Tibet Terrier

Tibet Terrier Steckbrief

Name
Tibet Terrier Steckbrief
Herkunft
Tibet (China)
Lebenserwartung
15 Jahre
FCI-Standard
Funktion
Größe
Gewicht
keine Vorgabe
Häufige Krankheiten
keine
Felllänge
üppig, lang, glatt, gewellt
Charakter/Wesen
robust, intelligent, lebhaft, gutmütig, treu, agil
Fellfarbe
viele Farben erlaubt
Besonderheiten

ein lieber, temperamentvoller Begleiter

Rassenmerkmale und Erscheinungsbild

Wie sieht ein Tibet Terrier aus?

Der Tibet Terrier ist ein aus Tibet stammender Hund mit langem Haarkleid. Es ist ein kleiner bis mittelgroßer Hund mit einem resoluten Ausdruck. Zum Haarkleid führt der Standard aus:

Doppeltes Haarkleid. Unterwolle fein und wollig. Deckhaar üppig, fein, jedoch weder seidig oder wollig, lang, glatt oder gewellt, aber nicht lockig.

Dabei bestimmt der Standard ausdrücklich, dass die Haare am Kopf nicht über das Auge fallen dürfen. Als Farben sind weiß, gold, creme, grau oder rauchfarben, schwarz, zwei- und dreifarbig erlaubt. Im Grunde ist jede Farbe mit Ausnahme von schokoladen bis leberbraun oder merle erlaubt. Ein Gewicht wird nicht vorgegeben. Es sollte aber zwischen 9 und 12 Kilogramm liegen. Die Rute wird über dem Rücken getragen. Leider sehen wir in der Ausstellungsszene meist Hunde mit einem so extrem langen Haarkleid, dass es die Hunde beim Laufen und Sehen behindert.

Wie groß ist ein Tibet Terrier?

Er ist ein kompakter Hund, der aber glücklicherweise nicht durch die Rassezucht verzwergt wurde. Mit einer Schulterhöhe bei Rüden 36 bis 41 Zentimetern, Hündinnen sind geringfügig kleiner, hat er Maße, die gesundheitlich keinerlei Probleme bereiten und zudem ganz praktisch sind.

Wie alt wird ein Tibet Terrier?

Ein gesund gezüchteter Tibet Terrier hat eine hohe Lebenserwartung von 15 Jahre und mehr.

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Wesenszüge und Charaktereigenschaften

Welche Eigenschaften hat ein Tibet Terrier?

Der Tibet Terrier ist ein lebendiger, verspielter Begleiter mit einem ausgesprochen freundlichen Wesen. Die Bezeichnung "Terrier" ist irreführend (siehe unten). Er stammt weder von Terriern ab, noch hat er deren Wesen. Dieser kleine, wuschelige Hund hat es jedoch ebenso faustdick hinter den Ohren. Denn aus einem robusten Helfer in den Bergen des Himalayas wurde ein Begleiter in Europa. Sein heutiges Wesen beschreibt der Standard wie folgt:

Lebhaft, gutmütig. Treuer Kamerad mit vielen einnehmenden Wesenszügen. Aus sich herausgehend, wachsam, intelligent und mutig; weder ungestüm noch streitsüchtig. Fremden gegenüber zurückhaltend.

Dass der Tibet Terrier ein echter Familienhund ist, will er täglich erfahren. Er braucht den engen Familienanschluss. Aber er braucht zudem Bewegung und Herausforderungen gemeinsam mit seinen Menschen. Er ist sehr intelligent und selbstbewusst. Er ist sportlich. Gerühmt werden seine Sprungkraft wie seine Fähigkeit zu klettern. Leider haben Teile der Zuchtszene vergessen, woher dieser Hund stammt. Auf den Ausstellungen wetteifern langhaarigen Modepüppchen um die Championate. Feinheiten des Fells scheinen hier wichtiger zu sein als der Erhalt der ursprünglichen Robustheit, Widerstandsfähigkeit und des tollen Wesens dieser einst extrem robusten Arbeitshunde aus dem Himalaya. Der Tibet Terrier hat seinen speziellen Charakter. Er ist ein aktives Mitglied der Familie, das sich nicht still und leise anpasst. Er will nach eigener Vorstellung mitmachen. Er gilt als stur. Kindern ist der ein lieber Freund und Kamerad. Auf Grundlage einer vertrauensvollen Bindung zur Herrchen und Frauchen lässt er sich sehr gut handlen. Er ist auch für einen Anfänger gut zu führen.

Herkunft & Geschichte

Wo kommt der Tibet Terrier ursprünglich her?

Der Tibet Terrier ist ein eher kleiner bis mittelgroßer Hund mit langen Haaren. Er stammt wie der Name schon sagt aus dem Hochland Tibets. Der zweite Teil seines Namens führt in die Irre. Er ist kein Terrier und auch nicht mit diesen verwandt. Er ist ein echter Tibeter. Die Tibeter nannten ihn Apso, was so viel wie kuschelig oder wuschelig heißt. Besser wäre also der Name "Tibet Apso" für diesen vermeintlichen Terrier. Bei der europäischen Standardbestimmung 1988 gaben ihm Engländer den „Terrier“ mit in den Namen. Sie wollten an bekannte Rassen erinnern und so den kommerziellen Erfolg der neu etablierten Rasse befördern. Die Geschichte des Tibet Terriers ist sehr alt. Schon vor mehr als zweitausend Jahren lebten solche Hunde in den Klöstern des Hochlands von Tibet als auch im Norden Indiens. Für die Mönche galt er als Glücksbringer und wurde respektvoll behandelt. Den Nomaden und Bauern war der Apso ein kleiner aber universeller Helfer. Er bewachte Zelte und Hof, nahm sich des Ungeziefers an und half beim Hüten der Herden. In den extrem harten Wintern, den kalten Nächten und rauen Winden bildete sich sein hoch effektives Fell heraus, das ihm seinen alten Namen gab. Es hat eine Unterwolle, die besonders dicht und fein ist. Die Tibeter machten hieraus Wolle für ihre Kleidung. Schon früh waren Apsos begehrte Geschenke unter Fürsten und so kam er an den chinesischen Kaiserhof. Diese Hunde wurden im Laufe der Jahre und dann ganz hart durch die moderne Rassezucht in drei Rassen aufgespalten. Aus den größeren Varianten des tibetischen Apsos wurde später unser Tibet Terrier. Die kleineren zu Lhasa Apso und Shih Tsu. Der Shih Tsu wiederum unterscheidet sich heute vom Lhasa Apso in erster Linie durch seine kürzere Schnauze. Als Datum der endgültigen Anerkennung der neuen Rasse „Tibet Terrier“ durch den Weltverband FCI wird der 18.12.1957 dokumentiert. Der Tibet Terrier hat sich heute einen festen Platz im Herz der Hundefreunde erworben. Immerhin fallen 500 bis 700 Welpen pro Jahr unter dem Dach des VDHs.

Beliebte Mixe

Mixe mit Tibet Terrier finden sich zuweilen und sind von Gesundheit und Wesen her unproblematisch.

Pflege, Gesundheit und Krankheiten

Wie viel Pflege braucht ein Tibet Terrier?

Da seine Fellpracht und -fülle durch die Rassezucht stark zugenommen hat, bedarf sie nun regelmäßiger Pflege. Schon als Welpen sollte man seinem Tibi daran gewöhnen, gebürstet zu werden. Wird das Fell nicht regelmäßig gepflegt, kann die Unterwolle verfilzen. Dadurch wiederum können Hautkrankheiten wie Ekzeme begünstigt werden. Der Vorteil des Tibet Terrier-Fells ist, dass es kaum haart. Die Zeit für den Pflegeaufwand sparst du hier wieder ein und für Allergiker ist das sicher auch nicht von Nachteil.

Gibt es beim Tibet Terrier rassetypische Krankheiten?

Der Tibet Terrier ist im Kern eine gesunde Hunderasse. Es gibt aber auch die schon angesprochenen massiven Übertreibungen in der Show-Zucht. Du solltest unbedingt darauf achten, dass dein Hund ein nicht allzu langes Haarkleid hat, das ihn beim Sehen und Bewegen behindern könnte. Inzucht ist oft ein Problem. Einige erblich bedingte Krankheiten wie die heimtückische Canine Ceroid-Lipofuszinose (CCL, schädigt die Nervenzellen) sind in der Population verbreitet.

Welches Futter ist für einen Tibet Terrier am besten?

Der Tibet Terrier stellt keine besonderen Ansprüche an seine Ernährung. Natürlich ist hochwertiges Futter gut für seine Gesundheit und er schmeckt es auch. Wie die großen Hunde mag er auch mal einen fleischigen Rinderknochen und frisches Fleisch.

Aktivitäten

Wie viel Bewegung braucht ein Tibet Terrier?

Der Tibet Terrier ist ein aktiver Hund, der Beschäftigung will. Wer sportlich ist, hat im Tibet Terrier den idealen Begleiter für Agility, Obedience oder Dog-Dance. Aber der Tibeter braucht keinen Leistungssportler als menschlichen Partner. Eine Gassi-Runde um den Block reicht auch mal.

Überlegungen vor der Anschaffung

Wo kann man einen Tibet Terrier kaufen?

Der Züchter deines Tibet Terriers sollte einem der drei Vereinen im VDH angeschlossen sein. Dessen Hunde sollten kein allzu üppiges Haarkleid tragen. Er sollte seine Hunde auf die besonderen Risiken hinsichtlich Erbkrankheiten getestet haben. Das ist in der seriösen Zucht selbstverständlich. Zudem sollte keine Inzucht vorliegen, was Du anhand des Stammbaums abschätzen kannst, wenn dort kein Name doppelt auftaucht. Der Züchter sollte seinen Wurf per Foto gut dokumentiert haben. Du solltest Dir den Wurf zusammen mit der Mutterhündin, nach Absprache, vor Ort anschauen können. Bitte kaufe keinen Tibet Terrier übers Internet, da dort das Risiko sehr groß ist, dass der Welpe von einem - in aller Regel gut getarntem - Hundehändler oder Vermehrer kommt. Gerade bei solch kleineren Hunderassen gibt es unzählige unseriöse Angebote, die letztlich alle auf Kosten des Wohls der Hunde gehen. Mit etwas Glück findest du deinen Tibeter im Tierheim.

Erziehung und Haltung

Passt ein Tibet Terrier zu mir?

Der Tibet Terrier stellt an seine Haltung keine besonderen Ansprüche, noch etwa an die Größe der Wohnung. Er kann sehr gut in der Großstadt gehalten werden. Ausnahme ist lediglich die Fellpflege. Sie ist tägliche Pflicht. Kämmen und Fellpflege sind aber auch ein Mittel zur Festigung der Bindung zwischen ihm und dir, wenn es nicht übertrieben wird und die Befindlichkeiten des Hundes respektiert werden. Die kompakte Größe und hohe Beweglichkeit eines Tibet Terriers haben eine Menge praktischer Vorteile. Man kann ihn überall problemlos mitnehmen, er findet selbst in "der kleinsten Hütte" und dem kleinsten Auto seinen Platz. Trotzdem geht er gerne regelmäßig in der Natur Gassi. Er ist kein Schoßhündchen. Vielmehr ist er im Kern ein robuster Naturbursche. In ihm ist seine uralte Aufgabenstellung immer noch lebendig. Die Erziehung des Tibet Terriers ist ein oft unterschätztes Kapitel. Er ist eine selbstbewusste Persönlichkeit. Diese will erzogen und geführt sein. Das erfordert vom Welpenalter an Konsequenz in der Erziehung. Das kann schwerfallen angesichts seiner liebevollen, wuscheligen Erscheinung. Bist du dir dessen bewusst und nimmst die Erziehung deines Tibet Terriers als Aufgabe ernst, so wird dies auch gut gelingen. Sie ist im Grunde unproblematisch. Denn der Tibet Terrier will die Führung durch dich.

Interessantes, Wissenswertes & Extras

Ein seriös gezüchteter Tibet Terrier ist robust und anspruchslos. Der aktive, kompakte Hund ist ein idealer Begleiter und Freund auch für das Leben in der Etagenwohnung einer Großstadt.


Christoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch - Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch "Tierisch beste Freunde". Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.