Bienenarten im Überblick: Biene ist nicht gleich Biene

Zwar sprechen wir im Alltag häufig von Bienen, vergessen aber viel zu leicht, dass es ganz verschiedene Bienenarten gibt. Und innerhalb der Arten gibt es häufig noch Unterarten und „Rassen“. Die Biene, die für die Imkerei in Europa besonders bedeutsam ist, ist die Westliche Honigbiene, mit der lateinischen Artbezeichnung Apis mellifera. Sie ist hauptsächlich in unseren Breiten vertreten, aber nicht die einzige Vertreterin der Gattung Apis. In Asien ist beispielsweise die Kliff-Honigbiene und die Östliche Honigbiene verbreitet. In Amerika findet man die Ostafrikanische Hochlandbiene, die ebenfalls zur Gattung Apis gehört.

Bienenarten verteilt über die Welt

Bienen finden sich auf allen Kontinenten (mit Ausnahme der Antarktis). Insgesamt gibt es ca. 20.000 – 25.000 Bienenarten. Von diesen Arten leben nur einige Hundert in Staaten zusammen. Die restlichen Wildbienen haben eine solitäre Lebensweise, das heißt, dass sie alleine leben und kein „Kastenwesen“ haben, es also keine Unterscheidung zwischen fruchtbaren Königinnen und unfruchtbaren Arbeiterinnen gibt.

Bienenarten in Amerika:

Bienenarten in Europa:

Bienenarten in Afrika:

Bienenarten in Asien:

Bienenarten in Australien:

Doch dies sind längst nicht alle Bienen, die es gibt. Es gibt zahlreiche Arten von Sand- und Erdbienen und von Holzbienen, die einzeln leben oder die Mauerbienen, die besonders erfolgreiche Bestäuber sind.

Zudem verfügen nicht alle Bienen über einen Stachel. Bienen ohne Stachel werden schlichtweg als „stachellose Bienen“ tituliert und gruppiert. Eine Bemerkung am Rande: Wildbienen sind in der Regel absolut friedfertig und stechen fast nie (sofern sie einen Stachel haben …), da sie als Einzeltiere weder Nachwuchs noch Nahrungsvorräte verteidigen müssen.

Weiter gibt es noch die sogenannten Kuckucksbienen. Sie legen ihre Eier heimlich in die Nester von anderen Bienenarten. Viele der Kuckucksbienen gehören zu den sogenannten Wespenbienen, die man nicht mit den Wespen verwechseln sollte.

Die Hybrid-Biene

Eine „unnatürliche“ Bienenart ist die afrikanisierte Honigbiene, eine Kreuzung aus europäischen und afrikanischen Bienenarten. Dieser Hybrid sollte eine optimale Anpassung an die klimatischen Bedingungen in Südamerika darstellen und die Honigproduktion in diesen Breiten steigern. Als Bienenvölker aus einem brasilianischen Forschungszentrum entkommen sind, geriet das Experiment außer Kontrolle. Die afrikanisierten Honigbienen breiteten sich rasch aus und schafften es sogar bis nach Nordamerika, wo sie erstmalig als Killerbienen auftraten. Diese aggressiven Bienen griffen Menschen und Tiere an und verdrängten sogar dort heimische Bienenarten. Die Aggressivität dieser Kreuzung hat aber nicht nur negative Auswirkungen: Diese Honigbienen überleben gänzlich ohne menschliche Hilfe und trotzen verschiedensten Krankheitserregern und Parasiten, die für die Westliche Honigbiene tödlich sind.


Michael Freund ist hauptberuflich Lehrer an einer bayerischen Mittelschule mit einem Faible für die belebte Natur. In seinem Studium absolvierte er Biologie als Didaktikfach. Nebenbei engagiert er sich als Autor für diverse Zeitschriften und ist tatkräftiges Mitglied in verschiedenen Vereinen, unter anderem bei den „Sukkulentenfreunden Passau“.