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Zecken beim Hund: Wie kann man vorbeugen?

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Besonders in der wärmeren Jahreszeit sind sie aktiv und suchen sich ihre Opfer: Zecken. Sie ernähren sich von dem Blut ihrer Wirtstiere. Leider sind sie nicht nur unangenehm, sondern können auch eine Reihe zum Teil gefährlicher Krankheiten übertragen. Wir möchten dir helfen, den passenden Zeckenschutz für deinen Hund zu finden. Außerdem erklären wir dir, wie du Zecken beim Hund korrekt entfernst.

Wie leben Zecken?

Meistens findet man sie in Wiesen und Wäldern. Zecken sind Parasiten, sie ernähren sich vom Blut ihrer Wirtstiere. Unter guten Bedingungen kann eine Zecke allerdings auch etwa ein Jahr lang ohne Nahrung auskommen. Das ist gewissermaßen auch nötig: Die meiste Zeit ihres Lebens verbringen Zecken nämlich nicht mit dem blutsaugend, sondern wartend und lauernd. Dabei sitzen sie meist auf Pflanzen, in aller Regel in Bodennähe. Durch Erschütterungen, die durch den vorbeilaufenden Hund oder auch uns ausgelöst werden, nehmen sie die Annäherung eines Wirtes wahr. Dann stellen sie sich auf die hinteren Beinpaare, das vordere halten sie in die Höhe. So lauern sie, bis der Hund – oder auch ein Mensch – an Ihnen vorbei streift und sie die Gelegenheit bekommen, sich festzuklammern. Auf dem Wirt angekommen, sucht sich die Zecke eine geeignete Stelle (möglichst warm, feucht und dünnhäutig) und beißt sich fest. Der darauf folgende Saugvorgang ist unterschiedlich lang. Er kann sogar beachtliche 4 Tage dauern! Danach fällt die Zecke vollgesogen vom Hund ab.

Gefahr durch Zecken

Zecken selbst können nur in sehr großer Zahl und eher für kleinere und geschwächte Tiere gefährlich werden. Dann können sie theoretisch eine Blutarmut verursachen. Praktisch ist das aber so gut wie nie der Fall. Der Stich der Zecke ist für den Hund an sich eigentlich relativ harmlos. Er merkt ihn noch nicht einmal, da die Zecke betäubende Stoffe in die Stichwunde abgibt. Viel gefährlicher ist das, was die Zecke leider oft mit sich bringt: Keime und andere Parasiten. Besondere Bedeutung für die Übertragung von Krankheitserregern hat hierbei der Gemeine Holzbock, eine in Mitteleuropa weit verbreitete Zeckenart. Hier möchten wir dir die wichtigsten Krankheiten, für die Zecken als Vektoren dienen, aufzeigen.

Anaplasmose

Der Erreger dieser Krankheit ist das Bakterium Anaplasma phagocytophilum. Ein infizierter Hund erkrankt häufig nicht sofort. Das Immunsystem schützt ihn zunächst. Bei Stress und seltener auch direkt etwa 4-7 Tage nach dem Zeckenbiss flammt die Erkrankung auf und zeigt sich vor allem in einer Armut an Blutplättchen. Das wiederum führt zu einer starken Blutungsneigung. Es gibt kaum ein inneres Organ, das von der Infektion nicht befallen werden und sich dadurch entzünden kann. Insofern kann die Erkrankung darüber hinaus zu unterschiedlichsten Symptomen führen. Am häufigsten sind hohes Fieber und Apathie.

Borreliose

In Deutschland kann vor allem die Borreliose übertragen werden. Diese durch Bakterien (Borrelia burgdorferi) verursachte Erkrankung zeigt sich beim Hund vor allem durch Gelenkbeschwerden. Weitere sehr unspezifische Symptome sind Fieber, Apathie und Schwächezustände.
An Borreliose kann auch der Mensch durch Zeckenbisse erkranken. Aber keine Sorge: Eine direkte Übertragung zwischen Mensch und Hund ist nicht möglich.

Ehrlichiose

Die klinischen Symptome ähneln bei dieser Krankheit stark denen der Anaplasmose. Ehrlichiose gilt als nicht heilbar. Die Infektion mit dem Erreger wird vor allem durch die Braune Hundezecke hervorgerufen und kommt besonders im Mittelmeerraum gehäuft vor. Gerade bei Auslandsreisen solltest du also für zuverlässigen Zeckenschutz sorgen!

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

Hunde erkranken nur selten an der FSME. Viel häufiger ist der Mensch betroffen. Die Symptome variieren stark, je nachdem welcher Teil des zentralen Nervensystems betroffen ist. Oft treten Fieber und Apathie auf, im weiteren Verlauf auch Koordinationsstörungen und Lähmungen sowie Krampfanfälle. Betroffene Hunde sind meist ungewöhnlich häufig schreckhaft und reagieren insgesamt sehr sensibel auf Umweltreize. Bleibende Schäden sind möglich und auch ein tödlicher Ausgang ist bei dieser Erkrankung leider nicht ausgeschlossen.

Babesiose

Bei den Babesien handelt es sich um einzellige Blutparasiten. Diese Erreger zerstören die roten Blutkörperchen und können damit Fieber, Mattigkeit, Blutarmut, Absatz rot gefärbten Urins und Gelbsucht auslösen. Eine akute Babesiose ist immer als Notfall zu betrachten. Eine Therapie ist möglich, aber äußerst schwierig und mit starken Nebenwirkungen verbunden. Die beste Methode zu Verhinderung dieser Krankheit ist es auch hier, deinen Hund mit geeigneten Mitteln für die Zeckenabwehr zu schützen. Solltest du den Verdacht hegen, dass dein Hund von einer dieser Krankheiten betroffen sein könnte, solltest du den Rat deines Tierarztes einholen.

Zecken beim Hund vorbeugen

Um die durch Zecken übertragbaren Krankheiten bei deinem Hund vermeiden zu können, solltest du idealerweise schon den Biss durch die Lästlinge verhindern. Dazu hast du verschiedenste Möglichkeiten. Wir möchten dir hier einige Beispiele für Mittel nennen, die du im Zoofachhandel oder beim Tierarzt bekommen kannst.

Spot-On-Präparate

Spot-On-Mittel werden deinem Hund einfach in den Nacken aufgetropft. Von dort aus verteilt sich der Wirkstoff über den Hundekörper und entwickelt eine “repellierende”, also abwehrende Wirkung gegen Zecken. Dein Hund wird so für die Zecken als Wirt unattraktiv. Der Schutz wirkt üblicherweise einige Wochen. Der behandelte Hund sollte für einige Tage danach nicht gebadet werden oder schwimmen gehen, da sonst der Wirkstoff abgewaschen wird.

Zecken-Halsbänder

Alternativ kann man Halsbänder verwenden, die einen Wirkstoff gegen Zecken enthalten. Der Schutz dieser Halsbänder hält oft auch sogar mehrere Monate an. Ein kleiner Nachteil ist, dass der Hund es immer tragen muss. Mittlerweile gibt es aber auch schon modische und sogar reflektierende Varianten, die so gleich zwei Zwecke erfüllen können. Und es gibt einen weiteren großen Vorteil, den viele Halsbänder bieten: Sie sind wasserfest.

Sprays

Außerdem kann man Sprays verwenden. Sie sind allerdings oft nur vergleichsweise kurz wirksam. Die Wirkdauer liegt meist bei nicht mehr als 2-8 Stunden. Kurz vor dem Spaziergang aufgetragen, können aber auch sie einen wirksamen Schutz vor Zecken bieten.

Tabletten

Die gegen Zeckenbefall erhältlichen Tabletten gibt es nur verschreibungspflichtig. Du erhältst sie deshalb ausschließlich beim Tierarzt. Er kann dich auch hinsichtlich der Wirkdauer und der Eignung dieser Mittel für deinen Hund beraten.

Zecken beim Hund entfernen

Nach den Spaziergängen solltest du deinen Hund nach Zecken absuchen. Wenn du eine oder sogar mehrere Zecken beim Hund entdeckst, solltest du sie sicherheitshalber zügig entfernen. Natürlich würden sie auch allein abfallen, wenn sie vollgesogen sind. Aber wenn du Zecken schnell entfernst, reduzierst du das Risiko, dass sie Krankheiten überträgt. Egal, welches Hilfsmittel du dazu nutzt: Es ist absolut ratsam, sie vollständig, das heißt mit dem Kopf und den Mundwerkzeugen zu entfernen. Hierfür stehen dir verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

Zecken beim Hund entfernen

Zeckenzange

Sie ist wohl das klassische Werkzeug für die Zeckenentfernung. Bei Druck auf einen Knopf öffnet sie sich. Löst man den Druck, schließt sich fest. Das ist auch das wichtigste Kriterium für dich beim Kauf einer Zeckenzange: Sie sollte fest schließen. Sonst rutscht du beim Versuch, die Zecke zu ziehen, einfach vom Körper des Parasiten ab. Mit einer guten Zeckenzange ist es leicht, Zecken zu ziehen: Zunächst solltest du die Zecke auffinden und um sie herum – besonders bei langem Fell – die Haare scheiteln. Der Blutsauger sollte möglichst frei liegen. Drücke auf den Knopf (meist oben an der Zange), sodass die Zange sich weit öffnet. Lege sie dann so an, dass die Zange die Haut unter der Zecke berührt. Nun löse den Druck vom Knopf, sodass die Zange sich fest schließt. Du musst dabei nicht schnell sein, die Zecke bewegt sich sowieso nicht vom Fleck. Achte stattdessen sorgfältig auf den Sitz der Zange. Sie sollte auf der Haut aufliegen, diese aber nicht einklemmen. Die Zecke dagegen sollte sicher gefasst sein. Nun drehe die Zecke wie mit einem Schraubgewinde aus der Hundehaut. Dabei wird sie vollständig entfernt.

Zeckenschlinge

Hier wird die Zecke nicht mit deiner Zange, sondern mit einer Schlinge fixiert. Die Schlinge wird gelockert, um die Zecke gelegt (wieder so nah wie möglich an der Haut) und fixiert. Bei der Fixation solltest du die Schlinge auf die Haut drücken. Danach kannst du sanft senkrecht zur Haut die Zecke ohne Drehbewegung ziehen.

Zeckenstift und Zeckenkarte

Den Zeckenstift oder die Zeckenkarte schiebt man einfach an der Haut entlang unter die Zecke. Dabei wird sie in einer V-förmigen Aussparung eingeklemmt. Wichtig ist, dass er wirklich bis zum Anschlag geschoben wird, damit die Zecke korrekt fixiert ist. Die Bewegung sollte dabei fließend von Fixation in Entfernung der Zecke übergehen.

Zecken entsorgen

Toll, jetzt hast du die Zecke einfach und erfolgreich entfernt! Aber wie entsorgst du sie jetzt korrekt? Die gezogene Zecke erfolgreich zu töten, ist nämlich nicht so einfach, wie man zunächst denken mag. Die kleinen Tierchen sind enorm widerstandsfähig. Auch im Abfluss hinuntergespült können sie eine ganze Weile gut überleben. Es empfiehlt sich, sie mit einem harten Gegenstand zu zerquetschen. Schlage sie dazu in etwas Küchenpapier ein und zerdrücke sie mithilfe des harten Gegenstands (z. B. ein Wasserglas) darin. Alternativ kann man sie auch in mindestens 40%igem Alkohol ertränken. Dann kann man sie entsorgen.

Behandlung nach Entfernen der Zecke

Nach dem Ziehen der Zecke kannst du die Bissstelle mit einer milden Desinfektionslösung behandeln. Übrigens ist es nicht ganz so tragisch, wenn es dir doch nicht gelungen ist, die Zecke vollständig zu entfernen. Meist wächst der Kopf mit den Mundwerkzeugen einfach aus der Haut raus. Achte in jedem Fall darauf, ob sich die Stelle, an der die Zecke saß, in den nächsten Tagen rötet oder eine Schwellung auftritt. Wenn das der Fall sein sollte, ist es ratsam dein Tier einem Tierarzt vorzustellen.

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