Überhitzung bei Hunden vermeiden

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Gerade im Sommer haben unsere Hunde es schwer. Ein Temperaturaustausch ist ihnen nur durch Hecheln oder die Pfoten (Ballen) möglich. Eine Überhitzung bei Hunden ist also schnell passiert. Wir zeigen dir, wie du sie vermeidest und was du im Notfall tun musst.

Hitzestau vorbeugen

Einige deiner täglichen Hilfsmittel sind im Sommer nicht mehr gut geeignet. Dazu gehören:

  • Nylonschlaufen auch gerne Nylonmaulkorb genannt, sie bieten deinem Hund kaum Möglichkeit über das Hecheln, die innere Temperatur zu regulieren
  • Maulkorbmaske, auch diese bieten trotz verstellbaren Schnallen nicht genügend Möglichkeit zum Hecheln

Das Resultat kann einen Hitzestau erzeugen und eine sehr ernste gesundheitliche Situation darstellen.

Sonne nur in Maßen

Nicht jeder Hund hat seine Freude an einem heißen Sommertag. Je nach der Beschaffenheit des Fells kann dies Hunden über mehrstündige Sonneneinstrahlung stark zu schaffen machen. Scheren könnte eine Möglichkeit sein, doch Vorsicht! So mancher Hund bekommt einen Sonnenbrand, da die Haut für eine direkte Sonneneinstrahlung nicht vorbereitet ist. Halte hier Rücksprache mit einem professionellem Groomer, wie du deinen Hund vor Verbrennungen schützt. Erkundige dich über Sonnenschutzcremes für Hunde. Es gibt viele Produkte auf dem Markt. Achte dabei auf eine gute Qualität.

Autofahrten und Parken

Na klar, wirst du sagen. Ich weiß doch, dass ich meinen Hund nicht über einen längeren Zeitraum im Auto lassen darf. Doch das allein ist es nicht. Heutzutage ist quasi jedes Auto mit einer Klimatronic oder Klimaanlage ausgestattet. Einerseits ist das ein schöner Luxus, kann für deinen Hund aber zur gesundheitlichen Falle werden. Die Temperaturschwankung kann von dem warmen oder heißen Außen, zum schnellen Kühlen im Auto auf den Kreislauf schlagen. Denn dein Hund hat zuvor über das Hecheln warme Luft eingeatmet und nun kommt auf einen Schlag kalte Luft in den Organismus. Dieser Temperatursprung kann zu Stress für den Organismus führen.

Die Lüftung kann zu einer Bindehautentzündung führen und zu einer Erkältung. Darum passe die Temperatur langsam an. Es gibt immer wieder Zeiten, wo es nicht möglich ist einen Parkplatz im Schatten zu finden. Dafür gibt es eine wunderbare Lösung: Thermoschutz fürs Auto. Für heiße Tage ein hervorragender Schutz, sowie im Winter. Überdecke dein Auto und die Karosserie kann sich nicht so schnell aufheizen. Dennoch darf der Hund natürlich bei stärkerer Sonneneinstrahlung oder hohen Temperaturen niemals im Auto gelassen werden! Diese Maßnahmen dienen nur dazu, das Einsteigen in das geparkte Auto angenehmer zu machen.

Fährst du einen Kombi oder Kastenwagen, bietet sich ein Heckgitter hervorragend an. So lässt sich eine Überhitzung bei Hunden vermeiden, sollte es zu einem stehenden Stau kommen. Muss den Hund kurz im Auto lassen, ist für natürliche Frischluft gesorgt. Diese sind mit Schlössern verschließbar und vor unerwünschtem Eindringen sehr sicher. Dein Hund hat viel Platz in seinem Bereich und kann sich langmachen. Das ist super, denn bei Wärme streckt er sich gerne aus, um seine Körperoberfläche zu vergrößern und damit die Wärmeabgabe zu erleichtern. Hat ein Hund zu wenig Raum zur Verfügung, wird er sich nicht wohl fühlen. Denke auch über eine festinstallierte Wasservorrichtung in deinem Auto nach. Auch hier gibt es Produkte auf dem Markt, die genügend Füllmenge für verschiedene Hundegrößen anbieten und kein Wasser in Kurven überschwappt.

Training für den Sommer

Beginne bereits im Frühling mit der Gewöhnung an Kühlmatten. Es gibt verschiedene Füllmaterialien, um die Matten kühl zu halten. Entweder sind die Produkte mit einem Gel oder kleinen Kügelchen befüllt. Daran müssen sich sensible Hunde erst langsam daran gewöhnen. Diese können hervorragend im Auto oder bei dem Besuch im Eiscafé, Biergarten oder Restaurant genutzt werden.

Biete deinem Hund immer Wasser in Körpertemperatur an und prüfe Wassertemperaturen von Gewässern, wo dein Hund eventuell ein erfrischendes Bad nehmen möchte. Hat dein Hund zuvor länger in der Sonne gelegen, kann es zu einem Kreislaufkollaps führen.

Spaziergänge – worauf solltest du achten?

Bei Sommertemperaturen von 25 Grad und mehr, erhitzen sich Asphalt und Gehwege sehr. Die Pfoten deines Hundes sind sehr Kälte- und Wärmeempfindlich. Folglich kann es sehr schmerzhaft sein, über diese Beläge zu laufen. Kleinere Rassen haben noch ein weiteres Problem mit der aufsteigenden Wärme. Ihr Abstand zu der warmen Quelle des Bodens ist nur sehr gering und der Körper nimmt die Hitze intensiv auf.

Generell sollten Gassigänge reduziert werden, hierfür meidet man idealerweise auch die Mittagszeit. Sportliche Aktivitäten sollten in der Mittagszeit oder an heißen Tagen mit 30 Grad und mehr generell nicht mehr stattfinden.

Woran erkennst du eine Überhitzung bei Hunden?

  • Starkes Hecheln
  • Die Zunge hängt stark heraus und im vorderen Drittel formt sich eine Art Dreieck
  • Die Augen sind weiter aufgerissen
  • Eine erkennbare Stressfalte um das Maul herum
  • Angeschwollene Schleimhäute im Maulbereich und farblich rot bis weiß
  • Erhöhter Herzschlag
  • Langsame Bewegungen, immer wieder Ablegen wollen
  • Der Hund meidet die Sonne
  • Nicht mehr trinken wollen

Überhitzung bei Hunden – erste Hilfe

  • Den Hund umgehend aus der Sonne nehmen
  • Sofort einen Tierarzt informieren und aufsuchen
  • Wenn möglich für langsame Abkühlung sorgen mit Handtüchern, die mit zuerst mit lauwarmer Temperatur und langsam kühler werdender Temperatur auf die Hunde gelegt werden sollten
  • Das Maul mit Wasser befeuchten, meist nehmen die Hunde kein Wasser mehr auf
  • Da Hunde mit Hitzestau in aller Regel auch dehydriert sind, muss dein Hund so schnell wie möglich an einen Tropf, damit der Wasserhaushalt wieder ins Gleichgewicht kommt.

KristinaKristina Ziemer-Falke ist zertifizierte Hundetrainerin und Verhaltensberaterin durch die Tierärztekammer Schleswig-Holstein und das Messerli Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Darüber hinaus verfügt sie über viele Zusatzausbildungen und Schwerpunkte und ist im Prüfungsausschuss der Tierärztekammer Niedersachsen für die Hundetrainerzertifizierungen.
Mit ihrem Mann Jörg Ziemer gründete sie das Schulungszentrum Ziemer & Falke, in dem sie seit vielen Jahren mit viel Herz, Leidenschaft und Kompetenz Hundetrainer in ganz Deutschland ausbilden und viele Weiterbildungsangebote anbieten. Viele kennen Kristina außerdem als erfolgreiche Autorin von Fachbüchern für Hundetrainer und Hundehalter sowie aus Artikeln beliebter Hundezeitschriften.


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