Speed-Dating und vier Katzen. Passt das?

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Speed-Dating„Vier Katzen? Viiiieeer?“ Mein Gegenüber rückt merklich ein wenig von mir ab.
Ich ahne, wenn ich ihm jetzt nicht die Geschichte dazu erzähle, wird er mich in die Schublade „ alleinstehende, kinderlose Frau mit schrulligem Knall“ stecken.

„Jahrelang hatte ich nur zwei,“ erkläre ich hastig. „Einen rotgetigertern Kater namens Fridolin, den alle nur Pummel nannten, weil er hauptsächlich fraß und schlief. Und die gutmütige graue Frieda, mit dem weichsten Fell der Welt.“
Ich merke, wie mein Date sich etwas entspannt.
Die Zeit läuft, daher fahre ich schnell fort:
„Das treue Tier war seit einigen Jahren chronisch krank, der Tierarzt päppelte sie mit Spritzen und Tabletten immer wieder auf. Bis zu dem Tag, als es so schlimm wurde, dass ich keine Hoffnung auf Besserung mehr hatte.
Der Gedanke an ihren Verlust, bis dahin nur ein banges Gefühl, überrollte mich damals schmerzlich. Nicht nur ich, auch Pummel würde Frieda vermissen, das war klar. Weißt Du, ein so lieb gewonnenes Tierchen, das immer für mich da war, ehrlich und treu, wenn es tot ist, einfach durch ein Nachfolgemodell zu ersetzen, wie ein Smartphone, kam mir falsch vor. Andererseits, Pummel allein lassen, war auch nicht richtig.“

Durchatmen

Ich muss meinen Bericht kurz unterbrechen. Allein die Erinnerung treibt mir Tränen in die Augen, was mir bei dieser Kennlernveranstaltung für Singles über 40 irgendwie peinlich ist. Mein Date nickt jedoch verständnisvoll, also berichte ich weiter:
„Ein sanfter Übergang kam mir als tröstliche Lösung in den Sinn: Solange Frieda noch lebt, eine neue, junge Katze holen. Drei Katzen vorübergehend, bis…“
Ich atme tief durch.

Zuwachs

„Im Tierheim riet man mir jedoch von nur einer jungen Katze dringend ab: „Die langweilt sich allein mit den Alten, und die wiederum sind genervt, wenn sie dauernd übermütig angesprungen werden. Besser, Sie nehmen gleich zwei. Wir hätten hier zufällig diese zwei Geschwisterchen.“
Ich blickte in vier große Katzenaugen, und war augenblicklich überredet.“

Vier Katzen
„Nachvollziehbar und mutig“ lobt mich mein Zuhörer und grinst.
„Und? Ging das gut, das Eingewöhnen?“
„Schon, mit viel Geduld und Zuwendung“ antworte ich. „Moritz und Momo eroberten langsam die Wohnung und schließlich auch die Akzeptanz von Frieda und Pummel. Allmählich wich das grummelige Brummen von Pummel und eine längst vergessen geglaubte Dynamik zeigte sich stattdessen bei ihm. Vielleicht weil er dem Jungvolk zeigen wollte, wie man den Lichtpunkt an der Wand fängt, ohne dabei den Blumentopf um zu schmeißen, oder um die zierliche Momo, mit den schönen grünen Augen zu beeindrucken. Ich bildete mir zumindest ein, dass er ein bisschen den Bauch versuchte einzuziehen. Frieda verbrachte nach wie vor die Tage in der Sicherheit des Bettkastens auf ihrem Krankenlager.
Bis das Unfassbare geschah!

Wunder

Als ich einen Ball für Momo warf, galoppierte plötzlich die schon fast todgeglaubte Frieda, frisch wie ein Jungbrunnen, an mir vorbei.
Von Tag zu Tag erholte sich mein grauer Stubentiger, fraß wieder ordentlich, spielte und schnurrte laut.
Das ist jetzt eineinhalb Jahre her.
Ich habe mittlerweile 4 Katzenklos, besorge Unmengen von Streu und Futter, einigermaßen stressfrei, für mich, weniger für den Paketzusteller,
werde morgens lange vor dem Wecker nun von vier hungrigen Katzen belagert, die unbedingt beim ersten Vogelgezwitscher nach Frühstück verlangen und kann mir ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen. Trotz aller Mühe zaubern sie mir jeden Tag ein glückliches Lachen ins Herz, wie auch allen anderen, die sie kennen und lieben lernen. Mein Glücksbringer-Kleeblatt, so nenne ich sie auch.“
Mein Gegenüber grinst breit, prostet mir zu und fragt: „Was hältst Du von einem Sixpack? Ich habe selbst zwei Katzen!“
Aus dem Speed-Dating wurde noch ein langer, sehr schöner Abend, mit vielen lustigen und anrührenden Geschichten, viele davon handelten von Katzen.


Das gesamte Team ZooRoyal bedankt sich für diesen tierischen Jubelmoment, den wir auf Wunsch anonym veröffentlicht haben. Macht mit bei unserer nächsten Kolumne zum Thema: Gemeinsam Wohlfühlen!


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Kommentare, Fragen und Antworten
  1. Linda Ashton sagt:

    Mein Kaninchen Stripe ist ein kleines wildes Kerlchen. Er hoppelt durch die Wohnung und erkundet alles. Eines Abends saß er vor dem Fenster und schaute raus! Auf einmal sprang er auf und lief weg. Dabei ist er so schnell gelaufen und hatte Angst…Er lief und ist dann gegen die Wand gelaufen. Zum Glück hat er sich nichts getan. Im Anschluss bin ich zum Fenster gegangen um zu gucken was er dort gesehen hat und es war ein Hund der vor unserem Fenster stand. Anscheinend konnte er damit nichts gutes anfangen und ist weggelaufen.
    Den Schock hat er bis jetzt gut verarbeitet und vergessen denn jetzt ist alles wieder normal..was mich persönlich sehr sehr sehr doll freut.

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Linda,

      oh je, das war für euch alle bestimmt sicherlich ein Schock!
      Es freut uns, dass es deinem Liebling jetzt wieder besser geht. 🙂

      Viele Grüße,
      dein ZooRoyal Team

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