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Pferdekrankheiten: Wie kann ich helfen?

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Pferdekrankheiten erkennen und behandelnWildpferde müssen stets in Furcht vor Raubtieren leben und können es sich daher nicht leisten, Schwächen zu zeigen, da sie sonst ein leichtes Ziel für ihre Feinde sind. So fällt es uns bei unseren Hauspferden mitunter schwer, Krankheiten auf den ersten Blick zu erkennen. Daher ist vor allem aufmerksames Beobachten angesagt. Erfahre hier, welche häufigsten Pferdekrankheiten du als Pferdebesitzer unbedingt kennen solltest.

Kolik: Bei Pferden immer ein Notfall

Schlägt dein Pferd sich mit den Hufen gegen den Bauch, ist es unruhig und legt sich immer wieder hin? Neigt es zum verstärkten Flehmen, schwitzt stark und schaut sich häufiger zu seinem Bauch um? Dann ist es wahrscheinlich, dass es unter einer Kolik leidet. Dabei bezeichnet der Begriff „Kolik“ zunächst das Symptom der Bauchschmerzen und ist keine spezifische Krankheit mit klarer Ursache.

Mögliche Auslöser der Bauchschmerzen sind zum Beispiel Krämpfe, eine Verstopfung oder Blähungen.  Auch psychischer Stress – beispielsweise durch Transporte, Turniere oder Rangordnungskämpfe – kann Koliken zur Folge haben. Bauchschmerzen müssen aber nicht immer auf Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts hinweisen. Auch der Harnapparat oder die Geschlechtsorgane können Probleme machen.

Leider lässt sich anhand der auftretenden Verhaltensveränderungen nicht sicher einschätzen, wie groß die Probleme deines Pferdes wirklich sind. Das kann nur durch eine gründliche Untersuchung geklärt werden. Hast du also den Verdacht, dein Pferd könnte eine Kolik haben, dann rufe umgehend einen Tierarzt. Nur er kann die Diagnose stellen und die korrekte Therapie empfehlen. Bis der Tierarzt vor Ort ist, führe dein Pferd Schritt und lege ihm eine leichte Decke über, falls es schwitzen sollte.

Das Sommerekzem: Juckende Plage

Ein Sommerekzem wird durch eine allergische Reaktion ausgelöst. Die von der Allergie betroffenen Pferde reagieren vor allem auf die Stiche der weiblichen Kriebelmücke, manchmal auch auf andere Insekten. Die Stiche führen zu einem unangenehmen Jucken. Pferde versuchen den Juckreiz dadurch zu unterbinden, dass sie sich bei jeder Möglichkeit an verschiedenen Stellen scheuern. Geschädigt werden dabei vor allem die Haut und Haare im Bereich der Mähne und Schweifrübe. Zudem wird der Juckreiz durch das ständige Schubbern noch stärker. Im Laufe der Zeit entstehen durch das Reiben kahle, schuppige Stellen, die sich durch Aufkratzen zu offenen, nässenden Wunden entwickeln. Grundsätzlich gibt es gegen das Sommerekzem kein Patentheilmittel. Vielmehr bedarf es der strikten Vermeidung eines Kontaktes mit den Allergieauslösern, den Insekten. Hierbei helfen Ekzemerdecken für den Weidegang und der Aufenthalt im Stall während der Dämmerung, der Hauptflugzeit der ungeliebten Plagegeister. Außerdem können milde Pflegelotionen den Juckreiz lindern und die Haut bei der Regeneration unterstützen.

Mauke: Nässe und Milben

Zu den weiteren typische Pferdekrankheiten zählt die Mauke, eine Hautentzündung in der Fesselbeuge des Pferdes. Sie wird durch eine Kombination aus verschiedenen Erregern (vor allem Milben, oft auch Pilze und Bakterien) verursacht. Die Vermehrung dieser Organismen wird durch eine geschädigte Hautbarriere ermöglicht, die vor allem durch Nässe, häufiges Abspritzen der Beine, unsaubere und feuchte Boxen oder matschige Ausläufe. Vor allem Pferde mit langem Behang sind von der Mauke betroffen. Hier halten sich Schmutz und Feuchte besonders hartnäckig. Du solltest also besonders in den feuchten Monaten auf die ersten Anzeichen von Mauke achten. Sie zeigt sich durch kleine Pusteln, Hautrötungen oder Schwellungen in der Fesselbeuge. Daraus werden dann schnell schuppige, faltige, übelriechende Stellen, die du auf keinen Fall unterschätzen solltest. Unbehandelt kann Mauke schnell zu chronischen Hautveränderungen führen, die ständige Behandlung fordern. Vorbeugen kann man gut durch saubere, trockene Stallungen und Ausläufe und gründliche Pflege insbesondere von Pferden mit viel Fesselbehang.

Lahmheit: Ein Symptom, viele Ursachen

Lahmen ist vielmehr ein Symptom als eine ursächliche „Krankheit“. Abhängig vom Erscheinungsbild spricht der Tierarzt zum Beispiel von einer „Stützbein-Lahmheit“ (das Tier belastet die Beine nicht gleichmäßig). Bei einer „Hangbein-Lahmheit“ ist die Vorführphase des Beines auffallend verändert. Die Schrittlänge ist dann meistens kürzer als normal. In jedem Fall ist das Auftreten für das Pferd äußerst schmerzhaft.

Lahmen kann ganz unterschiedliche Gründe haben, z.B.

– Gelenksentzündungen
– Sehnenschäden
– Sehnenscheiden- oder Schleimbeutelentzündungen
– Muskelrisse
– Hufrehe
– Hufabzess
– Huflederhautentzündungen
– Schäden am Skelett

Bist du dir nicht ganz sicher, ob dein Pferd hinkt oder anders geht, dann lass dir das Tier zunächst im Schritt, bei fehlender Auffälligkeit im Trab vorführen, am besten auf hartem Untergrund (zum Beispiel auf Asphalt). Dabei kannst du oft schon hören, ob das Pferd im Takt läuft. Falls du es dann immer noch nicht erkennen kannst, wechsel auf weichen Untergrund, zum Beispiel den Reithallenboden. Du kannst die Person, die das Pferd führt, auch bitten, einen kleinen Zirkel zu gehen. Bei manchen Lahmheiten wird es dann deutlicher, welches Bein betroffen ist. Die genaue Diagnostik gehört aber zu den Aufgaben eines Tierarztes. Er kann beispielsweise mittels Röntgen und Ultraschall oder auch anderer Methoden herausfinden, worin die Ursache der Lahmheit liegt.

Hufrehe: Fatale Erkrankung mit unklarer Ursache

Eine weitere häufige Erkrankung bei Pferden ist die Hufrehe. Damit bezeichnet man eine Entzündung der Huflederhaut, die die äußere sichtbare Hufkapsel aus Horn mit dem Hufbein verbindet. Die Ursache für diese Entzündungsreaktion ist nicht sicher geklärt,, vermutet wird eine Mangeldurchblutung der Endgefäße in der Lederhaut. Sie kann durch verschiedene Auslöser herbeigeführt werden, zum Beispiel durch Vergiftungen, Stoffwechselstörungen, Fehlbelastungen und falsche Ernährung. Häufig sind Robustrassen und übergewichtige Pferde betroffen. Hufrehe ist ein äußerst schmerzhafter Prozess und kann lebensgefährlich werden.

Die Erkrankung zeigt sich zumeist an den Vorderbeinen, eher selten an den Hinterbeinen. ein erkranktes Pferd zeigt einen „klammen“ und „fühligen“ Gang, schiebt im Stand die Hinterbeine unter den Bauch oder liegt viel. Es sieht aus, als wolle das Pferd nicht auftreten, die Hufe fühlen sich warm an, das Tier bewegt sich vor allem auf hartem Untergrund nicht mehr als nötig. Sobald du siehst, dass dein Tier leidet, solltest du auch hier so schnell wie möglich den Tierarzt rufen, denn nur ein baldiger Therapiebeginn bietet die Chance auf eine Heilung der Erkrankung. In der Zwischenzeit sollte dem Pferd Linderung verschafft werden, indem die Hufe gekühlt werden. Entweder benutzt du kalte Wickel oder versuchst die betroffenen Hufe in einen Eimer mit kaltem Wasser zu stellen. Ein Pferd, das einmal erkrankt war, neigt zu erneuten Reheschüben. Eine ausgewogene Ernährung und artgerechte Bewegung ist hier der Schlüssel zur Verhinderung der gefährlichen Krankheit.

Husten: Ein ernstzunehmendes Warnsignal

Ähnlich wie wir können sich auch Pferde erkälten oder unter Allergien leiden. Zu den häufigsten Atemwegserkrankungen zählen Infekte, Parasitenbefall oder auch chronische Atemwegserkrankungen wie RAO (Recurrent airway obstruction) oder COB (chronisch-obstruktive Bronchitis), die im schlimmsten Falle zur Dämpfigkeit führen. Vor allem, wenn Pferde viel in staubbelasteten Ställen stehen, entstehen nicht selten chronische Atemwegsprobleme wie Husten und Stauballergien.

Zu Erkältungen kommt es vornehmlich, wenn im Winter nicht richtig eingedeckt wird oder wenn Pferde im Winter nur selten auf die Weide kommen und mit den damit verbundenen „ungewohnten“ Temperaturschwankungen zu kämpfen haben. Tiere dagegen, die in Offenstallhaltung gehalten werden, leiden deutlich seltener an Atemwegsproblemen, da sie viel an der frischen Luft sind und ausreichend Gelegenheit haben, sich auf den Temperaturwechsel der Jahreszeiten einzustellen.

Übrigens: Pferde brauchen im Vergleich zum Menschen einen sehr viel stärkeren Reiz, um zu husten. Das heißt, dass jedes Husten eines Pferdes ein Warnsignal für den Besitzer sein sollte.

Hat sich dein Pferd erkältet können vom Tierarzt verschriebene Erkältungsmedikamente wie beispielsweise Schleimlöser helfen. Bei chronischen Problemen ist gutes Stallmanagement ausschlaggebend: Statt Stroh sollte mit Holzspänen eingestreut und nur nasses Heu gefüttert werden. Staubbelastung, z. B. durch Strohlager in Boxennähe, ist zu vermeiden. Zugang zu viel frischer Luft und Bewegung im Freien sind wichtig. Symptome für Atemwegserkrankungen sind ein schleimiger Nasenausfluss, erhöhte Atemfrequez, Schwäche, evtl. Fieber oder Fressunlust.

Bei Pferdekrankheiten immer Ruhe bewahren

Um Pferdekrankheiten zu erkennen, ist es gut zu wissen, wie sich das gesunde Pferd verhält. Beobachte also dein Tier stets gut. Alles, was dir „unnormal“ an deinem Pferd erscheint, kann auf Schmerzen hinweisen. Darüber hinaus neigen auch Pferde zu bestimmten Krankheiten. Weißt du zum Beispiel um die Veranlagung zur Hufrehe oder Koliken, wirst du selbst schneller die Symptome erkennen. Geht es dem Tier einmal nicht gut, heißt es: Ruhe bewahren. Schließlich sind Pferde sensible Geschöpfe. Deine Panik würde das Tier also nur zusätzlich verunsichern. Bist du unsicher, informiere einen Tierarzt. Unternimm allerdings keine Selbstversuche, sonst könnte es sein, dass du deinem Pferd mehr schadest, als ihm zu helfen.

 

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