze oder Falbkatze, wissenschaftlich „Felis silvestris lybica“ genannt. Die Falbkatze suchte wahrscheinlich schon vor knapp 10.000 Jahren die Nähe der gerade sesshaft gewordenen Menschen.

Mit der Einführung des Ackerbaus wurden Vorratslager notwendig. Und wo Vorräte sind, sind auch Mäuse nicht fern. Das ideale Futter für eine Falbkatze. So entwickelte sich ein Prozess der Annäherung auf Basis gegenseitigen Nutzens. Die Falbkatze baute einen Teil ihrer Scheu vor dem Menschen ab und die Menschen wussten die Dienste der Katze zu schätzen. In der Antike und besonders im alten Ägypten wurde die Katze wie eine Göttin verehrt und ist in tausenden Mumien der Nachwelt erhalten. Ohne die Hilfe der Katze hätte es so manche Hungersnot mehr gegeben. Das wussten die alten Ägypten besser als wir heutigen Menschen und so wurde die Katze mit größtem Respekt behandelt. Mit dem Ackerbau kam die schon zur Hauskatze gewordene Falbkatze nach Europa. Als Hauskatze auf den Bauernhöfen behielt sie aber immer ein Stück Wildheit. Sie lebte bei den Menschen aber nicht mit ihnen. Erst in neuester Zeit eroberte die Hauskatze die Wohnungen der Großstädte und wurde vom Haustier auch zum Heimtier und Sozialpartner des Menschen.

11,5 Millionen Hauskatzen, inclusive der Rassekatzen, bevölkern heute Deutschland. Aus dem Wirtschaftsfaktor Hauskatze als unverzichtbarem Behüter der Getreidelager vor Mäusen wurde ein Wirtschaftsfaktor als Konsument. Jedes Jahr werden alleine in Deutschland 3,3 Milliarden Euro für Katzenfutter, Kratzbäume und andere Utensilien ausgegeben. Vielen Menschen ist ihre Katze zu einem der wichtigsten sozialen Kontakte geworden. Das Sozialleben der Hauskatzen untereinander ist kaum erforscht. Allerdings hat sie eines, wenn auch nur phasenweise. Das steht im Gegensatz zu ihrem Verwandten der Europäischen Wildkatze. Diese ist ein strammer, unnahbarer Einzelgänger und hat eine ganz andere Art zu Jagen. Sie ist extrem scheu dem Menschen gegenüber und gilt als nicht zähmbar. All das hat wohl dazu geführt, dass sich Haus- und Wildkatze in unseren Breiten über all die Jahre kaum einmal vermischt haben. Die Nachkommen der wilden Falbkatze wurden zum domestizierten und hoch geschätzten Stubentiger des heutigen Menschen. Aus der Hauskatze und deren regionalen Besonderheiten heraus hat man seit knapp hundert Jahren die so genannten Rassekatzen geformt. Ständig werden neue kreiert. Je nach Zählweise soll es inzwischen an die 60 verschiedene Rassen geben, davon sind 48 in der Fédération Internationale Féline anerkannt.

Beschreibung

Die Hauskatze sehen wir in vielen Formen und Farben. Im Durchschnitt ist ihr Körper fünfzig Zentimeter lang und vier Kilogramm schwer. Das ist aber nur der Durchschnitt. Ihr Gewicht kann zwischen drei und acht Kilogramm variieren, ohne dass die 8-KG-Katze übergewichtig sein muss. Das ist eine Folge der Anpassung an die unterschiedlichen Bedingungen der Ernährung, des Klimas, der Konkurrenz, je nachdem, wo sie lebt. Kater sind in der Regel größer und kräftiger und haben einen massigeren Kopf. Der Schwanz der Katze ist etwa 25 bis 30 Zentimeter lang. Die Felllänge variiert von kurz bis – eher selten – mittellang. Das lange Haar mancher Rassekatze beruht auf einer genetischen Mutation, die bei sich frei paarenden Katzen von Natur aus verloren geht.

Bei den Fellfarben sehen wir fast alle Varianten: rein schwarz mit oder ohne Abzeichen, getigert wildfarben und so für den Laien kaum von einer Wildkatze unterscheidbar bis hin zu den dreifarbigen bunten Hauskatzen. Nur rein weiß sieht man kaum einmal. Auch hier scheint die Natur dafür zu sorgen, dass sich Merkmale, die oft mit Defektgenen verbunden sind und körperliche Schäden verursachen – bei reinweiß oft Taubheit und Augenkrankheiten -,  nicht halten können. Man sieht einer Katze an, dass sie ein flinker, äußerst beweglicher Jäger mit extrem scharfen Sinnen ist. Ihre Augen haben eine senkrechte, schlitzförmige Pupille, die bei höchster Erregung groß und rund wird. Die Fähigkeit einer Katze, bei Nacht zu sehen, ist geradezu sprichwörtlich.

Charakter und Wesen

Das Wesen einer Hauskatze hängt stark von ihrer individuellen Entwicklung ab. Es gibt mehr oder weniger wilde Hauskatzen und ebenso schmusig zahme Stubentiger mit enger Anbindung an seine Menschen. Die Zahmheit deiner Hauskatze hängt von vielen Faktoren ab. Das beginnt mit ihrer Abstammung. Waren die Eltern wilde Streuner und hat die Katze ihre Welpen in einem Versteck geboren und groß gezogen, so ist die Ausgangslage schlecht. In den ersten 2 bis 8 Wochen liegt eine Prägungsphase für die Katzenwelpen. Hier werden die Weichen gestellt. Finden die Welpen, idealerweise angeleitet durch ihre Mutter, den Kontakt zu liebevollen Menschen, so werden sie ihr ganzes Leben lang zutraulich sein. Wachsen sie wild, etwa in einer Scheune oder einem Abbruchhaus auf und vermittelt ihnen die Mutter Angst vor Menschen, so können Katzen für ihr Leben auf diese Grundstimmung geprägt werden.

Auf den Menschen geprägt und sozialisiert können Hauskatzen sehr anhänglich sein. Sie verstehen ihre Menschen recht gut. Sie wissen bestens, ihre Wünsche zu artikulieren. An dem Spruch des Schriftstellers Kurt Tucholsky „Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal“ ist durchaus was dran. Es gibt Diven, die die ganze Familie im Griff haben. Hauskatzen sind im Kern immer noch Jäger geblieben. Sie lieben Spiele, bei denen sie einer aus der Deckung kommenden „Beute“ nachsetzen können. Und im echten Leben bewähren sich Hauskatzen als Mäusevertilger nach wie vor. Hauskatzen sind wie ihre Vorfahren, die Falbkatze, Ansitzjäger. Sie können stundenlang vor dem Mauseloch ausharren, nehmen mit ihren scharfen Sinnen dabei jede Regung wahr und können dann blitzschnell zuschlagen.

Haltung

Die Haltung einer Hauskatze ist unproblematisch. Sie kommt auch in der kleinsten Wohnung zurecht. Zunächst muss man entscheiden, ob die Katze eine Wohnungskatze oder ein Freigänger sein soll. Für beides gibt es gute Argumente. Als Freigänger kann die Katze ihren Bedürfnissen besser nachkommen. Zugleich ist sie so der Gefahr ausgesetzt, in unserem dichten Verkehr oder an einem Giftköder umzukommen. Auch das Thema Kastration der Kater zur Verhinderung unkontrollierter Vermehrung, die dann nur die Tierheime weiter auffüllen, sollte bedacht sein. Ansonsten braucht sie nur ihr Katzenklo, das täglich gereinigt werden muss. Eine Katze braucht Zuwendung, jedoch respektvoll und niemals aufdringlich. So ist sie auch Spielpartner für Kinder. Gegen ihren Willen läuft sowie so nichts. Hauskatzen lassen sich einzeln oder gemeinsam oder auch mit anderen Heimtieren etwa Hunden halten. Entscheidend ist, dass alle schön früh aneinander gewöhnt sind. Interessanterweise sind die Katzen dann meist die Chefs der Hunde.

Erziehung

Eine Hauskatze lässt sich nicht erziehen wie ein Hund. Doch sie passt sich gewissen Regeln an und sie muss auch daran gewöhnt werden, dass der Zweibeiner Chef im Haus ist. Die Machtspiele laufen von Seiten der Katze zuweilen sehr subtil ab und sie schafft es immer wieder, das Heft in die Hand zu nehmen. Wenn eine Katze ins Haus kommt, muss sie als erstes daran gewöhnt werden, ihr Geschäft an der dafür vorgesehenen Stelle zu machen. Das ist normalerweise kein Problem, verscharren sie ihre Hinterlassenschaft von Natur aus. Lediglich besonders dominante Exemplare tun das nicht.

Pflege und Gesundheit

Die Hauskatze braucht keine besondere Pflege. Hie und da das Fell kontrollieren und bürsten reicht. Im Alter sollte man auch die Zähne im Auge behalten und im Zweifelsfall einen Tierarzt aufsuchen.

Rassetypische Krankheiten

Die normale Hauskatze erfreut sich in aller Regel einer ausgesprochen robusten Gesundheit. Meist erfordern lediglich das Impfen oder eventuell nötige Kastrationen den Gang zum Tierarzt.

Ernährung/Futter

Die Hauskatze ist von Hause aus ein reiner Fleischfresser. Hie und da nimmt sie Gras auf zur Reinigung des Magens. Hauskatzen können ausgesprochen wählerische Fresser werden. Jedes Individuum entwickelt hier eigene Vorlieben, die meist recht stabil bleiben. Der Handel bietet unzählige Varianten an Katzenfutter an, die letztlich jeden Geschmack einer Katze treffen.

Lebenserwartung

Im Haus lebende Katzen erreichen unter Schutz und fachkundiger Pflege durch den Menschen problemlos ein Alter von 14 bis 17 Jahren. Gelegentlich können einzelne Exemplaren noch wesentlich älter werden. Frei lebende Exemplare sterben hingegen sehr viel früher.

Hauskatze kaufen

Will man sich eine Hauskatze anschaffen, so sollte man sich in den Tierheimen vor Ort umschauen. Hier gibt es – leider – immer eine große Auswahl an Katzen jeden Alters.

 


Christoph JungChristoph Jung Lebt fast sein ganzes Leben lang zusammen mit Katzen und gut das halbe zusätzlich mit Hunden. Bei seinem Biologie-Studium an der Uni Bonn zählten Katzen zu seinem Schwerpunktthema. Sein Perserkater Champi wurde 23 Jahre alt. Da seine Husky-Hündin Mary Jagd auf Katzen macht, muss er derzeit schmerzlich auf die Schmuser verzichten. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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