Clickertraining mit dem Hund

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Clickertraining mit dem HundDas Clickertraining mit dem Hund ist eine Methode, bei der du hervorragende Ergebnisse erzielen kannst. Der Clicker ähnelt von seiner Funktion her dem Knackfrosch, den viele noch aus ihrer Kindheit kennen. Ein kleines, handliches Gerät aus Plastik oder Metall, das, je nach Modell, ein kurzes, leises bis mittellautes Klicken oder „Klick-Klack“ von sich gibt.

Das Clickertraining blickt auf eine lange Tradition zurück. Bereits seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist der Klicker in Gebrauch, um verschiedene Tierarten zu trainieren. Aber erst seit Anfang der 1990er wird er gezielt im Hundetraining eingesetzt. Die Grundlagen dieser Lernmethode sind simpel und werden häufig mit dem psychologischen Fachbegriff der „positiven Verstärkung“ erklärt. Dahinter steht eigentlich nur das Prinzip, dass du die Trainingsziele, die du von deinem Hund erwartest, belohnst (verstärkst). Das Klicken stellt dabei selbstverständlich nicht die Belohnung selbst dar, sondern ist lediglich das Signal für deinen Hund, dass er etwas richtig gemacht hat und dafür bald mit einem Leckerli oder Ähnlichem belohnt wird. Denn jedes Tier wird das Verhalten häufiger an den Tag legen, das ihm auch selbst etwas einbringt.

Langsam an den Clicker gewöhnen

Zunächst solltest du alleine beginnen, dich mit dem Clicker vertraut zu machen, damit du deinen Hund nicht verwirrst. Verdeutliche dir, wie er funktioniert, welche Geräusche er produziert und für was und wann du ihn einsetzen willst. Denn natürlich trainiert nicht der Clicker deinen Hund, sondern du; er hilft dir lediglich dabei, deinem Hund unmissverständlich zu signalisieren, dass er etwas richtig gemacht hat. Neben dem Clicker solltest du noch ausreichend Leckerlis dabei haben, die besonders schmackhaft sind, damit dein Hund sich die Belohnung gut einprägt.

Dein Hund muss erst einmal lernen, dass ein Click einer Belohnung entspricht.  Teste vorab unbedingt, wie dein Hund auf das Geräusch des Clickers reagiert. Völliges Desinteresse oder interessiertes Aufschauen ist in Ordnung. Erschrecken darf er sich nicht. Gerade sehr geräuschsensible Hunde können sich auch vor einem lauten Clicker fürchten. Wähle in solch einem Fall lieber eine leisere Variante! Dann geht es los: Dein Hund soll ein Clicken mit der Belohnung verknüpfen. Dafür startet ihr mit einem ganz simplen Training. Du verteilst Leckerchen und betätigst dabei den Clicker. Schon jetzt ist das Timing wichtig: Geclickt wird immer genau dann, wenn der Hund das Leckerchen aufnimmt. Über mehrere Tage solltest du immer wieder kurze Einheiten dieser Übung wiederholen. Im Anschluss daran hat dein Hund verstanden, dass auf das Clickern eine Belohnung folgt – das stellt die Grundlage für das eigentliche und nun folgende Training dar!

Die erste Übung

Fange mit einer einfachen Übung an. Du möchtest, dass dein Hund zu einem bestimmten Gegenstand geht und ihn mit seiner Schnauze berührt. Wähle dafür am besten einen für den Hund eher uninteressanten Gegenstand aus, damit der Lerneffekt für ihn deutlich wird. Lege zum Beispiel ein dickes Buch in die Mitte deines Wohnzimmers. Sobald du deinen Hund nun dazu gebracht hast, das Buch anzusehen, drückst du zum ersten Mal den Clicker. Dein Hund wird nun vermutlich aufschauen und sich vom Buch weg in deine Richtung orientieren, um sich ein Leckerchen abzuholen. Das bekommt er nun natürlich auch. Das dein Hund das gezeigte und gewünschte Verhalten unterbricht, nachdem du clickst, ist ganz normal und auch ok. Du wirst schnell merken, dass er sich schnell wieder in Richtung Buch orientiert, wenn er die Übung zu verstehen beginnt.

Wenn er nun beispielsweise langsam beginnt, auf das Buch zuzugehen, folgt ein weiterer Klick und darauf eine Belohnung. Vielleicht beginnt er nun schon langsam zu verstehen, was er tun soll und bewegt sich rascher auf das Buch zu. Dann folgt der nächste Klick mit Belohnung. Vor dem Buch angekommen, wird er vermutlich innehalten und nicht recht wissen, was er tun soll. Animiere ihn dazu, verschiedene Verhaltensweisen auszuprobieren und immer, wenn er das Buch mit seiner Schnauze berührt, drückst du den Clicker und belohnst ihn.  Damit er dieses Verhalten nicht gleich wieder vergisst, legst du das Buch nun an eine andere Stelle des Raumes und wiederholst den ganzen Vorgang. Nach der Zeit wirst du sehen, wie dein Hund nun ganz genau weiß, was er tun soll und dass das Klicken ihm bestätigt, auf dem richtigen Weg zu sein. Der Hund folgt deinen Anweisungen und bekommt, was er will – eine leckere Belohnung.

Warum Training mit Clicker?

Du fragst dich bestimmt, welchen Sinn das Clickern nun hat – muss man doch dabei nun zwei Schritte zur Belohnung des Hundes durchführen. Eigentlich ist es ganz simpel: Mit dem Clicker wird dir Zeit für die eigentliche Belohnung verschafft. Den richtiges Timing ist beim Training alles. Hierzu ein Beispiel: Dein Hund sitzt ruhig neben dir und du möchtest ihn genau dafür belohnen. Nach mindestens einer Sekunde Reaktionszeit beginnst du, in deinem Leckerchenbeutel nach einem Leckerli zu suchen. Nun hast du eines gefunden, deine Hand ist auf dem Weg zu deinem Hund und in diesem Moment springt dieser auf, weil er den Nachbarshund auf der gegenüberliegenden Straßenseite gesehen hat. Den richtigen Moment für die Belohnung hast du jetzt verpasst. Denn bekommt dein Hund nun das Leckerchen, kannst du dir eigentlich denken, wofür du ihn belohnst: Ganz sicher nicht für das Stillsitzen.

Mit einem kurzen „Click“ nach der einen Sekunde Reaktionszeit hättest du deinen Hund bereits belohnt gehabt – und danach hast du auch noch einen Moment, um das Leckerchen zu finden und es ihm zu reichen.

Außerdem kannst du auch besser auf Distanz arbeiten. Ist dein Hund weit von dir entfernt, kannst du ihm nicht schnell ein Leckerchen geben um ihn zu belohnen. Hier ist ein Geräuschsignal viel praktischer! Häufig kommen die Hunde dann nach dem Click-Geräusch auf den Besitzer zugelaufen – in Erwartung der Belohnung. Das ist völlig in Ordnung. Niemals aber darfst du den Clicker als Rückrufsignal verwenden. Denn damit zerstörst du seine eigentliche Bedeutung für den Hund und machst so weiteres Clickertraining unmöglich.

Tipps für das Clickertraining

• Drücke den Clicker immer während des gewollten Verhaltens, nicht erst danach. Das Timing ist hier entscheidend, damit es keine Missverständnisse zwischen euch gibt.

• Achte darauf, dass die Übungen nicht zu lange werden. Lieber ein paar Mal am Tag fünf bis zehn Minuten Training als nur einmal eine ganz Stunde.

• Führe den Clicker immer bei dir, wenn du mit deinem Hund unterwegs bist. So hast du ihn immer parat, wenn du ein Verhalten verstärken willst und ein Klicken angebracht ist.

• Genauso kannst du deinem Hund auch beibringen, schlechte Gewohnheiten abzulegen. Klicke einfach immer nur dann, wenn er das richtige Verhalten an den Tag legt. Wenn er bei Bekannten auf dem Boden bleibt und sie nicht anspringt, wenn er bei Fremden ruhig bleibt und nicht zu bellen beginnt.

• Sei selbstkritisch. Clickertraining ist kein Herumkommandieren. Reagiert dein Hund auf deine Signale nicht so, wie du es wünschst, heißt dass nicht, dass er nicht auf dich hört. In den meisten Fällen weiß er einfach nicht, was du genau von ihm willst. Versuche es dann mit leichteren Übungen und achte wieder auf dein Timing, bis ihr euch gegenseitig richtig versteht.

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