Futternapf für den Hund: Achtung, giftig!

Hundenäpfe gibt es in den unterschiedlichsten Formen, Farben, Größen und Materialien. Da fällt es manchmal nicht leicht, den individuell zum Hund (Gleiches gilt auch für die Katze) passenden Futternapf zu finden. Worin bietest du deinem Hund also Futter und Wasser am besten an? Was viele nicht wissen: Minderwertiges Material kann sich auf die Gesundheit auswirken. Und das gilt übrigens nicht nur für Hundenäpfe, sondern für Küchengeschirr im Allgemeinen. Wir zeigen dir, worauf du beim Material des passenden Napfes achten solltest.

Futternapf aus Plastik

Futternäpfe aus Plastik haben ganz sicher viele Vorteile und finden sich in den meisten Haushalten. Sie sind bunt, preiswert, meist spülmaschinenfest. Außerdem halten sie auch schon einmal einen Stoß oder einen Sturz von der Anrichte aus. Zudem werden sie von den meisten Hunden gerne angenommen. Allerdings sind sie in der Regel nicht bissfest und gerade Welpen und Junghunde zerkauen ihre Plastiknäpfe gerne einmal. Das splitternde Material kann dann zu Verletzungen im Maul führen. Doch im Plastik lauern noch wesentlich ernstere Gefahren, über die du dir Gedanken machen solltest.

Gefährliche Weichmacher

Plastik wird aus Erdöl hergestellt und in einem aufwändigen Prozess zu einem völlig neuen Stoff verändert. Damit es all die Eigenschaften annimmt, die es für uns so überaus vielfältig und nützlich macht, werden zahlreiche Zusatzstoffe beigefügt: Weichmacher, Stabilisatoren, Farbmittel, Füllstoffe, Verstärkungsmittel, Flammschutzmittel oder Antistatikmittel. Und genau diese teilweise giftigen Zusatzstoffe können sich aus dem Plastik lösen und vom Körper aufgenommen werden. Besonders gefährlich sind dabei Weichmacher (Phthalate) und Bisphenol A (BPA) – zwei Substanzen, die in den Hormonhaushalt eingreifen und den Stoffwechsel beeinflussen können.

Gibst du deinem Hund täglich dessen Portion Trockenfutter, das in Sekundenschnelle verschlungen ist, in einem Plastikschälchen, wird sich die Belastung für den Körper wahrscheinlich in Grenzen halten. Doch Nassfutter und vor allem Wasser, das den ganzen Tag mit dem Plastik in Verbindung ist, können da schon deutlich mehr Giftstoffe aufnehmen und so in den Hund gelangen.

Auf jeden Fall meiden solltest du Plastiknäpfe, die stark nach Kunststoff riechen. Auch alles, was du in einem 1-Euro-Laden kaufen kannst. Produkte aus Polyvinylchlorid (PVC) und Polycarbonat (PC) sind besonders gefährlich. Und ganz wichtig: Erhitze keine Plastikschalen in der Mikrowelle, denn dabei werden die giftigen Stoffe besonders leicht gelöst und an die Umwelt abgegeben.

Futternapf aus Melamin

Wurde Melamin früher vorwiegend für Campinggeschirr verwendet, findet es nun auch im Zoofachhandel immer mehr Verwendung. Die Futter- oder Wassernäpfe aus Melamin sind wesentlich stabiler als Plastiknäpfe, sie sind bruchfest und splittern nicht. Aber auch dieses Material ist nicht unbedenklich.

Melamin nicht erhitzen

Bei Melaminharzen handelt es sich um einen Kunststoff, der – vereinfacht gesagt – aus Melamin und Formaldehyd besteht. Erhitzt man dieses Geschirr auf über 70° C, können sich diese Stoffe auf die Lebensmittel ausbreiten – und dass vor allem Formaldehyd sehr gefährlich ist, ist uns allen bekannt. Wichtig ist also auch hier, dass kein Futter in Melaminnäpfen in der Mikrowelle angewärmt oder aufgetaut wird!

Futternapf aus Keramik

Schalen und Näpfe aus Keramik scheinen die sichere Alternative zu sein, auch wenn es hier einen wichtigen Nachteil gibt: die Zerbrechlichkeit. Doch andererseits steht so ein Keramiknapf schön fest und schwer auf dem Boden und er hält beispielsweise das Wasser eine längere Zeit frisch und kühl.

Doch auch hier musst du auf Giftstoffe achten. Denn die Glasuren der Keramikschüsseln können giftige Schwermetalle enthalten, vor allem Blei und Cadmium. Vor allem säurehaltige Lebensmittel lösen diese Stoffe aus der Glasur. Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, dann achte unbedingt darauf, dass die Keramik für Lebensmittel geeignet ist. Bei Produkten, die in Deutschland hergestellt wurden, ist das Geschirr entsprechend gekennzeichnet. Keramik, die ursprünglich für Dekorationszwecke produziert wurde, z. B. Blumentöpfe, Vogeltränken oder Deko-Schalen, eignen sich nicht, denn sie unterliegen anderen Herstellungsrichtlinien.

Tipp: Eine alte Suppenschüssel als Napf

Ich habe für meine Hunde eine ausrangierte Suppenschüssel aus Steingut als Wassernapf zweckentfremdet. Die ist ausreichend groß – und dazu noch originell. In der Hoffnung, dass man bei diesem Markengeschirr für den menschlichen Gebrauch hohe Sicherheitsmaßstäbe angelegt hat, gehe ich davon aus, dass meinen Hunden hier ebenfalls keine Gefahr durch Giftstoffe droht. Auch Teller oder Suppentassen können für kleinere Hunde eine sichere Alternative sein.

So testest du dein eigenes Geschirr auf Säurefestigkeit

Wer sicher gehen möchte, dass sein eigenes Geschirr auch für säurehaltige Speisen wie Obst und Säfte geeignet ist, kann seine Keramik einfach und schnell auf Säurefestigkeit prüfen: das entsprechende Gefäß halbvoll mit Essig füllen und 24 Stunden stehen lassen. Wenn sich die Glasur nach dem Entfernen des Essigs verändert hat, ist das Geschirr nicht für säurehaltige Lebensmittel geeignet.

Futternapf aus Edelstahl

Die blanken und kalt wirkenden Edelstahlnäpfe sind nicht jedermanns und auch nicht jederhunds Geschmack – aber sie sind am wenigsten von Giftstoffen belastet. Zudem sind sie leicht zu reinigen und unzerbrechlich. Achte darauf, dass der Napf fest auf dem Boden steht, denn sonst klappert er schnell mit Getöse über Fliesen oder Laminat – und das erschreckt viele Hunde. Es gibt daher Modelle mit rutschfesten Gummiringen am Boden. Oder du stellst den Napf in einen dafür vorgesehenen Ständer.

Extra-Tipp: Wenn Dein Hund nicht gern aus einem Edelstahlnapf frisst oder trinkt, dann kann das auch daran liegen, dass eventuell die Hundemarke oder der Verschluss des Halsbandes am Napf anschlägt und klimpert.

Welches Material ist für Futternäpfe geeignet?

Material Vor- und Nachteile
Plastik + billig, leicht zu reinigen, überall erhältlich

- künstliche Hormone können in den Körper gelangen

- nicht erhitzen

Melamin + biss- und bruchfest

- nicht erhitzen, kann sonst Formaldehyd und

Melamin ins Futter freisetzen

Keramik + fester Stand

+ wenn für Lebensmittel geeignet, keine Gefahr aus der Glasur

- zerbrechlich

- keine Deko-Schalen verwenden, da blei- und cadmiumbelastet

Edelstahl + keine Giftstoffe

+ bruchfest und besonders lange Nutzungsdauer

- nicht besonders rutschfest

- wird von manchen Hunden nicht gern angenommen

Individuelle Bedürfnisse des Hundes

Für Hunde mit sehr langen Schlappohren, wie beispielsweise Bassets oder Cocker Spaniel, gibt es extra Näpfe mit einem sehr hohen Rand. So soll vermieden werden, dass die Ohren ständig im Futter hängen und verkleben.

Im Tierfachhandel gibt es Produkte, bei denen Futter- und Wassernapf direkt nebeneinander in einem Behältnis integriert sind. Bei einer solchen Futterstation musst du darauf achten, dass keine Speisereste ins Wasser fallen und das Wasser auf Dauer verunreinigen. Hier gilt es, wirklich täglich das Wasser zu wechseln!

Gehört dein Hund zu den mäkeligen Fressern, die ihr Futter gerne mal ein paar Stunden stehen lassen, solltest du darauf achten, dass der Fressnapf nicht in der Küche direkt neben der Heizung steht. Nassfutter verdirbt hier schnell.

Ist dein Hund hingegen ein Gierschlund und schaufelt sein Essen in Sekunden in sich hinein, musst du dir keine Sorgen machen. Sollte er sich jedoch regelmäßig dabei verschlucken und danach übergeben müssen, kannst du ihn mit einem Anti Schling Napf ausbremsen. Hier sind große Noppen im Napf angebracht, sodass der Hund sein Futter etwas langsamer aufnehmen muss. Eine Alternative bei Trockenfutter wäre, die Futterbrocken auf dem Küchenboden zu verteilen. So muss sich der Hund die einzelnen Bröckchen erst zusammensuchen.

Wenn du darauf achten musst, dass dein Hund nicht zu dick wird, solltest du eher einen kleinen Futternapf wählen. Darin sehen die Portionen einfach viel größer aus als in einer Riesenschüssel, in der das Futter fast verloren geht. Und das macht es für uns Hundehalter leichter, wirklich nicht mehr als nötig in den Fressnapf zu geben.


Dieser Text wurde erstellt in Zusammenarbeit mit Regina Rademächers: