Dürfen Hunde Kohlrabi essen?

Verfasst von Thomas Brodmann
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Hund mit braun-weißem Fell steht auf grünem Rasen und nimmt ein kleines Stück Futter aus einer ausgestreckten Hand im Sonnenlicht.

Kohlrabi zählt zu den gut verträglichen Gemüsesorten, die Hunde sowohl gekocht als auch roh essen dürfen. Achte jedoch auf die Menge. Zu viel Kohlrabi kann zu Blähungen und Bauchschmerzen führen.

Ist Kohlrabi gut für Hunde?

Kohlrabi ist kalorienarm und versorgt deinen Hund mit reichlich Nährstoffen:

  1. Vitamin C: unterstützt das Immunsystem
  2. Vitamin K: wichtig für die Blutgerinnung und den Knochenstoffwechsel
  3. B-Vitamine: fördern den Stoffwechsel und Nervenfunktionen
  4. Kalium: gut für das Herz und den Wasserhaushalt
  5. Magnesium: wichtig für Muskulatur und Nerven
  6. Ballaststoffe: förderlich für eine gesunde Verdauung
  7. Antioxidantien: schützen die Zellen vor freien Radikalen

Auch wenn Kohlrabi viele Nährstoffe liefert, enthält es kaum Eiweiß und essentielle Fettsäuren. Die Knolle ist daher eine gute Ergänzung im Futterplan eines Hundes, jedoch nur in einer begrenzten Menge.

Dürfen Hunde gekochten Kohlrabi essen?

Gekochter Kohlrabi ist am besten für Hunde geeignet, denn dadurch ist er leichter verdaulich. Zudem verliert er beim Kochen bzw. Dämpfen einen Teil der Stoffe, die Blähungen auslösen können. Am besten dünstest du ihn in einem geschlossenen Topf, so dass er weich, aber noch nicht verkocht ist. Verzichte bei der Zubereitung auf Salz und sonstige Gewürze. Abgekühlt kannst du ein paar passende Würfel schneiden und testen, ob dein Hund Kohlrabi mag.

Dürfen Hunde Kohlrabi roh essen?

Im Gegensatz zu Kartoffeln dürfen Hunde Kohlrabi sogar roh fressen. Das ist allerdings nur etwas für Hunde, die keine empfindliche Verdauung haben. Der Magen-Darm-Trakt wird bei rohem Kohl vor größere Herausforderungen gestellt: Blähungen oder Aufstoßen sind nicht unüblich und können sich zu Bauchschmerzen ausweiten. Im Rohzustand sollte Kohlrabi daher nur testweise in kleinen Mengen verabreicht werden. Wer ihn als Ergänzung beim Barfen einsetzen möchte, sollte ihn schälen und sehr klein würfeln oder fein raspeln und anschließend unter das restliche Futter mischen.

Sind Kohlblätter giftig für Hunde?

Sowohl Kohlblätter als auch die Schale und der Kohl selbst sind für Hunde nicht giftig. Die Blätter enthalten ebenfalls viele Nährstoffe, allerdings sind sie sehr ballaststoffreich und weisen mehr Senföle auf, was das Risiko für Verdauungsprobleme erhöht. Ähnliches gilt für die Schale, weshalb sowohl diese als auch die Blätter zwar ungiftig sind, aber dennoch entfernt werden sollten. Dies gilt vor allem bei Hunden, deren Verdauung empfindlich ist. Für sie solltest du nur den zarten Innenteil verwenden und diesen vor der Fütterung garen und kleinschneiden.

Wie viele Kohlrabi darf mein Hund fressen?

Die Menge hängt stark von der Größe und der individuellen Verträglichkeit deines Hundes ab. Am besten kochst du den Kohlrabi zuerst und schneidest anschließend kleine Würfel, die die folgende Menge nicht überschreiten sollten:

  • Kleine Hunde: 1 bis 2 Esslöffel
  • Mittelgroße Hunde: 2 bis 3 Esslöffel
  • Große Hunde: 3 bis 4 Esslöffel

Mehr sollte es besser nicht sein, da zu viel Kohlrabi blähend wirken kann. Nutze die Knolle nur als Ergänzungsgemüse, maximal zwei- bis dreimal pro Woche. Beim Barfen sollte es nicht das einzige Gemüse sein, das zum Einsatz kommt.

Dürfen Welpen auch schon Kohlrabi essen?

Bei Welpen verzichtest du besser auf Kohlrabi. Ihr Verdauungssystem kann schnell aus dem Gleichgewicht geraten. Wenn du ein hochwertiges Welpenfutter fütterst, das bei deinem Kleinen gut ankommt, solltest du keine Experimente wagen. Die Konsequenz könnte sein, dass dein Welpe Bauchweh bekommt. Möchtest du die Knolle in seinen Speiseplan integrieren, warte damit, bis er ein stabiles Verdauungssystem aufweist. Er sollte mindestens sechs Monate alt sein, besser mehr. Dann kannst du ihm in sehr kleinen Mengen ein wenig gekochten, fein geschnittenen Kohlrabi geben.

Welches Gemüse ist für Hunde geeignet?

Es gibt viele Gemüsesorten, die für Hunde gut verträglich sind und ihren Ernährungsplan sinnvoll ergänzen können. Dazu zählen unter anderem:

  • Karotten
  • Zucchini
  • Kürbis
  • Gurke
  • Pastinake
  • Süßkartoffel
  • Spinat (in kleinen Mengen)

Gemüse ist eine gute Ergänzung in der Hundenahrung. Es liefert Ballaststoffe und Mikronährstoffe und unterstützt das Sättigungsgefühl. Kürbis, Süßkartoffel und Spinat sollten gekocht werden, die anderen Gemüsesorten unserer Liste kannst du auch im Rohzustand füttern.

Dürfen Hunde Kohl essen?

Kohl ist für Hunde zwar nicht giftig, hat aber stets eine blähende Wirkung und kann somit die Verdauung beeinträchtigen. Das gilt besonders für Rotkohl, Weißkohl, Wirsing und Rosenkohl. Besser verträglich ist Kohlrabi. Zur Sicherheit solltest du aber auch diesen besser erst kochen und nur in kleinen Portionen anbieten. So können die Nährstoffe den Speiseplan deines Hundes sinnvoll ergänzen, ohne größeres Risiko hinsichtlich von Verdauungsproblemen.

Tipp: Bei Welpen, älteren Hunden, magenkranken bzw. empfindlichen Hunden verzichtest du besser auf Kohl.

Was passiert, wenn Hunde zu viele Kohlrabi essen?

Kohlrabi ist zwar sehr gesund, für Hunde aber nur in kleinen Mengen empfehlenswert, ansonsten drohen:

  • Blähungen
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Übelkeit
  • Unruhe
  • Apathie

Eine Darmverstimmung durch Überfütterung von Kohlrabi oder anderen Kohlsorten kann mehrere Stunden anhalten. Üblicherweise lassen die Symptome dann zunehmend wieder nach. Fühlt sich dein Hund jedoch sehr schlecht und ist der Bauch sichtbar aufgebläht, kontaktierst du besser deinen Tierarzt.

Was sollte ich beachten, wenn ich für meinem Hund Kohlrabi zubereite?

Wenn du deinem Hund gelegentlich Kohlrabi geben möchtest, solltest du folgende Punkte beachten:

  1. Waschen: Spüle den Kohlrabi gründlich unter warmem Wasser ab, um Erde und eventuelle Keime oder Pestizidrückstände zu entfernen.
  2. Schälen: Entferne Blätter und die Schale. Diese sind sehr faserig und daher schwer verdaulich.
  3. Zubereitung: Gekocht ist Kohlrabi besser verträglich als roh. Du kannst ihn im Ganzen dünsten oder ihn in Stücke schneiden und in einem Topf mit Wasser weich kochen.
  4. Zerkleinern: Je nach Größe des Hundes sollte der Kohlrabi klein gewürfelt, geraspelt oder püriert werden.
  5. Keine Gewürze: Verwende weder Salz noch Öl oder Butter.
  6. Langsam anfüttern: Starte mit einer kleinen Menge und warte zwei bis drei Tage ab, ob sich Blähungen einstellen oder die Kotkonsistenz verändert.

Rezept mit Kohlrabi

Wenn du für deinen Hund ab und zu etwas frisch zubereiten möchtest, haben wir ein leckeres Rezept für dich:

Kohlrabi mit Huhn

Zutaten:

  • 150 bis 200 g Hühnerfleisch
  • ¼ bis ½ kleiner Kohlrabi
  • 1 Handvoll frischer Spinat
  • 1 kleine Karotte
  • 1 TL Leinöl oder Lachsöl

Zubereitung:

  1. Kohlrabi schälen, klein würfeln und in Wasser weich kochen.
  2. Karotte ebenfalls weich kochen oder fein raspeln.
  3. Spinat kurz blanchieren, anschließend hacken.
  4. Fleisch erhitzen und anschließend klein schneiden.
  5. Alles in einer Schüssel vermischen.
  6. Mit 1 TL Öl verfeinern, wenn dein Hund Öl gut verträgt.
  7. Abkühlen lassen und servieren.

Dieses Rezept ist leicht verdaulich, nährstoffreich und eignet sich ideal als Ergänzung oder Abwechslung zum normalen Futter.

Fazit

Hunde dürfen gelegentlich Kohlrabi essen. Er ist sehr gesund und kann in kleinen Mengen ein sinnvoller, kalorienarmer Gemüsesnack sein. Am besten verträglich ist geschälter, weich gekochter Kohlrabi in kleinen Stücken oder püriert – idealerweise nur gelegentlich und als Teil einer insgesamt ausgewogenen Fütterung. Passe die Menge an die Größe deines Hundes an und gewöhne ihn langsam daran. Achte auf die individuelle Verträglichkeit, denn Kohlrabi besitzt eine blähende Wirkung, die zu Verdauungsproblemen führen kann.

Quellen

  • Simon, Swanie (2008). BARF - Biologisch Artgerechtes Rohes Futter für Hunde. Drei Hunde Nacht
  • Esch-Völkel, Sylvia (2014). Buntes für den Hund. Kalidor
  • Dr. Bucksch, Martin (2017). Gesunde Ernährung für Hunde: Fertigfutter oder selbstgemacht - gesundes Futter für jeden Hund. KOSMOS Verlag
  • Meyer, Helmut (2016). Ernährung des Hundes: Grundlagen - Fütterung - Diätetik. Enke

Thomas Brodmann

Thomas Brodmann, Autor & Tierfotograf

Als freier Journalist und Fotograf ist Thomas auf Haustiere und Wildtiere spezialisiert - mit mittlerweile bereits über 20 Jahren Erfahrung. Er schrieb bereits für zahlreiche bekannte Tiermagazine und veröffentlichte 2017 sein Buch "Unser Hund fit und gesund", in dem er wertvolle Tipps rund um die Ernährung und Gesundheit von Hunden gibt.

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