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Zu wenig UV-B: Grund vieler Probleme

uvb
Die Wichtigkeit von hochwertiger Beleuchtungstechnik für ein Terrarium wird oft unterschätzt. Doch ungeeignete Beleuchtung führt nicht selten zu schwerwiegenden Problemen und ernstzunehmenden Erkrankungen der Terrarientiere. Erfahre hier, warum eine geeignete Beleuchtung so wichtig ist und wie du eine adäquate Beleuchtung realisiert.

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Die Anschaffung

Nehmen wir als Beispiel für die Anschaffung von Terrarientieren eine Bartagame. Der Preis für ein Jungtier beträgt oft unter 30€. Ein Terrarium gibt es bereits für ca. 100€. Für die Einrichtung sowie die Dekoration kann mit etwa weiteren 80€ gerechnet werden. Bei der Beleuchtung und der Messtechnik für die geforderten Klimabedingungen wird man jedoch merken, dass die Preisunterschiede enorm sind. Einfache Wärmespots fangen bei etwa vier Euro an und Klebethermometer gibt es ab drei Euro. Sollte reichen, eigentlich…! Oder…?

Herkunft der Bartagame

Das australische Outback ist die Heimat der „Drachenechsen“ und dort ist es bekanntermaßen heiß. So heiß, dass sogar Wüstentiere tagsüber Schatten suchen. Temperaturen zwischen 40°C und 50°C sind dort keine Seltenheit. Die Sonnenstrahlung ist dort so intensiv, dass selbst Eingeborene einen Hautschutz aus Lehm auftragen. Bartagame haben sich vor vielen Jahren an dieses Klima angepasst.

Krankheitsbegünstigendes Klima

Im Terrarium wird das ursprünglich artgerechte Klima der Tiere allerdings häufig vernachlässigt. 35°C anstatt 45°C sollten ja auch reichen, das spart immerhin einige Euro auf der Stromrechnung. Hell ist es auch, es sind ja schließlich zwei Spots von jeweils 60 Watt installiert. Warum sollte das also nicht ausreichen, damit es der Wüstenechse gut geht – und zwar auf Dauer? Die Antwort: Weil es nicht reicht! Der Stoffwechsel und die Produktion von Vitaminen im Körper sind ganz fest an die Umgebungstemperatur und an die Menge der vorhandenen UV-B Strahlen gebunden. 10°C weniger im Terrarium als notwendig reichen schon aus, um Erkältungen hervorzurufen. Auch die Verdauung der proteinreichen Nahrung gerät bei „Kälte“ ins Stocken, sodass Nahrung zu lange im Verdauungstrakt verweilt und nicht vollständig verwertet werden kann. Die Aufrechterhaltung des Knochenskeletts ist vom Sonnenlicht abhängig. Nur wenn UV-B Licht durch die Haut in die Zellen gelangt, wird das so lebenswichtige Vitamin D3 gebildet. Dieses ist dafür verantwortlich, dass Kalzium als Baustein in das Knochengewebe eingelagert werden kann. Ist dieser Prozess durch minderwertige oder zu alte Leuchtmittel gestört, entsteht eine Knochenerweichung, welche irreparable Schäden verursachen und bis zum Tod führen kann. Diese „Krankheit“, die durch UV-B Mangel entsteht, wird auch Rachitis genannt. Zu erkennen ist sie an sehr weichen Knochen (–Panzern), Knochenbrüchen, „Ecken“ in den Gliedmaßen oder einer sehr geringen Aktivität der Tiere in Verbindung mit Schwächeanzeichen oder Fressunlust. Manchmal merkt man im Vorfeld nichts, bis irgendwann der Kieferknochen beim Fressen im Gelenk bricht oder ein Herunterfallen von einem erhöhten Dekostein reicht, damit die Wirbelsäule bricht.

Abhilfe schaffen

Wie verhindert man dieses qualvolle Leiden? Indem das richtige Leuchtmittel für das jeweilige Tier installiert wird. Wer tagaktive und lichthungrige Reptilien pflegen möchte, wird nicht drum herum kommen, sich an Preisklassen von mindestens 50€ zu orientieren. Der Grund liegt in der Leuchtmitteltechnik, welche notwendig ist, um die korrekten Wellenlängen zu erzeugen. Nur ein ganz spezieller Lichtbereich ist dafür verantwortlich und entscheidet über Gesundheit und Krankheit.

Hohe Spannung

Da diese Lampensysteme starke Hitze absondern, müssen sie aus speziellem Material bestehen und einen „Zünder“ haben, der für eine sehr hohe elektrische Spannung sorgt. Bei Profis sehr beliebte Leuchtmittel haben ein externes Vorschaltgerät, das zwischen Fassung und Netzstecker geschaltet wird. Es sorgt für eine stabile Spannung und verhindert ein Überhitzen des Leuchtmittels. Die Energieeffizienz ist bei diesen UV-B Lampentypen sehr gut. Eine 70 Watt UV-B Leuchte mit Vorschaltgerät erzeugt eine vergleichbare Lichtenergie wie eine Standard UV-B Leuchte von etwa 100 Watt. Die Anschaffungskosten sind nur unwesentlich höher.

Auch die Helligkeit ist bei Lampen mit externem Spannungsversorger höher. Und da unsere Beispieltiere, die Bartagame, aus Gebieten mit etwa 100.000 Lux (ein Maßstab für Helligkeit) stammen und herkömmliche Terrarienspots in Verbindung mit zusätzlichen Leuchtstoffröhren vielleicht 30.000 Lux schaffen, erkennt man die Wichtigkeit von lichteffizienten UV-B Strahlern, um das natürliche Territorium nur annähernd passend zu gestalten.

Es gibt auch gute UV-B Spots ohne Vorschaltgerät, jedoch sind diese mechanisch etwas anfälliger, da diese innenliegende „Zünder“ haben, die bei Erschütterungen oder Spannungsschwankungen in der Hausstromleitung anfällig sind. Die Nutzbarkeit ist bei den Solo-Spots auch eingeschränkt, denn der UV-B Anteil nimmt schneller ab als bei der Kombination Spot und separatem EVG (elektronisches Vorschaltgerät).

Vorteile und Anwendung

Ein UV-B Spot sollte bei guter Qualität (= hoher Preis) mindestens einmal jährlich gewechselt werden. Ein weiterer entscheidender Vorteil der Spot/EVG Variante ist der, dass das Leuchtmittel deutlich kleiner ist und somit weniger Platz im Terrarium verbraucht. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn keine große Bauhöhe gegeben ist. Zu beachten ist, dass der Mindestabstand zwischen Spot-Unterkante und dem Sonnenplatz des Tieres unter der Lampe etwa 25-35cm oder mehr betragen sollte. Bei Leuchtmitteln mit internem EVG ist der Lampenkörper deutlich länger und schließt sich dadurch eigentlich schon für eher flache Terrarien der Größe (LxBxH) 100x40x40 als Beispiel aus.

Höhere Preise zahlen sich aus

Der etwas höhere Preis der hochwertigen Leuchtmittel lohnt sich definitiv. Der Mehrwert an UV-B Leistung ist sogar messbar. Bis zu 80% Unterschied können bei Vergleichen erzielt werden. Spätestens, wenn du weißt, wie teuer ein Tierarztbesuch sein kann, weißt du, dass der Mehrpreis von Nutzen ist! Deinem Tier zuliebe …!

Weiterführende Informationen zu UV-Licht im Terrarium

Quelle Artikelbild: raumsafari/Fotolia.com

 
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