Der Weihnachtsdackel

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WeihnachtsdackelVerschlafen blinzelte ich unter meiner Decke hervor. Die ersten Sonnenstrahlen fielen bereits auf mein Körbchen und kitzelten mich an der Nase. Ich muss immer niesen wenn mir die Sonne auf die Nase scheint, und auch diesmal kribbelt es bereits nach wenigen Sekunden. Grimmig vergrabe ich mich wieder unter meiner Decke und lege mein Pfötchen über die Schnauze. Eigentlich bin ich ein wirklich lieber Hund, allerdings bin ich manchmal auch ein ganz schöner Morgenmuffel – das habe ich mir von meiner neuen Familie abgeguckt.

Meine neue Familie

Meine neue Familie – mein neues Frauchen, mein Herrchen und deren Tochter – hat mich vor ungefähr einem halben Jahr bei sich aufgenommen. Eigentlich komme ich aus einem anderen Land, doch meine frühere Familie wollte mich nicht mehr bei sich haben. Das war ein ganz schöner Schock für mich, doch zum Glück wurde ich von einer Tierschutzorganisation gerettet und nach Deutschland gebracht. Ich musste zwar ein wenig warten, doch jetzt habe ich endlich eine neue Familie gefunden. Eine Familie, bei der ich mir jetzt schon ganz sicher bin, dass sie mich niemals wieder hergeben würde.
Wie jeden morgen schlüpfe ich noch kurz zu meiner Schwester unter die Bettdecke. Eigentlich darf ich nicht in die Betten meiner neuen Menschlein, aber meine Schwester macht fast immer eine Ausnahme. Ich brauche sie nur mit meinen schokoladenbraunen Augen anzusehen und schon rückt sie ein Stück zur Seite und gibt mir ein bisschen von ihrer Decke ab.
Nach einigen Schmuseeinheiten stehen wir dann aber doch auf – Schade.

Doch meine Stimmung bessert sich augenblicklich, als ich sehe wie Frauchen meinen Hundeadventskalender aus dem Schrank holt und mich auffordernd ansieht: „Na Tekira, möchtest du deinen Kalender aufmachen?“ Ich freue mich so sehr, dass ich das Gefühl habe gleich abzuheben wenn mein Schwänzchen nur noch ein bisschen schneller wedeln würde. Voller Begeisterung laufe ich auf Frauchen zu und warte ungeduldig darauf, dass sie das letzte Türchen öffnet.
Nach einem ausgiebigen Frühstück gehen wir erst einmal alle zusammen eine große Runde im Schnee spazieren. Normalerweise kann ich den Ball gar nicht oft genug holen, doch heute bin ich etwas zurückhaltender.

Ängste an Weihnachten

Manche Menschen fangen auch an Weihnachten an Silvesterknaller zu zünden, dabei habe ich doch solche Angst vor Knallern! Ängstlich suche ich Schutz bei Frauchen, welche mich in ihre Arme nimmt und tröstet. Ein Glück wiege ich nicht viel und kann ein Stück von Frauchen getragen werden.
Als ich noch nicht von der Tierschutzorganisation gerettet worden war, hat jemand auf mich und meine tierischen Freunde geschossen. Zum Glück konnte ich entkommen, doch letztens beim Tierarzt haben wir doch noch eine Kugel in meinem Oberschenkel gefunden. Zum Glück tut sie nicht weh und hat keinen großen Schaden angerichtet, doch immer wenn ich etwas knallen höre gerate ich in Panik. Auf noch eine Kugel kann ich gut verzichten.
Schnell gehen wir alle wieder nach Hause. Ich ziehe mein Frauchen hinter mir her und kann gar nicht schnell genug in mein geschütztes Zuhause kommen. Im Schlafzimmer steht Frauchen und Herrchens Bett, welches einen Hohlraum besitzt unter welchem ich manchmal Schutz suche.
Nach all den Strapazen muss ich mich sowieso erst einmal ausruhen. Bis zu Bescherung ist es ohnehin nicht mehr lange, da kann ich vor all dem Trubel noch ein wenig Mittagsschlaf vertragen.
Ich döse im Bett meiner Schwester ein und schnarche leise vor mich hin. Ab und zu werde ich leicht angeschubst und angewiesen, leiser zu schnarchen. Dabei weiß ich ganz genau, dass meine Menschlein auch schnarchen und die wecke ich ja schließlich auch nicht einfach auf! Beleidigt krieche ich noch tiefer unter die Bettdecke und seufze.

Zeit für Geschenke

Mein Schönheitsschlaf wird unterbrochen, als meine Schwester mir einen Schal und ein Elchgeweih aufsetzt. Warum muss ich aussehen wie ein Elch, wenn ich doch ein Dackelmix bin? Verwirrt sehe ich meine Schwester an, doch diese verspricht mir ein ganz großes Leckerchen und so lasse ich mir ihre Verkleidungsspiele gefallen. Als ich ins Wohnzimmer komme traue ich meinen Augen kaum. Alles ist voll mit Geschenken. Auch eine Paket mit meinem Namen drauf steht unter dem Weihnachtsbaum. Ich schiebe das Paket quer durch das Wohnzimmer, ehe Herrchen mir endlich hilft und das Paket öffnet. Voller Freude schaue ich auf das Plüschtier und die vielen Leckereien herab.
Ich kann kaum sagen, wie glücklich ich bin. Früher im Heim habe ich nie etwas so liebevolles zu Weihnachten geschenkt bekommen. Dankbar schlecke ich meine Familie ab, ehe ich mich über mein neues Kuscheltier hermache. Meine Familie weiß genau, dass solches Spielzeug bei mir nicht lange hält. Trotzdem haben sie an mich gedacht um mir eine Freude zu machen.
Dankbar sehe ich zu meiner Familie auf und hoffe, dass sie sehen wie dankbar ich ihnen für Alles bin. Auch wenn ich nicht sprechen kann sehen sie sofort was ich sagen möchte ich staube noch eine extra Streicheleinheit ab.


Das gesamte Team ZooRoyal bedankt sich herzlich bei Hanna D. für diese schöne Weihnachtsstory und wünscht allen eine tierisch besinnliche Weihnachtszeit. Habt ihr auch die Weihnachtsgeschichten der letzten Woche mitbekommen? Weihnachtsengel aus dem Süden und Ein Chihuahua rettet den Nikolausabend


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