Delikatessen für Kleintiere aus dem Garten

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Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster oder Chinchillas, die als Haustiere gehalten werden, erhalten heute vielfach Trockenfutter. Und dagegen ist absolut nichts einzuwenden, denn das Alleinfutter für diese Tierarten ist heute sehr hochwertig und wird aus natürlichen Zutaten hergestellt. Darüber hinaus kann und sollte der Tierhalter seinen Hausgenossen regelmäßig frisches Futter anbieten. Das ist in der Regel besonders vitaminreich und verdauungsfördernd. Wildpflanzen, Gemüsegrün und Küchenkräuter stehen auf ihrem Speiseplan. Die meisten dieser Futterpflanzen kannst du dem eigenen Garten entnehmen oder sogar dort anbauen. Auch im Blumenkasten auf dem Balkon lassen sich Frischfuttersorten ziehen und ernten. Wir verraten dir, worauf du achten solltest.

Die wild lebenden Verwandten unserer Kleintiere ernähren sich ausschließlich von dem, was ihnen die Natur bietet. Das sind in erster Linie Gräser, Wiesenblumen, Blattpflanzen und Wildkräuter. Baumrinde und Äste nehmen sie gerne auch zwischendurch, das tut insbesondere ihren Zähnen gut, die ein Leben lang weiterwachsen. Durch den natürlichen Zahnabrieb werden Schneide- und Backenzähne kurz und scharf gehalten. Feld- und Baumfrüchte sind ebenfalls eine willkommene Abwechslung, sofern sie diese erreichen können. Hierin liegt aber auch eine große Gefahr für die frei lebenden Nager, denn sie fressen auch die Pestizide, mit denen Landwirte ihre Ernte schützen.

Kleintiere langsam an Grünfutter gewöhnen

Da haben es unsere Haustiere besser, denn Äpfel oder Karotten aus dem eigenen Garten sind in der Regel nicht gespritzt und ungiftig für die Fellnasen. Bei einigen Tierarten ist jedoch die Gabe von frischem Obst nicht zu empfehlen. Beispielsweise Degus neigen zu Diabetes und die meisten Obstsorten enthalten zu viel Fruchtzucker für die Exoten, die eher einen kargen Speiseplan bevorzugen. Zudem solltest du beachten, dass Meerschweinchen und Co. langsam an Grünfutter gewöhnt werden müssen, wenn sie bislang eher Trockenfutter erhalten haben. Das meist komplizierte Verdauungssystem der Kleintiere muss sich erst allmählich auf die saftigen Stängel, Knollen und Blätter einstellen. Eine zu rasche Futterumstellung zieht meist eine Durchfallerkrankung nach sich. Und nicht jedes Tier verträgt alles Grün, das im Garten wächst oder in der Gemüseabteilung erhältlich ist.

Das ideale Wiesengrün für Kleintiere

Vieles, was in unseren Gärten wächst, wird gemeinhin als Unkraut angesehen. Für viele Kleintiere, wie beispielsweise Kaninchen, sind diese Gewächse aber wahre Delikatessen. Vom Frühjahr bis in den Herbst wächst Löwenzahn in der Wiese. Er ist gut an den gezackten Blättern zu erkennen. Seine gelben Blüten leuchten schon von Weitem. Später werden daraus die bekannten Pusteblumen. Die saftigen Blätter und die Blüten sind bei den Hasenähnlichen und vielen anderen Kleintieren sehr beliebt. Auch Gänseblümchen, Klee, Spitzwegerich, Schafsgabe, Brennnessel oder Wicken können bedenkenlos gefüttert werden. Selbstverständlich mögen die meisten Kleintiere auch frisches Gras. Ideal ist eine möglichst abwechslungsreiche Mischung.

Viele dieser Wiesenkräuter wachsen natürlich auch in öffentlichen Grünflächen oder am Wegrand. Auch wenn sie noch so gut aussehen, sollte man sie besser nicht an die eigenen Tiere verfüttern. Dort wo Autos fahren, ist das Grün häufig durch Schadstoffe oder andere Umweltgifte belastet. Zudem können andere Tiere ihre Spuren und auch Keime hinterlassen haben. Viele Krankheiten werden durch Speichel übertragen. Hat beispielsweise ein krankes Wildkaninchen an einem Blatt geknabbert, kann das Grün die Krankheit an Haustiere weitergeben. 

Küchenkräuter: eine schmackhafte Abwechslung

Nahezu in jedem Garten lassen sich Küchenkräuter wie Basilikum, Petersilie, Dill, Minze, Kerbel oder Salbei anpflanzen. Die meisten dieser Kräuter gedeihen auch gut im Topf auf dem Balkon oder sogar in der Küche. Kleintiere lieben diese Kräuter, sie sind meist im Nu verputzt. Zudem fördern sie auch noch ihre Gesundheit, denn sie sind appetitanregend, krampflösend, verdauungsfördernd, entzündungshemmend und haben beruhigende Wirkungen. Gegen eine tägliche Gabe oder an mehreren Tagen in der Woche ist nichts einzuwenden. Auch im Winter können Küchenkräuter gefüttert werden. Sie sind ganzjährig im Supermarkt als Bundware, oder abgepackt in der Gemüseabteilung zu bekommen.

Kräuter für Kleintiere

Gemüse, Gemüsegrün und Salate

Viele Gemüsesorten werden von Kleintieren sehr gut vertragen und sind insbesondere im Winter eine gute Futteralternative, wenn keine frischen Wiesenpflanzen zur Verfügung stehen. Am besten ist natürlich frisches Gemüse aus dem eigenen Garten. Beliebte Sorten sind Blumenkohl, Brokkoli, Wirsing, Romanesco oder Weißkohl. Viele Kleintiere lieben zudem frischen Grünkohl, den es nur im Winter gibt. Meerschweinchen würden für ein Stückchen Salatgurke, Paprikaschote oder Tomate ihren Lieblingsplatz verlassen, während Kaninchen diese Sorten in der Regel nicht mögen. Auch bei der Gabe von frischem Gemüse solltest du darauf achten, deine Tiere nur langsam daran zu gewöhnen und ihnen nicht zu viel auf einmal zu geben. Wenn das Gemüse aus dem Supermarkt stammt, sollte es möglichst ungespritzt sein (Biogemüse) oder besonders gründlich gewaschen werden.

Darüber hinaus eignet sich Knollengemüse optimal als Futter: Fenchel, Pastinaken, Karotten, Steckrüben, Kohlrabi, Stangensellerie und insbesondere das Blattgrün dieser Sorten. Salate sind ebenfalls geeignet, sollten aber in Maßen gefüttert werden, damit es nicht zu Aufgasungen kommt. Ideal sind: Chicorée, Feldsalat, Eisbergsalat, Endivie oder Kopfsalat. Für den Winter ist Löwenzahnsalat vom Wochenmarkt interessant, der als Salatpflanze gezogen wird. Rucola sieht zwar aus wie Löwenzahn, ist aber weniger gut als Futterpflanze geeignet, da er über eine hohe natürliche Würze verfügt. 

Holz und Zweige für ein gesundes Leben und Beschäftigung

Beim Zurückschneiden von Obst- und Zierbäumen und -büschen sollte man immer auch an die Kleintiere denken. Zweige vom Apfelbaum können mitsamt Blättern und Blüten angeboten werden. Darüber hinaus sind Birke, Brombeere und Himbeere, Bambus, Haselnuss, Birne, Kirsche und Pflaume (ohne Früchte!), Weide oder Wein geeignet. Zweige kannst du deinen Kleintieren immer zur Verfügung stellen. Sie werden benötigt, damit sich insbesondere die Schneidezähne immer gut abwetzen können. Darüber hinaus enthalten viele Sorten natürliche Inhaltsstoffe, die für ein gesundes Leben sorgen. Und ganz nebenbei sorgt das Nagen für eine sinnvolle Beschäftigung und Stressabbau.

Obst als Belohnung oder Leckerli

Darüber hinaus darf es auch mal ein Stückchen Obst zur Belohnung oder als Leckerli zwischendurch sein. Ein- bis zweimal in der Woche kannst du deinen Meerschweinchen, Chinchillas, Kaninchen oder Ratten ein Stück Apfel, Banane, Birne oder Melone spendieren. Auch Früchte, wie Hagebutte, Erdbeere, Himbeere oder Brombeere mögen sie. Kernobst wie Pfirsich, Nektarine, Pflaume oder Kirsche kann auch gefüttert werden, jedoch grundsätzlich ohne Kerne, da diese Blausäure enthalten. Zitronen, Orangen oder Limetten enthalten sehr viel Fruchtsäure, deshalb sind diese Früchte nur bedingt zu empfehlen und werden zudem von den meisten Kleintieren abgelehnt. 

Fazit: Mit ein wenig Kenntnis kannst du deinen Kleintieren ein abwechslungsreiches Grünfutter anbieten, dadurch ihr Wohlbefinden steigern und eine gesunde Ernährung sicherstellen. Viele Kräuter- und Gemüsesorten kannst du im eigenen Garten anbauen oder sammeln. Darunter finden sich viele Delikatessen für Kaninchen, Meerschweinchen und Co.

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