Siamesischer Algenfresser im Portrait

Ein Siamesischer Algenfresser bzw. die Siamesische Rüsselbarbe ist aktuell einer der beliebtesten Nutzfische im Aquarium, denn es handelt sich um einen eifrigen Algenfresser, der sich besonders gut für das Gesellschaftsaquarium eignet. Allerdings ist diese friedliche und nützliche Art nicht unbedingt für ganz kleine Aquarien geeignet, denn sie kann verhältnismäßig groß werden.

Steckbrief
Name: Siamesischer Algenfresser
Systematik: Karpfenartige
Größe: etwa 16 cm
Herkunft: Südostasien
Haltung: einfach zu pflegen
Aquariengröße: ab 160 Liter (100 cm)
pH-Wert: 6,0-8,0
Wassertemperatur: 22-28 °C

Wissenswertes über den Siamesischen Algenfresser

Wissenschaftliche Bezeichnung

Crossocheilus oblongus, Synonym: Crossocheilus siamensis

Andere Bezeichnungen

Siamesische Rüsselbarbe, Grünflossenbarbe, Siamensis

Systematik

Klasse: Actinopterygii (Strahlenflosser)
Ordnung: Cypriniformes (Karpfenfischartige)
Familie: Cyprinidae (Karpfenfische)
Gattung: Crossocheilus
Art: Crossocheilus oblongus (Siamesischer Algenfresser)

Größe

Der Siamesische Algenfresser kann in der Natur durchaus eine Totallänge von mehr als 16 cm erreichen. Im Aquarium bleibt die Art allerdings in der Regel kleiner und wird selten größer als 10-12 cm.

Form und Farbe

Viele Algenfresser der Gattungen Crossocheilus und Garra sind ähnlich langgestreckt und besitzen einen breiten dunklen Längsstreifen. Siamesische Algenfresser lassen sich von anderen, ähnlichen Arten recht einfach dadurch unterscheiden, dass ein sehr breiter dunkler Längsstreifen bis zum Ende der Schwanzflosse weiter verläuft. Ansonsten sind die Flossen transparent und ist die Art grau gefärbt.

Herkunft

Crossocheilus oblongus bewohnt normalerweise schnell fließende klare Gewässer in Südostasien, wo sie auch häufig in der Nähe von Stromschnellen und Wasserfällen vorkommen. Sie grasen dort den Algenaufwuchs von den Steinen ab. Die Verbreitung der Art reicht von Thailand über Laos, Kambodscha und Malaysia bis nach Indonesien.

Geschlechtsunterschiede

Die Weibchen dieses Algenfressers werden etwas größer als die Männchen und sind an einem robusteren Körperbau zu erkennen. Die Männchen wirken zierlicher.

Fortpflanzung

Die Zucht von Siamesischen Algenfressern wird in der Regel in Zuchtfarmen in Osteuropa und Südostasien durch hormonelle Stimulation erreicht. Die allermeisten Importe sind allerdings Wildfänge. Zur Fortpflanzung im Aquarium existieren keine Berichte. Crossocheilus sind aber sicherlich Freilaicher, die ihre zahlreichen kleinen Eier verstreuen.

Lebenserwartung

Bei guter Pflege können auch Siamesische Algenfresser im Aquarium durchaus ein Alter von etwa 10 Jahren erreichen.

Wissenswertes zur Haltung

Ernährung

Wie in der Natur grasen die Algenfresser auch im Aquarium eifrig alle Oberflächen ab und fressen dabei vor allem grüne Algen von Aquarienscheiben und Einrichtungsgegenständen. Jüngere Exemplare sollen auch die lästigen Pinselalgen beseitigen, im Alter nimmt die Effektivität der Tiere als Algenfresser jedoch ab. Natürlich fressen diese Fische auch problemlos Trockenfutter sowie Lebend- und Frostfutter, das man im Gesellschaftsaquarium verfüttert. Um Ihnen etwas Gutes zu tun, kann man Blätter von Salat, Spinat oder Brennnesseln blanchieren und verfüttern, an lebenden Aquarienpflanzen vergreifen sie sich aber nicht.

Gruppengröße

Auch bei den Siamesischen Algenfressern handelt es sich um gesellige Schwarmfische, die Du auch zumindest in einer kleinen Gruppe von 5-6 Tieren pflegen solltest. In großen Aquarien können es auch gerne ein paar mehr Tier sein.

Aquariengröße

Diese Algenfresser zählen nicht unbedingt zu den Zwergen unter den Aquarienfischen und sollten deshalb am besten etwas mehr Schwimmraum erhalten. Wenn Du eine Gruppe von Tieren pflegen und sie auch noch mit einigen weiteren Fischen vergesellschaften möchtest, solltest Du für Sie schon mindestens ein Meter-Aquarium (100 x 40 x 40 cm) vorsehen.

Beckeneinrichtung

An die Einrichtung des Aquariums stellen die Tiere keine großen Ansprüche. Es empfehlen sich jedoch einige Steine, Holzstücke und Aquarienpflanzen, die von den Tieren eifrig abgeweidet werden. Man sollte darauf achten, dass auch genügend freier Schwimmraum vorhanden ist, vor allem in der Nähe des Filterausflusses, den die recht sauerstoffbedürftigen Fische gerne aufsuchen.

Algenfresser vergesellschaften

Bei solch friedlichen und nützlichen Fischen hat man bezüglich der Vergesellschaftung nahezu alle Optionen. C. oblongus lässt sich z. B. gut mit Salmlern, Barben und Bärblingen, Schmerlen, Lebendgebärenden Zahnkarpfen, nicht zu aggressiven Buntbarschen und Welsen vergesellschaften.

Erforderliche Wasserwerte

Siamesische Algenfresser bevorzugen zwar recht weiches Wasser, sind aber so wenig anspruchsvoll, dass sie sich selbst in hartem Leitungswasser sehr wohl fühlen. Sehr viel wichtiger als die Wasserchemie ist der Sauerstoffgehalt des Wassers, denn für solche Fließwasserbewohner sollte dieser nicht zu gering sein. Die Tiere fühlen sich bei Wassertemperaturen von 22-28 °C am wohlsten.


Ingo Seidel ist seit seiner Kindheit von der Natur begeistert und bekam im Alter von sechs Jahren sein erstes Aquarium. Sein Spezialgebiet sind die Welse, aber als engagierter Mitarbeiter im Zierfischgroßhandel hat er mittlerweile sehr gute Kenntnis von den meisten Süßwasserfischen erlangt. Er ist Autor unzähliger Berichte in Aquarienzeitschriften und veröffentlichte mittlerweile auch diverse Fachbücher. In der Internationalen Gemeinschaft Barben-Salmler-Schmerlen-Welse war er jahrelang Leiter der Sparte Welse, aktuell ist er dort Redakteur des BSSW-Reports.