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Ob Freigänger oder Wohnungskatze: Parasiten wie Zecken, Flöhe oder Milben können auch Katzen das ganze Jahr über begleiten. Mit dem passenden Parasitenschutz, etwas Aufmerksamkeit und der richtigen Vorbeugung kannst du das Risiko eines Ungezieferbefalls reduzieren und einen Befall frühzeitig erkennen.
Parasiten sind kleine Organismen, die auf oder in ihrer Wirtin leben und sich von ihr ernähren. Bei Katzen zählen dazu äußere Parasiten wie Zecken, Flöhe und Milben sowie innere Parasiten wie Würmer. Besonders Freigängerkatzen kommen häufiger mit Parasiten in Kontakt, doch auch Wohnungskatzen sind nicht vollständig vor einem Befall geschützt. Während einige nur vorübergehend Beschwerden wie Juckreiz oder Hautprobleme verursachen, können andere die Gesundheit deiner Katze beeinträchtigen oder Krankheiten übertragen. Einige Parasiten können sogar auch auf andere Tiere oder Menschen übertragen werden. Umso wichtiger ist es, Parasiten frühzeitig zu erkennen und geeignete Schutzmaßnahmen zu treffen.


Vor allem Freigängerkatzen bringen während der Zeckensaison regelmäßig Zecken mit nach Hause. Die Parasiten sitzen häufig an Kopf, Hals oder Ohren und können Krankheitserreger übertragen. Regelmäßige Fellkontrollen und die richtige Entfernung sind deshalb besonders wichtig.
Stimmt es, dass Zecken unter die Haut kriechen können? In welche Richtung sollte man beim Entfernen drehen? Stechen die Biester nur im Sommer zu? Und kann wirklich ein Körper nachwachsen, wenn beim Entfernen der Kopf stecken bleibt? Tierarzt Sebastian Goßmann-Jonigkeit redet Tacheles und klärt mit 10 hartnäckigen Mythen rund um Zecken auf.


Flöhe gehören zu den häufigsten äußeren Parasiten (Ektoparasiten) bei Katzen. Typische Anzeichen sind starker Juckreiz, häufiges Kratzen und kleine schwarze Krümel im Fell (Flohkot). Auch Wohnungskatzen können betroffen sein, da Flöhe über Menschen, andere Tiere oder Gegenstände eingeschleppt werden können. Flohweibchen legen bis zu 30 Eier pro Tag. Je früher man einen Flohbefall erkennt, desto besser.


Milben sind winzige Parasiten, die sich auf der Haut oder in den Ohren von Katzen ansiedeln können. Besonders häufig kommen Ohrmilben vor, die starken Juckreiz verursachen und dazu führen können, dass sich Katzen vermehrt an den Ohren kratzen oder den Kopf schütteln. Auch Hautveränderungen, Schuppen oder kahle Stellen können auf einen Milbenbefall hindeuten. Da sich Milben leicht zwischen Tieren übertragen können und unbehandelt zu Entzündungen führen können, ist es wichtig, Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen. Regelmäßige Fell- und Ohrenkontrollen helfen dabei, Veränderungen schnell zu bemerken und bei Bedarf tierärztlichen Rat einzuholen.


Würmer zählen zu den häufigsten inneren Parasiten (Endoparasiten) bei Katzen. Besonders Freigänger können sich durch Beutetiere oder ihre Umgebung anstecken, aber auch Wohnungskatzen sind nicht vollständig geschützt. Für gesunde Katzen ist ein Wurmbefall in der Regel nicht schlimm. Ein gesundes Immunsystem ist ständig Parasiten, Krankheitskeimen & Co ausgesetzt und kann sie in gewissen Maßen in Schach halten. Für Kitten, Senioren und/oder immungeschwächte Tiere kann ein Wurmbefall aber durchaus zur Gefahr werden. Da ein Wurmbefall oft lange unbemerkt bleibt, sind regelmäßige Kontrollen und individuelle Entwurmungskonzepte wichtig.
Ein wirksamer Parasitenschutz sollte immer zu den Bedürfnissen und der Lebensweise deiner Katze passen. Während Freigänger häufiger mit Zecken oder Flöhen in Kontakt kommen und definitiv regelmäßigen Schutz benötigen, betrifft das Problem Wohnungskatzen weniger. Doch auch sie können - je nach Lebenssituation - durchaus von Parasiten betroffen sein. Für die Vorbeugung stehen verschiedene Schutzprodukte zur Verfügung, die je nach Produktart gegen unterschiedliche Parasiten wirken und regelmäßig erneuert werden müssen.
Kein Schutzprodukt wirkt gegen alle Parasiten gleichermaßen. Deshalb lohnt es sich, die passende Lösung anhand von Alter, Gesundheitszustand und Lebensweise deiner Katze auszuwählen.
Wird deine Katze von Parasiten befallen, ist schnelles und besonnenes Handeln wichtig. Je früher Zecken, Flöhe oder andere Parasiten erkannt und entfernt werden, desto geringer ist das Risiko für Hautreizungen, Folgeprobleme oder eine weitere Ausbreitung. Die geeignete Vorgehensweise hängt dabei vom jeweiligen Parasiten ab.
Wenn du einen Flohbefall bei deiner Katze feststellst, solltest du handeln und diesen zügig mit Tabletten, Spray, Puder oder einem Spot-on bekämpfen. Die Behandlung der Katze reicht allerdings leider allein oft nicht aus. Um den Befall mit Flöhen effektiv zu bekämpfen, musst du deine ganze Wohnung einer Behandlung unterziehen. Anderenfalls riskierst du, dass die Parasiten sich wieder vermehren. Unter Umständen bedarf es eines Insektizids, aber vor allem sollten Schlafplätze, Decken und Transportboxen gründlich gereinigt werden.
Wenn deine Katze allergisch auf die Flohbisse reagiert hat, der Befall sehr stark ist oder deine Katze sichtbar leidet, gehe mit ihr auf alle Fälle zum Tierarzt.
Wenn du bei deiner Katze einen Wurmbefall festgestellt hast, kannst du ihr mit einem verschreibungspflichtigen Entwurmungsmittel helfen. Das Mittel bekommst du in deiner Tierarztpraxis entweder als einmalige Behandlung oder als Wurmkur.
Je nach Milbenart kommen unterschiedliche Behandlungen infrage. Auffälligkeiten wie starker Juckreiz, häufiges Kratzen oder Veränderungen an Haut und Ohren sollten zunächst tierärztlich abgeklärt werden.
Oft sind Zecken im dichten Katzenfell nicht so leicht zu finden. Eine vollgesogene Zecke, die rasch die Größe einer prallen Erbse annehmen kann, ist deutlich einfacher zu finden und zu entfernen als eine frisch angebissene kleine Zecke. Auch wenn es daher verlockend ist, länger zu warten, solltest du dennoch rasch handeln und die Zecke mit einem Zeckenhaken, einer Zeckenzange oder einer Zeckenkarte hautnah greifen und vorsichtig herausziehen. Anschließend solltest du die Einstichstelle einige Tage beobachten und bei Auffälligkeiten zum Tierarzt gehen.
Das Ziel ist, den Parasiten möglichst komplett und rückstandsfrei zu entfernen. Dazu sollte deine Katze kurzfristig stillhalten, was du gut mit ihr üben kannst und wenn möglich gleich nach Erfolg mit einem Leckerchen belohnst.
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