Fischfütterung im Aquarium – aber richtig!

Ist es immer damit getan, täglich einfach ein paar Futterflocken ins Becken zu werfen? Sicherlich nicht! Auch bei Fischen musst du auf eine artgerechte und ausgewogene Fütterung achten. Deshalb informieren wir dich hier, wie du bei der Fischfütterung im Aquarium den Ansprüchen der unterschiedlichen Arten gerecht wirst.

Raubtier oder Vegetarier?

Wo deine Fische gefüttert werden sollten, erfährst du hier. Aber was müssen sie bekommen?
Je nach Art werden andere Nahrungsquellen bevorzugt. Und manches wird gar nicht gut vertragen. Dennoch sind die Übergänge fließend.

Pflanzenfresser

Viele der von uns in Aquarien gepflegten Arten lieben pflanzliche Nahrung. Und damit lieben wir sie! Denn viele sind auch gute Algenvernichter, die uns helfen, das Becken sauber und ansehnlich zu halten. Weniger Anlass zur Freude haben wir, wenn die geliebte Pflanzenpracht dran glauben muss. Wirklich reine Pflanzenfresser sind allerdings unter den Fischen selten. Viele Arten, wie zum Beispiel der Antennenwels oder auch der Guppy, ernähren sich vorwiegend pflanzlich, den Speiseplan ergänzen aber auch kleinere Lebewesen. Saugwelsen sollte immer auch weiches Holz angeboten werden (Zum Beispiel Mangrovenwurzel). Das ist wichtig für ihre Verdauung.
Ein reiner Pflanzenfresser unter den Fischen ist der Buntbarsch Tropheus moori, ein Aufwuchsfresser aus dem Tanganjika-See. Solche Tiere sollten mit speziellem, rein pflanzlichen Futter ernährt werden. Sonst drohen massive Verdauungsprobleme.

Allesfresser

Die meisten der in unseren Aquarien gepflegten Fische sind Allesfresser. Sie nehmen mit, was sie kriegen können. In der Natur ernähren sie sich vorwiegend von Insektenlarven, Zooplankton, Crustaceen, Würmern, Algen und Pflanzenteilen. Sie sind meistens auch in der Aquarienhaltung unkomplizierte Kostgänger und fressen problemlos handelsübliches Flocken-, Granulat- oder Tablettenfutter. Ergänzen kannst du den Speiseplan mit Lebend-, Frost- oder gefriergetrocknetem Futter. Aber Achtung! Je nach Art gibt es auch hier Besonderheiten. Zu den Allesfressern gehören beispielsweise Panzerwelse, lebendgebärende Zahnkarpfen und auch viele der prächtigen Buntbarsche.

Raubfisch

Räuberisch lebende Arten sind auch unter den Fischen verbreitet. Die meisten lauern dabei ihrer Beute auf und schlagen aus dem Hinterhalt zu. Verschlungen wird, was ins Maul passt. In der Natur fressen räuberisch lebende Fische Insekten, kleinere Fische und Amphibien. Sogar Vögel und gelegentlich Säugetiere werden verspeist, wenn sich die Gelegenheit bietet und die Maulgröße es hergibt. Die in den Aquarien gepflegten Arten sind meist einfacher zufrieden zu stellen, aber auch ihnen musst du gerecht werden. Bei vielen Arten muss stets muss für Frischfutter-Nachschub gesorgt werden, denn nicht alle sind mit den handelsüblichen getrockneten Futtermitteln zu versorgen. Viele verschmähen es sogar gänzlich. Dann muss zwingend Frost- oder Lebendfutter gefüttert werden. Bei manchen Arten müssen spezielle Bedürfnisse berücksichtigt werden. So ernähren sich beispielsweise viele Kugelfische von Schnecken und Muscheln. Denn nur durch das Knacken der Schalen und Schneckenhäuser können sie ihre fortwährend wachsenden Zähne abnutzen.

Andere beispielhafte Vertreter der Gruppe der Raubfische für die Haltung im Süßwasseraquarium sind der afrikanische Schmetterlingsfisch, der Schulterfleck-Piranha und der Leopard-Buschfisch.

Futtersorten

Die Auswahl beim Fischfutter ist riesengroß. Da verliert man schnell den Überblick. Daher sollst du im nächsten Abschnitt erfahren, welches Futter sich für welchen Zweck eignet.

Flockenfutter

Das Flockenfutter ist der Klassiker unter den Fischfuttersorten – dennoch ist es nicht für jede Fischart gleichermaßen geeignet! Denn die Futterflocken treiben lange auf der Wasseroberfläche und sinken erst ab, wenn sie eingeweicht sind. Ein großer Teil der wasserlöslichen Vitamine wäscht sich leider aus, bis die Flocken den Bodengrund erreichen. Ideal ist Flockenfutter daher für Fische, die nahe der Wasseroberfläche leben und auch bevorzugt dort fressen. Aber Achtung: Flockenfutter ist nicht gleich Flockenfutter! Am meisten verbreitet sind bunt gemixte Flocken, die gleichermaßen tierische als auch pflanzliche Bestandteile enthalten. Aber auch pflanzliche Flocken sind erhältlich. Berücksichtige bei der Auswahl daher die Ansprüche der von dir gepflegten Fischarten!

Granulatfutter

Im Gegensatz zu Flockenfutter verteilt sich Granulatfutter besser durch die Wasserschichten. Ein kleiner Teil schwimmt zunächst auf der Oberfläche, während der Rest ganz langsam zu Boden sinkt. Granulatfutter ist daher ideal geeignet für Fische, die ihr Futter bevorzugt in der mittleren Gewässerzone fressen – beispielsweise Salmler und Barben. Wie beim Flockenfutter gilt auch hier: Die Inhaltsstoffe musst du mit den Bedürfnissen deiner Fische abgleichen.

Tablettenfutter

Futtertabletten sind perfekt für Bodenbewohner wie Welse oder Schmerlen. Denn sie sinken rasch zu Boden. Man neigt schnell dazu, alle Bodenbewohner mit den gleichen Tabletten abzuspeisen. Aber auch hier gibt es unterschiedliche Varianten. Für große Saugwelse bieten sich härtere Chips an, deren Basis pflanzliche Bestandteile sind. Panzerwelse und Schmerlen beispielsweise brauchen dagegen höhere Anteile tierischen Proteins in der Nahrung. Hier eignen sich außerdem Tabletten, die etwas leichter aufquellen.

Frostfutter

Kleine und größere Futtertiere erhältst du im gut sortierten Zoofachhandel auch als Frostfutter. Typische Futtertierchen, die gefrostet verkauft werden, sind beispielsweise Daphnia, Artemia, Mückenlarven und Tubifex. Pflanzenfressende Futtertiere wie Daphnia und Artemia sind hervorragend für Allesfresser wie zum Beispiel Mollys oder Guppys geeignet. Schmerlen fressen gerne Mückenlarven und Panzerwelse lieben als Abwechslung im Speiseplan die nahrhaften Tubifex-Würmer. Für große Räuber gibt es auch Fischfleisch oder Garnelen.
Besonders wählerische Fische kann man mit Frostfutter eher als mit getrocknetem Fertigfutter aus der Reserve locken. Die notwendige Kühlung und das Auftauen ist dir zu aufwendig? Dann halte Ausschau nach gefriergetrocknetem Futter. Das erhältst du meist in Dosen abgepackt, gelagert wird es genau so wie Flockenfutter.

Lebendfutter

Möchtest du deinen eher genügsamen Fischen mal ein echtes Highlight bieten? Oder verschmäht die von dir gehaltene Fischart einfach alles, was sich nicht bewegt? Dann solltest du lebend füttern. Es ist eine wahre Freude, die Fische bei der Jagd nach kleinen Wasserflöhen oder Krebstierchen zu beobachten. Bei der Fütterung wird nicht nur gefüttert, sondern auch beschäftigt. Denn die Fische müssen sich ihr Futter erarbeiten. Besonders lustig anzusehen: Panzerwelse, die in feinem Sand auf der Suche nach Tubifex sind!

So viel wie nötig, so wenig wie möglich!

Generell gilt: Füttere nur so viel, wie innerhalb weniger Minuten gefressen wird. Denn Futter, das übrig bleibt, mindert die Wasserqualität.
Und noch ein Tipp: Kaufe bei Fertigfutter (Flocken, Granulat, Tabletten) immer das kleinstmögliche Gebinde. So wird es zügig aufgebraucht. Langes Lagern mindert die Futterqualität. Und da man nur wenig Fischfutter benötigt, bleiben Großpackungen eigentlich immer zu lange stehen. Wenn du nicht auf den oft etwas günstigeren Preis eines größeren Gebindes verzichten möchtest, kannst du Futter luftdicht in kleinere Portionen abfüllen. Ein No-Go ist die Lagerung auf dem Aquarium: Hier ist es zu warm und zu feucht. Fertigfutter sollte stets kühl und trocken gelagert werden.