Partnerwahl: finde den richtigen Hund

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Partnerwahl

Warum hast du dir genau diesen Hund ausgesucht? Warum ist ER es geworden? Es gibt so viele Sprüche und Kommentare, die man als Hundehalter kennt und drüber schmunzelt – aber wie viel Wahres ist dran? Also von wegen, „du bekommst immer den Hund, den du brauchst, nicht den, den du willst“ – aber dennoch haben wir ja bewusst „JA!“ zu diesem Hund gesagt, sonst wäre er nicht da. Und auch die vielen Fotos von Hundehaltern, die ihren Hunden auch noch ähnlich sind? Zufall? Spielen wir ein bisschen Sherlock Holmes und analysieren die Partnerwahl.

Die erste Frage bei der Partnerwahl

Beantworte dir im ersten Schritt, warum du dir überhaupt einen Hund angeschafft hast. Das kann mehrere Gründe haben, wie etwa:

  • Ich wollte einen Beschützer.
  • Ich möchte nicht alleine sein.
  • Ich muss mehr unter Leute und der Hund „zwingt“ mich aufgrund seiner Bedürfnisse mich unters Volk zu mischen.
  • Ich mag Hunde mehr als Menschen.
  • Ich LIEBE Hunde und kann mir ein Leben ohne nicht vorstellen.
  • Hunde bereichern mein Leben.

Dies sind nur Gedankenansätze, du darfst die Liste natürlich ergänzen oder auch Punkte, die für dich nicht infrage kommen, streichen. Hier erkennst du einen Trend bei dir und bemerkst, welches Bedürfnis der Hund bei dir stillen wird. Hast du verstanden, was dich an einem Hund reizt und interessiert, geht es auch schon weiter.

Die zweite Frage bei der Partnerwahl

Warum genau dieser Hund? Nun kommen die persönlichen Vorlieben, denn schließlich möchte sich jeder einen Hund aussuchen, der zu einem passt – und das ist nun mal typenabhängig. Aber wie wirkt es auf die Außenwelt? Ja, einige Klassiker gibt es. Aber Achtung, auch hier gelten Ausnahmen, die die Regel bestätigen.

Kleine Frau – großer Hund

Ja, viele kleinere Frauen wünschen sich einen Hund, der sie beschützt. Besonders beliebt sind Berner Sennenhunde, Bernhardiner oder Doggen. Dabei fällt auf, dass dies alle recht ruhige Vertreter sind. Es wirkt sehr imposant, wenn beide – mit meist einer ähnlichen Gewichtsverteilung jeweils am Ende der Leine – zusammen über die Straße gehen. Wir Frauen fühlen uns dann auch das eine oder andere Mal sicher, wenn andere die Straßenseite wechseln und wir denken, dass es damit zu tun hat, dass der Hund so groß ist. Aber vielleicht liegt es auch nur daran, dass sie Sorge haben, dass wir den Hund nicht halten können.

Sportler unter sich

Häufig sehen wir athletisch gebaute Jogger im Stadtpark mit ihren Hunden. Interessant ist, dass es häufig Hütehunde sind, wie Border Collies oder American Sheperds. Meistens auch optisch genauso athletisch, wie der Halter oder die Halterin dazu. Hier ergänzen sich zwei ganz klar. Sie genießen das gemeinsame Hobby. Mit einem Stubenhocker ist ein Sportler meist nicht so glücklich. Gemeinsame Outdoor-Aktivitäten sind ein Muss.

Gegensätze ziehen sich an

Auch das stimmt häufig. Viele sehr aktive Menschen, die täglich auf mehreren Hochzeiten tanzen und ihren Hund dennoch in den Alltag integrieren möchten, suchen sich etwas Gegenteiliges zu ihrem eigenen Temperament. Ein ruhiger Pol, zu dem man bei aller Hektik gerne ins Körbchen schielt und ihn positiv beneidet. Ja, wahrscheinlich ist das hier auch genau der Hund, den man braucht und der einem gut tut. Umgekehrt ist er wahrscheinlich auch die Hunderasse, die das stressfrei(er) mit macht, als ein Hund, der selbst sehr reaktiv ist und noch mehr Action in das eigene Leben bringt. Folglich kannst du dir auch gut vorstellen, dass sich viele ruhige Menschen wiederum einen lebhaften Hund suchen, der sie begeistert und aus sich selbst herausholt.

Eingespieltes Team dank richtiger Partnerwahl

Natürlich gibt es noch viele Beispiele mehr, aber deutlich wird hier schon, dass es nicht nur optisch passt oder im Alltag, sondern man sich als Hundehalter auch immer fragen sollte, was man selbst gerade braucht und meistens benötigt man dafür den Blick von außen, weil man selbst nicht draufkommt. Frage einige deiner Bekannten, wie sie dich und deinen Hund beschreiben würden? Vielleicht wirst du überrascht sein, wie sie euch wahrnehmen und was die Partnerwahl aussagt – aber du kannst drüber nachdenken und abgleichen, ob es dennoch passt.

Übrigens, ein eingespieltes Team erkennst du von außen nicht zwangsläufig daran, wer sich welche Hunderasse ausgesucht hat. Da kommen noch einige Parameter auf einen zu, quasi eine ganze Lebensgeschichte. Aber es macht Spaß darüber zu philosophieren. Aber, vielmehr sind es die kleinen Dinge, die dir verraten, wie das Team situativ gerade aufeinander eingespielt ist. Harmonieren beide gerade gut zusammen, so erkennst du häufig eine identische Schrittfolge. Frauchen/Herrchen geht mit dem rechten Fuß und der Hund tut es auch. Synchron wechseln beide danach auf links und so weiter. Auch schauen sie oft in dieselbe Richtung oder machen zeitgleich identische Bewegungen. Der Teufel steckt also im Detail.

Und ganz wichtig: Es spielt keine Rolle, was Studien, Mythen, Könner oder Anfänger über dich und deinen Hund sagen. Wichtig ist, dass ihr glücklich und gesund zusammen seid!


KristinaKristina Ziemer-Falke ist zertifizierte Hundetrainerin und Verhaltensberaterin durch die Tierärztekammer Schleswig-Holstein und das Messerli Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Darüber hinaus verfügt sie über viele Zusatzausbildungen und Schwerpunkte und ist im Prüfungsausschuss der Tierärztekammer Niedersachsen für die Hundetrainerzertifizierungen.
Mit ihrem Mann Jörg Ziemer gründete sie das Schulungszentrum Ziemer & Falke, in dem sie seit vielen Jahren mit viel Herz, Leidenschaft und Kompetenz Hundetrainer in ganz Deutschland ausbilden und viele Weiterbildungsangebote anbieten. Viele kennen Kristina außerdem als erfolgreiche Autorin von Fachbüchern für Hundetrainer und Hundehalter sowie aus Artikeln beliebter Hundezeitschriften.


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