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Perserkatze im Rasseportrait

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PerserkatzeHerkunft und Rassegeschichte

Die Perserkatze zählt zu den ältesten Rassekatzen überhaupt. Wahrscheinlich gab es sie schon in der antike. Ihre Geschichte ist jedoch unklar. Bereits 1620 berichtet der italienische Reisende Pietro Della Valle von einer wunderschönen langhaarigen Katze in der persischen Stadt Khorasan. Der Franzose Nicolas Fabri de Peiresc soll sie später nach Frankreich eingeführt haben. Seither wurde sie französische Katze genannt. Mitte der 19. Jahrhunderts setzen sich die Briten an die Spitze der Zucht von Perserkatzen. Bis vor 50 Jahren war dann der Name Angora-Katze geläufig. Die Angorakatze wird 1915 in Brehms Tierleben „als eine der schönsen Katzen, die es gibt“ hervorgehoben. Neuere Untersuchungen der Genetiker lassen ihre Wurzeln in den langhaarigen russischen Katzen vermuten. Es ist also noch viel Raum für Spekulationen und ernsthafte Forschung, was die Herkunft und Historie der Perserkatze angeht.

Man muss die Perser eigentlich nicht beschreiben, da sie jedem Katzen- ja Tierfreund bekannt ist. Markant ist ihr langes Haar und ihr großer Kopf mit einer kurzen Schnauze. Sie ist eine große Katze, die souverän und erhaben wirkt. Sie nimmt das Leben mit einer für Katzen seltenen Gelassenheit. Sie hat die Wildheit ihrer Vorfahren fast vollständig aufgegeben und wurde zu einem perfekten, anschmiegsamen und treuen Begleiter der Menschen. Leider nimmt es der Mensch mit dieser Freundschaft nicht allzu ernst. Die Perserkatze ist eine von Qualzucht gebeutelte Katzenrasse. Erst 2016 riefen die deutschen Tierärzteverbände unter dem Motto „Nicht süß, sondern gequält“ zur Vermeidung von Qualzucht auf und erwähnten dabei die Perserkatze asudrücklich.

Ihr Problem ist die immer kürzere Nase und die damit verbundenen Deformationen des ganzen Schädels. Diese führen unter anderem zu schwerwiegenden Atem- und Augenproblemen. Eine Perserkatze braucht keinen missgebildeten Schädel, um eine echte und typische Perser zu sein. Das ist lediglich eine Fehlentwicklung der letzten Jahre, die es unbedingt zu korrigieren gilt. Zudem wird die Perserkatze in regelrechten Tierfabriken vermehrt und dann EU-weit über das Internet vermarktet. Jahrhunderte hatte die Perserkatze eine ganz normale, funktionsgerechte, gesunde Schnauze. Bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird die Perserkatze ausgehend von England systematisch gezüchtet und als wertvolles Gut vermarktet. Ausstellungen werden seither organisiert und Championate vergeben. Mit ihrer Gründung 1949 wurde auch gleich die Perserkatze von der Fédération Internationale Féline (FiFe) anerkannt und ein verbindlicher Standard aufgestellt.

Beschreibung

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Die Perserkatze ist eine mittelgroße bis große Langhaarkatze. Sie soll eine kräftigen Körper und eine großen, kräftigen Kopf haben. Der Standard fordert einen runden, massiven, sehr breiten Schädel. Aber erfordert zugleich eine Nase „kurz, breit, mit deutlichem Stopp. Der Nasenrücken, wie auch der Nasenspiegel müssen breit sein. Nasenlöcher sind gut geöffnet, um ein freies und leichtes Atmen zu ermöglichen.“ So der O-Ton des Standards der FiFe, der eigentlich die schlimmsten Auswüchse in der aktuellen Zucht des Persers verhindern sollte. Leider sieht die Realität anders aus. Die bereits angesprochenen Auswüchse der Zucht, die als Qualzucht zu charakterisieren sind, betreffen in erster Linie die Länge der Nase wie die gesamte Form des Schädels. Die extrem zurückgesetzte Nase behindert das freien Atmen und beschädigt die Tränenkanäle mit der Folge anhaltend tränender Augen, Entzündungen im Nasen und Rachenbereich und selbst Beschwerden bei der Nahrungsaufnahme.

Auch die Geburt ist aufgrund der übergroßen Köpfe nicht selten problematisch und erfordert einen Kaiserschnitt. Weiße Fellfarbe kann genetisch mit Taubheit gekoppelt sein. Glücklicherweise gibt es noch Züchter, die den alten Typus mit langer Nase und gesunder Schädelform bevorzugen selbst wenn diese nicht den Wünschen der Zuchtrichter entspricht und Championate verhindert. Perserkatzen sind gemütlich auch von ihrer Körperform her. Kater werden bis zu 9 Kilogramm schwer, ohne damit Übergewicht haben zu müssen, Katzen liegen bei 4 bis sieben Kilogramm. Die langhaarige Perserkatze hat seit 1983 einen gemeinsamen Standard mit der seit 1933 gezüchteten Exotic Shorthair Katze. Die Exotic Shorthair ist ein Perser mit kurzem Fell, das entsprechend leichter zu pflegen ist.

Charakter und Wesen

Die Perserkatze hat ein sehr menschenbezogen, freundliches und sanftes Wesen. Sie ist einfach lieb und sucht die Nähe ihrer Menschen. Sie kann hier eine enge Bindung entwickeln. Sie ist eine richtige Familienkatze. Sie ist aufmerksam und sehr intelligent und kennt ihre Menschen sehr genau. Perserkatzen lieben das ruhige Leben am liebsten mit ihren Menschen. Natürlich bewegen sich auch einmal gerne in der Natur, doch sie können auch ausschließlich in der Wohnung gehalten werden. Perserkatze haben eine herrliche beruhigende und entspannende Ausstrahlung. Sie sind anhänglich, lassen sich aber nicht vereinnahmen und bleiben ihre eigene, stolze Persönlichkeit.

Haltung

Eine Perserkatze ist die ideale Hauskatze für die Wohnung. Sie ist anspruchslos und genügsam hinsichtlich ihrer Haltungsbedingungen von der Fellpfege einmal abgesehen und eine gesunde Zucht vorausgesetzt. Sie braucht aber die innige Beziehung zu ihren Zweibeinern. Sie liebt das Zusammensein mit den Menschen wie auch den tierischen Partnern in ihrer Familie. Allerdings sollten beide, Katze und beispielsweise ein Hund, mit Geduld aneinander gewöhnt worden sein. Sie muss kein Freigänger sein, um sich rundum wohl zu fühlen. Sie will aber nicht gerne lange alleine gelassen werden. Sie sind ausgesprochen umgänglich und verträgt sich problemlos mit Kindern, allen Freunden der Familie und tierischen Hausgenossen.

Erziehung

Die Perserkatze lässt sich für eine Katze sehr gut erziehen, da sie intelligent und menschenbezogen ist. Stammt sie von einem seriösen Züchter, der Elterntiere und Welpen gut betreut und sozialisiert hat, so wird sich sich von selber problemlos in die Regeln und Gewohnheiten ihrer Familie einfügen.

Pflege und Gesundheit

Das Fell der Perserkatze muss täglich und sorgfältig gebürstet werden. Verknotungen im langen Fell sollten unbedingt vermieden werden. Meist lieben die Perser das Fellbürsten. Denn mit etwas Gefühl und Geschick kann man es zu einem täglichen Ritual der Bindung machen, was Katzen wie Menschen emotional sehr gut tut.

Rassetypische Krankheiten

Viele Zuchten der Perserkatzen leiden unter starker Inzucht. Das führt nicht selten zu Immunschwächen, Kränklichkeit und verkürzter Lebenserwartung. Beim Perser gibt es eine Reihe von züchterisch verbreiteten Erbkrankheiten. Die Population der Perserkatze leidet massiv unter Überzüchtung bis hin zu Qualzucht, was in anderen Abschnitten bereits ausgeführt wurde. Überzüchtung ist nicht nur Tierquälerei, vielmehr birgt sie für die Halter das Risiko hoher Tierarztkosten und aufwändiger, lebenslanger Pflege des Vierbeiners.

Ernährung/Futter

Die Perserkatze ist in der Regel ein für Katzenverhältnisse problemloser Kostgänger.

Lebenserwartung

Eine Perserkatze ohne züchterische Übertreibungen ist sehr langlebig. Sorgfältig und gesund gezüchtet, kann sie leicht mehr als 15 Jahre alt werden.

Perserkatze kaufen

Willst du dir eine Perserkatze zulegen, so kannst du dich zunächst auch in Tierheimen umschauen. Immer wieder einmal findest du dort auch eine Perser oder einen Mischling mit Perser. Es ist nicht einfach, eine gesund und seriös gezüchtete Perserkatze zu finden. Du solltest deinen Züchter persönlich vor Ort aufsuchen, um Tierhandel möglichst zu meiden. Du solltest darauf achten, dass Elterntiere und Welpen in guten Verhältnissen insbesondere mit einer engen sozialen Anbindung an die menschliche Familie aufwachsen. Du solltest einen Züchter suchen, der den alten Typus mit langer Nase bevorzugt. Bitte Züchter, die extrem mit kurznasigen Exemplaren züchten meiden. Du solltest dir den Stammbaum anschauen. Hier sollte keine Ahne zweimal vorkommen, um allzu starke Inzucht auszuschließen.Beide Elternteile sollten unbedingt negativ auf die bei ihr verbreiteten Erbkrankheiten getestet sein. Seriöse Züchter geben dies von sich aus an. Selbstverständlich sollten die Kätzchen mehrfach geimpft, entwurmt und gechipt sein. Ein seriös gezüchteter Perserkatzen Welpe aus gesunder Linie sollte um die 1000 Euro kosten.

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