Bartagame: Vielseitiger Terrarienbewohner

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Bartagame: Vielseitiger TerrarienbewohnerIn diesem Beitrag wollen wir dir die interessante Welt der Bartagame näher bringen. Denn die vielseitigen Terrarium-Bewohner haben einiges zu bieten. Erfahre hier, was du bei ihrem Kauf, der Haltung und der Pflege beachten solltest.

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Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Pogona
  • Zugehörige Familie: Agamidae (Agame), Landwirbeltiere
  • Alter: Können zwischen 10 und 15 Jahre erreichen
  • Gewicht: Variiert nach Art zwischen 70 und 500g
  • Größe: Zwischen 30 und 60cm (ca. 60% bildet der Schwanz)
  • Vorkommen in der Wildnis: Trockene und halbtrockene Steppen mit Büschen und Bäumen, Australien
  • Merkmale: Wechselwarme Tiere, sind tagsüber aktiv
  • Anschaffungskosten: Liegen nach Art zwischen 25 und 50€, geeignetes Terrarium ca. 100 bis 200€

Vor dem Kauf – das richtige Terrarium

Bevor du dir einen Bartagam zulegst, solltest du dir bereits vorab einige grundlegende Gedanken über deinen Mitbewohner machen. Fragen wie „Was frisst ein Bartagam?“, „ Welche Lebensbedingungen benötigt er?“, „Was ist das richtige Terrarium für ihn?“ solltest du schon vor der Anschaffung für dich beantwortet wissen.

Besonders die Terrarienwahl- und platzierung ist für deinen neuen tierischen Mitbewohner mehr als entscheidend. Der Standort sollte wohl überlegt sein. Ein Terrarium sollte niemals in der Nähe größerer, elektronischer Geräte oder anderer sehr lauter Geräte stehen, da die Geräuschkulisse extremen Stress bei den Tieren hervorruft. Auch sollte man direktes Sonnenlicht, direkte Heizungsnähe und zugige Orte vermeiden. Am besten ist ein sehr ruhiger Ort, den man nur aufsucht, um seinen Bartagam zu besuchen. Die sensiblen Tiere sind sonst sehr schnell gestresst und können in der Folge sogar krank werden.

Als perfekte Größe für das Terrarium eines Bartagams gelten die Maße 150cm x 80cm x 80cm. Doch diese variiert je nach Größe des Tieres, deshalb gibt es in Fachkreisen eine Formel zu Berechnung der perfekten Terrariengröße für jeden Bartagam: Man misst das Tier von Kopf bis Rumpf (Kopf-Rumpf-Länge, auch KRL), die Länge des Tieres wird dann für die richtige Länge mit fünf multipliziert, für die perfekte Tiefe wird sie mal vier multipliziert und für die optimale Höhe wird die KRL mal drei genommen. Das Ergebnis entspricht dann der richtigen Größe für den Bartagam.

Die richtige Einrichtung

Hat man dann die Größe für das Terrarium errechnet, kommt es auf die Einrichtung an. Aufgrund ihrer Herkunft benötigen die Reptilien ein trockenes Wüstenterrarium. Dieses sollte viel Sand und einen bis zwei große Steine enthalten. Auch ein passender Unterschlupf sollte dem Tier geboten werden. Eines der wichtigsten Einrichtungsgegenstände ist allerdings der Wärmestrahler. Durch das hierzulande herrschende Klima ist ein Wüstenterrarium ohne eine solche Heizlampe viel zu kalt für die wärmeliebenden Reptilien. Sind diese Mittel dem Tier geboten, fehlen nur noch ein Futter- und ein Wassernapf – fertig ist das Terrarium für Bartagame!

Was frisst eine Bartagame?

In der freien Natur fressen Bartagame nahezu alles, was ihnen in die Quere kommt. Von Gräsern oder Früchten, über kleine Käfer, bis hin zu größeren Insekten steht alles auf dem Speiseplan, was die Natur zu bieten hat – denn das ist in ihrer natürlichen Umgebung meist nicht viel. In der Heimhaltung von Bartagamen sollte allerdings etwas besser auf die Ernährung der Tiere geachtet werden. Eine ausgewogene Ernährung für die Tiere besteht aus einer pflanzlichen und tierischen Kost. Im Detail bedeutet dies: pflanzliche Nahrung, wie Salat oder Gemüse, sollte dem Tier immer zur Verfügung stehen. Das gilt auch für Kräuter und essbare Blüten. Tierisches, sprich Lebendfutter, sollte nur an bestimmten Tagen gefüttert werden. Der Ernährungsplan kann selbstverständlich individuell bestimmt werden, jedoch sollte die Fütterung mit tierischem Futter nicht öfter als zwei bis drei Mal in der Woche erfolgen.

Zu den geeigneten Futtertieren zählen beispielsweise Heimchen, Grillen oder Schaben. Wenn es um pflanzliches Futter geht, sollte immer darauf geachtet werden, dass dieses unbehandelt ist. Eine zu hohe chemische Behandlung würde den Tieren schaden. Als pflanzliches Futter sind beispielsweise Endivien, Karotten, Klee, Veilchen oder Hibiskus geeignet. Auch wenn der Bartagam als Allesfresser gilt, sollte auf ein paar Lebensmittel komplett verzichtet werden. Dazu zählen vor allem Reis, Getreide- und Milchprodukte, Pilze, Eier und Nudeln. Diese Nahrung vertragen die Tiere nicht, ebenso wie rohes Fleisch. Hält man sich an die geeigneten Lebensmittel, steht dem Bartagam ein gesundes und vitales Leben bevor.

Gute Nacht: Die Winterruhe

Bartagame verfallen in der Winterzeit in eine Art Winterruhe. Grund hierfür ist die sinkende Temperatur. Oft stellen sich Bartagam-Besitzer die Frage: „Kann ich die Temperatur in meinem Terrarium so regeln, dass mein Bartagam nicht in den Winterschlaf fällt?“ Die Antwort: Ja, das ist möglich, jedoch ist es nicht ratsam, dies auch zu machen. Die Winterruhe dient in erster Regel dem Fettabbau der Leber. Besonders in der Heimhaltung werden die Tiere mit ausreichend Futter versorgt, was oft zu überfetteten Tieren führt. Meist geschieht diese Überfettung nicht aus Boshaftigkeit seitens der Besitzer – es ist schlichtweg nicht genau zu sagen, wie viel Futter sie tatsächlich benötigen. Aus diesem Grund sollte man seinem Bartagam den Winterschlaf zum Fettabbau in jedem Fall gönnen. Im Terrarium ist während dieser Zeit eine Temperatur von ca. 15°C ratsam, Beleuchtungen können während der Winterruhe abgeschaltet werden.

Der Zeitraum der Winterruhe beträgt in etwa zwei bis drei Monate, in denen die Tiere nicht gefüttert oder geweckt werden sollten. Nach dem Wiedererwachen braucht ein Bartagam ein paar Wochen, um wieder vollkommen fit zu sein. Dies sollte unbedingt beachtet werden, da die Tiere auch dementsprechend langsam wieder an die Beleuchtung und das Futter herangeführt werden müssen.

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Kommentare, Fragen und Antworten
  1. joe sagt:

    Fälschlicherweise wird oft behauptet, sie
     halten Winterschlaf. Das ist aber so nicht richtig !!!!!!! Sie halten Winterruhe. Unterschied zwischen Winterruhe und Winterschlaf ist, dass bei der Winterruhe die Tiere aufwachen und sich im bewegen.

    1. ZooRoyal sagt:

      Lieber Joe,

      vielen Dank für deinen Hinweis. Wir haben die Änderungen übernommen und den Beitrag aktualisiert.

      Liebe Grüße,
      dein ZooRoyal Team

  2. Hinzu kommt das Bartagame immer noch fressen während der Winterruhe und man das Licht ein paar Stunden runterregeln sollte. Gemüse und Salat sollte von abgeraten werden, da dies nicht das natürliche Futter ist. Löwenzahn, Brenniceln, Rosenblüten, Wegerich, Rosmarien, Ringelblume, Kornblume, Klee bietet sich abgewaschen perfekt an. Lektüren und nen Tierarzt aufsuchen sollte pflicht sein selbstverständlich.

  3. Florentin sagt:

    Hallo mein Name ist Florentin,

    ich habe mich ausführlich mit Bartagamen beschäftigt, doch bin verunsichert was die Temperaturzonen angeht. Ich habe mich auf eine andere Website bezogen, dort findet man die empfohlenen Temperatur Zonen. Jedoch weiß ich nicht genau wie ich A: für diese Zonen ganz genau sorgen kann und B: wie ich alle 3 Zonen kontrollieren kann. Muss ich hier 3 Thermometer nutzen oder wie kann man sich das vorstellen?

    Kommentar aufgrund von Verstoß gegen die Netiquette angepasst.

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Florentin,

      wir haben deine Frage bezüglich der Temperatur an unseren Tierexperten weitergeleitet. Dieser meldet sich so schnell wie möglich bei dir!

      Viele Grüße,
      dein ZooRoyal Team

    2. ZooRoyal sagt:

      Hallo Florentin,

      unser Tierexperte hat sich mit deinem Kommentar beschäftigt und rät folgendes:

      Bartagamen mögen es lieber zu heiß, als zu kühl. Sie lieben es dazu sehr hell, also solltest Du auf ausreichende Helligkeit durch Leuchtstoffröhren und auf ausreichende UV-B Strahlung mit Wärme achten. Tagsüber sollte der Temperaturbereich zwischen etwa 30-45°C liegen, eine Ecke eher kühler, die andere wärmer. Das schaffst du am einfachsten, indem du zwei oder drei verschieden starke Wärmespots installierst, z.B. links 75 Watt, Mitte 100 Watt und Rechts den UV-B Spot mit 160 Watt (reines Beispiel, wie viel Watt du wirklich benötigst, hängt davon der Terrariengröße, Bauart, Standort etc. ab.) Zur Kontrolle gibt es Thermometer mit mehreren Messfühlern, die von außen bequem zu bedienen sind.
      https://www.zooroyal.de/lucky-reptile-thermometer-deluxe?c=163

      Alternativ installiert man mehrere lokale Thermometer, die in verschiedenen Ecken im Terrarium angebracht werden.
      https://www.zooroyal.de/exo-terra-analog-thermometer-fuer-terrarien?c=163
      https://www.zooroyal.de/exo-terra-digitales-thermometer?c=163

      Eine weitere Möglichkeit zur elektrischen Temperaturkontrolle sind Thermostate, die bei Bedarf Wärmestrahler (Keramikwärmestrahler, ohne Licht, wir wollen ja keinen Disco-Effekt) hinzuschalten, sobald es zu kühl wird und abschalten, wenn es zu heiß wird.
      https://www.zooroyal.de/lucky-reptile-thermocontrol-pro-ii?c=163

      Im Shop findest Du zu den jeweiligen Gerätschaften noch weitere Marken und Varianten.

      Liebe Grüße,
      dein ZooRoyal Team

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