Niko mit k bitte!

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NikoDiese Weihnachtsgeschichte habe ich vor fast genau 15 Jahren erlebt. Es war kalt, der frostige Wind der die kleinen zarten Schneeflocken unkontrolliert auf den Boden rieseln lassen hatte, wehte mir ins Gesicht. Die Wiesen und Felder waren bereits an einigen Stellen von einer hauchdünnen Schneeschicht bedeckt. Ja, es gab einmal Zeiten an denen es kurz vor Weihnachten, am. 22.12. noch geschneit hat. Eben genauso, wie man es aus dem Sauerland kennt. Die Fenster waren alle stimmungsvoll beleuchtet und die Vorfreude auf Weihnachten stand auf ihrem Höhepunkt. Ich war ja auch schließlich erst 14 Jahre alt.

Eine überraschende Begegnung

Wie immer war ich mit meinen Freunden unterwegs. Von Smartphones, Facebook und Snapchat noch weit entfernt. Somit mussten wir uns natürlich ganz anders beschäftigen. In einem Dorf mit Rund 2938 Einwohnern, einer miserablen Busanbindung und einer Landschaft die zu 80% aus Bäumen bestand, erwies sich das häufig als schwierig. Hier mussten wir also kreativ werden. Das waren wir allerdings nicht und somit spazierten wir an diesem Abend einfach nur durch die Gegend.

Angekommen an meiner alten Grundschule, die einen kaum beleuchteten Pausenhof hatte, starrten uns zwei leuchtende Augen an. Ein krächzendes Miauen schallte uns entgegen. Langsam steuerten wir auf den grauen Fleck zu. Eine Katze! Sie forderte uns quasi dazu auf, sie zu streicheln. Doch irgendwas war seltsam. Ihr Kopf fiel beim Laufen immer wieder auf den Boden. Als sei er zu schwer. Zunächst freuten wir uns darüber, dass wir das Kätzchen streicheln konnten, aber so konnten wir doch jetzt nicht einfach nach Hause gehen. Das Kätzchen jetzt alleine lassen war für uns absolut keine Option.

Jetzt ist Eile geboten

Also rannte ich nach Hause, welches nur etwa 3 min Fußweg weit weg an einer Hauptstraße lag. Ich bat meine Mama mit etwas Futter (wir hatten bereits einen Kater) mit mir zu kommen. Sie zögerte keine Sekunde, zog direkt ihre dicke Daunenjacke über und eilte mir hinterher. Kaum angekommen verschlang die geschwächte Katze das Futter – für mich war übrigens klar, dass sie nur ein Weibchen sein konnte, solch einen Hunger können nur Frauen haben 😉 Doch was nun? Minusgrade, Schnee und scheinbar war die Katze auch in keiner guten Verfassung. Wir schauten nach einer Tätowierung im Ohr. Nichts! Eins war klar, sie konnte nicht hierbleiben, selbst wenn sie ein Zuhause hatte,  würde sie es so nie schaffen. Also nahm meine Mutter sie hoch und lief los in Richtung Heimat. Zunächst verlief dies reibungslos. Doch an der Hauptstraße fuhren häufig LKWs im Affenzahn vorbei. Und leider auch genau in dem Moment als wir dort ankamen. Die Katze erschrak sich so sehr, dass es ein Kampf wurde sie festzuhalten, um sie nach Hause zu bringen. Ein Glück, dass die Daunenjacke so gut gefüttert war, denn Zuhause angekommen war diese komplett aufgeschlitzt. Ihren Schock hat sie schnell überwunden, denn es wartete schon der nächste.

Charly, unser schwarzer Kater, war nämlich überhaupt nicht begeistert, dass er Besuch hatte. Nach einigen bösen Blicken und einem Fauchcontest, mussten wir die beiden in getrennten Zimmern unterbringen. Für den Neuankömmling war das kein Problem. In der Zwischenzeit erkannten wir auch, dass diese Katze eigentlich ein Kater war (ich lag also doch falsch mit meiner Vermutung 😉 ). Nun schlief er stundenlang. Einige Male versuchte er aufzustehen, doch sein Köpfchen war zu schwer für ihn. Wir machten uns große Sorgen, doch welcher Tierarzt im hintersten Dorf hat über Weihnachten schon geöffnet? Also ließen wir ihn schlafen und zur Ruhe kommen. Er machte leider vor Erschöpfung ins Bett. Irgendwann nahm ich ihn auf den Arm und setzte ihn vorsichtig auf sein Katzenklo. Er machte sein Geschäft und ich trug ihn wieder zum Bett. So ging das die einige Male.

Weihnachten gut, alles gut

Noch am selben Abend sagte ich zu meiner Mutter,  wenn er niemandem gehöre, wir ihn NIKO nennen – aber mit K! Meine Mutter schaute mich fragend an. Naja „Mama, es ist Weihnachten und wir können ihn wohl kaum Weihnachtsmann nennen, also heißt er Niko von Nikolaus!“

Und somit wurde Niko ein Teil der Familie. Wir haben übrigens noch sehr lange nach dem Besitzer gesucht – Natürlich waren wir auch beim Tierarzt, Niko war kerngesund nur sehr erschöpft und halb verhungert. Einen Großteil seines Lebens verbrachte er mit seiner Hass-Liebe – Kater Charly (2017 verstorben). Niko ist immer noch so fit wie ein junger Kater und bisher das schönste Weihnachtsgeschenk für mich und meine Familie!

In diesem Sinne – frohe Weihnachten!


Das gesamte Team ZooRoyal bedankt sich herzlich bei Jenny K. für dieses herzerwärmende Weihnachtserlebnis und wünscht allen eine tierisch besinnliche Weihnachtszeit.
Erzähle uns auch deine weihnachtliche Geschichte und lasse dir die Chance auf einen 50€-Gutschein nicht entgehen! Wir freuen uns auf deinen tierischen Weihnachtsmoment!


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